DE1535423C - Vorrichtung zur Herstellung schußfadengerader Gewebe - Google Patents
Vorrichtung zur Herstellung schußfadengerader GewebeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung schußiadengerader Gewebe auf Webmaschinen
mit seitlichen Breithaltern und wenigstens einem sich über die Gewebebreite erstreckenden, in der Ge- ,
webelaufrichtung nach den Breithaltern angeordneten, profilierten Umlenkelement für die Gewebebahn.
Bei der Herstellung von Geweben;auf Webmaschinen mit z. B. positivem Warenbaumregulator, d. h.
mit zwangläufigem und somit konstantem Gewebeabzug, zeigt es sich, daß die Schußfäden zu den
Seitenrändern der Gewebebahn hin immer, stärker nach hinten gekrümmt sind. Diese Erscheinung bezeichnet
man als Schußfadenverzug.
Der Schußfadenverzug ist außerordentlich störend bei quergestreiften Mustern, insbesondere bei gewürfeltem
Stoffmuster, dem sogenannten Glenscheck, da hierbei diese Gewebeverzerrung besonders deutlich
erkennbar ist.
Der. Schußfadenverzug rührt von der Einwirkung der an der Webmaschine angeordneten, einen Randstreifen
der Gewebebahn erfassenden Breithalter her, die der beträchtlichen Zugkraft, mit der die Gewebebahn
nach vorn gezogen wird, hemmend' entgegenwirken. Über die Breite der Gewebebahn gesehen
erhält diese an den Rändern, d. h. entsprechend der Länge der Breithalter und in Richtung zum Rand
immer stärker, eine nach rückwärts gerichtete zusätzliche Zugbeanspruchung, die zu der obengenannten
bleibenden Gewebeverformung, dem Schußfadenverzug, führt. .
Um das so verformte Gewebe überhaupt verkaufsfähig zu machen; versuchte man bisher in erster Linie
die Verformung in der Ausrüstung beim Pressen und Dekatieren (== feuchtes, heißes Dämpfen mit dem
Zweck, ein späteres Eingehen des Gewebes zu verhindern) wieder in gewissem Maße auszugleichen.
Die Verformung kann hierbei jedoch beim anschließenden Behandeln (Bügeln) in der Konfektion wieder
zurückspringen.
Ferner wurde schon versucht, Breithalter vorzusehen, die über die ganze Bahnbreite reichen, aber
auch diesem Versuch war kein Erfolg beschieden, da die Anpreßkraft des Breithalters zur Bahnmitte abnahm
und sich,der Schußfadenverzug wieder einstellte. '
In einem anderen Zusammenhang ist eine .Umlenkstange
zur Verhinderung einer Faltenbildung in einer Gewebahn bekanntgeworden, weiche auf der das
Gewebe berührenden Seite ein von der Mitte nach den beiden Enden hin kontinuierlich abnehmendes
Profil aufweist (britische Patentschrift 101050). Durch diese Umlenkstange soll die Spannung der
Kettfäden von den Geweberändern gegen die Gewebemitte'hin
kontinuierlich erhöht und damit ein Erschlaffen des Gewebes in dessen mittlerem Bereich
verhindert.werden. . .
Der eingangs beschriebene, nur im Bereich der von den Breithaltern erfaßten Randstreifen auftretende
Schußfadenverzug kann durch die bekannte Umlenkstange nicht ausgeglichen werden. Insbesondere kann
eine Erhöhung der Kettfadenspannung im Mittelbereich des Gewebes nicht zu diesem Ziel führen.
Bei einer allfälligen Verwendung der bekannten Um- !cnkstange würde sogar das Gegenteil der angestrebten
Wirkung erreicht, da die im Mittelbercich des Gewebes gerade und schlißparallel verlaufenden
Schußfäden eine unerwünschte Krümmung gegen die GtIil t-ihielleri.
Eine andere bekannte Vorrichtung zum Entfernen von Falten aus einem Gewebe enthält eine sich über
die Webbreite erstreckende, aus mehreren Teilstükken zusammengesetzte Spannrolle, welche ebenfalls
ein von der Mitte nach den Enden hin kontinuierlich abnehmendes Profil aufweist (britische Patentschrift
787 995). Die Endteile der Spannrolle sind je mit einem Gewinde zur Führung der Randstreifen des
Gewebes versehen. Diese Endteile dienen — an Stelle von Breithaltern — zur Streckung des Gewebes in
Schußrichtung. Durch die bekannte Spannrolle kann ein Schußfadenverzug in den Randstreifen ebenfalls
nicht beseitigt werden. Vielmehr würde auch in diesem Fall eine über die ganze Gewebebreite verlaufende
zusätzliche Schußfadenkrümmung im Gewebe erzeugt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, welche die Nachteile der bekannten
Vorrichtungen vermeidet und welche die unmittelbare Herstellung eines schußfadengeraden Gewebes
ermöglicht, ohne dieses zusätzlich zu beanspruchen. Dabei wird von der Überlegung ausgegangen,
daß der Schußfadenverzug von einem durch, die ;<
Breithalter verursachten Zurückbleiben der Randbereiche des Gewebes im Vergleich zum Mittel-St1
bereich herrührt und daß es somit notwendig ist, den Mittelbereich des Gewebes an einer folgenden Umlenkstelle
einen Umweg ausführen zu lassen, damit die Randbereiche und der Mittelbereich jedes Schußfadens
wieder auf gleicher »Höhe« sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Umlenkelement auf der die Gewebebahn
berührenden Seite einen geraden, schlißparallel verlaufenden Mittelteil und beidseitig daran anschließende
verjüngte, dem Schußfadenverzug im Bereich der Breithalter entsprechend profilierte Endteile
aufweist, wobei die Länge des Mittelteils gleich ist dem Abstand zwischen den Breithaltern und die
Länge der Endteile mindestens gleich ist der Breite des durch den Breithalter geführten Randstreifens der
Gewebebahn.
Durch die Vorrichtung gemäß der Erfindung kann,
das verzogene Gewebe auf einfache Weise bleibend geradegerichtet werden. Da die Randstreifen der
Gewebebahn einen zum Rand hin abnehmenden Umweg ausführen, gelangen die Enden und der Mitteibereich
jedes Schußfadens jeweils »gleichzeitig« und somit in einer geraden, schußparallelen Linie auf den
Warenbaum. Es hat sich gezeigt, daß dabei die Spannung der Kettfaden über die ganze Gewebebreite
gleichbleibt. Ein besonderer Vorteil der Vorrichtung besteht darin, daß das Profil der Endteile genau der
Form des jeweils auftretenden, im Bereich der Breithalter sichtbaren Schußfadenverzuges angepaßt werden kann.
Das erfindungsgemäß ausgebildete Umlenkelement ist für das Nachrichten der Gewebebahn besonders
geeignet, da hier die auf die Gewebebahn insgesamt wirkende Zugkraft, die beispielsweise in der Größenordnung
von 600 kg liegt, über die ganze Bahnbreite voll und gleichmäßig zur Wirkung kommt.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Umlenkelement durch eine Umlenkstange gebildet, welche aus zusammensteckbaren Teilen
besteht. Dadurch kann die Vorrichtung durch Auswechseln einzelner Teile, etwa beim Wechsel des Gewebeaitikels,
mit geringem Aufwand an verschiedene Formen des Sclnißfadenyerzuges angepaßt werden.
Ih weiterer Ausgestaltung der Erfindung besteht die Umlenkstange dabei aus einem als Rohr mit konstantem
Außendurchmesser ausgebildeten, fest an der Webmaschine befestigten Mittelteil und an das Rohr
mittels eines axialen Bolzens ansteckbaren End* teilen, die an der Webmaschine lösbar befestigt sind.
Da die Gewebeleiste, d. h. deren äußerster Rand bisher einer besonders starken Verrormung ausgesetzt
ist, ist es gegebenenfalls von Vorteil, wenn die Endteile des Umlenkelements an ihren äußeren Enden
eine zusätzliche Profilierung für die Gewebeleiste besitzen. Auf diese Weise wird erreicht, daß die Gewebeleiste
völlig verzugsfrei umgelenkt wird.
In der Zeichnung ist die Erfindung beispielsweise näher erläutert, und zwar zeigt
Fig. 1 ein schematisches Schnittbild des Warenweges
in einer Webmaschine gemäß der Erfindung^ Fig. 2 eine Draufsicht hierzu,
F i g. 3 eine Ansicht der Umlenkvorrichtung gemäß der Erfindung,
F ig.-4 eine vergrößerte Einzelheit der Umlenkvorrichtung,
F i g. 5 eine schematische Draufsicht eines Gewebes mit Schußfadenverzug,
F i g. 6 eine schematische Draufsicht eines Gewebes ohne Schußfadenverzug.
Die im Fach 1 beginnende Gewebebahn 2 wird über einen Tisch 3. der Webmaschine geführt und an
dessen Ende nach unten gelenkt. Dabei durchläuft sie einen den Zug bewirkenden Zweiwalzenstuhl 4
und gelangt über eine Umlenkrolle'5 auf den Warenbaum
6. ··...'
Mit geringem Abstand vom Fach 1 entfernt durchlaufen
die Randstreifen 7 der Gewebebahn seitlich am Tisch 3 angeordnete Breithalter 8. Diese enthalten
je eine etwa um ihre Radiushöhe über die Tischfläche herausragende Führungsrolle 9, über die die Gewebebahn
geführt wird sowie einen diese abdeckenden Breithalte.rdeckel 10.
Durch die seitliche, durch die Breithalter verursachte Zugbeanspruchung bleibt das Gewebe in den
Randstreifen zum Rand hin zurück und zeigt die schematisch dargestellten Schußfadenverzugslinien
11.
. An der Vorderseite des Tischendes ist ein Umlenkelement angebracht (Fig. 1 und 2), das eine zusätzliche
gleichmäßige Ausrichtung des mittleren Teils 12 der Gewebebahn verursacht.
Dieses Umlenkelement besteht im einzelnen aus einer Umlenkstange 13 mit im-wesentlichen kreisrunden
Querschnitt (Fig. 3). An ihren Enden weist sie an ihrer Vorderseite Ausnehmungen 14 etwa in
der Größenordnung des Schußfadenverzuges auf, so daß die über die Umlenkstange 13 geführte Gewebebahn
eine nachträgliche Ausrichtung zwischen Null und Maximum vom Rand bis zum jeweiligen Rand
des Mittelteils der Gewebebahn erfährt.
Der mit der Ausnehmung 14 versehene Endteil 15 ist an seinem äußeren Ende mit einer Konsole 16
versehen, die am Tisch 3 anschraubbar ist. An seinem inneren Ende ist er in Form eines abgesetzten axialen
Zapfens 17 von geringem Durchmesser fortgesetzt und in ein fest an der Webmaschine angebrachtes, die
Umlenkung des Mittelteils der Gewebebahn bewirkenden Rohres 18 eingesteckt. Je nach der gewählten
Bahnbreite des Gewebes kann der Endteil 15 mehr oder weniger tief in das Rohr 18 eingesteckt sein,
wobei die entstehenden Zwischenräume durch Äbstandsringe 19 ausgefüllt sind. Der Übergang vom
größten zum kleinsten Querschnitt im Bereich der Ausnehmung 14 entspricht in seiner Länge etwa der
Länge des zugeordneten Breithalters.
Das Profil der Ausnehmung 14 entspricht angenähert etwa der Schußfadenverzugskurve 11 und
ίο muß dem jeweiligen Gewebeartikel durch eine leichte
Abänderung angepaßt werden. Dies ist jedoch nur eine geringe Mühe im Rahmen des handwerklichen
Könnens eines Facharbeiters.
Um ein Verziehen der Gewebeleiste zu vermeiden, besitzt die Umlenkstange im Bereich der ■ Leiste
zweckmäßig noch eine weitere profilierte Ausnehmung 20 (F i g. 4).
In den F i g. 5 und 6 sind zwei Gewebebahnen mit und ohne Schußfadenverzug 11 gegenübergestellt.
ao Letztere ist mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung einwandfrei herstellbar. Dieses Geraderichten
des Gewebes findet vor dem Fixieren statt, wobei das Gewebe unter der über die ganze Bahnbreite konstanten
Abzugsspannung steht, welche in bekannter Weise während des Webbetriebes erzeugt und aufrechterhalten
wird. Dementsprechend erfolgt auch keine Beeinträchtigung des Gewebes. Die Korrektur
ist daher dauerhaft.
Claims (4)
1. Vorrichtung zur Herstellung schußfadengerader Gewebe auf Webmaschinen mit seitlichen
Breithaltern und wenigstens einem sich über die Gewebebreite erstreckenden, in der Gewebelaufrichtung
nach den Breithaltern angeordneten, profilierten Umlenkelement für die Gewebebahn,
dadurch gekennzeichnet,daß das Umlenkelement (13) auf der die Gewebebahn
(2) berührenden Seite einen geraden, schußparallel verlaufenden Mittelteil (18, 19) und beidseitig
daran anschließende verjüngte, dem Schußfadenverzug (11) im Bereich der Breithalter (8)
entsprechend profilierte Endteile (15) aufweist, wobei die Länge des Mittelteils (18, 19) gleich
ist dem Abstand zwischen den Breithaltern (8) und die Länge der Endteile (15) mindestens gleich
ist der Breite des durch den Breithalter (8) geführten Randstreifens (7) der Gewebebahn (2).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Umlenkelemerit durch eine Umlenkstange (13) gebildet ist, welche aus zusammensteckbaren
Teilen (15,18,19) besteht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Umlenkstange. (13) aus einem als Rohr mit konstantem Außendurchmesser
ausgebildeten, fest an der Webmaschine befestigten Mittelteil (18) und an das Rohr mittels
eines axialen Bolzens (17) ansteckbaren Endteilen (15) besteht, die an der Webmaschine lösbar
befestigt sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Endteile.
(15) an ihren äußeren Enden eine zusätzliche Prbfilierung (20) für die Gewebeleiste besitzen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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