DE1808443A1 - Verfahren zum Raffinieren von tierischen oder pflanzlichen OElen oder von OElen von Meerestieren - Google Patents

Verfahren zum Raffinieren von tierischen oder pflanzlichen OElen oder von OElen von Meerestieren

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DE1808443A1
DE1808443A1 DE19681808443 DE1808443A DE1808443A1 DE 1808443 A1 DE1808443 A1 DE 1808443A1 DE 19681808443 DE19681808443 DE 19681808443 DE 1808443 A DE1808443 A DE 1808443A DE 1808443 A1 DE1808443 A1 DE 1808443A1
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salt
acid
oils
sulfonate
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DE19681808443
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Adolf Koebner
Thomas Thornton
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Albright and Wilson Ltd
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    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11BPRODUCING, e.g. BY PRESSING RAW MATERIALS OR BY EXTRACTION FROM WASTE MATERIALS, REFINING OR PRESERVING FATS, FATTY SUBSTANCES, e.g. LANOLIN, FATTY OILS OR WAXES; ESSENTIAL OILS; PERFUMES
    • C11B3/00Refining fats or fatty oils
    • C11B3/02Refining fats or fatty oils by chemical reaction
    • C11B3/06Refining fats or fatty oils by chemical reaction with bases

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  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zum Raffinieren von tierischen oder pflanzlichen Ölen oder von Ölen von Meerestieren Die vorliegende Erfindung betrifft ein verbessertes Verfahren zur Gewinnung von tierischen und pflanzlichen Ölen und Ölen von Xßerestieren aus ihren Mischungen mit Fettsäureseifen.
  • Die Ole sind neutrale Glyceridester von Pettsäuren, aber während der Extraktion aus ihres in der Natur vorkommenden Zustand tritt etwas Zersetzung des Öles ein, und das erhaltene Rohöl enthält freie Fettsäuren, die in dem Öl gelöst sind. Bei dem üblichen Verfahren der Raffinierung dieser Öle wird das Rohöl gewöhnlich bei ungefähr 60 bis 9000 mit einer wäßrigen alkalischen Lösung behandelt, wie z. B.
  • verdünntem Natriumhydroxyd oder Natriumcarbonat.
  • Darauf wird mehrmals mit Wasser gewaschen und, wenn notwendig, mit einem Absorptionsmittel gebleicht, wobei aktivierte Erden verwendet werden. In manchen Fällen wird auch ein Desodorierungsverfahren verwendet, bei welchem Dampf oder indifferentes Gas bei erhöhter Temperatur und unter Vakuum durch das Öl geblasen wird. Bei diesem alkalischen Raffinierungsverfahren werden die im Rohöl vorhandenen freien Fettsäuren als Seifen entfernt. Dieses Raffinierungsverfahren hat den Nachteil, daß die Seifen eine Micellösung in Wasser bilden, welche beträchtliche Mengen des Glyceriddles einschließt. Daher tritt nicht nur ein Verlust an Glyceridöl ein, sondern die Fettsäuren, die aus der Seifenmasse gewonnen werden können, sind mit beträchtlichen Mengen an Glyeeridöl verunreinigt. Außerdem sind ftlr dieses Raffinierungsverfahren mehrere Stunden notwendig, um es zu beenden, wenn die Abtrennung nach dem üblichen Verfahren durch Schwerkraft durchgeführt wird.
  • Es ist auch bekannt, ein Verfahren anzuwenden, bei welchem eine konzentrierte wäßrige lösung eines Salzes einer Benzolsulfonsäure oder Alkylbenzolsulfonsäure während der Alkaliraffinierung des Rohöles vorhanden ist. Die Anwesenheit dieser lösung ergibt eine viel schnellere und vollständigere Grennung der Öl- und Seifenschichten mit dem Eriolg, daß die Menge des eingeschlossenen Öles in der Seifenschicht stark herabgesetzt wird.
  • Die Zeit, die für dieses eben beschriebene Verfahren notwendig ist, beträgt nur einige Ninuten. Um diese sehr wichtige Verringerung der Zeit auf ein Maximum zu bringen, hat man es bisher ftir notwendig gefunden, große Mengen des Salzes der Sulfonsäure in bezug auf den Gehalt an freier Pettsäure des Rohöles zu verwenden, d. h. 1 bis 3 Gew.-% das Rohöles pro Einheit der Säurezahl, was im Falle von Ölen mit höheren Molekulargewicht, mit dem die vorliegende Erfindung sich befaßt, wie z. B. Olivendl, einem Molverhältnis im Bereich von 2,7 bis 8,1 : des Salzes der Säuren entspricht.
  • Es wurde nun gefunden, daß dann, wenn die Fettsäureverunreinigung, die in solch einem Vsriahren eintritt, ungesättigt ist, während des Raffinierens ein Komplex gebildet wird, der aus einem Molekül des Salzes der Sulfonsäure und einem Molekül der Seife zusammen mit einer bestimmten Anzahl von Wassermolekülen, wahrscheinlich 27, besteht. Dieser Komplex löst sich in überschüssiger lösung des Salzes der Sulfonsäure bei Temperaturen von über 50°C.
  • In einer Hinsicht betrifft die vorliegende Erfinduag diesen Komplex und seine Lösung in einer wäßrigen Lösung eines Salzes einer Aryl- oder Alkarylsulfonsäure.
  • Die Bildung dieses Komplexes während des Raffinisrens eines Öles, das ungesättigte Fettsäuren enthält, fUhrt zu dem bisher unbekannten Vorteil, daß beträchtlich weniger des Hydrotropen angewendet werden kann als erforderlich, wenn die Eettsäureverunreinigungen vollkommen gesättigt sind.
  • Innerhalb der Grense, in welcher im wesentlichen die gesamten Fettsäuren der Verunreinigungen ungesättigt sind, ist nur ein Verhältnis von 1 Mol Salz der Sulfonsäure zu 1 Mol Seife erforderlich, um eine Trennung zu ergeben, die im wesentlichen ebenso gut ist wie aje mit den bisher verwandeten viel höheren Mengenverhältnissen. Außerdem wird die beträchtliche Verringerung der Raffinierungszeit, die sich durch die Verwendung des mit Hilfe von Hydrotropen durchgeftihrten Verfahrens ergibt, im wesentlichen nicht herabgesetzt.
  • Unabhängig von der Tatsache, daß sich der Komplex nur mit Seifen von ungesättigten Säuren bildet, so ist dann, wenn das Rohöl bis zu einem bestiimnten Verhältnis gesättigte Säuren enthält, die Menge des erforderlichen Salzes der Sulfonsäure, um eine gute Trennung zu ergeben, nur diejenige, die das Moläquisalent des gesamten Molverhältnisses, gesättigt und ungesättigt, von freien Säuren ist Die maximale Verhältnismenge von gesättigten Säuren, fUr welche dieaes zutrifft, ist abhängig vom Grad der Ungesättigtheit der ungesättigten Säuren Z. :BX wirken mit Talgöl mit einer Jodzahl von 45 äquimolare Verhältnisse befriedigend, während dann, wenn das Öl vollkommen gehärtet ist, ein Molverhältnis von 2,7 : 1 benötigt wird. Erfindungsgemäß wird im allgemeinen gefunden, daß das Molverhältnis des Salzes der Sulfonsäure su den gesamten freien Fettsäuren nach und nach von 1 : 1 auf 2,7 : 1 erhöht werden muß, wenn die Jodzahl abnimmt.
  • In einer anderen Einsicht besteht daher die Erfindung in einem Verfahren zum Raffinieren von pflanzlichen und tierischen Ölen und von Ölen von Meereatieren, die freie ungesättigte Fettsäuren enthalten, bei welchem das Rohöl mit einer wäßrigen alkalischen Lösung in Gegenwart einer starken wäßrigen Lösung eines Salzes einer Aryl- oder Alkarylsulfonsäure behandelt wird und das Molverhältnis des Salzes der Sulfonsäure zu dem Gesamtgehalt an freien Fettsäuren des Rohöles einen Maximalwert von 2,7 : 1 und einen Minimalwert hat, der nach und nach von 151s wenn die Säure eine Jodzahl von weniger als 45 hat, auf 2,7 : 1 fUr gehärtete Öle, a. h. für solche, die eine Jodzahl nahe 0 haben, erhöht wird. Vorzugsweise ist der Maximalwert des Verhältnisses 2:1, wenn die Jodzahl höher ala 45 ist.
  • Es wurde weiter gefunden, daß der Komplex in einem Überschuß der starken wäßrigen Lösung des Salzes der Sulfonsäure bei einer Temperatur Uber ungefähr 50°C löslich ist, aber sich unterhalb dieser Temperatur ausscheidet und eine Schicht zwischen der oberen Ölschicht und der unteren wäßrigen Schicht bildet. Wenn es gewünscht wird, ist es deshalb möglich, den Komplex in ini wesentlichen #einer Form zu gewinnen. Es wurde weiter gefunden, daß es nicht notwendig ist, das Raffinierungsverfahren bei einer Temperatur von 60 bis 10000 durchzuführen, wie sie in dem üblichen Verfahren verwendet wird, sondern daß gute Ergebnisse bei jeder Temperatur, bei welcher das Öl flüssig ist, erhalten werden können.
  • Obwohl die Verwendung niedrigerer Temperaturen die Geschwindigkeit des Verfahrens herabsetzt, ist diese Herabsetzung technisch nicht bedeutsam, da die erforderliche Zeit immer noch innerhalb von Minuten liegt im Vergleich zu Stunden, die bei dem üblichen Verfahren benötigt werden.
  • Wenn die im Rohöl enthaltenen freien Fettsäuren einen Anteil an gesättigten Fettsäuren haben, so enthält der sich ausscheidende towlex die Seifen der gesättigten Säuren in lösung. Der Komplex ist eine Flüssigkeit mit charakteristischen physikalischen Eigenschaften. Wenn z. B. die Säure ölsäure ist, hat der Komplex, welcher aus einem Molekül Natriumxylolsulfonat, einem Molekül Natriumoleat und 27 Molekülen Wasser besteht, die folgenden Eigenschaften: Refraktionsindex 1,426 Dichte bei 2000 1,047 g/cm Viskosität bei 20°C 124 cp 40°C 116,5 cp 6000 67,9 cp.
  • Es ist bemerkenswert, daß die Viskositäten gering sind im Vergleich mit der Seifenmasse, die in den llblichen Verfahren gewonnen wird.
  • Die Rohöle, die erfindungsgemäß bearbeitet werden können, sind diejenigen, die freie Säuren enthalten, gegebenenfalls zusammen mit ungesättigten Fettsäuren. Beispiele von Ölen, deren Jodzahl nicht niedriger als 45 ist, so daß das Molverhältnis des Salzes der Sulfonsäure sur Fettsäure von 1 s 1 verwendet werden kann, sind die folgenden: Öl Jodzahl Dorxohil 165 Heringöl 140 Spermöl 76 - 88 Baumwollsamenöl 105,7 Leinsamenöl 128,7 Olivenöl 81 Palmöl 54,2 Rapsöl 98,6 Sojabohnenöl 130 Sonnenblumenöl 125,5 Talgöl 45 Wenn gewünscht, kann das Rohöl vor der Raffinierung von schleimigen oder gummiartigen Substanzen befreit werden, welche zu physikalischen Schwierigkeiten führen könnten. Die Entfernung der gummiartigen Substanzen kann auf die übliche Art durchgeführt werden, z. B. durch Ausfällung mit einem den Gummi fällenden Kittel, wie Wasser oder Borsäurelösung.
  • Die Sulfonsalze für die erfindungsgemäße Verwendung sind Arylsulfonate oder Alkylarylsulfonate, in welchen jeder aromatische Kern bis zu 3 Lllsubstituenten haben kann und die Gesamtzahl der Kohlenstoffatome aller Alkylsubstituenten 4 nicht übersteigt. Zu solchen Sulfonatsalzen gehören z. B. Alkali-oder Ammoniumsalze von Benzol-, Xylol-, Toluol-, Cymol- oder Cumolsulfonsäuren.
  • Salze von Sulfonsäuren, die mehr komplexe aromatische Kerne enthalten, wie Naphthalinsulfonsäuren, können ebenfalls verwendet werden. Wenn es beabsichtigt ist, die gewonnenen Öle für die Herstellung von Lebensmitteln zu verwenden, ist es vorzuziehen, Sulfonatsalze anzuwenden, die im wesentlichen frei von Sulfonsubstanzen sind. Diese sulfonfreien Sulfonatsalze können auf bekannte &rt leicht hergestellt werden, indem eine rohe Sulfonsäure durch Einwirkung von Schwefeltrioxyd auf den geeigneten Kohlenwasserstoff hergestellt wird, die Reaktionsmischung abgelöscht wird und mit einer Base neutra lisiert wird Anschließend wird das rohe Sulfonatsalz mit dem Kohlenwasserstoff, aus welchem es hergestellt wurde, gewaschen. Besonders bevorzugte sulfonfreie Hydrotrope für die erfindungsgemäße Verwendung sind diejenigen Natriumxylolsulfonate, die von der Anmelderin der vorliegenden Erfindung unter dem Warenzeichen "HALVOPON OR" in den Handel gebracht werden. Wenn gewünscht, können Mischungen von Sultonatsalsen angewendet werden.
  • Die Sulfonatsalze setzen die Oberflächenspannung des Wassers nicht merklich herab und dürfen deshalb nicht mit oberflächenaktiven Sulfonatsalzen, die langkettige Alkylsubstituenten enthalten, verwechselt werden. Die oberflächenaktiven Sulfonatsalze sind ftir die vorliegende Erfindung nicht brauchbar, da sie selbst dann, wenn sie in kleinen Mengen verwendet werden, eine Emulgierung der Öl- und Seifenschichten bewirken, es tatsächlich unmöglich machen, Öl aus der Mischung zu gewinnen. Sulfonate fUr die erfindungsgemäße Verwendung haben die besondere Eigenschaft, daß sie Seifen, aber nicht Öle lösen können, wenn sie als konzentrierte wäßrige lösungen verwendet werden. Außerdem sind freie Fettsäuren, die hauptsächlich 16 Kohlenstoffatome und mehr enthalten, wie es im allgemeinen der Fall ist, ebenfalls in wäßrigen Sulfonatsalzen unlöslich. Es ist daher möglich, eine gute Trennung des Öles von der Seifenschicht zu erhalten und dann die wertvollen Fettsäuren aus der Seifenmasse einfach durch Ansäuerung der letzteren zu gewinnen.
  • Die Konzentration der wäßrigen lösung des Sulfonat salzes hängt von dem verwendeten als ab. Als ganz allgemeine Anleitung wurde gefunden, daß eine Konzentration von mindestens 35 Gew.-% fur die meisten der Sulfonatsalze erforderlich ist, Etwas überraschend ist, daß gefunden wurde, daß Cuuolsulfonate selbat dann wirksam sind, wenn sie in einer so niedrigen Konzentration wie 25 % verwendet werden. Die für jeden Fall erforderliche Sulfonatsalzkonzentration kann leicht bestimmt werden und liegt im allgemeinen im Bereich von 35 bis 60 %.
  • Die oben angegebenen Konzentrationen beziehen sich auf die Gesamtmenge des in der wäßrigen Phase der Öl-Seifen-Mischung vorhandenen Wassers, Da etwas Wasser durch das Alkali hinzugekommen sein kann, das verwendet wurde, um das Öl zu raffinieren, und das Öl etwas Wasser enthalten kann, soll die Konzentration der wäßrigen Lösung des zu der Raffinierungsmischung hinzugegebenen Sulfonates etwas über den oben angegebenen Zahlen liegen, um die gewünschte Konzentration während der Raffinierung zu erhalten. In manchen Fällen kann es möglich sein, die gewünschte Konzentration zu erhalten, indem einfach trockenes Sulfonatsals zu der Raffinierungsmischung hinzugegeben wird.
  • Das bei der Raffinierung des Rohöles verwendete Alkali kann irgendeines der verseifenden oder nicht verseifenden Alkalien, wie sie allgemein in Verwendung sind, sein, z. B. Natriumhydroxyd. Es ist auch möglich, Natriumcarbonat zu verwenden, und in diesem Zusammenhang sei bemerkt, daß die Verwendung von Natriumcarbonat normalerweise in den üblichen Raffinierungsverfahren nicht prakbisoh ist wegen der Belüftung der Mischung mit Kohlendioxyd, wodurch die wirksame Trennung der Schichten verhindert wird.
  • Durch die herabgesetzte Viskosität der Seifenmasse, die in einem mit Hilfe von Hydrotropen durchgeführten Prozeß erhalten wird, im Vergleich mit der Viskosität, die im üblichen Verfahren erhalten wird, wird die Belüftung herabgesetzt. Weiterhin ist es möglich, die verwendete Menge an Alkali von einem Überschuß von 25 % über dem stöchiometrischen Wert von 10 % oder weniger herabzusetzen, ohne daß die Wirksamkeit des Verfahrens verringert wird. Die Menge des vorhandenen Wassers und daher die Konzentration des Alkali wird bestimmt durch die Menge und Konzentration des Sulfonatsalzes, die verwendet werden sollen. In der Praxis ist das Alkali gewöhnlich anfänglich als verdünnte wäßrige Lösung, z. B. eine 10 %ige Lösung, vorhanden.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren hat wie die bisher bekannten, mit Hilfe von Hydrotropen durchgeführten Verfahren den Vorteil, daß es zur Raffinierung von Rohölen verwendet werden kann, die mehr als die normale Menge an freien Fettsäuren enthalten und bei denen sich die Raffinierung eigentlich nicht lohnt, oder bei denen sie sogar unmöglich ist1 wenn übliche Verfahren angewendet werden, und zwar wegen des übermäßigen Verlustes an Öl oder weil es unmöglich ist, die Seifen-Öl-Emulsionen, die sich während des Raffinierens bilden, zu brechen. Besonders Talgöle, die Mengen wie 25 % Fettsäuren enthalten, können nach dem erfindungsgemäßen Verfahren mit sehr geringen Verlusten an Glyceridöl raffiniert werden.
  • Ein Verfahren zur Extrahierung von Pflanzenölen besteht darin, daß zerkleinerte Samen aLt einen Lösungsmittel, z. B. Hexan, digeriert werden. Es wurde gefunden, daß die erhaltene Lösung des Öls sich ausgezeichnet für das erfindungsgemäße Verfahren eignet, da die Trennung in die wäßrige Schicht und die Ölschicht sogar noch schneller tat als wenn rohes lösungsmittelfreies Öl verwendet wird.
  • Es sei klargestellt, daß in der Beschreibung der Erfindung und in den Ansprüchen der Ausdruck "Öl" immer dann, wenn der zugehörige Text es erlaubt, Lösungen von Öl in Lösungsmitteln,gewöhnlich als Micellen bekannt, einschließt.
  • Wegen der kurzen Zeit, die für die Trennung der wäßrigen Phase une der Lösungsmittelphase notwendig ist, führt die Verwendung einer Micellen-Lösung mit besonderem Vorteil zu der Durchführung der Erfindung als kontinuierliches Verfahren, obwohl die Erfindung auch auf ansatzweise Raffinierung anwendbar ist.
  • Die Raffinierung von Rohöl kann auf die übliche Art durchgeführt werden, aber wegen der niedrigen Viskosität der Seifenmasse bei geringeren Temperaturen als aie gewöhnlich angewendet worden. Das Öl kann mit dem Alkali vermischt werden und anschließend mit dem Sulfonatsalz oder dies kann auch umgekehrt durchgeführt werden. Meistens werden das Sulfonatsalz und die Alkalilösungen vorgemischt, und die Mischung wird dann su den Rohöl gegeben. Es ist vorzuziehen, bei einer so niedrigen Temperatur zu arbeiten als möglich Ist, um eine geschmolzene und leicht zu bearbeitende Raffiniermischung zu haben.
  • Jedoch ist die Geschwindigkeit der Trennung der 01- und Seifenschichten umgekehrt abhängig von der Raffinierungstemperatur. Die optimale Raffinierungetemperatur ist deshalb ein Kompromiß zwischen Zer-Setzung des Öls bei höheren Temperaturen und der Geschwindigkeit der Trennung der Schichten. Eine Temperatur von 40 bis 80°C, vorzugsweise 40 bis 600C, schafft befriedigende Ergebnisse.
  • Wenn ein noch bisher Reinheitsgrad des gewonnenen Öles erforderlich iat, kann die Ölschicht nach AS trennung von der wäßrigen Seifenschicht mit einer weiteren kleinen Menge des Sulfonatsalzes in wäßriger Lösung behandelt werden, und man läßt die bei den gebildeten Schichten sich trennen0 Die zweite wäßrige Schichten wird abgetrennt und kann, wenn gewünscht, mit der ursprünglich erhaltenen vereinigt werden. Die Ölschicht kann mit Wasser gewaschen und unter Vakuum getrocknet werden, um ein im wesentlichen reines Glyceridöl zu erhalten.
  • Andererseits können Trocknen und Entfärbung kombiniert werden, indem dem Öl Bleicherde zugefügt wird, worauf filtriert wird.
  • Die wertvollen Fettsäuren können aus der Schicht, die die Seifennasse enthält, durch Behandlung mit Mineralsäure, z. B. Schwefelsäure, erhalten werden.
  • Die Ansäuerung ist vorzugsweise so durchzuführen, daß ein pH-Wert von ungefähr 4 bis ungefähr 5 erhalten wird. Es kann eine Säure mit einer Konsentration von 70 % oder mehr verwendet werden Die freigesetzten Fettsäuren sind in der wäßrigen Phase unlöslich und können leicht daraus abgetrennt werden.
  • Wenn drei Schichten, eine Ölschicht, eine wäßrige Schicht und eine wäßrige Schicht des Komplexes, gebildet werden, kann die wäßrige Schicht des Komplexes abgetrennt und getrennt angesäuert werden und/oder auf andere Art weiterverarbeitet werdes. Wahlweise können die wäßrife Schicht des Komplexes und die wäßrige Seifenschicht miteinander aufgearbeitet werden Die übrig bleibenden wäßrigen Lösungen, die nach Preisetzuag und Gewinnung der Fettsäuren erhalten werden, können verworfen oder für die weitere Verwendung zurückgeführt werden, da sie Sulfonatsalz enthalten. Die zurückgeführte wäßrige Lösung kann auch beträchtliche Mengen von Alkalisalzen der Mineralsäure erhalten, die zur Freisetzung der Fettsäuren verwendet wurde. Die Anwesenheit von übermäßigen Mengen dieser Salze kann sich im Abdie trennungsprozeß als schädlich erweisen, und / in der rückgeführten wäßrigen Lösung vorhandene Menge wird vorzugsweise auf einem niedrigen Grad gehalten. Es wurde gefunden, daß die Löslichkeit des Natriumsulfates in Natriumsulfonatlösungen verhältnismäßig niedrig ist und daß deshalb beim Abkühlen der rückgeführten wäßrigen lösung ein größerer Anteil des Natriumsulfates auskristallisiert und entfernt werden kann, z. B. durch Filtrieren oder Zentrifugieren. Wenn das Natriumsulfat als Dekahydrat auskristallisiert, kann ein Wassergleichgewicht erhalten werden, obwohl die Entfernung von etwas Wasser durch Verdampfen notwendig sein kann. Eine solche Konzentration wird durchgeführt, bevor die Salze der Mineralsäure abgetrennt werden. Wenn erforderlioh, können zusätzliche Mengen des Sulfonatsalzes zu der rückgeführten wäßrigen Lösung hinzugegeben werden, um die Verluste auszugleichen, die während des Verfahrens aufgetreten sein können. Andererseite kann es wegen der kleinen Menge von Sulfonatlösung, die erfindungsgemäß verwendet wird, wirtschaftlich sein, die wäßrige: Lösung nur einige Male, z. B. 3 oder 4 mal, im Kreislauf zu führen.
  • In diesem Fall wird es unnötig, die Mineralsäuresalze zu entfernen.
  • Obwohl der Ölgehalt der Seifenmasse durch die Raffinierung des Rohöles in Gegenwart des Sulfonetsalses beträchtlich herabgesetzt wird, ist die Fettsäuremischung, die durch Ansäuerung der Seifenmasse erhalten wird, nicht immer 100%ig rein. Das soeben beschriebene Verfahren zur Gewinnung der Fettsäure kann so abgeändert werden, daß eine Fettsäure verbesserter Reinheit erhalten wird. Die von der ursprünglichen Alkalibehandlung des Rohöles stammende wässrige Schicht wird mit mindestens genügend Alkali, um das Glyzeridöl darin zu hydrolysieren, gekocht, um eine weitere Menge vom Fettsäureseife und Glyzerin zu ergeben. Die Mischung wird mit Mineralsäure angesäuert, um die Seife su hydrolysieren, die erhaltene Mischung läßtman in 2 Schichten absetzen und die untere wäßrige Schicht wird entfernt, so daß ein Fettsäureschicht verbesserter Reinheit verbleibt.
  • Es ist selbstverständlich, daß die als Ausgangsmaterial für dieses Verfahren verwendete wäßrige Schicht Sulfonatsalz enthält, das ursprünglich während des Raffinierens des Öles vorhanden war, Die Anwesenheit des Bulfonatsalzes ist für den Erfolg des Verfahrens wesentlich, da ohne dieses das Kochen der Mischung eine schwierige oder unmögliche Aufgabe wäre wegen des Schäumens duroh die Seife; dieses Schäumen wird vollkommen oder zum großen Teil durch das Sulfonatsalz verhindert. Das gesamte Alkali, das für diese Abänderung des erfindungsgemäßen Verfahren notwendig ist, kann bereitgestellt werden, indem ein genügender Überschuß von Alkali bei der ursprünglichen Behandlung des rohen Glyzeridöles erhalten wird. Wahlweise kann ein Teil des Alkalisoder das gesamte Alkali getrennt nach den Anfangsstufen des Raffinierungsverfahrens hinzugegeben werden.
  • Bei der Durchftlhrung dteses oben beschriebenen, abgeänderten Verfahrens als Teil eines Ölraffinierungsverfahrens, kann die ursprüngliche Ölsäuremischung zuerst mit ungefähr der 2-fachenMenge des Alkalis behandelt werden, die erforderlich int, um die vorhandenen Säuren in Gegenwart des Sulfonatsalzes zu verseifen. Die erhaltene Mischung trennt sich in eine obere gereinigte Öl schicht und eine untere wäßrige Schicht, die die verseiften Säuren, das Sulfonatsals, überschüssiges Alkali und mitgerissenes Glyzeridöl enthält. Die wäßrige Schicht läßt man ablaufen und kocht sie ungefähr eine Sturde. Bei dieser Temperatur und Zeit spaltet das vorhandene Alakli das Glyzeridöl. Wenn notwendig, kann in dieser Stufe weiteres Alkali hinsugegeben werden, um den auf das vorhandene Glycerid berechneten Überschuß zu ergeben, Die wäßrige Schicht wird dann wie vorher behandelt, um die Fettsäuren frei-zusetzen und die Sulfonatsalzlösung zu gewinnen, die zurückgeführt werden kann. Daher eignet sich das gesamte Verfahren dazu, als konünuierliches Verfahren durchgeführt zu werden.
  • Bei der Raffinierung von Glyzeridöle , die Phosphatide enthalten, z.B. von Sojabohnenöl, wurde durch das erfindungsgemäße Verfahren gefunden, daß diese Phoephatide in die wäßrige Schicht extrahiert werden und aus dieser durch bekannte Verfahren gewonnen werden können. Die Phosphatide, z.B. Lecithin, könne deshalb wertvolle Nebenprodukte des Verfahrens sein.
  • Weiterhin werden andere polare Substanzen, wie Proteine, Aldehyde und färbende Substanzen, die stärker hydrophil sind als die Glyzeridöle, aber etwas weniger hydrophil als die Seifen, ebenfalls aus der Ölphase in die wäßrige Phase überführt. Deshalb sind die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltenen Öle in der Qualität den Ölen im wesenthohen gleich, die duroh tibliohe Raffinierungsverfahren erhalten werden und bei denen eine Reinigung in verschiedenen Stufen einschließlich Alkaliraffinierung, Absorbtionsbleichung und Deodorisierung durchgeführt wird. Durch die Verwendung des erfindungsgemäßen Verfahrene kann es deshalb in einigen Fällen möglich sein, die Anzahl der Raffinierungsstufen auf eine herabzusetzen.
  • Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele erläutert; Die in der Tabelle angegebenen le werden wie folgt behandelt: Aus dem Öl werden durch Behandlung mit 60%iger Phosphorsäure die Gummi entfernt, darauf wird zweimal mit Wasser gewaschen.
  • Die angegebene Ölmenge wird wäbrend der Zugabe von Natriumxylolsulfonatlösung bei 40 bis 50°C gerührt, darauf folgt die notwendige Menge Natriumhydroxyd (100% bezogen auf den Gehalt des Öles an freien Zettsäuren), zugegeben als 45%ige Lösung. Das Rühren wird 5 Minuten fortgesetzt,und man läßt die Mischung höchstens eine Stunde absetzen.
  • Die Seifenmenge wird abgelassen und das neutrale O1 mit Wasser gewaschen, getrocknet und analysiert, um den Gehalt an freier Pettsäure und rückständiger Seife zu bestimmen.
  • Die abgetrennte Seifenlauge wird mit 80%iger Schwefelsäure behandelt bis zu einem pH-Wert von 4.
  • Das erhaltene saure öl wird abgetrennt, gewaschen, getrocknet, gewogen,und es wird die Säurezahl (SZ) und die Verseifungszahl (VZ) bestimmt.
  • Tabelle Art %-freie Molverhält- HALVOPON* Gewicht des Öls Fett- nis Konzentra- des versäure HALVOPON* : tion wendeten Seife Gew.-% Öls Palmöl 7,05 1:1 40 200 2:1 40 200 Rapsöl 0,65 1:1 40 500 1:1 30 500 2:1 40 500 Talg 15, O 1:1 40 200 2:1 40 200 Spermaöl 1,9 1:1 40 1200 *Natriumxylolsulfonat Art des Neutrales Öl Saures Öl Raffinie-Öls rungsfaktor % freie Seife Gew. Säure- Versei- A B Fett- (g) zahl fungs-% säure (SZ) zahl (VZ) (mg KOH/g) Palmöl 0,2 0,06 14,32 196 210 1,05 1,07 0,13 0,04 13,77 208 210 1,00 1,01 Rapsöl 0,06 0,09 3,02 158 195 1,20 1,24 0,05 0,18 2,71 150 196 1,28 1,31 0,07 0,11 2,70 164 195 1,15 1,19 Talg 0,32 0,08 44,15 181 204 1,51 1,56 0,21 0,07 41,85 152 205 1,42 1,34 Spermabl C,13 0,04 27,6 147 20C 1,33 1,36 Raffinierungsfaktor A wurde berechnet als % Gewichtsverlust des Öles beim Neutralisieren % Abfall des Gehalts an freien Fettsäuren des Öles Raffinierungsfaktor B wurde berechnet als Verseifungszahl des sauren Öles Säure zahl des sauren Öles *Natriumxylolsulfonat - Patentansprüche -

Claims (5)

  1. Patentansprüche 1 Verfahren zum Raffinieren von tierischen oder pflanzlichen Ölen oder von Ölen von Meerestieren, die freie , ungesättigte Fettsäuren enthalten, bei welchen das Rohöl mit einer wäßrigen Lösung eines Alkalis in Gegenwart eines Alkali-, Erdalkali- oder Ammoniumsalzes einer Alkylaryl- oder Arylsulfonsäure gemischt wird, in welchen die Gesamtzahl der Kohlenstoffatome aller Alkylsubstituenten 4 nicht überschreitet und wobei man die Mischung in eine wäßrige Schicht und eine ölige Schicht absetzen läßt, die dann getrennt werden, wobei die wäßrige Schicht ggf. danach mit einer weiteren Menge des Sulfonatsalzes in wäßriger lösung behandelt wird und/oder ggf. danach mit einer Mineralsäure angesäuert wird, so daß sich die Mischung in eine Fettsäureschicht und eine wäßrige Hydrotrope Schicht trennen kann, wobei die Ansäuerung mit oder ohne vorheriges Kochen der wäßrigen Schicht mit mindestens genügend Alkali, um das vorhandene Glyzeridöl zu hydrolisieren, durchgeführt wird, um eine weitere Menge Fettsäureseifs und Glyzerin su er geben, dadurch gekennzeichnet, daß die Molverhältnisse des Sulfonatsalzes zum Gesamtgehalt des Rohöles an freien Säuren einen Höchstwert hat, der nach und nach von 1:1, wenn das Öl eine Jodzahl von mindestens 45 hat, auf 2,7 2 1 zunimmt, wenn die Öle Jodzahlen nahe 0 haben.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohöl eine Jodzahl von mindestens 45 hat und das Molverhältnis von Sulfonatsalz zum Gesamtgehalt an freien Fettsäuren 2 t 1 oder weniger ist.
  3. 3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß nach Zumischung der Alaklilösung eine obere Ölschicht, eine untere wäßrige Schicht und eine dazwischen liegende wäßrige Schicht, die einen Komplex aus einer Seife, einem Sulfonatsalz und Wasser enthalt 9 erhalten werden0
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Sulfonsäuresalz ein Alkalisalz von Xylol, Toluol-, Cymol- oder Cumolsulfonsäure, vorzugsweise Natriumxylolsulfonat, verwendet wird.
  5. 5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Konzentration des Sulfonatsalzes, bezogen auf die Gesamtmenge des vorhandenen Wassers, im Bereich von 35 bis 60 Gew.-% liegt.
    Komplex bestehend aus oder enthaltend 1 Molekül eines Alkalisalzes einer Aryl- oder Alkylarylsulfonsäue, in welcher die Gesamtzahl der Kohlenstoffatome aller Alkylsubstituenten 4 nicht überschreitet, vorzugsweise Natriumxylolsulfonat, ein Molekül einer Seife einer ungesättigten Fettsäure, vorzugsweise Natriumsalz der Ölsäure und Wasser, vorzugsweise in einer Menge von ungefähr 25 Molekülen.
DE19681808443 1967-11-15 1968-11-12 Verfahren zum Raffinieren von tierischen oder pflanzlichen OElen oder von OElen von Meerestieren Pending DE1808443A1 (de)

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DE1808443A1 true DE1808443A1 (de) 1969-07-10

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