DE191548C - - Google Patents

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DE191548C
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DE
Germany
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acid
atoxyl
hydrochloric acid
aminophenylarsinic
water
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Expired
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DE1906191548D
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07FACYCLIC, CARBOCYCLIC OR HETEROCYCLIC COMPOUNDS CONTAINING ELEMENTS OTHER THAN CARBON, HYDROGEN, HALOGEN, OXYGEN, NITROGEN, SULFUR, SELENIUM OR TELLURIUM
    • C07F9/00Compounds containing elements of Groups 5 or 15 of the Periodic Table
    • C07F9/66Arsenic compounds
    • C07F9/70Organo-arsenic compounds
    • C07F9/74Aromatic compounds

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Acyclic And Carbocyclic Compounds In Medicinal Compositions (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- Mi 191548 KLASSE 12 o. GRUPPE
Dem unter dem Namen Atoxyl Verwendung findenden Arsenderivat liegt die Konstitution einer p-Aminophenylarsinsäure zugrunde. Es wurde gefunden, daß sich in die Aminogruppe nach bekannten Methoden leicht Säurereste einführen lassen. Solche Acidylderivate können z.B. erhalten werden:
1. durch Erhitzung von scharf getrocknetem Atoxyl mit wasserfreien Säuren, eventuell
ίο unter Zusatz von Kondensationsmitteln (z. B. der wasserfreien Alkalisalze der betreffenden Säuren),
2. durch Erhitzen des scharf getrockneten Atoxyls mit Säureanhydriden,
3. durch Behandeln mit Säurehaloiden an und für sich oder in Gegenwart von Salzsäure bindenden Mitteln, z. B. Pyridin, Natronlauge usw.,
4. durch Erhitzen mit Säureestern.
Es können sowohl aliphatische wie aromatische Säurederivate sowohl einwertiger wie mehrwertiger Säuren verwendet werden. Auch die Chloride der Kohlensäure, besonders Chlorkohlensäüreäther und Chlorkohlenoxyd C O Cl2 können verwendet werden, wobei dann die gleichfalls als Säureabkömmlinge aufzufassenden Urethane bzw. Harnstoffe entstehen. Auch anorganische Säurechloride sind zu verwenden. Weiter sind die organischen Sulfochloride u. dgl. zu verwenden.
Die neuen so erhaltenen Verbindungen unterscheiden sich vom Atoxyl durch ihre erheblich geringere Basizität. Dementsprechend werden sie im Gegensatz zum Atoxyl aus ihren Lösungen in konzentrierten Säuren durch Wasser gefällt und aus den Lösungen ihrer Alkalisalze auch durch einen Überschuß von Säure abgeschieden, während die freie Arsanilsäure schon durch einen geringen Überschuß von Salzsäure wieder in Lösung gebracht wird.
Die so erhaltenen Säurederivate des Atoxyls zeigen in reinem Zustande die Farbenreaktionen,, welche beim Atoxyl. durch die An-. Wesenheit einer freien Aminogruppe bedingt sind, nicht mehr. So zeigt die frisch bereitete Lösung auf Zusatz einer Salzsäurelösung von p-Dimethylaminobenzaldehyd nicht mehr die Bildung des aus Atoxyl entstehenden intensiv gelb gefärbten Kondensationsproduktes. Ebenso bleibt bei Zusatz von ι · 2-Naphtochinon-4-sulfosäure nach Zusatz von etwas Soda jeder Farbenumschlag aus, während Atoxyl mit dieser Verbindung eine intensive Blutorangefärbung zeigt, die auf der Bildung eines in Alkali löslichen, in Säure schwer löslichen Naphtochinonderivats beruhen dürfte.
Durch Kochen mit konzentrierter Salzsäure, ßoprozentiger Schwefelsäure oder konzentrierten Alkalien werden sämtliche Säure-
derivate gespalten, wonach natürlich, da ja Atoxyl zurückgebildet wird, die beiden Farbenreaktionen wieder eintreten.
Durch den Eintritt der Säurereste wird die Verbindung in ihrer Giftigkeit erheblich beeinflußt. Bestimmte Säureradikale, z. B. Phenoxyessigsäure, erhöhen die Toxizität, während andere, z. B. der Phtalsäurerest, sie beträchtlich herabmindern.
ίο Bei Versuchen an kleinen Tieren hat sich gezeigt, daß die Verbindungen gegenüber Trypanosomeninfektionen heilkräftiger wirken als das Ausgangsmaterial selbst. Es sollen daher diese Verbindungen für therapeutische Zwecke Verwendung finden.
Beispiele:
1. Formylarsanilsäure.
46 g bei 1400 getrocknetes Atoxyl werden mit 150 ecm Ameisensäure etwa 2 Stunden unter Rückfluß gekocht, darauf der größte Teil der Flüssigkeit 'abdestilliert. Beim Behandeln mit Wasser geht der Rückstand in einen Brei feiner Nädelchen der Formylarsanilsäure über. Diese sind leicht löslich in Methylalkohol und heißem Wasser, unlöslich in Äther. Weniger fest als die übrigen Acylderivale wird die Verbindung schon durch kalte wässerige Salzsäure in kurzer Zeit weitgehend gespalten.
2. Acetylarsanilsäure.
46 g trockenes Atoxyl werden mit 150 ecm Eisessig unter Rückfluß so lange gekocht, bis eine Probe mit einer Lösung von p-Dimethylaminobenzaldehyd in verdünnter Salzsäure nur noch eine ganz schwache Gelbfärbung gibt. Hierauf werden etwa zwei Drittel der Säure abdestilliert und der Rückstand mit Wasser behandelt, wobei die Acetylarsanilsäure in Blättchen ausfällt. Sie ist leicht löslich in Soda, sehr schwer in verdünnter Salzsäure und wird erst durch Kochen mit konzentrierter Salzsäure verseift. Die Verbindung entsteht auch durch einmaliges Aufkochen von trockenem Atoxyl mit so viel Essigsäureanhydrid, daß die Masse gleichmäßig durchfeuchtet ist, und nachheriges Zerlegen mit Wasser.
3. Phtalylarsanilsäure.
15 g Atoxyl werden mit einer Lösung von 10 g Ätznatron in 100 ecm Wasser und 10 g Phtalylchlorid geschüttelt bis das Chlorid verschwunden ist. Nach dem Versetzen mit einem Überschuß von konzentrierter Salzsäure beginnt die Phtalylverbindung auszufallen. Nach ungefähr 1 Stunde ist die Abscheidung vollständig. Die Analyse zeigte, daß nur eine (C O · C/j-Gruppe mit Atoxyl reagiert hatte, während die andere zur Carboxylgruppe verseift war. 0,2996 g Substanz gaben 0,1272 g Mg2 As2 O7.
Gefunden:
As = 20,50 Prozent.
Berechnet:
As = 20,55 Prozent für C14 H12 O6 NAs.
4. Butyrylarsanilsäure.
21 g p-Aminophenylarsinsäure in 200 ecm wasserfreien Pyridin gelöst, werden mit 21 g Normalbutyrylchlorid unter Kühlung versetzt und etwa 16 Stunden stehen gelassen. Man fällt dann mit Äther und zerlegt den Ätherniederschlag durch Schütteln mit Wasser und verdünnter Salzsäure, wobei die Butyrylarsanilsäure sich ausscheidet. Sie entsteht auch durch Erhitzen von trockenem Atoxyl mit Buttersäureanhydrid und Zerlegen mit Wasser.
85 5. Chloracetylarsanilsäure.
21 g p-Aminophenylarsinsäure werden mit 22,6 g Chloracetylchlorid gleichmäßig durchtränkt und angewärmt, bis unter Aufsieden alles in Lösung geht. Es wird dann sofort abgekühlt und mit Wasser durchgerührt, wobei die Chloracetylarsanilsäure .sich abscheidet. Zur Reinigung wird sie in kalter Soda gelöst und mit überschüssiger Salzsäure ausgefällt.
6. Benzoylarsanilsäure.
31g Atoxyl werden in der erforderlichen Menge Wasser gelöst, mit Natronlauge stark alkalisch gemacht und mit 21 g Benzoylchlorid geschüttelt, bis letzteres verschwunden ist. Die alkalische Flüssigkeit wird mit Salzsäure übersättigt und der Niederschlag durch Auskochen mit Alkohol von Benzoesäure befreit.
7. Malonylarsanilsäure.
22 g p-Aminophenylarsinsäure werden mit 150 ecm Malonsäureäthylester etwa 5 Stunden unter Rückfluß gekocht, wobei allmählich die Säure vollkommen in Lösung geht. Nach dem Abkühlen gibt man Äther hinzu, filtriert von dem ausgeschiedenen Harze ab und ■ fällt das Filtrat mit einem Überschuß von Äther.
8. Harnstoff aus Aminophenylarsinsäure.
31g Atoxyl werden in 300 ecm Wasser gelöst, in einer Kältemischung abgekühlt und unter heftigem Rühren mit der Turbine etwa

Claims (1)

  1. 70 ecm einer 20 prozentigen Lösung von Phosgen in Toluol zufließen gelassen. Der entstandene dicke Brei wird abgesaugt, mit Wasser salzsäurefrei und mit Alkohol toluolfrei gewaschen und zur Reinigung in Soda gelöst und mit überschüssiger Salzsäure gesättigt.
    PateNT-AνSPRUcη :
    Verfahren zur Herstellung von Säureabkömmlingen der p-Aminophenylarsinsäure, dadurch gekennzeichnet, daß man p-Aminophenylarsinsäure in der für die Acylierung von Aminen üblichen Weise behandelt.
DE1906191548D 1906-10-04 1906-10-04 Expired DE191548C (de)

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AT34248D AT34248B (de) 1906-10-04 1907-12-11 Verfahren zur Herstellung von Säureabkömmlingen der p-Aminophenylarsinsäure.

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2572730A1 (fr) * 1984-11-02 1986-05-09 Centre Nat Rech Scient Nouveaux derives de l'arsenic, leur preparation et leur application, notamment comme medicaments antiparasitaires

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2572730A1 (fr) * 1984-11-02 1986-05-09 Centre Nat Rech Scient Nouveaux derives de l'arsenic, leur preparation et leur application, notamment comme medicaments antiparasitaires

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FR392857A (fr) 1908-12-08
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