DE213507C - - Google Patents

Info

Publication number
DE213507C
DE213507C DENDAT213507D DE213507DA DE213507C DE 213507 C DE213507 C DE 213507C DE NDAT213507 D DENDAT213507 D DE NDAT213507D DE 213507D A DE213507D A DE 213507DA DE 213507 C DE213507 C DE 213507C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
pitch
phenol
phenols
extraction
carbon
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT213507D
Other languages
English (en)
Publication of DE213507C publication Critical patent/DE213507C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10CWORKING-UP PITCH, ASPHALT, BITUMEN, TAR; PYROLIGNEOUS ACID
    • C10C3/00Working-up pitch, asphalt, bitumen
    • C10C3/08Working-up pitch, asphalt, bitumen by selective extraction

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Civil Engineering (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Working-Up Tar And Pitch (AREA)

Description

·:?·"!ι.ί u lit
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
.- JVr 213507 -KLASSE 22 Ä. GRUPPE
in MANNHEIM.
reinem Kohlenstoff.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 31. Juli 1908 ab.
Es ist bekannt, daß man Teer, Pech, Asphalt und ähnliche Stoffe, gleichgültig, welchen Ursprungs sie sind, durch Extraktion mit geeigneten Lösungsmitteln in ihre löslichen und unlöslichen Bestandteile zerlegen kann. • Man hat bisher zu diesem Zwecke Schwefelkohlenstoff (E. Jacobsen, Dingier, PoIy-. technisches Journal, Bd. 198, S. 357), leichtes Teeröl oder Petroleumöle, Benzin (Heusser, Patentschrift 24231), Benzol, Benzin, Erdöl (Patentschrift 98278, englische Patentschrift 1970/07), Eisessig und Toluol (Dingler, Polytechnisches Journal, Bd. 270, S. 236), Anilin und Pyridin (Spilker, Kokerei und Teerprodukte der Steinkohle, S. 39, Zeile 20 bis 24) vorgeschlagen.
Die verschiedenen Lösungsmittel üben eine verschiedene Wirkung auf die Bestandteile des Pechs usw. aus. Im allgemeinen entziehen basische Körper, wie Anilin und Pyridin, dem Steinkohlenpech mehr lösliche Bestandteile und hinterlassen dementsprechend einen reineren Kohlenstoff wie die zur Extraktion vorgeschlagenen Kohlenwasserstoffe.
Trotz dieses Vorzuges ist die Verwendung von Anilin und Pyridin zur Extraktion von Teer, Pech, Asphalt u. dgl. Stoffen wegen des hohen Preises und der Schwierigkeit der Handhabung mit Rücksicht auf die Gesundheitsschädlichkeit ausgeschlossen.
Es hat sich nun die bisher unbekannte Tatsache gezeigt, daß die Phenole und phenolartigen Körper ein großes Lösungsvermögen für die im Teer, Pech u. dgl. enthaltenen Stoffe besitzen. Dieses Lösungsvermögen ist ebenso groß wie das des Pyridins,. Anilins u. dgl. Der unter Verwendung von Phenolen erhaltene Kohlenstoff, der von den sonstigen Bestandteilen des Peches befreit ist, hat dieselbe Reinheit wie der mit Hilfe von Anilin und Pyridin gewonnene. Wenn man Pech · mit Kohlenwasserstoffen wie Xylol bis zur Erschöpfung extrahiert und den verbleibenden Rückstand von Kohlenstoff mit Pyridin behandelt, so nimmt letzteres noch weitere Stoffe aus dem Kohlenstoff auf. Wenn man dagegen Steinkohlenpech mit Phenol bis zur Erschöpfung extrahiert, so gelingt es durch eine nochmalige Behandlung mit.Pyridin keine weiteren Stoffe zu entfernen. Wenn man durch aufeinanderfolgende Extraktion von Pech mit Xylol und Pyridin einerseits oder Xylol und Phenol andererseits die löslichen Bestandteile des Peches getrennt isoliert, so ergibt sich, daß der von Pyridin bzw. Phenolen aufgenommene Teil ein schwarzbrauner unschmelzbarer Körper ist, der in Benzin, Benzol, Xylol, Alkohol, Äther und Eisessig unlöslich, in· Schwefelkohlenstoff schwer löslich ist, dagegen aber von Pyridin, Anilin und Phenolen mit großer Leichtigkeit gelöst wird.
Es gelingt daher, eine Reinigung bzw. Isolierung des aus Pech, Asphalt u. dgl. gewonnenen Kohlenstoffs auch dadurch herbei-
zuführen, daß man zunächst eine Extraktion mit Kohlenwasserstoffen vornimmt und hierauf mit Phenolen weiterextrahiert.
Die Extraktion von Pech, Asphalt u. dgl. mit Phenolen bietet außer der Gewinnung eines sehr reinen Kohlenstoffes noch den weiteren Vorteil, daß das Extraktionsverfahren außerordentlich erleichtert und vereinfacht wird. Die Trennung des Kohlenstoffes von
ίο den gelösten, bituminösen Stoffen durch Filtration und Auswaschen der Reihe nach- mit Phenol, Natronlauge und Wasser verläuft viel rascher und glatter als bei der Anwendung von Kohlenwasserstoffen als Lösungsmittel.
Außerdem ergibt sich der weitere wichtige Vorteil, daß das Lösungsmittel sowohl dem abfiltrierten Kohlenstoff wie der gewonnenen Lösung leicht auf kaltem Wege entzogen werden kann. Man braucht nämlich nur eine Extraktion mit Ätzalkalien vorzunehmen und kann aus der gewonnenen Lösung die Phenole durch gasförmige Kohlensäure, am besten in der Form von Rauchgasen, gewinnen. Die dabei erhaltene Karbonatlösung wird dann durch Kaustisierung mittels Kalk in Ätzalkali zurückverwandelt. Der Kohlenstoff kann ohne Verlust an Lösungsmitteln getrocknet werden, ist frei von empyreumatischen Stoffen und hat noch den weiteren Vorteil, leicht vom Wasser benetzt zu werden, was bei der Extraktion mit Kohlenwasserstoffen wahrscheinlich infolge des Zurückbleibens bituminöser Bestandteile nicht der Fall ist.
Auch auf das aus der Lösung abgeschiedene Bitumen ist die Umgehung der Destillation von großem Einfluß. Es ist bekannt, daß beim Äbdestillieren des Lösungsmittels aus der Lösung des . Bitumens die · letzten Anteile des Lösungsmittels nur schwierig auszutreiben sind und ein geringer. Gehalt, an flüssigen Bestandteilen, die Qualität des gereinigten Bitumens sehr ungünstig beeinflußt. Dagegen ist die Extraktion der Phenole durch kaustische Alkalien eine quantitative. Tatsächlich sind auch die aus ein und demselben Steinkohlenteerpech einerseits mit Kohlenwasserstoffen auf dem bekannten Weg, andererseits mit Phenolen, wie vorstehend beschrieben, hergestellten reinen Bitumine in ihren Erweichungspunkten sehr verschieden, wie nachstehende Zusammenstellung zeigt:
Bitumen aus Pech
vom Erweichungspunkt 65 ° C.
extrahiert mit
Das Bitumen ist aus
der Lösung abgeschieden
durch
Erweichungspunkt
Toluol Destillation . 39,5° G.
Steinkohlenteernaphta bis 200° C,
90 Prozent überdestillierend
Destillation 48° G.
looproz. dunkle Karbolsäure Extraktion mit Natronlauge 57° C.
klarlösliche flüssige Karbolsäure Extraktion mit Natronlauge . 66° C.
kristallisierte Karbolsäure 40/42° Sp. Extraktion mit Natronlauge. 65° C.
Diese Verschiedenheit hängt natürlich in erster Linie von dem Lösungsvermögen der betreffenden Lösungsmittel für alle Pechbestandteile ab.
Beim Beseitigen des Lösungsmittels aus dem extrahierten Bitumen durch Destillation besteht ferner die Gefahr einer Überhitzung und Zersetzung des Bitumens unter Abscheidung von Kohle, besonders beim Abtreiben der letzten Spuren desselben, wodurch das Bitumen wieder kohlenstoffhaltig sowie sein elektrischer Widerstand und auch sein Erweichungspunkt beeinflußt wird. Ein besonderer Vorzug des nach dem neuen Verfahren gereinigten Bitumens aus Teer, Pech u. dgl. liegt für dessen Verwendung zu elektrotechnischen Zwecken ferner darin, daß es infolge der Behandlung mit alkalischen Laugen und Wasser frei von Salmiak ist, dessen Anwesenheit in Isoliermitteln für Kabel U. dgl. geradezu gefürchtet ist.
Als Phenole kann man die sauren Bestandteile mit phenolartigem Charakter des Steinkohlen-, Braunkohlen-, Holz-, Torf-, Hochofenteeres u. dgl. im reinen, isolierten, unreinen oder gemischten Zustande verwenden. Man kann beispielsweise Rohphenol, Rohkarbolsäure, Kresole, Resorcin, Kreosol, Guajakol, Brenzcatechin usw. o. dgl. benutzen.
Beispiel I.
In einem heizbaren, mit Rührwerk versehenen Kessel werden iooo kg noch flüssiges Steinkohlenpech in 3000 kg Phenole irgendwelcher Art (rohe Karbolsäure oder Kresolgemisch) unter gutem Umrühren eingetragen und kurze Zeit digeriert. Der ungelöst gebliebene Kohlenstoff wird abfiltriert oder anderweitig abgetrennt, bis zur Reinheit mit dem gleichen Lösungsmittel nachgewaschen und schließlich von diesem durch Natronlauge und Wasser befreit und entweder als Paste oder getrocknet für anderweitige Verwendung präpariert. Die Phenollösung wird unter Rühren in verdünnte Natronlauge gegossen, wobei sich bei gelinder Reaktionstemperatur das Bitumen als eine zähe Masse abscheidet, die durch wiederholtes Waschen mit Wasser von anhaftendem Phenolnatrium und überschüssiger Natronlauge befreit wird.
Beispiel II.
In einem heizbaren, mit Rührwerk versehenen Kessel werden 1000 kg Steinkohlenpech mit 3000 kg Xylol digeriert. Die Flüssigkeit wird von dem ungelösten abgezogen und der verbleibende Rückstand mit ungefähr gleichen Teilen Phenolen in der im Beispiel I geschilderten Weise behandelt.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Reinigung von Teer, Pech, Asphalt und ähnlichen Stoffen durch Extraktion mit Lösungsmitteln unter gleichzeitiger Gewinnung von reinem Kohlenstoff, dadurch gekennzeichnet, daß man als Lösungsmittel Phenol sowie saure Teerbestandteile mit phenolartigem Charakter anwendet, wobei das Lösungsmittel durch Behandlung mit Alkalien und Waschen mit Wasser entzogen werden kann.
2. Die Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man zunächst mit Kohlenwasserstoffen extrahiert und den verbleibenden Rückstand dann mit Phenolen bzw. phenolartigen Körpern behandelt. ·
DENDAT213507D Active DE213507C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE213507C true DE213507C (de)

Family

ID=475148

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT213507D Active DE213507C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE213507C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE213507C (de)
DE2445549A1 (de) Verfahren zum entschwefeln von koks
DE406818C (de) Verfahren zur Trennung von Emulsionen und zur Verhuetung der Bildung bestaendiger Emulsionen
DE753755C (de) Verfahren zur Gewinnung von hochwertigen Phenolen aus Braunkohlen-Schwelwaessern und -Schweloelen
US1954959A (en) Method of freeing oils from sulphur dioxide
DE433455C (de) Verfahren zur Zerlegung von Steinkohlenurteer ohne Destillation in seine Bestandteile
DE429444C (de) Verfahren zur Herstellung gereinigter Kohlenwasserstoffoele
DE386598C (de) Verfahren zum Ausziehen der Phenole aus Urteeroelen
DE303273C (de)
DE549400C (de) Verfahren zur Entphenolierung phenolhaltiger Kohlenwasserstoffe beliebiger Herkunft und zur Gewinnung reiner Phenole
DE341692C (de) Verfahren zur vollstaendigen Entfernung der sauerstoffhaltigen Bestandteile aus Teeren
DE602815C (de) Verfahren zur Aufarbeitung von Rohdestillaten der Druckhydrierung
DE552761C (de) Verfahren zur Reinigung von Phenolen oder phenolhaltigen Kohlenwasserstoffoelen, welche Pyridinbasen enthalten
DE637445C (de) Verfahren zur Gewinnung von Schwefel
DE446783C (de) Verfahren zur alleinigen Gewinnung von Phenol und Kresolen aus solchen Urteeroelen der Gasflammkohle, die Phenole aller Siedegrenzen enthalten
DE406150C (de) Verfahren zur Gewinnung von Phenolen aus Teeren oder Teeroelen aller Art
DE654791C (de) Verfahren zur Gewinnung mehrkerniger Kohlenstoffverbindungen aus Druckhydrierungsprodukten
DE605444C (de) Verfahren zur Gewinnung reiner Sulfonsaeuren und Sulfonate
AT122484B (de) Verfahren zum Entparaffinieren von Ölen, Destillationsrückständen oder Destillaten.
DE148124C (de)
DE374928C (de) Verfahren zum Raffinieren von Mineraloelen, Urteeren u. dgl.
DE389471C (de) Verfahren zur Trennung von aliphatischen und aromatischen Bestandteilen des Urteers
DE891719C (de) Verfahren zum Zerlegen von OElrueckstaenden
DE678208C (de) Verfahren zur Behandlung von Kohlenwasserstoffoelen
DE558378C (de) Verfahren zur Trennung von Rohsaeuren, die bei der Oxydation von Naphthaoelen, Paraffin u. dgl. entstehen