DE19925204A1 - Entsperrbares Lasthalteventil - Google Patents

Entsperrbares Lasthalteventil

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Abstract

Offenbart ist ein Lasthalteventil mit einem zulaufseitigen und einem rücklaufseitigen Sperrventil, wobei das rücklaufseitige Sperrventil derart ausgebildet ist, daß es bei einem niedrigeren Druck öffnet als das Zulauf-Sperrventil. Dadurch wird ermöglicht, daß der Rücklauf vom Verbraucher bereits bei geringen Zulaufdrücken ermöglicht ist, so daß Druckschwankung im Zulauf nicht zu Unstetigkeiten in der Ansteuerung des Verbrauchers führen.

Description

Die Erfindung betrifft ein entsperrbares Lasthalteven­ til gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Derartige entsperrbare Lasthalteventile, auch Sperrven­ tile genannt, werden beispielsweise Hydrozylindern vorge­ schaltet, um eine Last durch Einschliessen von Druckmittel zwischen dem Hydrozylinder und dem Lasthalteventil abzu­ stützen und um den Kolben des Hydrozylinders zum Absenken oder Anheben der Last aus- bzw. einzufahren.
In der Druckschrift "Der Hydrauliktrainer", Band 5, Fluidtechnik von A bis Z; H. Ebertshäuser, S. Helduser; Vereinigte Fachverlage, Mainz; 1995; Seite 118 ist ein gat­ tungsgemäßes Lasthalte- oder Sperrventil beschrieben, das schematisch in Fig. 1 dargestellt ist.
Das bekannte Lasthalteventil 1 hat ein Gehäuse 2, in dem ein Zulaufanschluß P, ein Rücklaufanschluß T sowie zwei mit einem Stützzylinder 4 verbundene Arbeitsanschlüsse A, B ausgebildet sind. Über den Stützzylinder 4 wird eine Last F abgestützt, die durch Druckmittelzufuhr über den Arbeitsan­ schluß A angehoben werden kann. Das aus dem Ringraum ver­ drängte Druckmittel wird über den Arbeitsanschluß B und den Rücklaufanschluß T zum Tank zurückgeführt. Das Absenken er­ folgt in umgekehrter Weise.
Zum Abstützen der Last wird das Druckmittel nahezu leckagefrei zwischen dem Lasthalteventil 1 und dem Hydrozy­ linder 4 eingespannt. Hierzu hat das Lasthalteventil 1 zwei Ventilkörper 6, 8, die in einer Ventilbohrung 10 aufgenom­ men sind. Die vorgenannten Anschlüsse T, P, A und B münden in der Ventilbohrung 10. Die beiden Ventilkörper 6, 8 wer­ den über Druckfedern 16 gegen einen Ventilsitz 12 bzw. 14 vorgespannt, so daß in der dargestellten Grundposition die Verbindung vom Zulaufanschluß P zu den Arbeitsanschlüssen A, B abgesperrt ist.
Zwischen den beiden Ventilsitzen 14, 12 ist in der Ven­ tilbohrung 10 ein Aufstoßkolben 18 geführt, über dessen Stössel 22, 24 Kolben 26, 28 von ihrem jeweiligen Vorsteu­ ersitz 30, 32 abhebbar sind. Wie aus Fig. 1 hervorgeht, sind die Vorsteuersitze 30, 32 jeweils in einem der Ventil­ körper 6, 8 ausgebildet. Die Druckfeder 16 drückt den Kol­ ben 26, 28 gegen den zugeordneten Ventilsitz 30 bzw. 32, so daß entsprechend auch der Ventilkörper 6 bzw. 8 gegen sei­ nen Ventilsitz 12 bzw. 14 vorgespannt ist.
Im Mantel jedes Ventilskörpers 6, 8 ist eine Radialboh­ rung 34 ausgebildet, über die das Druckmittel bei geöffne­ ter Vorsteueröffnung (Kolben 26, 28; Ventilsitz 30, 32) vom zugeordneten Verbraucheranschluß A, B in die Ventilbohrung 10 einströmen kann. Desweiteren ist die Rückseite des Ven­ tilkörpers 6, 8 über die Radialbohrung 34 stets mit dem am zugordneten Arbeitsanschluß A, B herrschenden Druck in Schließrichtung beaufschlagt.
Bei einer Druckmittelzufuhr über den Zulaufanschluß P (durchgezogene Pfeile in Fig. 1) kann der Ventilkörper 6 gegen die Kraft der Druckfeder 16 von seinem Ventilsitz 12 abgehoben werden, so daß das Druckmittel vom Zulaufanschluß P zum Arbeitsanschluß A und von dort in den Zylinderraum des Hydrozylinders 4 strömen kann. Dabei liegt der Vorsteu­ erkegel 28 auf dem Ventilsitz 32 auf, so daß die Vorsteuer­ öffnung verschlossen ist.
Gleichzeitig wird der Aufstoßkolben 18 in der Darstel­ lung nach Fig. 1 nach links bewegt, so daß der Stössel 22 zunächst den Kolben 26 von seinen Ventilsitz 30 hebt.
Bei aufgesteuerter Vorsteueröffnung wird die Rückseite des Ventilkörpers 8 entlastet, da das Druckmittel aus dem Federraum über die Vorsteueröffnung in die Ventilbohrung 10 abströmen kann. Der druckentlastete Ventilkörper 8 wird dann über den Aufstoßkolben 18 von seinem Ventilsitz 14 ab­ gehoben, so daß das Druckmittel vom Ringraum des Hydrozy­ linders 4 über den Arbeitsanschluß B zum Tank T hin abströ­ men kann - der Kolben des Hydrozylinders 4 fährt aus, so daß die Kraft F angehoben wird.
Bei dieser Konstruktion kann es unter bestimmten Be­ triebsbedingungen zu einem sogenannten "Rattern" kommen, das beispielsweise zu einem ruckartigem, unstetigen Absen­ ken der Last F führt. D. h., Schwankungen im Zulaufdruck führen zu einem schlagartigen Öffnen und Schliessen des der Rücklaufleitung zugeordneten Sperrventiles, wobei der Ven­ tilkörper entsprechend der Zulaufdruckschwankung vom zuge­ ordneten Ventilsitz abhebt bzw. auf diesen aufsetzt. Dieses ruckartige Auf- und Zusteuern des Rücklaufs kann zu Insta­ bilitäten in der Ansteuerung des Hydrozylinders 4 führen und stellt darüber hinaus eine erhebliche Lärmbelästigung dar.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Lasthalteventil zu schaffen, bei dem die Ratterneigung mit minimalem vorrichtungstechnischen Aufwand verringert ist.
Diese Aufgabe wird durch ein Lasthalteventil mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
Erfindungsgemäß wird das Lasthalteventil derart ausge­ führt, daß der Rücklauf bei einem geringerem Druck aufge­ steuert wird und in der aufgesteuerten Position gehalten wird als der Zulauf. Dadurch ist gewährleistet, daß der Rücklauf über einen weiten Druckbereich offen gehalten wird, so daß die eingangs beschriebene Ratterneigung prak­ tisch beseitigt ist.
Im Gegensatz zu der eingangs beschriebenen bekannten Konstruktion, bei der das vom Verbraucher zurücklaufende Druckmittel durch den vom Ventilkörper des Sperrventils be­ stimmten Querschnitt abströmt, wird bei der erfindungsgemä­ ßen Konstruktion der Abströmquerschnitt nicht vom Ventil­ körper des Sperrventils sondern von dem im Ventilkörper an­ geordneten Kolben bestimmt. Das gesamte zurückströmende Druckmittel durchströmt den vom Kolben freigegebenen Quer­ schnitt, während der Ventilkörper durch den Lastdruck des Verbrauchers in seine Schließposition vorgespannt ist. Dem­ zufolge werden erfindungsgemäß im Rücklauf sowohl der Auf­ steuervorgang als auch der Zusteuervorgang durch die auf den Vorsteuerkegel wirkenden Kräfte bestimmt.
Der Aufbau des erfindungsgemäßen Lasthaltventils ist besonders einfach, wenn der Ventilsitz für den Kolben in dem als Hohlkolben ausgeführten Ventilkörper ausgebildet ist, wobei der Ventilkörper bei aufgesteuertem Rücklauf­ querschnitt, d. h. bei abgehobenem Kolben hydraulisch gegen einen Sperrventilsitz vorgespannt ist und somit in seiner Schließstellung bleibt.
Diese Druckbeaufschlagung des Ventilkörpers erfolgt vorzugsweise dadurch, daß an der Rückseite des Ventilkör­ pers der Druck am zugeordneten Arbeitsanschluß anliegt.
Die zur Druckbeaufschlagung des Ventilkörpers erforder­ liche Druckdifferenz läßt sich über eine Drosselstelle ein­ stellen, die in Rücklaufrichtung gesehen stromaufwärts des Sperrventilsitzes ausgebildet ist, so daß an der Ventilkör­ perrückseite der Druck stromaufwärts der Drosselstelle an­ liegt. Diese Drosselstelle wird vorzugsweise als Radialboh­ rung im Mantel des Ventilkörpers ausgebildet.
Der vorrichtungstechnische Aufwand läßt sich weiter verringern, indem der den Rücklaufquerschnitt aufsteuernde Kolben über eine Druckfeder gegen den Sitz im Ventilkörper vorgespannt ist, so daß die Druckfeder auch letzteren mit­ telbar gegen seinen Ventilsitz vorspannt.
Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel wird der Kol­ ben in einer Sacklochbohrung eines Gehäuseteils geführt, wobei der Ventilkörper mit seinem Ringmantel auf dem Außen­ umfang des aus der Führung hervorstehenden Teils des Kol­ bens verschiebbar gelagert ist.
Das Verhältnis der Drücke, bei denen der Zulauf und der Rücklauf des Lasthalteventils aufgesteuert werden, beträgt zwischen 3 : 1 und 7 : 1. Dieses Übersetzungsverhältnis wird durch entsprechende Wahl der druckbeaufschlagten Stirnflä­ chen des Kolbens und des Ventilkörpers eingestellt.
Das durch die Stirnfläche des Aufstoßkolbens und des Kolbens zur Aufsteuerung des Rücklaufs definierte Flächen­ verhältnis liegt erfindungsgemäß im Bereich zwischen 8 : 1 und 14 : 1, d. h., die druckbeaufschlagte Stirnfläche des Auf­ stoßkolbens ist wesentlich größer als die druckbeaufschlag­ te Stirnfläche des Kolbens ausgeführt.
Da erfindungsgemäß der Aufstoßkolben lediglich auf den kleineren, im Ventilkörper geführten Kolben wirkt, kann der entsprechende Stössel des Aufstoßkolbens mit einem geringe­ ren Durchmesser ausgeführt werden, so daß die Masse des Aufstoßkolbens abgesenkt und somit das Ansprechverhalten verbessert werden kann.
Bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel erfolgt die An­ steuerung des Lasthalteventils über ein vorgeschaltetes We­ geventil.
Bei besonderen Einsatzbedingungen des erfindungsgemäßen Lasthalteventils, beispielsweise bei Anwendungen mit Stütz­ zylindern, bei denen der Verbraucher (Hydrozylinder) im we­ sentlichen in einer Richtung beaufschlagbar ist und die Ratterneigung bei negativer Last auftritt, ist es ausrei­ chend, wenn lediglich der rücklaufseitige Teil des Lasthal­ teventils mit dem kleineren Kolben ausgeführt ist, während der andere, zulaufseitige Teil mit einem einfachen, ge­ schlossenen Ventilkegel ausgeführt ist. D. h., bei diesem Ventilkegel sind die Querschnitte für die Zulauf- und Rück­ lauffunktion gleich ausgebildet.
Sonstige vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der weiteren Unteransprüche.
Im folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand schematischer Zeichnungen näher erläu­ tert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines aus dem Stand der Technik bekannten Lasthalteventils;
Fig. 2 einen Schnitt durch ein erfindungsgemäßes Last­ halteventil und
Fig. 3 eine Detaildarstellung des Lasthalteventils aus Fig. 2.
Fig. 2 zeigt einen Längsschnitt durch ein elektroma­ gnetisch betätigtes Lasthalteventil 1. Der Einfachheit hal­ ber werden im folgenden für einander entsprechende Bauele­ mente die gleichen Bezugszeichen verwendet, wie sie bei der Beschreibung des Standes der Technik gemäß Fig. 1 gewählt wurden.
Das dargestellte Ausführungsbeispiel des Lasthalteven­ tils 1 hat ein plattenförmiges Gehäuse 2, in dem ein als Proportional- oder Schaltventil ausführbares Wegeventil 34 aufgenommen ist. Dieses wird über zwei Elektromagnete 36, 38 angesteuert, so daß wahlweise ein Zulaufanschluß P mit Anschlüssen einer entsperrbaren Sperrventilanordnung 40 verbindbar ist, über die Anschlüsse P und T (Zulaufanschluß, Rücklaufanschluß) mit Verbraucheranschlüs­ sen A und B verbindbar sind.
Das Wegeventil 34 ist als Schiebeventil ausgeführt und hat einen Ventilschieber 42, der in einer Axialbohrung 44 des Gehäuses 2 axial verschiebbar geführt ist.
Die Sperrventilanordnung 40 hat ein Rücklauf-Sperrven­ til 46 und ein Zulauf-Sperrventil 48, die in einer Ventil­ bohrung 10 des Gehäuses 2 aufgenommen sind und über einen Aufstoßkolben 18 in ihre Öffnungsstellung bringbar sind. Der Aufstoßkolben 8 wird je nach Ansteuerung des Wegeven­ tils 34 in der Darstellung gemäß Fig. 2 nach links oder nach rechts bewegt. Die Ansteuerung des Wegeventils 34 er­ folgt über Elektromagneten 36, 38, deren Stössel 50 auf die Stirnseiten des Ventilschiebers 42 wirken. Dieser ist des­ weiteren über zwei Federn 52, 54 in seiner Neutralposition zentriert.
Weitere Einzelheiten der Bauelemente des Lasthalteven­ til 1 werden im folgenden anhand der Fig. 3 erläutert.
Der Ventilschieber 42 hat drei axial beabstandete Ring­ bünde 56, 58, 60, über die Steuerkanten 62, 64, 66, 68 ge­ bildet werden.
In der Axialbohrung 44 münden gemäß den Fig. 2 und 3 Ringräume 70, 72, 74, 76, 78, 80 und 82, wobei die Ring­ räume 70, 72 und 82 mit dem Rücklaufanschluß T verbunden sind, während im Ringraum 76 der Zulaufanschluß P mündet.
Die beiden Ringräume 74, 80 sind über Verbindungskanäle 84 bzw. 86 mit der Ventilbohrung 10 der Sperrventilanord­ nung 40 verbunden.
In der dargestellten Grundposition sperren die Steuer­ kanten 68 und 72 den Zugang zu den benachbarten Ringräumen 82 bzw. 72 gerade nicht ab, so daß die Verbindungskanäle 84, 86 mit dem Rücklaufanschluß T verbunden sind. Die Steu­ erkanten 64, 66 sperren die Verbindung zwischen dem Zu­ laufanschluß P und den benachbarten Ringräumen 74, 80 ab.
Bei Erregung eines der Elektromagneten, beispielsweise des Elektromagnets 38 wird der Ventilschieber 42 aus der gezeigten Neutralposition nach links bewegt, so daß die Steuerkante 68 die Verbindung vom Rücklaufanschluß T zum Ringraum 80 zusteuert. Bei der weiteren Axialverschiebung des Wegeventilschiebers 42 steuert die Steuerkante 66 die Verbindung zwischen dem Ringraum 76 und dem Ringraum 80 auf, so daß Druckmittel vom Zulaufanschluß P in den Ring­ raum 80 und von dort über den Verbindungskanal 86 zum Zu­ lauf-Sperrventil 48 strömen kann.
Gleichzeitig wird über die Steuerkante 62 die Verbin­ dung des Ringkanals 74 mit dem Ringkanal 72 aufgesteuert, so daß Druckmittel vom Rücklauf-Sperrventil 46 durch den Verbindungskanal 84 zum Rücklaufanschluß T strömen kann. Durch die beiden Ringräume 70, 82 ist sichergestellt, daß an den Stirnflächen des Ventilschiebers 42 stets der rück­ laufseitige Druck, d. h. in den meisten Fällen der Tankdruck anliegt.
Das dem Verbraucheranschluß A zugeordnete Rücklauf- Sperrventil 46 hat ein patronenförmiges Ventilgehäuse mit einer Sitzbuchse 88 und einer Patrone 90, über die der in Fig. 3 linke Endabschnitt der Ventilbohrung 10 axial ver­ schlossen wird.
In der ins Gehäuse 2 eingeschraubten Sitzbuchse 88 ist ein Ventilsitz 98 ausgebildet, gegen den ein Ventilkörper 94 vorgespannt ist. Dieser ist als Hohlkolben ausgeführt und mit seiner Innenumfangswandung auf einem Kolben 96 ge­ führt, dessen in Fig. 3 rechter Endabschnitt in den Ven­ tilkörper 94 eintaucht.
Der ventilkörperseitige Abschnitt des Kolbens 96 ist über eine Druckfeder 100 gegen einen an der Innenumfangs­ wandung des Ventilkörpers 94 ausgebildeten Sitz 98 vorge­ spannt. Diese Druckfeder 100 ist an der Stirnfläche einer Axialsacklochbohrung 102 der Patrone 90 abgestützt.
Der Kolben 96 hat eine abgestufte Axialbohrung 104, die über Radialbohrungen 106 in einem Bereich stromaufwärts (in Rücklaufrichtung gesehen) des Sitzes 98 münden. Der Ver­ braucheranschluß A ist mit einem Ringraum 110 der Ventil­ bohrung 10 verbunden, so daß die Rückseite, d. h. die linke Ringstirnfläche des Ventilkörpers 94 mit dem Druck am Ver­ braucheranschluß A beaufschlagbar ist. Die vordere, ventil­ sitzseitige Stirnfläche des Ventilkörpers 94 ist über den Verbindungskanal 84 mit dem Druck im Ringraum 74 beauf­ schlagt, so daß dort wahlweise der Druck am Anschluß T oder der Zulaufdruck am Anschluß P herrscht.
Der Aufstoßkolben 18 hat ähnlich wie beim vorbeschrie­ benen Stand der Technik zwei Betätigungsstössel 22, 24, wo­ bei der in Fig. 3 links angeordnete Stössel 22 mit einem derartigen Durchmesser ausgebildet ist, daß er kollisions­ frei in den benachbarten Ventilsitzbereich des Ventilkör­ pers 94 eintauchen kann um den Kolben 96 vom Sitz 98 abzu­ heben. D. h., der Aufstoßkolben 18 gelangt während seiner Axialbewegung nicht in Kontakt mit dem Ventilkörper 94.
Der andere, in Fig. 3 rechts angeordnete grössere Auf­ stoß-Stössel 24 des Aufstoßkolbens 18 wirkt auf einen Kegel 112 des Zulauf-Sperrventils 48, der über eine Schließfeder gegen einen Kegelsitz 116 eines zweiteiligen Ventilgehäuses 118 vorgespannt ist. Der Durchmesser des Kegelsitzes 116 entspricht dem Durchmesser des Ventilsitzes 92 des als Hohlkolben ausgeführten Ventilkörpers 94.
Die Rückseite des Kegels 112 ist mit dem Druck am Ar­ beitsanschluß B beaufschlagt, so daß dieser durch die Kraft der Schließfeder 114 und dem Druck am Arbeitsanschluß B ge­ gen den Kegelsitz 116 vorgespannt ist. Im übrigen ent­ spricht das in Figur rechts dargestellte Zulauf-Sperrventil 58 bekannten Lösungen, so daß der Einfachheit halber auf den vorhandenen Stand der Technik, beispielsweise auf die Beschreibung in der eingangs genannten Druckschrift verwie­ sen wird.
Erfindungsgemäß werden die Bauelemente so aufeinander abgestimmt, daß sich zwischen dem hydraulisch wirksamen Durchmesser des Aufstoßkolbens 18 und dem wirksamen Durch­ messer des Kolbens 96 (bzw. Kegels 112) ein Flächenverhält­ nis im Bereich zwischen 4 : 1 und 5 : 1 ergibt. D. h., der Auf­ stoßkolben 18 wird mit vergleichsweise großer Kraft gegen den Kolben 96 gedrückt, der mit der vergleichsweise gerin­ gem wirksamen Querschnitt ausgeführt ist, so daß der Kolben 96 bereits bei geringen Zulaufdrücken von seinem Sitz 98 abhebbar ist. Bei diesem Zulaufdruck befindet sich der Ke­ gel 112 noch in seiner Schließstellung.
Zum besseren Verständnis sei im folgenden die Funktion des erfindungsgemäßen Lasthalteventils erläutert.
In der Neutralstellung des Ventilschiebers 42 sind die beiden Stirnflächen des Aufstoßkolbens 18 hydraulisch mit dem Ablaufanschluß T verbunden und somit druckentlastet. Bei der eingangs beschriebenen Verschiebung des Ventil­ schiebers 42 wird Druckmittel über den Zulaufanschluß P und dem Verbindungskanal 86 in Richtung zum Zulauf-Sperrventil 48 geführt, so daß dieser Druck auf die benachbarte Stirn­ fläche des Kegels 112 wirkt. Bei einem vorbestimmten Druck hebt der Kegel 112 gegen die Kraft der Schließfeder 114 und den auf die Rückseite wirkenden Druck vom Kegelsitz 116 ab, so daß das Druckmittel vom Zulaufanschluß P über den Ar­ beitsanschluß B zum Verbraucher geführt wird. Gleichzeitig wird der Aufstoßkolben 18 durch den im Verbindungskanal 86 herrschenden Druck in der Darstellung gemäß Fig. 3 nach links bewegt, so daß der Stössel 22 in den Ventilkörper 94 eintaucht und in Anlage an die benachbarten Stirnfläche des Kolbens 96 gelangt. Der Ventilkörper 94 wird durch den Druck A gegen den Ventilsitz 92 vorgespannt.
Aufgrund des erfindungsgemäßen Flächenverhältnisses zwischen dem Kolben 96 und dem Ventilkörper 94/Kegel 112 wird der Kolben 96 bereits vor dem Öffnen des Zulauf-Sperr­ ventils 48 von seinem Sitz 98 abgehoben, so daß Druckmittel vom Verbraucheranschluß A, durch den Ringkanal 110, den Manteldurchbruch 108 und durch den aufgesteuerten Ringraum zwischen der Innenumfangsfläche des Ventilkörpers 94 und dem Kegel des Kolbens 96 in den Verbindungskanal 84 und von dort zum Rücklaufanschluß T abströmen kann. Die Mantel­ durchbrüche 108 wirken für das rückströmende Druckmittel als Drosselbohrung, so daß der Ventilkörper 94 aufgrund der Druckdifferenz zwischen seinen beiden Stirnflächen gegen den Ventilsitz 98 vorgespannt ist und in seiner Schließpo­ sition bleibt. Der Druck stromabwärts der Mantelbohrungen 108 liegt über die Radialbohrung 106 und die Axialbohrung 104 im Federraum der Druckfeder 100 an, so daß dieser Druck gegen die Kraft des Aufstoßkolbens 18 in Schließrichtung wirkt. Diese in Schließrichtung wirkende, durch den Durch­ messer des Kolbens 96 bestimmte Kraft ist wesentlich gerin­ ger als die beim Stand der Technik in Schließrichtung wir­ kende Kraft, die durch den Durchmesser des Ventilkörpers 94 bestimmt ist (ähnlich wie beim Kegel 112 des Zulauf-Sperr­ ventils). Demzufolge bleibt das Rücklauf-Sperrventil 46 auch dann in seiner Öffnungsstellung, wenn der Zulaufdruck in vorbestimmten Grenzen schwankt und beispielsweise das Zulauf-Sperrventil 48 kurzzeitig auf- und zugesteuert wird.
Bei einer Ansteuerung des Wegeventils 34 in umgekehrter Richtung, d. h. bei Erregung des Elektromagneten 36 wird der Verbindungskanal 84 mit dem Zulaufanschluß P verbunden, so daß der Ventilkörper 94 gemeinsam mit dem auf seinem Sitz 98 aufliegenden Kolben 96 vom Ventilsitz 92 abgehoben wird, so daß das Druckmittel zum Anschluß A und von dort zum Ver­ braucher (Hydrozylinder 4) geführt wird. D. h., bei umge­ kehrter Ansteuerung des Wegeventils 32 entfaltet der Kolben 96 keine Wirkung, so daß die wirksame Stirnfläche des Ven­ tilkörpers 94 derjenigen des Kegels 112 des Zulauf-Sperr­ ventils 48 entspricht.
Der Aufstoßkolben 18 wird gleichzeitig in der Darstel­ lung nach Fig. 3 nach rechts bewegt, so daß der Aufstoß- Stössel 24 in Anlage an die Stirnfläche des Kegels 112 ge­ langt und diesen von seinem Kegelsitz 116 abhebt. Da in diesem Betriebszustand die wirksame Stirnfläche des Ventil­ körpers 94 der wirksamen Stirnfläche des Kegels 112 ent­ spricht, öffnen beide Ventilglieder etwa gleichzeitig.
Bei besonderen Anwendungsfällen kann selbstverständ­ lich auch das Zulauf-Sperrventil 48 mit der gleichen Kon­ struktion wie das in Fig. 3 links dargestellte Rücklauf- Sperrventil 46 ausgeführt werden.
Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf die vor­ stehend beschriebene Konstruktion beschränkt. So könnte die Drosselstellung zur Beeinflussung der Druckdifferenz über dem Ventilkörper 94 anstelle durch die Manteldurchbrüche 108 über eine Drossel zwischen dem Außenumfang des Ventil­ körpers 94 und dem Innenumfang der Buchse 88 ausgebildet werden. Prinzipiell vorstellbar ist es auch, daß die Ven­ tilanordnung als Schieberventil ausgeführt ist, wobei al­ lerdings Leckageprobleme auftreten können.
Offenbart ist ein Lasthalteventil mit einem zulaufsei­ tigen und einem rücklaufseitigen Sperrventil, wobei das rücklaufseitige Sperrventil derart ausgebildet ist, daß es bei einem niedrigerem Druck öffnet als das Zulauf-Sperrven­ til. Dadurch wird ermöglicht, daß der Rücklauf vom Verbrau­ cher bereits bei niedrigen Zulaufdrücken aufgesteuert wird, so daß Druckschwankung im Zulauf nicht zu Unstetig­ keiten in der Ansteuerung des Verbrauchers führen.

Claims (11)

1. Entsperrbares Lasthalteventil mit zwei Sperrventilen (46, 48), deren Ventilkörper (94, 96) einerseits vom Lastdruck eines Verbrauchers (4) und von der Kraft ei­ ner Druckfeder (100, 114) in Sperrrichtung und anderer­ seits vom Druck an einem Zulaufanschluß P in Öffnungs­ richtung beaufschlagbar sind, und mit einem Aufstoßkol­ ben (18), über den der Ventilkörper (94, 96) eines Rücklauf-Sperrventils (46) zum Entsperren in Öffnungsrichtung beaufschlagbar ist, dadurch gekenn­ zeichnet, daß zumindest das Rücklauf-Sperrventil (46) bei einem Druck entsperrbar ist, der niedriger liegt, als der Druck zum Aufsteuern des anderen Zulauf-Sperr­ ventils (48) über das Druckmittel zum Verbraucher (4) führbar ist.
2. Lasthalteventil nach Patentanspruch 1, dadurch gekenn­ zeichnet, daß der Ventilkörper (94) des Rücklauf-Sperr­ ventils (46) auf einem Kolben (96) geführt ist, der durch den Aufstoßkolben (18) zum Aufsteuern eines Rücklaufquerschnittes im Ventilkörper (94) betätigbar ist, wobei dieser hydraulisch gegen einen Ventilsitz (92) vorgespannt ist.
3. Lasthalteventil nach Patentanspruch 2, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die vom Ventilsitz (92) abgewandte Seite des Ventilkörpers (94) mit dem Druck am zugeordneten Arbeitsanschluß (A) beaufschlagt ist.
4. Lasthalteventil nach Patentanspruch 3, dadurch gekenn­ zeichnet, daß in Rücklaufrichtung gesehen stromaufwärts des Ventilsitzes (92) eine Drosselstelle (108) ausge­ bildet ist, durch die das Druckmittel vom Arbeitsan­ schluß (A) zum Ventilsitz (92) hin strömt.
5. Lasthalteventil nach Patentanspruch 4, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Drosselstelle als Manteldurchbruch (108) des als Hohlkolben ausgeführten Ventilkörpers (94) ausgebildet ist.
6. Lasthalteventil nach einem der Patentansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckfeder (100) den Ventilkörper (94) über den Kolben (96) gegen den Ven­ tilsitz (92) vorspannt.
7. Lasthalteventil nach einem der Patentansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der vom Ventilkörper (94) entfernte Endabschnitt des Kolbens (96) in einer Axialsacklochbohrung (102) eines Gehäuses (90,88) geführt ist.
8. Lasthalteventil nach einem der Patentansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Flächenverhältnis der druckbeaufschlagten Stirnflächen des Ventilkörpers (94) und des Kolbens (96) im Bereich von 3 : 1 und 7 : 1 vor­ zugsweise zwischen 4 : 1 und 5 : 1 liegt.
9. Lasthalteventil nach Patentanspruch 8, dadurch gekenn­ zeichnet, daß das hydraulische Flächenverhältnis zwi­ schen Aufstoßkolben (18) und Kolben (96) im Bereich von etwa 9 : 1 und 12 : 1 vorzugsweise bei 11 : 1 liegt.
10. Lasthalteventil nach einem der Patentansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß nur das Rücklauf-Sperrven­ til (46) mit einem Kolben (96) ausgeführt ist, und daß der Aufstoßkolben (18) zwei jeweils einem Sperrventil (46, 48) zugeordnete Aufstoß-Stössel (22, 24) hat, wobei der Durchmesser des dem Rücklauf-Sperrventil (46) zugeordneten Vorsprungs (22) kleiner ist als derjenige des dem Zulauf-Sperrventil (48) zugeordneten Vorsprungs (24) ist.
11. Lasthalteventil nach einem der vorhergehenden Patentan­ sprüche gekennzeichnet durch ein Wegeventil (34), über das die Stirnseite des Aufstoßkolbens (18) wahlweise mit dem Druck am Zulaufanschluß (P) oder am Rücklaufan­ schluß (T) verbindbar sind.
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