DE19650284B4 - Dreh- und schwenkbare Vorrichtung zum Fräsen von Werkstücken - Google Patents
Dreh- und schwenkbare Vorrichtung zum Fräsen von Werkstücken Download PDFInfo
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Abstract
Dreh-
und schwenkbare Vorrichtung zum Fräsen von Werkstücken, die
mittels eines Aufnahmebolzens (1) von einer Werkzeugaufnahme einer
Werkzeugmaschine gehalten wird und ein Spannfutter (4) zur Aufnahme
eines dreh- und schwenkbar gehaltenen Fräsers trägt mit einem eine Drehung um
die Drehachse (2) zulassenden Tragarm (10) mittels dessen ein Halter
(11) für
das Spannfutter (4) des Fräsers
gehalten und derart beweglich geführt ist, daß die Längsmittelachse (33) des Spannfutters (4)
die Drehachse (2) stets im gleichen Schnittpunkt (50) schneidet
oder mit dieser zusammenfällt,
dadurch gekennzeichnet, daß der
Tragarm (10) in einem festen Abstand von der Drehachse (2) einen
Lagerkopf (34) aufweist, in dem der Halter (11) um eine vom Lagerkopf
(34) vorgegebene Schwenkachse (3), die unter einem vorzugsweise spitzen
Winkel zur Drehachse (2) verläuft
und diese im Arbeitspunkt (50) des Fräsers schneidet und daß der Halter (11)
im Querabstand vom Lagerkopf (39) und der Schwenkachse (3) eine
Werkzeugspindel (5) mit einem Spannfutter...
Description
- Die Erfindung betrifft eine dreh- und schwenkbare Vorrichtung zum Fräsen von Werkstücken mit den Merkmalen gemäß Oberbegriff von Patentanspruch 1.
- Bei der mechanischen Bearbeitung von komplexen Werkstücken mit CNC-gesteuerten Werkzeugmaschinen, beispielsweise bei Herstellung von Freiformflächen an Designmodellen der Herstellung von Positivformen für den Metall-Sandguß oder der Herstellung von Extruderschnecken für Kunststoffextruder und bei der mechanischen Bearbeitung von komplexen Werkstücken mit einer Werkzeugmaschine, die nur zwei motorisch oder manuell verstellbare Achsen aufweist, ist es häufig erforderlich, zur Vermeidung von Kollisionen mit dem Werkstück kurze Fräswerkzeuge in einem nahezu rechten Winkel an die zu bearbeitende Werkstückoberfläche heranzuführen, was mit herkömmlichen Werkzeugmaschinen wegen der begrenzten Zahl von steuerbaren Achsen nicht realisierbar ist. Die Fräsvorrichtung ist für derartige Bearbeitungsvorgänge vorgesehen und wird in einer Werkzeugaufnahme eines CNC-gesteuerten Bearbeitungsgerätes gehalten. Aus der Patentliteratur sind mehrfach verstellbare Haltevorrichtungen für Meß- und Anreißwerkzeuge bekannt. So wird in der Patentschrift
DE 38 27 656 C1 eine Haltevorrichtung für Meß- und Anreißwerkzeuge beschrieben, bei der das Meß- bzw. Anreißwerkzeug in einer Werkzeugaufnahme derart dreh- und schwenkbar gehalten ist, daß die Längsmittelachse des Werkzeuges die Drehachse der Halterung stets im gleichen Schnittpunkt, der mit dem Arbeitspunkt des Werkzeuges zusammenfällt, schneidet. Die Haltevorrichtung wird durch einen Aufnahmebolzen in einer Werkzeugaufnahme einer vorzugsweise 3-dimensionalen Meß-und/oder Anreißgerät, wie es beispielsweise in den PatentschriftenDE 17 73 282 C undDE 17 98 919 C beschrieben ist, angebracht, wobei der Winkel zwischen der Achse des Aufnahmebolzens und der Schwenkachse der Haltevorrichtung vorzugsweise kleiner als 90° beträgt. Bei einem Winkel von 90° kann durch Verdrehung der Halterung um die Achse des Aufnahmebolzens und durch Schwenken der Werkzeugachse jede Werkzeugrichtung in gesamten Raumwinkel eingestellt werden. - Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Fräsen von Werkstücken für Stirn-, Kugel- oder/und Kegelfräser und Schleifstifte zu schaffen, bei der die Werkzeugachse in einem Raumwinkel mit einem Öffnungswinkel von wenigstens 180° stufenlos oder in Winkelschritten von höchstens 15° einstellbar ist, wobei der Antriebsmotor für den Fräser in der Vorrichtung enthalten sein soll.
- Die Aufgabe der Erfindung wird durch eine dreh- und schwenkbare Vorrichtung zum Fräsen von Werkstücken mit den Merkmalen gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen. Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher beschrieben.
- In
1 ist eine schematische, teilgeschnittene Ansicht der erfindungsgemäßen Fräsvorrichtung gezeigt. Ein Aufnahmebolzen1 , der in eine nicht dargestellte Aufnahme einer vorzugsweise CNC-gesteuerten Bearbeitungsmaschine eingespannt wird, trägt zwei, durch eine Distanzhülse14 voneinander getrennte Lager12 ,12' . Die Innenringe der Lager sind mit zwei Stellschrauben40 ,40' spielfrei eingespannt. Die Außenringe der Lager12 ,12' sind starr mit dem Tragarm10 verbunden. An dem Tragarm10 ist unter einem vorzugsweise spitzen Winkel eine um die Schwenkachse3 schwenkbare Halterung11 angebracht. Die Halterung11 weist in ihrem Inneren eine Aufnahme für eine Werkzeugspindel5 auf, in die das Fräswerkzeug mittels des Spannfutters4 eingespannt wird. Die Werkzeugspindel5 trägt an der dem Spannfutter gegenüberliegenden Seite ein mit diesem drehstarr verbundenes Ritzel7 . Ein neben der Werkzeugspindel5 angebrachter Antriebsmotor6 trägt an seiner Oberseite ein Ritzel7' , und beide Ritzel7 ,7' sind von einem vorgespannten Endloszahnriemen8 umschlungen. An der Halterung11 ist ein Schwenkbolzen9 starr angebracht, der auf der der Halterung11 abgewandten Seite zwei durch eine Distanzhülse15 voneinander getrennte Lager13 ,13' trägt. Die Innenringe der Lager sind mit zwei Stellschrauben41 ,41' spielfrei eingespannt. Die Außenringe der Lager13 ,13' sind starr mit dem Tragarm10 verbunden. Die Halterung11 ist derart ausgebildet, daß die Längsmittelachse33 der Werkzeugspindel und des Spannfutters die Schwenkachse3 stets im gleichen Punkt50 schneidet. Wird der Fräser in das Spannfutter4 derart eingespannt, daß sein Arbeitspunkt z. B. Mittelpunkt der Stirnfläche eines Stirnfräsers oder Stirnschleifstiftes, Pol eines Kugelfräsers, Spitze eines Kegelfräsers) im Schnittpunkt S liegt, so bleibt dieser Arbeitspunkt bei allen Drehbewegungen um die Drehachse2 und Schwenkbewegungen um die Schwenkachse3 bezüglich des Aufnahmebolzens1 ortsfest. In der Praxis hat sich herausgestellt, daß eine schrittweise Verdrehbarkeit des Tragarmes10 um den Aufnahmebolzen1 ebenso wie eine schrittweise Schwenkbarkeit der Halterung11 um die Schwenkachse3 für die Anforderungen an die Fräsvorrichtung ausreichend ist, wenn die Schrittweite zwischen 10° und 20° liegt. In1 ist die schrittweise Verdrehung um die Drehachse2 dadurch gelöst, daß an dem Aufnahmebolzen1 eine Rastscheibe21 mit vorzugsweise kugelkalottenförmigen Ausformungen in einer festen Winkelteilung auf der dem Tragarm10 zugewandten Seite angebracht sind und daß ein Bremskeil19 mit seinem halbkugelförmig ausgeprägten Ende über eine nicht gezeigte Druckfeder gegen die Rastscheibe gedrückt wird. Das schrittweise Verschwenken der Halterung11 um die Schwenkachse3 wird durch eine Rastscheibe22 auf dem Schwenkzapfen9 und einem mit einer nicht gezeigten Druckfeder gegen die Rastscheibe22 gedrückten Bremskeil20 gelöst. Um während des Betriebes des Fräsers eine Verdrehung oder eine Schwenkung zu verhindern, ist eine Bremsvorrichtung vorgesehen, die durch einen Feststellknopf16 betätigt wird. Der Feststellknopf16 ist mit der Achse23 und einem auf der Achse23 angebrachten Exzenter24 drehstarr verbunden. Der Exzenter ist so ausgelegt, daß bei einer Verdrehung des Feststellknopfes um einen Winkel zwischen 45° und 180° die Bremsstößel17 ,18 an den jeweiligen Bremskeil19 ,21 herangeführt werden und dadurch über den Bremskeil die Rastscheiben21 ,22 arretieren. In2 ist die erfindungsgemäße Fräsvorrichtung mit motorischer Achsenverstellung in der Ansicht gezeigt. Die Anordnung der Achsen entspricht der in1 gezeigten. Der Aufnahmezapfen1 ist in dieser Ausführung der Erfindung als Rotor eines Drehmotors31 ausgebildet. Vorzugsweise ist der Drehmotor als Elektromotor, insbesondere als Schrittmotor ausgebildet, dessen Haltemoment im stromlosen Zustand größer ist als die bei der Fräsbearbeitung auftretenden Drehmomente an der Drehachse. Analoges gilt für die Schwenkachse, bei der ein Schwenkmotor32 den Halter11 motorisch schwenkt und während des Fräsvorganges den Schwenkzapfen bezüglich des Tragarmes10 mit einem Haltemoment hält, da größer ist als die beim Fräsvorgang auftretenden Momente. In2 ist eine weitere Ausprägung der Erfindung gezeigt, bei der Frässpindel direkt angetrieben ist, beispielsweise durch eine Druckluftturbine. Die Versorgungsleitungen für den Dreh-, den Schwenk- und den Antriebsmotor werden aus dem Halter11 und dem Tragarm10 zu einer externen Steuerung geführt, die an der Bearbeitungsmaschine angeordnet ist. Eine zentrale Steuerung der Bearbeitungsmaschine steuert wenigstens die Bewegung des Aufnahmebolzens1 und den Antriebsmotor6 bzw. die direktangetriebene Frässpindel30 . Sind die Drehachse und die Schwenkachse motorisch angetrieben, so ist steuert die Steuerung vorzugsweise auch die Dreh- und Schwenkachse. Dadurch ist es möglich, Werkstücke mit komplexen Flächen durch Fräsen zu bearbeiten, ohne daß der Fräskopf manuell verstellt werden muß. Wird das Spannfutter als Druckluftspannfutter oder als elektromagnetisches Spannfutter ausgeführt, so ist es möglich, von einem Magazin unterschiedliche Fräser aufzunehmen und wieder abzulegen, wodurch ein vollautomatischer Fräsbetrieb ohne Werkzeugwechselzeiten ermöglicht wird. -
- 3
- Schwenkachse
- 4
- Spannfutter
- 5
- Werkzeugspindel
- 6
- Antriebsmotor
- 7, 7'
- Ritzel
- 8
- Endloszahnriemen
- 9
- Schwenkzapfen
- 10
- Tragarm
- 11
- Halter
- 12,12'
- Lager der Drehachse
- 13,13'
- Lager der Schwenkachse
- 14
- Distanzhülse des Drehlagers
- 15
- Distanzhülse des Schwenklagers
- 16
- Feststellknopf,
- 17
- Bremsstößel für Drehlager
- 18
- Bremsstößel für Schwenklager
- 19
- Bremskeil für Drehbremse
- 20
- Bremskeil für Schwenkbremse
- 21
- Rastscheibe des Aufnahmezapfens
- 22
- Rastscheibe des Schwenkzapfens
- 23
- Achse
- 24
- Exzenter
- 30
- Frässpindel mit Druckluftturbine
- 31
- Drehmotor
- 32
- Schwenkmotor
- 33
- Längsmittelachse des Spannfutters
- 34
- Lagerkopf des Schwenklagers
- 35
- Lagerkopf des Drehlagers
- 40,40'
- Stellschrauben des Drehlagers
- 41,41'
- Stellschrauben des Schwenklagers
- 50
- Schnittpunkt der Längsmittelachse (33) des Spannfutters mit der Schwenkachse (9)
Claims (6)
- Dreh- und schwenkbare Vorrichtung zum Fräsen von Werkstücken, die mittels eines Aufnahmebolzens (
1 ) von einer Werkzeugaufnahme einer Werkzeugmaschine gehalten wird und ein Spannfutter (4 ) zur Aufnahme eines dreh- und schwenkbar gehaltenen Fräsers trägt mit einem eine Drehung um die Drehachse (2 ) zulassenden Tragarm (10 ) mittels dessen ein Halter (11 ) für das Spannfutter (4 ) des Fräsers gehalten und derart beweglich geführt ist, daß die Längsmittelachse (33 ) des Spannfutters (4 ) die Drehachse (2 ) stets im gleichen Schnittpunkt (50 ) schneidet oder mit dieser zusammenfällt, dadurch gekennzeichnet, daß der Tragarm (10 ) in einem festen Abstand von der Drehachse (2 ) einen Lagerkopf (34 ) aufweist, in dem der Halter (11 ) um eine vom Lagerkopf (34 ) vorgegebene Schwenkachse (3 ), die unter einem vorzugsweise spitzen Winkel zur Drehachse (2 ) verläuft und diese im Arbeitspunkt (50 ) des Fräsers schneidet und daß der Halter (11 ) im Querabstand vom Lagerkopf (39 ) und der Schwenkachse (3 ) eine Werkzeugspindel (5 ) mit einem Spannfutter (4 ) zur Aufnahme des Fräsers und einen Antriebsmotor (6 ) aufweist. - Dreh- und schwenkbare Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Werkzeugspindel (
5 ) auf der dem Spannfutter (9 ) abgewandten Seite ein Ritzel (7 ) trägt, das mit dem Spannfutter (4 ) drehstarr verbunden ist, daß der Antriebsmotor (6 ) ein mit dem Rotor drehstarr verbundenes Ritzel (7' ) trägt, daß die Rotormittelachse parallel zur Längsmittelachse (33 ) des Spannfutters (4 ) angeordnet ist und daß die beiden Ritzel (7 ,7' ) von einem vorgespannten Endloszahnriemen (8 ) umschlungen sind. - Dreh- und schwenkbare Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1–2, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufnahmebolzen (
1 ) und ein Schwenkzapfen (9) jeweils eine Rastscheibe (21 ,22 ) tragen, in die mit Druckfedern vorgespannte Bremskeile (19 ,20 ) eingreifen und daß auf die keilförmigen Enden der Bremskeile (19 ,20 ) Bremsstößel (17 ,18 ) wirken, die mittels eines Exzenters (24 ), der drehstarr mit eines Achse (23 ) und einem Feststellknopf (16 ) verbunden ist, an die Bremskeile (19 ,20 ) herangeführt werden und die Rastscheiben (21 ,22 ) gegen Verdrehung arretieren. - Dreh- und schwenkbare Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1–3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Lagerkopf (
35 ) des Lagers (12 ,12' ) der Drehachse (2 ) und der Lagerkopf (34 ) des Lagers (13 ,13' ) der Schwenkachse (3 ) Schrittmotore (31 ,32 ) enthalten, deren Rotorachsen durch den Aufnahmebolzen (1 ) beziehungsweise den Schwenkzapfen (9 ) gebildet werden. - Dreh- und schwenkbare Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1–4, dadurch gekennzeichnet, daß die Werkzeugspindel (
5 ) als Frässpindel mit Druckluftturbine ausgebildet ist. - Dreh- und schwenkbare Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1–5, dadurch gekennzeichnet, daß der Tragarm (
10 ) und der Halter (11 ) als Leichtmetallgußteile ausgeführt sind.
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