DE10300662A1 - Vorrichtung zum Drehen von Teilflächen einer Gebäudefassade - Google Patents

Vorrichtung zum Drehen von Teilflächen einer Gebäudefassade Download PDF

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Abstract

Verfahren und Vorrichtung zum kontrollierten Verdrehen von Paneelelementen, die Teil einer, aus übereinander und nebeneinander angeordneten Flächen bestehenden, Fassade eines Gebäudes sind. Es wird ein witterungsgeschützter und sicherer Betrieb gewährleistet.

Description

  • Die neuesten Erkenntnisse der Archäologen weisen auf den nachweisbaren Bau von Steinhäusern vor Jahrtausenden auf dem Gebiet der heutigen Türkei hin.
  • Diese ältesten Steinbauten sind in rechteckig orientierten flächigen Strukturen angeordnet und weisen meist nur eine Geschosshöhe auf.
  • Doch schon der aus der nachprüfbaren Baugeschichte nächste Schritt zu der Entwicklung mehrgeschossiger Bauwerke führte zu dem, auch aus der Bibel bekannten, Turmbau von Babylon. Dieser Turmbau wurde im Mittelalter meist mit einem runden Querschnitt dargestellt. Wie jedoch neuere Grabungen erweisen, war sein Grundriss quadratisch. In dieser Form muss seine Überreste auch noch der griechische Geschichtsschreiber Herodot gesehen haben. Dieser Turm ähnelte somit schon den modernen Hochhäusern.
  • Dieser erste aus der Geschichte bekannte Hochbau war in erster Linie der Anbetung des Gottes Marduk vorbehalten. Er war also nicht für die Behausung und Beherbergung von Menschen gedacht, sondern diente im Grunde machtpolitischen Zwecken, also reiner Fassade im übertragenen Sinn.
  • Auch in der heutigen Zeit sind unsere Hochhäuser, die sinnfälligsten Fassadenbauwerke, nicht nur reine , dem Schutz und der Behausung von Menschen dienende, Zweckbauten sondern sie dienen auch vielfach symbolträchtigen Zwecken. Dies wurde zuletzt durch die Zerstörung der sogenannten Twin – Towers von New York sinnfällig demonstriert.
  • Gerade diese beiden Türme des Welthandels – Zentrums erschienen, nach Aussagen ihrer Erbauer, gegen Witterungseinflüsse weitgehend sicher gebaut. Die Belastung durch die im Inneren eines Turms erfolgte Explosion von ca. 20000 Litern Kerosin mittels eines aufprallenden Verkehrsflugzeugs war freilich nicht eingeplant. Nach diesen Erfahrungen werden beim Bau neuer Hochhäuser auch solche, vorher undenkbare, Vorkommnisse in der Planung berücksichtigt werden.
  • Unabhängig davon entsprechen aber auch die meisten älteren Hochhäuser, vor allem ihre Fassaden, nicht mehr den Anforderungen an modernen Wohnkomfort.
  • So ist gerade aus dem Bereich von Hochhäusern die Krankheit des „Sick -Building – Syndroms „ bekannt. Hierbei handelt es sich um einen Sammelbegriff für ein Krankheitsbild, das vor allem bei Beschäftigten in modernen Geschäfts- und Verwaltungsräumen auftritt. Auslöser für diese Krankheitssymptome sind meist defekte oder schlecht eingestellte Klimaanlagen. Auch Ausdünstungen von Chemikalien (Formaldehyd) aus Teppichböden oder Möbeln sowie das Auftreten von Schimmelpilzen werden als Auslöser für diese Beschwerden diskutiert. Sie äußern sich als Kopfschmerz, Schwindel, Müdigkeit, Augenreizungen oder Atembeschwerden. Wie schon aus dieser Aufzählung der möglichen Auslöser zu ersehen ist, liegt die eigentliche Ursache darin begründet, dass in modernen Häusern die Versorgung mit Frischluft problematisch ist. Denn sowohl Schimmelpilze als auch Ausdünstungen von schädlichen Chemikalien lassen sich durch Zuführung von Frischluft am schnellsten beseitigen bzw. ganz vermeiden.
  • Im normalen Wohnungsbau wird die notwendige Frischluftzufuhr aber oft durch die übertriebene Wärmedämmung in Verbindung mit falschem Lüftungsverhalten verhindert. Deshalb sind aus Altbauten mit ihren schlecht schließenden Fenstern und Türen kaum Schimmelpilze bekannt.
  • Bei Hochhäusern jedoch wird das Öffnen von Fenstern meist schon deswegen verhindert, weil durch das Öffnen gegenüberliegender Fenster und das zufällige Offenstehen zwischenliegender Türen ein extrem starker Zug entsteht. Klimaanlagen zur Belüftung und Beheizung sind hier der einzige Ausweg. Dass in diesem Fall das Einblasen von unverbrauchter, das heißt künstlich gereinigter, Luft oft über keimbelastete Wärmetauscher erfolgt, fördert das Auftreten von Krankheiten.
  • Ein weiterer Aspekt des Hochhausbaus etwa bis zur Mitte der achtziger Jahre ist die zunehmende Vorliebe für großflächige Glasfassaden und ihr hoher Energieverbrauch. Ein typisches etwa zwölfstöckiges Bürohochhaus aus dieser Zeit weist eine verglaste Fassade mit herkömmlicher Isolierverglasung und Fensterbrüstungen aus wärmegedämmten Glaspaneel – Elementen auf. Als Tragwerk dient eine Aluminium – Pfosten – Riegelkonstruktion mit außenliegenden Tragprofilen. Der Anteil der Verglasung an der Fassadenfläche beträgt ca. 50 Prozent. Der Anteil der Wärmeverluste aufgrund der Transmission der Bestandsverglasung am Gesamtwärmebedarf dieses Gebäudes beträgt rund 43 Prozent. Für ein solches Gebäude ergibt sich etwa ein Energieverbrauch von 175 kWh/qm pro Jahr.
  • Bei Sanierungen von Bürogebäuden dürfen nach VDI – Richtlinien und Empfehlungen der Schweizer Norm SIA 380/1 ein Jahresheizwärme – Energiebedarf von 105 kWh/qm und ein Stromverbrauch von jährlich 63 kWh/qm nicht überschritten werden . Dies ist in vielen Fällen im wesentlichen allein durch den Austausch der herkömmlichen Verglasung durch moderne Warmgläser mit einer hauchdünnen und unsichtbaren Silberbeschichtung in Verbindung mit einer Edelgasfüllung zu erreichen.
  • Weiterentwicklungen bei der Sanierung von Hochhäusern, wie sie zum Beispiel durch die WO 98/26224 A1 bekannt sind, weisen ein doppeltes Fassadensystem, bestehend aus einer Innenfassade und einer Außenfassade auf. Die einfachste Form eines solchen doppelten Fassadensystems besteht aus der, wie auch immer gearteten, eigentlichen Fassade und aus einer äußeren, der eigentlichen Fassade vorgesetzten, Prallscheibe, die hohe Windlasten von der dahinterliegenden Fassade fernhält.
  • Zur Verbesserung des optischen Eindrucks und der Luftzirkulation zwischen den Fassadenteilen wird in der WO 98/26224 A1 vorgeschlagen, dass die Außenfassade durch freitragende, ohne äußeren Rahmen gehaltene Glaselemente gebildet wird, die um eine vertikale Achse drehbar sind. Weiter ist hierbei vorgesehen, dass mehrere Glaselemente mittels einer gemeinsamen Antriebseinrichtung über einen Betätigungshebel und einen horizontalen Seilzug gedreht werden können.
  • Abgesehen davon, dass der erzielte optische Effekt sicher nicht überall Zustimmung finden wird, erscheinen die mechanischen Kräfte bei der gewählten vertikalen Drehachse infolge der starken, meist horizontalen, Luftströmungen technisch schwer beherrschbar. Zudem sind gerade im Sommer wegen der aufsteigenden Luftströmungen im Bereich von Fassaden hinsichtlich einer verstärkten Luftzirkulation nur bescheidene Beiträge zu erwarten.
  • Eine aus der DE 199 12 900 C1 bekannte andere Verkleidung für eine Wand – oder Deckfläche eignet sich aufgrund ihrer Konstruktionsmerkmale ebenfalls für die Verkleidung größerer Fassadenflächen mit schweren Platten oder Paneelen. Bei dieser Fassadengestaltung sind die Paneelelemente jedoch horizontal gelagert. Diese Verkleidung umfasst in ihrem Grundkonzept eine Halteeinrichtung für die Verkleidungsplatten bei der die Halteeinrichtung eine vertikale Tragschiene, eine an der Tragschiene in einer Gleitführung längsverschieblich geführte Schubschiene und Träger und Stützen aufweist, die über Drehgelenke die Verkleidungsplatten mit der Tragschiene und der Schubschiene drehbar verbinden.
  • Durch die horizontale Lagerung der Paneelelemente ist eine bessere Luftzirkulation zwischen den Fassadenflächen und, vor allem bei photovoltaischen Aufgaben der Paneelelemente, eine dezidiertere Anpassung dieser Elemente an den jeweiligen Sonnenstand zu erreichen.
  • Der aus der DE 199 12 900 C1 bekannten Verkleidung liegt die Aufgabe zugrunde, die bei bekannten vergleichbaren Verkleidungen auftretende Verschmutzung und Korrosion der Lagerteile und Drehgelenke besser zu schützen.
  • Die Lösung dieser Aufgabe wird im wesentlichen dadurch erreicht, dass die Tragschiene einen, auf der den Verkleidungsplatten zugekehrten Seite, offenen Kanal aufweist, der in der Schließstellung der Verkleidungsplatten durch diese abgedeckt ist und außerdem dadurch, dass die Schubschiene und die Träger der Platten sowie die Stützen in dieser Schließstellung im offenen Kanal angeordnet sind.
  • Diese Aufgabe wird zwar in der Schließstellung der Verkleidungsplatten insofern gelöst, als der offene Kanal der Tragschiene gegen grobe Witterungseinflüsse durch die Abdeckung über die Verkleidungsplatten geschützt ist, jedoch trifft dies schon bei einer leichten Drehung der Verkleidungsplatten ersichtlich nicht mehr zu. Denn in diesem Fall wird über den entstehenden Luftzug Außenluft in das Tragwerk gesogen und die Korrosion der Gelenke beschleunigt. Selbst in der Schließstellung der Verkleidungsplatten sind deren Abgrenzungsfugen ohne zusätzliche Maßnahmen nie ganz dicht . Deshalb bietet der nach vorne offene Kanal auch in diesem Fall keinen ausreichenden Schutz vor Korrosion.
  • Zudem bietet diese bekannte Verkleidung hinsichtlich der konstruktiven Ausgestaltung der gewählten Hebelkonstruktion keine ausreichende Sicherheit dafür, auch größere und schwerere Platten gegen eine mittlere Windlast mit vertretbarem Kraftaufwand aus der Fassade herauszudrehen.
  • Bei allen derartigen Überlegungen blieb bisher noch unberücksichtigt auf welche Weise und mit welchen Mitteln die Kräfte zum Verdrehen einer größeren Anzahl von Fassadenelementen aufzubringen sind. Hierüber finden sich in der genannten Druckschrift keine Angaben.
  • Zu diesem Thema ist im Stand der Technik aus der DE 197 26 398 A1 ein Antriebssystem zum gleichmäßigen Antreiben einer Mehrzahl parallel angeordneter Lamellen bekannt, wobei die Lamellen jeweils auf Wellen gelagert sind und von einer gegenseitig geschlossenen Stellung, in der ihre Kanten aneinander angrenzen, reproduzierbar in eine offene Stellung bringbar sind, in der ihre Kanten im Abstand angeordnet sind.
  • Als Lösung wird hier im wesentlichen vorgeschlagen, dass eine Antriebswelle als Hauptantriebswelle ausgebildet ist, die über eine Mehrzahl von Umsetzgetrieben eine Mehrzahl von Betätigungswellen treibt, wobei auf jeder Betätigungswelle eine Mehrzahl von Betätigungsgetrieben zum jeweiligen Treiben der Lamellen vorgesehen ist. Die Durchmesser der Betätigungswellen können hierbei kleiner sein als der Durchmesser der Hauptantriebswelle. Das letzte Merkmal ist wegen der unterschiedlichen zu übertragenden Drehmomente selbstverständlich. Die aufgezeigte Hierarchie der Getriebearten und Antriebswellen folgt dem üblicherweise logischen Kraftfluss. Vor allem sind die Kräfte die zum Verdrehen von Lamellen geringer Breite und Masse aufzuwenden sind in ihrer Größe nicht zu vergleichen mit denen die beim Verdrehen von Paneelelementen einer Fassadenkonstruktion bei Windlast auftreten.
  • Weiterhin ist davon auszugehen, dass die betrachteten Paneelelemente Teil einer Außenfassade sind der eine Innenfassade gegenüberliegt, die normale Fenster aufweist, die von Hand zu öffnen sind. Hierbei besteht jedoch die Gefahr, dass aus einem solchen Fenster mechanische Gegenstände oder sogar Teile von Lebewesen in den Bereich der Außenfassade reichen. Geschieht dies zu einem Zeitpunkt zu dem sich Paneelelemente in geöffneter Stellung befinden, würde ein unkontrolliertes Schließen von Paneelelementen ein Verklemmen eines solchen mechanischen Gegenstandes oder einen ernsthaften Unfall zur Folge haben. Gerade in den Sommermonaten ist eine solche Konstellation sehr leicht möglich.
  • Abgesehen davon ist auch ein Einklemmen von Gegenständen oder Vögeln die von außen in den Bereich der Außenfassade gelangen, nie mit Sicherheit auszuschließen Auch ist es wünschenswert lediglich Teile einer Fassade einer bestimmten Verstellung von Paneelelementen zu unterwerfen. Solche Teile können ganze Stockwerke oder auch Stockwerksbereiche sein. Besonders Fassadenteile die in eine bestimmte Himmelsrichtung zeigen benötigen oft unterschiedlichen Wärmeschutz.
  • Der Erfindung liegt demzufolge die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Verdrehen von Paneelelementen einer Gebäudefassade anzugeben, die in allen denkbaren Betriebszuständen einen sicheren und leicht überprüfbaren Betrieb gewährleistet.
  • Diese Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen der Patentansprüche 1 bzw. 12.
  • Der Kern der Erfindung liegt im wesentlichen darin, den Verstellmechanismus durch spezielle konstruktive Maßnahmen vor Umwelteinflüssen zu schützen, die Kräfteverhältnisse zwischen den mechanischen Bauteilen zu optimieren, und durch spezielle Sicherheitsmaßnahmen einen störungsfreien Betrieb zu gewährleisten.
  • Im Folgenden werden die Merkmale der Erfindung näher beschrieben. Es zeigen die Figuren im Einzelnen:
  • 1: Eine perspektivische Innendarstellung des mechanischen Antriebs des erfindungsgemäßen Verdrehungsmechanismus.
  • 2: Eine perspektivische Ansicht der räumlichen Lage der Sicherheitsmittel.
  • 3: Eine Querschnittsübersicht des Zusammenspiels der Antriebselemente.
  • 4: Eine räumliche Darstellung eines von Sensoren überwachten Raums.
  • 5: Eine Querschnittsdarstellung aus dem Bereich des mechanischen Primär – Antriebs.
  • In der 1 ist ein Hauptträger ( 1 ) einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in aufgeschnittener Darstellung gezeichnet. Er ist auf der tragenden Unterkonstruktion mit gebräuchlichen mechanischen, nicht näher bezeichneten, Verbindungsmitteln befestigt. Für die Befestigung eines Paneels sind bei schweren Materialien zwei Hauptträger ( 1 ) erforderlich. Die folgenden Ausführungen gelten der einfachen Darstellung wegen jeweils lediglich für einen Hauptträger ( 1 ) .bzw. jeweils einen Tragholm ( 10 ).
  • Auf dem Tragholm ( 10 ) werden die gewünschten Paneele entsprechend der Wahl des betreffenden Materials angebracht. Gelagert ist der Tragholm ( 10) einerseits über die Drehachse ( 18 ) und die Hebelstange ( 11 ), die wiederum über die Drehachse ( 12 ) am Hauptträger ( 1 ) angelenkt ist ( vgl. rechter Teil der 1 ). Andererseits ist das bauseitige Ende des Tragholms ( 10 ) über die Drehachse ( 5 ) mit der Schubstange ( 9 ) verbunden. Die Drehachse ( 18 ) befindet sich vorzugsweise in einer Entfernung von etwa einem Drittel der Gesamtlänge des Tragholms ( 10 ) von der Drehachse ( 5 ) entfernt.
  • Durch die Bewegung der Schubstange ( 9 ) nach oben oder unten bewegt sich die Drehachse ( 5 ) und mit ihr das bauseitige Ende des Tragholms ( 10 ) ebenfalls nach oben oder unten. Dies hat über die Hebelstange ( 11 ) eine Drehung des Tragholms 10 ) um die Drehachse ( 18 ) zur Folge.
  • Die vertikale Auf- bzw. Abwärtsbewegung der Schubstange ( 9 ) erfolgt über die mit ihr fest verbundene Schlossmutter ( 4 ).
  • Die Schlossmutter ( 4 ) läuft auf dem Gewinde der Hubspindel ( 6 ).
  • Da die Schlossmutter ( 4 ) mit der Schubstange ( 9 ) kraftschlüssig verbunden ist, bewirkt eine Drehung der Hubspindel ( 6 ) über ihr Gewinde eine Mitnahme der Schlossmutter ( 4 ) und somit eine vertikale Bewegung der Schubstange ( 9 ).
  • In der 1 ist zusätzlich eine Lagerung der Hubspindel ( 6 ) in einem Spindellager ( 8 ) gezeigt. Eine genaue Justierung des Spindellagers ( 8 ) erfolgt über eine Spindellagerbefestigung ( 7 ). Eine entsprechende Befestigung der Hubspindel ( 6 ) befindet sich am unteren Ende des Hauptträgers ( 1 ).
  • Die Drehung der Hubspindel ( 6 ) wird über ein Schneckengetriebe ( 3 ) und die Antriebswelle ( 2 ) bewirkt.
  • Die rechte Abbildung der 1 zeigt die Lage des erfindungsgemäßen Verdrehmechanismus in geschlossener Position eines Tragholms ( 10 ).
  • In 4 ist ein Hauptträger ( 1 ) einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in geschlossener Darstellung gezeigt. Der Tragholm ( 10 ) befindet sich in aufgeklappter. Stellung. Im rechten Teil der 2 ist die entsprechende Situation mit geschlossenem Tragholm ( 10 ) dargestellt.
  • Im Tragholm ( 1 ) sind zur Überwachung des Raums zwischen den Hauptträgern ( 1 ) Sensoren ( 13 ) angebracht. Diese Sensoren ( 13 ) können, je nach den Anforderungen des Bauherrn bzw. Architekten oder den bautechnischen Gegebenheiten, sehr unterschiedlich ausgestaltet sein.
  • Als physikalische Lösung kommt hier Ultraschall, Infrarot oder Mikrowellen infrage.
  • Da bei einer sicherheitstechnischen Überprüfung einer Fassade erkannt werden muss in welchem Bereich ein detektierter Mangel zu finden ist, müssen die Signale der einzelnen Sensoren elektronisch unterscheidbar sein. Auch hier hängt der Aufwand für eine sicherheitstechnische Überprüfung des Bewegungsspielraums der jeweiligen Paneele wieder von den Ambitionen des Architekten oder Bauherren ab. So ist es aufwendiger eine komplette Fassade mit drehbaren Glaspaneelen und deren Überwachung auszugestalten, als beispielsweise nur ein Geschoss. Auch im Bereich jeweils eines Geschosses kann es als ausreichend erscheinen nur ein Band von Paneelen in einer bestimmten Höhe einer Überwachung zu unterziehen. Es kann auch gewünscht werden, nur bestimmte Bereiche einer Fassade über die Drehung von Paneelelementen zu öffnen. Zudem kann es genügen manche Bereiche einer Fassade nur in geringem Ausmaß zu öffnen, das heißt, elektronisch gesteuert nur einen kleinen Verdrehwinkel zuzulassen. Eine solche Maßnahme kann natürlich auch mit einer zeitlichen Abhängigkeit erfolgen.
  • In 4 ist zudem schematisch am abstehenden Ende des Tragholms ( 10 ) ein Magnet ( 19 ) eingezeichnet. Da es in vielen Fällen darauf ankommt, dass die einzelnen Paneelelemente auch wirklich dicht schließen ist zusätzlich zu einer, hier nicht gezeigten, konstruktiven Überdeckung der einzelnen Elemente, in den Randbereichen eine auf einer Magnetwirkung beruhende Schließfunktion vorgesehen. Diese kann über Permanentmagnete realisiert werden, was aber wiederum beim Öffnen der Paneele einen erhöhten Widerstand bedeutet. Deshalb wird in den meisten Fällen schaltbaren Elektromagneten der Vorzug gegeben werden.
  • Das Zusammenspiel beim Antrieb mehrerer Hubspindeln ( 6 ) durch einen Antriebsmotor ( 16 ) über mehrere Schneckengetriebe ( 3 ) ist in (3) dargestellt. Im mittleren Bereich ist der Antriebsmotor ( 16 ) zu erkennen, der das Hauptgetriebe ( 15 ) antreibt. Das Hauptgetriebe ( 15 ) treibt wiederum rechts und links über Kupplungshülsen ( 14 ) je ein Schneckengetriebe ( 3 ) an, wobei das rechte Schneckengetriebe ( 3 ) über eine Antriebswelle ( 2 ) ein weiteres Schneckengetriebe mit Drehmoment versorgt.
  • Im links gezeigten Schneckengetriebe ( 3 ) ist eine Schlossmutter ( 4 ) und eine Hubspindel ( 6 ) im Querschnitt mit dem entsprechenden Bezugszeichen zu erkennen.
  • Der 3 ist ferner ein möglicher Platzierungsbereich der Sensoren ( 13 ) zu entnehmen.
  • Die 4 zeigt schematisch eine perspektivische Ansicht des Zusammenwirkens eines Antriebsmotors auf drei Schneckengetriebe, ähnlich den in 3 gezeigten Verhältnissen. Es sind hier drei, nicht näher bezeichnete, parallel verlaufende Hauptträger ( 1 ) mit jeweils drei, ebenfalls nicht bezeichneten, Tragholmen ( 10 ) zu erkennen. Auf den obersten drei, von den insgesamt neun gezeichneten, Tragholmen ( 10 ) ist, gestrichelt gezeichnet, ein Paneel dargestellt. Von den insgesamt drei Schneckengetrieben ( 3 ) ist nur eines im rechten Hauptträger ( 1) mit Bezugszeichen gekennzeichnet. Ein Antriebsmotor ( 16 ) treibt über ein Hauptgetriebe ( 15 ) und Kupplungshülsen ( 14 ) jeweils ein Schneckengetriebe ( 3 ) an, wobei das rechte Schneckengetriebe über eine Antriebswelle ( 2 ) ein weiteres Schneckengetriebe antreibt. Gut zu erkennen sind ferner die Lageorte der Sensoren ( 13 ). Die an den Tragholmen vorgesehenen Magnete ( 19 ) finden ihre Entsprechungen an den Hauptträgern ( 1 ).
  • 5 zeigt im Querschnitt Details aus dem Bereich des Antriebsmotors ( 16 ) und des Hauptgetriebes ( 16 ). Besonders ist die Lage der Primärwelle ( 17 ) und die mechanische Ausgestaltung der Kupplungshülsen ( 14 ) zu erkennen.
  • Für den Fall des Einsatzes von Glaspaneelen als Fassadenelemente ergibt sich, durch die erfindungsgemäße variabel zu handhabende Fassadengestaltung, für den Betrieb bei Nacht eine zusätzliche neuartige künstlerische Ausdrucksmöglichkeit. So ist aus der DE 100 41 850 A1 eine Anordnung von lichtstrahlenden plattenförmigen Elementen als Teil einer Gebäudefassade bekannt.
  • Eine dynamische Veränderung durch das Verdrehen von solchen lichtstrahlenden Elementen mittels der erfindungsgemäße Vorrichtung bietet neue künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten besonderer Art.
  • 1
    Hauptträger
    2
    Antriebswelle
    3
    Schneckengetriebe
    4
    Schlossmutter
    5
    Drehachse ( Schubstange ( 9 ) mit Tragholm ( 10 ) )
    6
    Hubspindel
    7
    Spindellagerbefestigung
    8
    Spindellager
    9
    Schubstange
    10
    Tragholm
    11
    Hebelstange
    12
    Drehachse ( Hauptträger ( 1 ) mit Hebelstange ( 11 ) )
    13
    Überwachungssensoren
    14
    Kupplungshülsen
    15
    Hauptgetriebe
    16
    Antriebsmotor
    17
    Primärantrieb
    18
    Drehachse ( Tragholm ( 10 ) mit Hebelstange ( 11 ) )
    19
    Magnethalterung

Claims (12)

  1. Witterungsgeschützte Vorrichtung zum kontrollierten Verdrehen von Paneelelementen die Teil sind einer , aus übereinander und nebeneinander angeordneten Flächen bestehenden, Fassade eines Gebäudes, mit den folgenden Merkmalen: a) die einzelnen, horizontal ausgerichteten, Paneelelemente sind über einen besonders gestalteten Hebelmechanismus an vertikal ausgerichteten Hauptträgern ( 1 ) drehbar gelagert, b) die Hauptträger ( 1 ) bestehen aus , im wesentlichen geschlossenen, Profilrohren, wobei die für die Drehbewegung der Paneelelemente benötigten Öffnungen in den Profilrohren lediglich während der Drehbewegung offen sind, c) die Drehbewegung der Paneelemente erfolgt über eine, auf eine Schubstange ( 9 ) übertragene, vertikale Bewegung einer sich auf einer Hubspindel ( 6 ) bewegenden Schlossmutter ( 4 ), d) die Drehbewegung der jeweiligen Hubspindel ( 6 ) erfolgt über ein oder mehrere Schneckengetriebe ( 3 ) , das bzw. die über ein Hauptgetriebe ( 15) von einem Antriebsmotor ( 16 ) angetrieben wird bzw. werden, e) der räumliche Drehbereich der Paneelelemente wird sicherheitstechnisch überwacht.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass a) ein, ein Paneel tragender, Tragholm ( 10 ) einerseits über eine Drehachse ( 18 ) und eine Hebelstange ( 11 ), die wiederum über eine Drehachse ( 12 ) an einem Hauptträger ( 1 ) angelenkt ist, gelagert ist, und dass b) ein, ein Paneel tragender, Tragholm ( 10 ) andererseits an seinem bauseitigen Ende über eine Drehachse ( 5 ) mit einer Schubstange ( 9 ) verbunden ist.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse ( 18 ) etwa auf einem Drittel der Gesamtlänge eines Tragholms ( 10 ) , gerechnet vom bauseitigen Ende, liegt.
  4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass federbelastete, bandartige Dichtelemente die bei einer Drehbewegung eines Paneels freiwerdenden Schlitze im Hauptträger ( 1 ) abdecken.
  5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Hebelstange ( 11 ) einen Tragholm ( 10 ) im Bereich der Drehachse (18 ) auf seiner ganzen Breite stützt und somit große Stützlasten ermöglicht.
  6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Paneelelemente an den Rändern so ausgeführt sind, dass sich deren Randbereiche winddicht überdecken, und dass über elektrisch betätigbare Magnete ( 19 ) ein sicheres Anliegen an den Hauptträgern ( 1 ) gewährleistet ist
  7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der räumliche Drehbereich der Paneelelemente über in den Hauptträgern angebrachte Sensoren ( 13 ) überwacht wird, wobei als Ultraschall, Infrarot oder Mikrowellen zur Anwendung kommen können.
  8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Signale der Sensoren ( 13 ) sowie der Magnete ( 19 ) datentechnisch erfasst und ausgewertet werden und die Steuerung des Erregerstroms der Magnete zu Zwecken einer Sturmsicherung verwendet wird.
  9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdrehwinkel der einzelnen Paneelelemente einzeln und/oder in Gruppen und/oder zeitlich versetzt gesteuert werden.
  10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass beim Einsatz von Paneelen aus Glas einzelne oder mehrere Glaspaneele auf ihrer gesamten Fläche lichtstrahlend gestaltet werden.
  11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass Paneelelemente photovoltaische Anlagen enthalten
  12. Verfahren für das kontrollierte Verdrehen von Teilflächen einer Gebäudefassade, die aus übereinander und nebeneinander Angeordneten Flächen besteht, mit den folgenden Merkmalen: a) die einzelnen, horizontal ausgerichteten, Paneelelement sind über einen besonders gestalteten Hebelmechanismus an vertikal ausgerichteten Hauptträgern ( 1 ) drehbar gelagert, b) die Hauptträger ( 1 ) bestehen aus, im wesentlichen geschlossenen, Profilrohren, wobei die für die Drehbewegung der Paneelelemente benötigten Öffnungen in den Profilrohren lediglich während der Drehbewegung offen sind, c) die Drehbewegung der Paneelelemente erfolgt über eine, auf eine Schubstange ( 9 ) übertragene, vertikale Bewegung einer sich auf einer Hubspindel ( 6 ) bewegenden Schlossmutter ( 4 ). d) die Drehbewegung der jeweiligen Hubspindel ( 6 ) erfolgt über ein oder mehrere Schneckengetriebe ( 3 ), das bzw. die über ein Hauptgetriebe ( 15 ) von einem Antriebsmotor ( 16 ) angetrieben wird bzw. werden, e) der räumliche Drehbereich der Paneelelemente wird sicherheitstechnisch überwacht.
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