DE202014103288U1 - Muffelform zur Herstellung von zahnprothetischen Formkörpern, daraus hergestellter zahnprothetischer Formkörper und Modell zur Herstellung einer Muffelform - Google Patents

Muffelform zur Herstellung von zahnprothetischen Formkörpern, daraus hergestellter zahnprothetischer Formkörper und Modell zur Herstellung einer Muffelform

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    • A61C13/00Dental prostheses; Making same
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    • A61C13/206Injection moulding

Abstract

Muffelform zur Herstellung von zahnprothetischen Formkörpern, die einen in einer gehärteten Einbettmasse (EB) angeordneten Hohlraum (HR), der die Außenumrisse eines zahnprothetischen Formkörpers (FK) wenigstens teilweise wiedergibt, und einen zu einer Öffnung (OE) weisenden und mit dem Hohlraum (HR) in Verbindung stehenden Kanal (KA) aufweist, wobei der Kanal (KA) entlang einer Achse (AC) so ausgebildet ist, dass ein flüssiges thermoplastisches Kunststoffmaterial von der Öffnung (OE) durch den Kanal (KA) unter einer Drallbewegung entlang der Achse (AC) in den Hohlraum gelangt.

Description

  • Die Erfindung betrifft eine Muffelform zur Herstellung von zahnprothetischen Formkörpern. Des Weiteren betrifft die Erfindung einen mit einer derartigen Muffelform hergestellten zahnprothetischen Formkörper und ein Modell zur Herstellung einer Muffelform.
  • Zur Herstellung von zahnprothetischen Formkörpern sind Muffelsysteme gebräuchlich, bei denen in einer Muffelform Wachsmodelle der zahnprothetischen Körper von einer aushärtbaren Einbettmasse umflossen werden. Nach Aushärten der Einbettmasse, welche beispielsweise als Gipsmaterial bereit gestellt wird, wird das Wachs bei erhöhter Temperatur entfernt, so dass eine Muffel mit einem oder mehreren Hohlräumen entsteht, die Negativformen für die zu erzeugenden Formkörper bilden. Mittels eines Pressgeräts wird beispielsweise thermoplastischer Kunststoff durch einen Presskanal in den Hohlraum gedrückt.
  • Ein Verfahren zur Herstellung von zahnprothetischen Formkörpern mittels einer Muffel ist beispielsweise in der DE 101 36 584 A1 beschrieben.
  • Ein derartiges Muffelsystem ist auch aus der DE 10 2010 061 609 A1 bekannt. In dieser Druckschrift ist ein Muffelsystem zur Herstellung von zahnprothetischen Formkörpern durch Einpressen von Prothesenmaterial in einen Hohlraum einer Muffel mit einer formstabilen Muffelaufnahme beschrieben. Die Muffelaufnahme umgibt mit einer Innenwand einen Aufnahmeraum für die Muffel, wobei der Aufnahmeraum so ausgebildet ist, dass die Muffel unter Einhaltung eines die Muffel mehrseitig umgebenden Zwischenraums gegen die Innenwand in die Muffelaufnahme einsetzbar und der Zwischenraum mit einer fließfähigen aushärtbaren Füllmasse ausfüllbar ist.
  • Ein Muffelsystem ist auch aus der DE 102 57 208 A1 bekannt, bei dem eine Muffelbasis vorgesehen ist, von der sich ein Muffelzylinder weg erstreckt. Auf dem Muffelzylinder sind aus einer schmelzbaren Masse Modelle aufbringbar, die zusammen in einer Formmasse einbettbar sind. Hierzu ist ein Einsatzkörper der den Muffelzylinder umgibt, angeordnet, welcher sich für die Aufnahme einer Keramikmasse durch Schmelzen entfernen läßt.
  • In der Dentaltechnik erfolgt die Verarbeitung von thermoplastischen Kunststoffen üblicherweise im Spritzguss- oder Pressverfahren. Wie oben beschrieben, wird dabei eine individuelle Form mittels thermischen Austreibens als Hohlform, bestehend aus Gips oder einer anderen Einbettmasse verwendet.
  • Die bislang angewandten Aufschmelzverfahren des thermoplastischen Kunststoffes umfassen das Erwärmen von Granulat oder sog. Pellets, d. h. Werkstücke in Form von kleinen Ronden, die in Aluminiumkartuschen oder einer dafür vorgesehenen Hohlform in der Einbettmassemuffel eingebracht werden. Nach dem Aufschmelzen des Granulats oder der Pellets wird die aufgrund des Erwärmens entstandene Polymerschmelze über einen Kolben in die Hohlform gepresst.
  • Nachteilig ist hierbei jedoch, dass beim Aufschmelzen des thermoplastischen Kunststoffmaterials Luftbläschen entstehen können, die in den thermoplastischen Kunststoff eingeschlossen werden können, so dass sich später in dem durch Pressen hergestellten Formkörper wieder finden, was die Qualität des so hergestellten Bauteils herabsetzt.
  • Es ist daher Aufgabe der Erfindung, einen Einsatz für eine Form eines Muffelsystems anzugeben, die das Entstehen von Luftbläschen in dem thermoplastischen Kunststoffmaterial verhindert bzw. deutlich reduziert.
  • Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Schutzanspruchs 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind jeweils Gegenstand der Unteransprüche. Diese können in technologisch sinnvoller Weise miteinander kombiniert werden. Die Beschreibung, insbesondere im Zusammenhang mit der Zeichnung, charakterisiert und spezifiziert die Erfindung zusätzlich.
  • Gemäß der Erfindung wird eine Muffelform zur Herstellung von zahnprothetischen Formkörpern geschaffen. Die Muffelform umfasst einen in einer gehärteten Einbettmasse angeordneten Hohlraum, der die Außenumrisse eines zahnprothetischen Formkörpers wenigstens teilweise wiedergibt, und einen zu einer Öffnung weisenden und mit dem Hohlraum in Verbindung stehenden Kanal, wobei der Kanal entlang einer Achse so ausgebildet ist, dass ein flüssiges thermoplastisches Kunststoffmaterial von der Öffnung durch den Kanal unter einer Drallbewegung entlang der Achse in den Hohlraum gelangt.
  • Demnach wird gemäß der Erfindung eine Muffelform geschaffen, bei der anstelle eines üblichen zylindrischen Spritzkanals ein Kanal vorgesehen ist, der für einen Drall des verflüssigten thermoplastischen Materials beim Eintreten in die Muffelform sorgt. Aufgrund dieser Vorgehensweise erfolgt eine durch Mischung und eine Kompression des verflüssigten thermoplastischen Kunststoffmaterials, so dass dieses blasenfrei aufbereitet wird. Demzufolge wird das verflüssigte thermoplastische Kunststoffmaterial durch in Drallrichtung verlaufende Flanken innerhalb des Kanals beim Einpressvorgang durchmischt. Mögliche, in dem verflüssigten thermoplastischen Material vorhandene Lufteinschlüsse werden abgedrängt und gelangen daher nicht in den Bereich des Hohlraums, in dem der zahnprothetische Formkörper mit Hilfe der Muffelform gebildet wird. Aufgrund dieser Vorgehensweise wird die Zahl der fehlerhaft produzierten zahnprothetischen Formkörper bei Verwendung der erfindungsgemäßen Muffelform deutlich reduziert bzw. nahezu vollständig verhindert. Insbesondere kleine Luftbläschen an der Oberfläche des zahnprothetischen Formkörpers lassen sich oftmals durch Nachbearbeitungen wie Überschleifen am fertigen Produkt nicht mehr beseitigen, so dass eine Neuproduktion notwendig ist. Ebenso könnte nicht vollständig durchmischtes thermoplastisches Kunststoffmaterial am fertigen zahnprothetischen Formkörper störend wirken, in dem beispielsweise Bereiche mit unterschiedlichen Verfärbungen oder unterschiedlichen Materialbeschaffenheiten geschaffen werden. Gemäß der Erfindung werden diese Probleme umgangen, so dass eine zuverlässige aber dennoch kostengünstige Produktion von zahnprothetischen Formkörpern mit der erfindungsgemäßen Muffelform möglich ist.
  • Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist der Kanal schraubenförmig ausgeführt.
  • Ein schraubenförmiger Kanal stellt auf einfache Weise eine Drallbewegung sicher, so dass die gewünschte Durchmischung bzw. das gewünschte Abdrängen von eventuell vorhandenen Luftbläschen erfolgen kann. Die gewünschte Drallbewegung kann mit einer Vielzahl von schraubenförmigen Geometrien erzeugt werden, wobei es insbesondere auch nicht notwendig ist, dass eine sich regelmäßig wiederholende schraubenförmige Struktur geschaffen werden muss.
  • Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist der Kanal als Mehrfach-Helix, insbesondere als Dreifach-Helix, ausgeführt.
  • Experimentelle Resultate haben gezeigt, dass die Ausgestaltung des Kanals als Dreifach-Helix für die gewünschte Drallbewegung sorgt, aber dennoch ohne größeren Aufwand innerhalb der Muffelform gebildet werden kann. Dabei kann die Steigung der Helix beispielsweise im Bereich zwischen 40° und 60° gewählt sein, die Ganghöhe im Bereich zwischen 20 und 40 mm liegen und für den Kanal ein Durchmesser im Bereich von 0,5 bis 2 cm gewählt werden. Je nach verwendeten Materialien sind aber auch andere Geometrien denkbar.
  • Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist der Kanal einen schlitzförmigen Querschnitt auf.
  • Durch das Bilden eine schlitzförmigen Querschnitts, der beispielsweise mit der oben beschriebenen Dreifach-Helix-Schraube gebildet sein kann, entsteht innerhalb des Kanals ein schneckenartig verlaufender Presskanal, der beim Verpressen des flüssigen thermoplastischen Kunststoffmaterials als Druckminderer für die Muffelform dient. Demnach wird aufgrund der schraubenförmig gestalteten Flanken eine große Außenfläche erzielt, die für eine schonende Krafteinleitung in die Muffelform und den darin enthaltenen Hohlraum sorgt. Im Gegensatz zu den ansonsten üblichen zylindrischen Presskanälen wird die Gefahr eines Platzens der Muffelform beim Einpressen des flüssigen thermoplastischen Kunststoffmaterials verhindert bzw. deutlich reduziert.
  • Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist der Erfindung der Kanal schlitzförmigen Querschnitt so bemessen, dass das thermoplastische Kunststoffmaterial vor dem Verflüssigen vor dem Kanal verbleibt.
  • Bei der Gestaltung des Querschnitts der schlitzförmigen Schraubenform kann dabei so vorgegangen werden, dass dieser an das Ausgangsprodukt des thermoplastischen Kunststoffmaterials angepaßt wird. Üblicherweise liegen thermoplastische Kunststoffmaterialien vor der Verarbeitung als Pellets oder in Granulatform vor, so dass die kürzere Querschnittsabmessung kleiner als die Granulat- bzw. Pelletgröße festgelegt werden kann. Dadurch wird verhindert, dass vor dem Erwärmen und Verflüssigen des thermoplastischen Kunststoffmaterials dieses bereits in den Hohlraum gelangt, wo später keine Durchmischung mehr möglich ist. In diesen Fällen beobachtet man häufig eine Überhitzung oder Verfärbung des Kunststoffmaterials, was mit unerwünschten Materialeigenschaften oder störenden optischen Eigenschaften verbunden sein kann, so dass auf diese Weise hergestellte zahnprothetische Formkörper oftmals nicht verwendet werden können. Gemäß der Erfindung wird dies jedoch verhindert.
  • Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die Einbettmasse so gewählt, dass eine Schrumpfung beim Härten derjenigen des thermoplastischen Kunststoffmaterials entspricht.
  • Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung umfasst die Einbettmasse ein Pulver und eine Flüssigkeit, die über die Parameter Abbindeexpansion oder dem Verhältnis Pulver zu Flüssigkeit, und/oder über die Korngröße steuerbar ist.
  • Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die Schrumpfung bzw. Expansion im Bereich von 1,5% bis 5%, vorzugsweise etwa 3% einstellbar.
  • In üblichen dentaltechnischen Verfahren wird die Muffelform aus einer Modelation aus verbrennbaren Modelationsmaterialien hergestellt und danach auf einen formgebenden Muffelteller positioniert. Danach wird das so gebildete Modell mit einer Einbettmasse umgossen, wobei nach dem Aushärten der Masse in einem Ofen ein Ausbrennen des Modelationsmaterials erfolgt, um den benötigten Hohlraum zum Pressen oder Spritzen zu erhalten. Hierbei ist es jedoch wichtig, dass thermoplastische Kunststoffmaterialien bei der nachfolgenden Produktion des zahnprothetischen Formkörpers ein Schrumpfverhalten von bis zu 3 % aufweisen. Um nun komplexe Strukturen aus thermoplastischem Material passgenau mit der Muffelform erzeugen zu können, wird eine bis zu 3 % größere Muffelform erzeugt, um beim Erkalten, d. h. dem Schrumpfen der thermoplastischen Kunststoffmaterialien wieder auf die gewünschte Größe von 100 % zu kommen. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die in der bisherigen dentalen Praxis verwendeten Einbettmassen nur ein Schrumpfverhalten bis zu 1,5 % kompensieren können, so dass zusätzliche Maßnahmen notwendig sind, um die Einbettmasse auf das gewünschte Schrumpfverhalten anpassen zu können. Die verwendete Einbettmasse ist ein Pulver- und Flüssigkeitsgemisch, das über die Parameter Abbindeexpansion und dem Verhältnis Pulver zu Flüssigkeit sowie über die Korngröße des Pulvers gesteuert werden kann. Dabei muss die Flüssigkeit verhindern, dass mögliche mit dem thermoplastischen Kunststoffmaterial reagierende Inhaltsstoffe frei gesetzt werden, was die Qualität des zahnprothetischen Formkörpers herabsetzen könnte.
  • Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann das thermoplastische Kunststoffmaterial PEEK, PAEK oder PEKK sein.
  • Als thermoplastische Kunststoffe kommen PEEK, PAEK oder PEKK in Frage. PEEK (abgekürzt für Polyetheretherketon), PAEK (abgekürzt für Polyaryletherketon) oder PEKK (abgekürzt für Polyetherketonketon) sind als biokompatible Werkstoffe bei der Verwendung in der Medizin im Wesentlichen physiologisch inert und folglich für den Patienten eritationsfrei. Daneben weisen die genannten thermoplastischen Kunststoffe aber auch eine hohe Belastbarkeit auf, so dass hohe Bruchstabilitäten erreicht werden können. Folglich bietet dieses Material hohe Sicherheitsreserven, was insbesondere bei der Verwendung im Seitenzahnbereich wichtig ist.
  • Des Weiteren wird ein zahnprothetischer Formkörper angegeben, der mit einer Muffelform wie oben beschrieben herstellbar ist.
  • Der zahnprothetische Formkörper kann vollständig von dem thermoplastischen Kunststoffmaterial gefertigt sein.
  • Demnach wird ein zahnprothetischer Formkörper, wie z.B. eine Krone, Brücke oder dergleichen aus thermoplastischem Kunststoffmaterial gefertigt.
  • Der zahnprothetische Formkörper kann mit einem metallischen Stift, insbesondere einem Abutment, versehen sein, der in das thermoplastische Kunststoffmaterial eingebettet ist.
  • Außerdem wird ein Modell zur Herstellung einer Muffelform wie oben beschrieben angegeben, wobei ein erstes Modellelement den zahnprothetischen Formkörper im Bereich des Hohlraums nachbildet und ein zweites Modellelement den Kanal nachbildet.
  • Bei dem Modell kann das zweite Modellelement als vorgefertigtes Teil an das erste Modellelement angesetzt werden.
  • Das erste Modellelement und/oder das zweite Modellelement können aus Wachs oder Modelliermasse gefertigt sein.
  • Schließlich wird ein Verfahren zur Herstellung eines zahnprothetischen Formkörpers mit einer Muffelform wie oben beschrieben angegeben. Bei dem Verfahren wird zuerst ein erstes Modellelement bereitgestellt, das den zahnprothetischen Formkörper nachbildet. An diesem ersten Modellelement wird ein zweites Modellelement angesetzt, das einen Kanal nachbildet. Nach Aufsetzen auf ein Teller wird eine Hülle zur seitlichen Begrenzung angebracht und es erfolgt ein Vergießen mit einer Einbettmasse. Durch Ausbrennen wird anschließend ein Hohlraum zur Bildung der Muffelform gefertigt, wobei der Kanal entlang einer Achse so ausgebildet ist, dass ein flüssiges thermoplastisches Kunststoffmaterial von einer Öffnung durch den Kanal in den Hohlraum unter einer Drehbewegung um die Achse gelangt. Nach einem Schritt des Pressens und Erhitzens ist der zahnprothetische Formkörper zur Weiterverarbeitung bereit.
  • Nachfolgend werden einige Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
  • 1 ein Wachsmodell gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfidung in einer Seitenansicht,
  • 2 ein Teil des Wachsmodells aus 1 in einer Seitenansicht,
  • 3 ein Teil des Wachsmodells aus 1 in einer Ansicht von unten,
  • 4 eine Muffelform gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung in einer Seitenansicht, und
  • 5 ein zahnprothetischer Formkörper gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung in einer Seitenansicht.
  • In den Figuren sind gleiche oder funktional gleich wirkende Bauteile mit dem gleichen Bezugszeichen versehen.
  • In 1 ist eine erste Ausführungsform eines Wachsmodells WM gezeigt, das Grundlage für die Herstellung einer erfindungsgemäßen Muffelform ist. Wie in 1 gezeigt ist, umfasst das Wachsmodell WM ein erstes Modellelement ME1, das einen zahnprothetischen Formkörper, in 1 mit FK bezeichnet, nachbildet. Ein zweites Modellelement ME2 bildet einen Kanal KA nach, wie nachfolgend noch erläutert werden wird. Die Herstellung des ersten Modellelements ME1 ist dem Fachmann auf dem Gebiet der Dentaltechnik bekannt. Um an das erste Modellelement ME1, das zweite Modellelement ME2 ansetzen zu können, wird das zweite Modellelement als vorgefertigtes Teil bereit gestellt, das nach Fertigstellung des ersten Modellelements ME1 an dieses angebracht wird. Das Wachsmodell WM wird üblicherweise aus Wachs oder auch einer anderen Modelliermasse gefertigt.
  • In 2 ist das zweite Modellelement ME2 nochmals genauer dargestellt. Entlang einer Achse AC wird das zweite Modellelement ME2 von schraubenförmigen Flanken FL umgeben, die beispielsweise, wie in 2 gezeigt ist, als Dreifach-Helix ausgeführt sein können. Typischerweise weist das zweite Modellelement ME2 einen Durchmesser im Bereich von 0,5 bis 2 cm auf, wobei die Flanken FL eine Steigung im Bereich von 40° bis 60° aufweisen können und die Ganghöhe im Bereich zwischen 10 und 40 mm liegen kann.
  • In 3 ist das zweite Modellelement ME2 nochmals in einer Ansicht von unten gezeigt, wobei hier die drei Flanken FL der Dreifach-Helix-Struktur deutlicher hervortreten. Die Flanken FL können dabei jeweils mit einer Wölbung WO versehen sein, die später nach Bilden der Muffelform eine Drallbewegung von thermoplastischen Kunststoffmaterialien im flüssigen Zustand unterstützen.
  • Zur Bildung der Muffelform wird das Wachsmodell WM mit dem zweiten Modellelement ME2 auf einen Muffelteller aufgesetzt und von einer Einbettmasse umschlossen. Diese Vorgehensweise ist im Zusammenhang mit 4 genauer erläutert. Die Muffelform MF, die beispielsweise in einem Aluminiumzylinder AZ angeordnet sein kann, ist in 4 in einem Querschnitt gezeigt. Der Querschnitt folgt dabei in Längsrichtung entlang der Achse AC, ist jedoch zu dieser Achse AC radial versetzt, wie in 3 mittels der Ebene A-A‘ angedeutet ist.
  • Durch Ausbrennen wird das Wachsmodell WM aus der ausgehärteten Einbettmasse EB entfernt, so dass ein Hohlraum HR entsteht, in dem später der zahnprothetische Formkörper gebildet wird. Aufgrund der schraubenförmigen Ausgestaltung des zweiten Modellelements ME2 überträgt sich dessen Außenfläche auf den Kanal KA, der zwischen der Öffnung OE und dem Hohlraum HR ausgebildet ist. Beim anschließenden Füllen des Hohlraums HR mit einem thermoplastischen Kunststoffmaterial, wie z. B. PEEK, PAEK oder PEKK wird dieses an den Flanken FL des Kanals KA durchmischt, so dass eventuell vorhandene Luftbläschen im thermoplastischen Kunststoffmaterial radial nach außen gedrängt werden würden. Desweiteren sind die Flanken FL so ausgestaltet, dass sie einen schlitzförmigen Querschnitt QS in dem Kanal KA bilden, der so gewählt ist, dass das in Granulat- oder Pelletform vorliegende thermoplastische Kunststoffmaterial vor dem Verflüssigen vor dem Kanal KA im Bereich der Öffnung OE bleibt und nicht in den Hohlraum HR eintreten kann.
  • Ein Beispiel für ein mit der erfindungsgemäßen Muffelform MF herstellbarer zahnprothetischer Formkörper FK ist in einer perspektivischen Seitenansicht in 5 gezeigt. Der zahnprothetische Formkörper FK ist dabei unmittelbar nach Entfernen der Einbettmasse EB dargestellt, wobei in diesem Beispiel zwei Kronen KR1 und KR2 hergestellt werden, die jeweils mit einem eigenen Kanal KA in Richtung der Öffnung OE mit dem thermoplastischen Kunststoffmaterial aufgefüllt wurden. Nach Entfernen der Einbettmasse EB entsteht somit die gezeigte Struktur, wobei in einem nachfolgenden Bearbeitungsschritt der Kanal KA an jedem der beiden Kronen KR1 und KR2 noch entfernt wird, so dass der zahnprothetische Formkörper weiter verwendet werden kann.
  • Um nun einen möglichst passgenauen zahnprothetischen Formkörper FK herzustellen, muss die in 4 gezeigte Einbettmasse EB in ihrem Schrumpfverhalten an das des thermoplastischen Kunststoffmaterials angepaßt werden. Thermoplastische Kunststoffmaterialien schrumpfen beim Erkalten üblicherweise um 3 %, so dass die mit dem Wachsmodell WM hergestellte Struktur ebenfalls vor dem Verfüllen mit dem thermoplastischen Kunststoffmaterial vergrößert werden muss. Dies geschieht gemäß der Erfindung dadurch, dass eine Einbettmasse verwendet wird, die beim Aushärten um 3 % expandiert, so dass anschließend nach dem Verfüllen mit dem thermoplastischen Kunststoffmaterial eine exakt passgenaue Darstellung möglich ist. Die Einbettmasse EB wird als Pulver-Flüssigkeitsgeschmisch bereit gestellt, wobei über das Mischungsverhältnis, die Korngröße des Pulvers und die Abbindeexpansion eine Schrumpfung der Einbettmasse EB beim Härten steuerbar ist.
  • Die vorstehend und die in den Ansprüchen angegebenen sowie die den Abbildungen entnehmbaren Merkmale sind sowohl einzeln als auch in verschiedener Kombination vorteilhaft realisierbar. Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern im Rahmen fachmännischen Könnens in mancherlei Weise abwandelbar.
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
  • Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
  • Zitierte Patentliteratur
    • DE 10136584 A1 [0003]
    • DE 102010061609 A1 [0004]
    • DE 10257208 A1 [0005]

Claims (15)

  1. Muffelform zur Herstellung von zahnprothetischen Formkörpern, die einen in einer gehärteten Einbettmasse (EB) angeordneten Hohlraum (HR), der die Außenumrisse eines zahnprothetischen Formkörpers (FK) wenigstens teilweise wiedergibt, und einen zu einer Öffnung (OE) weisenden und mit dem Hohlraum (HR) in Verbindung stehenden Kanal (KA) aufweist, wobei der Kanal (KA) entlang einer Achse (AC) so ausgebildet ist, dass ein flüssiges thermoplastisches Kunststoffmaterial von der Öffnung (OE) durch den Kanal (KA) unter einer Drallbewegung entlang der Achse (AC) in den Hohlraum gelangt.
  2. Muffelform nach Anspruch 1, bei der der Kanal (KA) schraubenförmig ausgeführt ist.
  3. Muffelform nach Anspruch 2, bei der der Kanal (KA) als Mehrfach-Helix, insbesondere als Dreifach-Helix, ausgeführt ist.
  4. Muffelform nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei der der Kanal (KA) einen schlitzförmigen Querschnitt (QS) aufweist.
  5. Muffelform nach Anspruch 4, bei der der Kanal (KA) schlitzförmigen Querschnitt (QS) so bemessen ist, dass das thermoplastische Kunststoffmaterial vor dem Verflüssigen vor dem Kanal (KA) verbleibt.
  6. Muffelform nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei der die Einbettmasse (EB) so gewählt ist, dass eine Schrumpfung beim Härten derjenigen des thermoplastischen Kunststoffmaterials entspricht.
  7. Muffelform nach Anspruch 6, bei der die Einbettmasse (EB) ein Pulver und eine Flüssigkeit umfasst, die über die Parameter Abbindeexpansion oder dem Verhältnis Pulver zu Flüssigkeit, und/oder über die Korngröße steuerbar ist.
  8. Muffelform nach Anspruch 6, bei der die Expansion im Bereich von 1,5% bis 5%, vorzugsweise etwa 3% einstellbar ist.
  9. Muffelform nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei der das thermoplastische Kunststoffmaterial PEEK, PAEK oder PEKK ist.
  10. Zahnprothetischer Formkörper, der mit einer Muffelform nach einem der Ansprüche 1 bis 9 herstellbar ist.
  11. Zahnprothetischer Formkörper nach Anspruch 10, der vollständig von dem thermoplastischen Kunststoffmaterial gefertigt ist.
  12. Zahnprothetischer Formkörper nach Anspruch 10, der mit einem metallischen Stift, insbesondere einem Abutment, versehen ist, der in das thermoplastische Kunststoffmaterial eingebettet ist.
  13. Modell zur Herstellung einer Muffelform nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei ein erstes Modellelement (ME1) den zahnprothetischen Formkörper (FK) im Bereich des Hohlraums (HR) nachbildet und ein zweites Modellelement (ME2) den Kanal (KA) nachbildet.
  14. Modell nach Anspruch 13, bei dem das zweite Modellelement (ME2) als vorgefertigtes Teil an das erste Modellelement (ME1) angesetzt wird.
  15. Modell nach Anspruch 13 oder 14, bei dem das erste Modellelement (ME1) und/oder das zweite Modellelement (ME2) aus Wachs oder Modelliermasse gefertigt sind.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE10136584A1 (de) 2001-07-28 2003-02-13 Zubler Geraetebau Verfahren zur Herstellung von Preßkeramik in der Zahntechnik; Keramikpreßofen, Muffel und Muffellehre hierfür
DE10257208A1 (de) 2002-12-06 2004-07-08 Ivoclar Vivadent Ag Muffelsystem
DE102010061609A1 (de) 2010-12-29 2012-07-05 Bredent Gmbh & Co. Kg Verfahren zur Herstellung von zahnprothetischen Formkörpern und Muffelsystem dafür

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