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Gebiet der Erfindung
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Die
Erfindung betrifft ein Instrument für die Chirurgie nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Stand der Technik
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Aus
dem Stand der Technik sind Zangen für die Chirurgie bekannt,
mit denen sich je nach Ausführung der Zangen unterschiedliche
Tätigkeiten durchführen lassen. So sind Schiebeschaftinstrumente
bekannt, welche im Bereich der Chirurgie Anwendung finden. Dabei
haben diese Instrumente an ihrer Spitze ein aktives Funktionselement,
beispielsweise eine Art Beißzange, mit welcher sich Gewebe
entnehmen lässt. In diesem Fall wird von einer Biopsiezange
gesprochen.
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In
der Praxis hat es sich bei solchen Zangen als problematisch erwiesen,
dass sich zwischen dem Schaft und dem Schiebeteil Verunreinigungen
absetzen können, welche unter Umständen bei einer
Sterilisation nicht ausreichend sterilisiert oder entfernt werden.
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Zur
Lösung dieses Problems schlägt die deutsche Gebrauchsmusterschrift
DE 20 2008 001 675
U1 vor, das Schiebeteil zumindest teilweise lösbar
an dem Schaft anzuordnen, sodass für einen Sterilisationsprozess
das Schiebeteil von dem Schaft entfernt werden kann. Auf diese Weise
ist es möglich, den Zwischenraum sachgemäß zu
sterilisieren.
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Die
oben genannte Lösung ist allerdings aufwendig und bereitet
insbesondere neue Probleme bei der Sterilisation, da die oben genannte
Gebrauchsmusterschrift vorschlägt, einen federbelasteten
Schieber zur Betätigung einer Verriegelung zu verwenden.
Insbesondere die Feder bereitet Probleme bei der Sterilisation,
da sie kleine Zwischenräume bietet. Im Übrigen
ist bei der oben genannten Lösung das Schiebeteil lediglich
in einer Stellung des Schiebeteils relativ zum Schaft von dem Schaft
lösbar, sodass die Handhabung kompliziert ist.
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Offenbarung der Erfindung
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Aufgabe
der Erfindung ist es, die aus dem Stand der Technik bekannten Schiebeschaftinstrumente
zu verbessern, insbesondere ist es Aufgabe der Erfindung, ein gattungsgemäßes
chirurgisches Instrument dahingehend zu verbessern, dass die Handhabung
vereinfacht wird, die Sterilisierbarkeit verbessert wird und die
mechanische Ausgestaltung vereinfacht wird.
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Die
Aufgabe wird mit einem chirurgischen Instrument nach dem Anspruch
1 gelöst.
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Das
erfindungsgemäße chirurgische Element ist vorzugsweise
ein Schiebeschaftinstrument, das verschiedene Funktionselemente
aufweisen kann. Das Funktionselement ist das mit dem Schiebeschaftinstrument
betätigte Element, wobei besonders bevorzugt Zangen- oder
Schneid-Elemente als Funktionselemente verwendet werden.
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Das
erfindungsgemäße Instrument weist eine lösbare
Verbindung zwischen dem Schaft und dem Schiebeteil auf, wobei die
lösbare Verbindung eine hinterschnittene Nut und ein in
die Nut eingreifendes Verriegelungselement umfasst. Die Nut bietet den
Vorteil, dass auf diese Weise eine zuverlässige Verbindung
zwischen dem Schiebeteil und Schaft hergestellt wird, die außerdem
verschiebbar ausgeführt ist. Das Verriegelungselement ist
vorzugsweise L-förmig oder T-förmig. Vorteilhafterweise
ist das Verriegelungselement an dem Schiebeteil vorzugsweise drehbar
befestigt und die Nutin dem Schaft angeordnet. Dies bietet den Vorteil
einer einfachen Bedienbarkeit des Verriegelungselements von oberhalb
des Instruments.
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Besonders
bevorzugt werden im Rahmen der Erfindung T-förmige Nut-
oder T-förmige Verriegelungselemente. Auf diese Weise wird
eine besonders sichere Verbindung zwischen Schiebeteil und Schaft
geschaffen.
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Vorzugsweise
ist das Verriegelungselement drehbar in dem Schaft gelagert, sodass
die Verbindung durch Drehen verriegelbar oder lösbar ist.
Bei weiteren typischen Ausführungsformen ist das Verriegelungselement
drehbar in dem Schaft gelagert. Hintergrund ist, dass das Verriegelungselement
sowohl in dem Schiebeteil als auch im Schaft angeordnet werden kann
und jeweils im anderen Element eine Nut angeordnet ist, in welche
das Verriegelungselement eingreift. Eine drehbare Lagerung bietet
den Vorteil, dass sie besonders einfach herzustellen ist.
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Vorteilhafterweise
ist das Verriegelungselement mit einem Betätigungshebel
verbunden, der eine Rastposition aufweist. Die Rastposition kann beispielsweise
eine ballige Erhebung und eine entsprechende Ausnehmung umfassen.
Auf diese Weise wird der Betätigungshebel und damit das
Verriegelungselement vor einer Drehung und unbeabsichtigten Lösung
der Verbindung bewahrt.
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Bei
vorteilhaften Ausführungsformen der Erfindung ist der Schaft
mit einem ersten Griffteil verbunden. Besonders bevorzugt wird,
wenn der Schaft mit dem ersten Griffteil einstückig ausgeführt
ist. Dies bietet den Vorteil, dass das Instrument besonders stabil
ist.
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Vorzugsweise
ist an dem Schaft ein zweites Griffteil gelenkig angeordnet. Das
zweite Griffteil bietet den Vorteil, dass dadurch eine Betätigung
des Schiebeteils und damit des Funktionselements des Instruments
möglich ist.
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Vorzugsweise
weist das zweite Griffteil einen Nocken auf, welcher dazu vorgesehen
ist, mit dem Schiebeteil zusammenzuwirken. Vorteilhafterweise umfasst
das Schiebeteil eine Ausnehmung, welche mit dem Nocken zusammenwirkt.
Das Zusammenwirken findet vorteilhafterweise statt, wenn das Schiebeteil
an dem Schaft anliegt, d. h. wenn die lösbare Verbindung
mit der hinterschnittenen Nut und dem Verriegelungselement geschlossen
ist. Der Nocken oder die Ausnehmung bieten den Vorteil, dass sie
besonders einfach herzustellen sind und außerdem einfach
sterilisierbar sind.
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Vorzugsweise
sind der Schaft und das Schiebeteil mittels eines Funktionselements
verbunden. Das Funktionselement ist vorzugsweise jeweils an dem
Schiebeteil und an dem Schaft gelenkig angelenkt. Auf diese Weise
wird über das Funktionselement die doppelt gelenkige Verbindung
zwischen Schiebeteil und Schaft hergestellt, wobei die doppelt gelenkige
Verbindung auf Grund der Kinematik auch ein Verschieben des Schiebeteils
relativ zum Schaft. zulässt. Das Funktionselement wird
auf diese Weise durch den Schaft betätigt, falls dieser
beispielsweise mit dem zweiten Griffteil relativ zu dem Schaft und relativ
zu dem ersten Griffteil bewegt wird. Dieser bevorzugte Aufbau ist
besonders einfach und zuverlässig und außerdem
stabil.
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Vorzugsweise
umfasst das Instrument ein Funktionselement, das durch eine Verschiebung
des Schiebeteils betätigbar ist. Das Funktionselement ist vorzugsweise
eine Schneide einer Schere, ein Greifteil eines Greifers oder ein
Maulteil einer Biopsiezange.
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Vorteilhafterweise
ist die gelenkige Verbindung zwischen dem Schiebeteil und dem Schaft
unlösbar ausgeführt. Dabei bedeutet unlösbar,
dass die Verbindung im normalen Betrieb, d. h. insbesondere zur
Sterilisation nicht gelöst wird oder nicht ohne weiteres
gelöst werden kann. Dies bietet den Vorteil, dass das Instrument
auch bei einer Sterilisation nicht getrennt wird.
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Weitere
Vorteile der Erfindung werden im Folgenden im Zusammenhang mit bevorzugten
Ausführungsformen erläutert.
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Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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1 zeigt
eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen
chirurgischen Instruments;
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2 zeigt
eine teilweise geschnittene Ansicht des erfindungsgemäßen
chirurgischen Instruments der 1;
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3 zeigt
das erfindungsgemäße chirurgische Instrument der 1 und 2 in
einer schematischen Draufsicht von oben; und
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4 zeigt
eine Einzelheit der 2 in einer vergrößerten
schematischen Schnittansicht; und
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5 zeigt
die in der 4 dargestellte Einzelheit bei
geöffnetem Instrument in einer vergrößerten
schematischen Schnittansicht.
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Beschreibung eines bevorzugten
Ausführungsbeispiels
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1 zeigt
in einer perspektivischen, schematischen Ansicht eine erfindungsgemäße
Ausführungsform eines Instruments für die Chirurgie,
nämlich ein Schiebeschaftinstrument 1. Das Schiebeschaftinstrument 1 weist
einen Schaft 2 auf, auf dem ein Schiebeteil 3 angeordnet
ist. Der Schaft 2 ist einstückig mit einem ersten
Griffteil 4 ausgeführt. Ein zweites Griffteil 5 ist
gelenkig an dem Schaft 2 angeordnet und dient dazu, das
Schiebeteil 3 zu betätigen, um durch Betätigung
des Schiebeteils 3 ein Maulteil 6 zu bewegen.
Das Maulteil 6 kann zur Biopsie verwendet werden, indem
es gegen ein unteres Maulteil 7 bewegt wird, um Gewebe
zu entnehmen.
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Weiterhin
ist in der 1 ein Hebel 8 dargestellt,
welcher Teil einer Verriegelungsmechanik ist, welche im Zusammenhang
mit den nachfolgenden Figuren, welche für gleiche oder ähnliche
Teile gleiche Bezugszeichen verwenden, erläutert wird.
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In
der 2 ist das Schiebeschaftinstrument 1 der 1 noch
einmal in einer teilweise geschnittenen schematischen Ansicht dargestellt.
Insbesondere ist in 2 zu erkennen, dass das zweite
Griffteil 5 mit dem Schiebeteil 3 über
einen Nocken 10 zusammenwirkt, welcher in eine Ausnehmung
des Schiebeteils 3 eingreift.
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Es
sollte angemerkt werden, dass Teile, welche bereits im Zusammenhang
mit der 1 erläutert wurden,
nicht noch einmal umfangreich im Zusammenhang mit der 2 erläutert
werden. Die 2 umfasst eine Einzelheit ”X”,
welche im Zusammenhang mit den 4 und 5 noch
näher erläutert wird.
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In
der 2 ist dargestellt, wie der Hebel 8 mit
einem Verriegelungselement 11 verbunden ist, das in eine
T-förmige Nut 12 in dem Schaft 2 eingreift. Bei
der in der 2 gezeigten Stellung des Hebels 8 in
Längsrichtung des Schiebeschaftinstrumentes 1 ist
das Verriegelungselement 11, welches ebenfalls T-förmig
ist, in der T-förmigen Nut derart aufgenommen, dass das
Schiebeteil 3 nicht von dem Schaft 2 angehoben
werden kann. Bei Öffnen des Verriegelungselements 11 durch
Drehen des Hebels 8 wird die Verriegelung freigegeben und
das Schiebeteil 3 lässt sich um ein erstes gelenkiges
Lager 13 nach oben schwenken. Das erste gelenkige Lager 13 verbindet
das Maulteil 6 mit dem Schiebeteil 3. Weiterhin ist
das Maulteil 6 über ein zweites gelenkiges Lager 14 mit
dem Schaft 2 verbunden. Auf diese Weise wird eine Kinematik
geschaffen, welche es erlaubt, durch Verschieben des Schiebeteils 3 das
Maulteil 6 zu bewegen.
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In
der 3 ist das erfindungsgemäße Schiebeschaftinstrument 1 noch
einmal in einer Draufsicht dargestellt. In der Draufsicht der 3 ist zu
erkennen, dass der Hebel 8 in Längsrichtung des Schiebeschaftinstruments 1 ausgerichtet
ist, in welcher Position das Verriegelungselement verriegelt ist. Weiterhin
ist in dieser Position der Hebel 8 mit einer kugelförmigen
oder balligen Ausformung, welche in eine Ausnehmung des Schiebeteils 3 eingreift,
in seiner Position derart verrastet, dass ein versehentliches Öffnen
des Hebels 8 vermieden wird.
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Die 4 zeigt
die Einzelheit ”X” der 2 noch einmal
in einer vergrößerten Ansicht. Das Verriegelungselement 11 ist
in seiner Verriegelungsposition, in welcher es in die T-förmige
Nut 12 eingreift. Klar zu erkennen ist, dass die Verriegelung
mit dem Verriegelungselement 11 der T-förmigen
Nut 12 ein Verschieben des Schiebeteils 3 in Längsrichtung
des Schiebeschaftinstruments 1 zulässt. Auf diese
Weise ist ein ordnungsgemäßer Betrieb des Schiebeschaftinstruments 1 bei
geschlossener Verriegelung sichergestellt.
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In
der 5 ist die Einzelheit ”X” in
geöffneter Position gezeigt. In der 5 ist die
T-Form des Verriegelungselements 11 zu erkennen, welche
bei geschlossener Verriegelung in eine entsprechende T-Form der
Nut 12 eingreift. Durch Drehen des Hebels 8 um
90° wurde das Verriegelungselement 11 derart gedreht,
dass die beiden Enden 15 des T-förmigen Verriegelungselements
nicht mehr in die entsprechenden Hinterschneidungen der Nut 12 eingreifen.
Auf diese Weise kann das Schiebeteil 3 nach oben verschwenkt
werden, um ein Sterilisieren des Schiebeschaftinstruments 1 zu
ermöglichen.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 202008001675
U1 [0004]