DE113721C - Verfahren zur Darstellung von Acidylderivaten der Leukothioninfarbstoffe - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Acidylderivaten der Leukothioninfarbstoffe

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DE113721C
DE113721C DE1899113721D DE113721DA DE113721C DE 113721 C DE113721 C DE 113721C DE 1899113721 D DE1899113721 D DE 1899113721D DE 113721D A DE113721D A DE 113721DA DE 113721 C DE113721 C DE 113721C
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Georg Cohn
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B5/00Dyes with an anthracene nucleus condensed with one or more heterocyclic rings with or without carbocyclic rings
    • C09B5/24Dyes with an anthracene nucleus condensed with one or more heterocyclic rings with or without carbocyclic rings the heterocyclic rings being only condensed with an anthraquinone nucleus in 1-2 or 2-3 position
    • C09B5/44Azines of the anthracene series
    • C09B5/60Thiazines; Oxazines

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT-
KLASSE 12 j>.
Die Uebelstande, welche'mit der medicinischen Anwendung des Methylenblaus bei Malaria Und Nervenschmerzen verbunden sind, lassen sich zum grofsen Theile beseitigen, wenn man sich der Säurederivate des Leukomethylenblaus bedient, welche im Organismus den Farbstoff abspalten (s. Patentschrift 103147).
Durch directe Acylirung des Leukomethylenblaus ist bisher nur eine von Bernthsen als Acetylleukomethylenblau beschriebene, sehr unreine Verbindung erhalten worden (Liebig's Ann. 230, 150). Es wurde nun gefunden, dafs man die Säurederivate des Leukomethylenblaus auch vom Chlorzinkdoppelsalz ausgehend gewinnen kann, das im Gegensatze zu der freien Base aufserordentlich luftbeständig ist und in quantitativer Ausbeute isolirt wird. Das Doppelsalz wird mit dem Säurechlorid oder -Anhydrid bei Gegenwart von Pyridin gekocht. Das Princip und specielle Verfahren, statt leicht zersetzlicher Basen ihre beständigen Verbindungen mit Schwermetallsalzen zu Reactionen zu verwenden, ist aus der Patentschrift 65102 noch nicht bekannt; es wird zwar die Acetylirung des Aethoxyamidochinolins mit Hülfe eines Doppelsalzes beschrieben, aber diese Base bietet auch bei,der directen Acetylirung keine Schwierigkeiten wie bei der Acetylirung des LeukomethylenblauSj dessen Empfindlichkeit Vorsiehtsmafsregeln (C O2-Atmosphäre u. s. w., vergl. Bernthsen a. a. 0.) erfordert, die im Grofsbetriebe undurchführbar
Durch vorliegendes Verfahren wird ferner die Darstellung einer ganzen Anzahl bisher unbekannter Leukomethylenblauderivate ermöglicht, welche sich vor dem Acetylleukomethylenblau z. Th. durch gröfsere Stabilität auszeichnen (z. B. die Benzoyl- und Anisylverbindung), z. Th. dadurch, dafs sie noch andere therapeutisch wirksame Gruppen enthalten (z. B. · das Valerylderivat).
In den nachfolgenden Beispielen wird das Verfahren unter Benutzung aromatischer, aliphatischer und anorganischer Säurechloride bezw. -Anhydride ausführlicher erläutert.
:■■;■'Beispiele:
i. 10 Theile : Leukomethylenblauchlorzinkdoppelsälz werden mit 15 Theilen Pyridin und 6 Theilen Benzqylchlorid 1, Stunde am Rückflufskühler gekocht. Aus der gelbbraunen Lösung- wird dann durch Zusatz von Wasser ein klebriger Niederschlag ausgefüllt, der nach Entfernung der Flüssigkeit mit verdünnter Natronlauge verrieben wird. Man erhält so das Be.nzoylleükomethylenblau in Form eines gelbweifsen Pulvers in guter Ausbeute. Es wird zur Reinigung in verdünnter Salzsäure gelöst, aus dem Filtrat durch Ammoniak wieder ausgeschieden und nach dem Trocknen aus Benzol τ Petroläther umkrystallisirt. Es bildet in reinem Zustand eine schwach gelbliche krystaliische Substanz vom Schmelzpunkte 1620, die in Alkohol und Aether schwer löslich ist, liefert ein'gelbes, bei 175 bis 176° schmelzendes Pikrat,' ferner ein Eisenchloriddoppelsalz, ürtd wird in saurer Lösung durch Eisenchlorid schnell in Methylenblau übergeführt. Benzoylleukomethylenblau ist luftbeständig und spaltet
im Organismus den Farbstoff ab. Es soll deshalb zur Behandlung von Malaria und Nervenschmerzen Anwendung rinden.
2. Ganz analog wird Anisylleukomethylenblau gewonnen, indem man das Benzoylchlorid durch ca. 8 Theile Anisylchlorid ersetzt. Die neue Substanz bildet harte, bei 106 bis 1070 schmelzende Krystalle.
3. Wendet man statt des Benzoylchlorids die gleiche Menge Acetanhydrid an, so erhält man Acetylleukomethylenblau mit seinen in der Patentschrift 103147 beschriebenen Eigenschaften. ·
4. 10 Theile Zinksalz, ι ο Theile Valeriansäureanhydrid und 15 Theile Pyridin werden ca. 3 Stunden am Rückflufskühler gekocht. Das mit Wasser und Natronlauge behandelte Valerylleukomethylenblau wird aus ver-. dünntem Alkohol umkrystallisirt. Schmelzpunkt 155 bis 1560. Ausbeute quantitativ.
5. Ein Gemisch aus 10 Theilen Zinksalz, 7 Theilen Butyrylchlorid und 15 Theilen Pyridin wird 1J2 Stunde gekocht. Schmelzpunkt des aus Alkohol umkrystallisirten Butyrylleukomethylenblaus 1430. Ausbeute quantitativ.
6. Wendet man statt des Butyrylchlorids Propionylchlorid an, so ist die Reaction in 15 Minuten vollendet. Propionylleukomethylenblau, Schmelzpunkt 145 bis 1460. Ausbeute quantitativ.
7. Man kocht 10 Theile Zinksalz, 15 bis 20 Theile Pyridin und 5 bis 10 Theile Phosphortrichlorid 1 bis 2 Stunden lang am Rückflufskühler, zersetzt das etwa unveränderte / Chlorid durch vorsichtigen Zusatz von Wasser und filtrirt nach genügender Verdünnung die Phosphorverbindung ab. Sie bildet ein gelb bis braun gefärbtes, in Eisessig schwer, in Alkohol und Wasser. nicht lösliches Pulver und wird durch Eisenchlorid schnell oxydirt.
8. Man kocht 10 Theile des Chlorzinkdoppelsalzes des Leukoäthylenblaus, welches in üblicher Weise ohne Schwierigkeit erhallen wird und ein wenig gefärbtes krystallinisches Pulver darstellt, mit 20 Theilen Pyridin und 9 Theilen Acetanhydrid 2 Stunden am Rückflufskühler. Das Reactionsproduct wird in angegebener Weise verarbeitet und liefert Acetylleukoäthylenblau vom Schmelzpunkt i8o° in befriedigender Ausbeute.
Das Zinndoppelsalz des Leukomethylcnblaus wird durch Reduction des Farbstoffes mit Zinn und Salzsäure als krystallinisches Pulver erhalten, das dem Zinksalz an Beständigkeit nachzustehen scheint. Erhitzt man es mit circa der gleichen Menge eines Säurechlorids bezw. Anhydrids und der 1 1/2 fachen Menge Pyridin j bis 3 Stunden lang, 'so gewinnt man die oben beschriebenen Leukoproducte ohne Schwierigkeit. Die Anwendung des Zinnsalzes hat jedoch keinerlei Vorzüge vor der des Zinksalzes.
Acetyl- und Benzoylleukodimethyltoluthionin bilden fast farblose, gut krystallisirte, beständige Körper. Sie können sowohl mit Hülfe des Zink- wie des Zinnsalzes aus dem Farbstoffe dargestellt werden.
Die angegebenen Mengen- und Zeitverhältnisse können innerhalb weiter Grenzen schwanken. Statt des Pyridine kann. z.B. Chinolin, das aber weniger zweckmäfsig ist, benutzt werden. Man kann ferner andere Säurechloride (bezw. Anhydride) anwenden, ohne dafs jedoch die dadurch entstehenden Körper wesentliche physikalische oder physiologische Vorzüge vor den beschriebenen Heilmitteln zeigten.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung von Acidylderivaten der Leukothioninfarbstoffe, darin bestehend, dafs man die Doppelsalze aus Leukothioninfarbstoffen und Metallsalzen mit Säurechloriden oder Säureanhydriden bei Gegenwart von Pyridin oder einer anderen tertiären Base behandelt.
    BEHLlN. OCDRUCKT IN DER REICHSDRUCKEREI.
    rfib tv-Vi ν t»«. & 4. (.«Μ« 11.
    i tk-ti te A. -j Ht Mf i
DE1899113721D 1899-06-01 1899-06-01 Verfahren zur Darstellung von Acidylderivaten der Leukothioninfarbstoffe Expired DE113721C (de)

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