DE10214972A1 - Paneel sowie Verriegelungssystem für Paneele - Google Patents

Paneel sowie Verriegelungssystem für Paneele

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DE10214972A1
DE10214972A1 DE2002114972 DE10214972A DE10214972A1 DE 10214972 A1 DE10214972 A1 DE 10214972A1 DE 2002114972 DE2002114972 DE 2002114972 DE 10214972 A DE10214972 A DE 10214972A DE 10214972 A1 DE10214972 A1 DE 10214972A1
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Paneel sowie ein Verriegelungssystem (1) für Paneele (2, 3) mit wenigstens an zwei sich gegenüberliegenden Rändern der Paneele (2, 3) angeordneten Kantenprofilen zur formschlüssigen Verbindung gleichartiger Paneele (2, 3), umfassend ein als Nutprofil (4) ausgebildetes Kantenprofil mit einer oberen Nutwand (6) und einer unteren Nutwand (7) sowie einem als Federprofil (5) ausgebildeten Kantenprofil mit an der Federunterseite angeordnetem Rastvorsprung (12), der im gefügten Zustand eine Rastausnehmung (11) in der unteren Nutwand (7) eines Nachbarpaneels hintergreift, wobei die sich hintergreifenden Kantenprofile ein Gelenk (G) bilden, welches sowohl im nach oben als auch im nach unten ausgelenkten Zustand der Verbindung eine Rückstellwirkung der Paneele (2, 3) in deren Verlegeebene bewirkt, wobei die obere Nutwand (6) innenseitig eine Freifläche (21) aufweist, die sich zum freien Ende der Nutwand (6) öffnet.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verriegelungssystem für Paneele mit wenigstens an zwei sich gegenüberliegenden Rändern der Paneele angeordneten Kantenprofilen zur formschlüssigen Verbindung gleichartiger Paneele, umfassend ein als Nutprofil ausgebildetes Kantenprofil mit einer oberen Nutwand und einer unteren Nutwand sowie einem als Federprofil ausgebildeten Kantenprofil mit an der Federunterseite angeordnetem Rastvorsprung, der im gefügten Zustand eine Rastausnehmung in der unteren Nutwand eines Nachbarpaneels hintergreift, wobei die sich hintergreifenden Kantenprofile ein Gelenk bilden, welches sowohl im nach oben als auch im nach unten ausgelenkten Zustand der Verbindung eine Rückstellwirkung der Paneele in deren Verlegeebene bewirkt. Die Erfindung betrifft außerdem ein Paneel mit dem erfindungsgemäßen Verriegelungssystem.
  • Derartige Verriegelungssysteme werden beispielsweise angewendet für Fussbodenpaneele, wie Parkettepaneele mit Echtholzoberfläche oder Laminatpaneele. Letztere sind aus einem Kern aus MDF, HDF oder Spanplatte gefertigt und mit einer reproduzierten Oberfläche aus einem Kunstdekor versehen.
  • Aus der 299 11 462 U1 ist ein gattungsgemäßes Verriegelungssystem bekannt, dessen Verbindung eine Gelenkfunktion aufweist. Solche Verriegelungssysteme werden für Fußbodenbeläge verwendet werden, die beispielsweise auf unebenen Untergründen liegen oder wegen einer weichen Unterlage, beispielsweise einer Trittschalldämmung, im Verbindungsbereich eine Auslenkung ertragen müssen. Eine Auslenkung der Verbindung verursacht eine hohe Beanspruchungen im Bereich der Nut- und Federprofile zweier verriegelter Paneele, weil sich die Verbindung unter Last verkrümmt. Das Material der Paneele erträgt die hohen Spannungen im Bereich der Kantenprofile nicht und versagt im Verbindungsbereich.
  • Die Verlegefreundlichkeit des bekannten gelenkigen Verriegelungsystems lässt zu wünschen übrig. Dessen Festigkeit gegen Auseinanderziehen in der Verlegeebene genügt künftig erwarteten Qualitätsstandards für Fussböden mit mechanischem Verriegelungssystem nicht. Ferner lässt sich die bekannte Gelenkverbindung auf zweierlei Arten verlegen, wobei die als zweite beschriebene Verlegeart den unerwünschten Nebeneffekt mit sich bringt, dass die Verbindung eine besonders geringe Festigkeit gegen Auseinanderziehen aufweist.
  • Nach der ersten Verlegeart wird ein neues Paneel vorzugsweise mit der Feder voran schräg an ein liegendes Paneel angesetzt und anschließend heruntergeklappt beziehungsweise heruntergedreht bis es in der gemeinsamen Verlegeebene der Paneele liegt und selbsttätig verriegelt.
  • Bei der zweiten Verlegeart erfolgt die Verriegelung während beide Paneele in der Verlegeebene liegen, nämlich durch seitliche Verschiebung der Paneele aufeinander zu. Die Paneele lassen sich nur deshalb auf diese Weise verrasten, weil das Maß an Hinterschneidung zwischen dem Rastvorsprung der Feder und der Rastausnehmung der unteren Nutwand entsprechend gering ausgebildet ist. Die auf diese Weise herstellbare Verrastung weist eine Festigkeit auf, die so gering ist, dass sich durch übliche Längenänderung des Fußbodens Spalte an den Stoßflächen benachbarter Paneele bilden können. Dies ist beispielsweise bei Temperaturschwankungen im Fußboden der Fall. Darüber hinaus tritt bei dieser Fügeart eine Vorschädigung der Kantenprofile auf, weil diese einer starken Verformung ausgesetzt werden müssen, um ein Hintergreifen der Hinterschneidung von Feder und unterer Nutwand herbei zu führen.
  • Ferner weist die Feder des bekannten Verriegelungssystems eine lange spitze Form auf. An der Federoberseite ist eine Schrägfläche angeordnet, die das Einfädeln der Federspitze in die Nut erleichtern soll. Bei handwerklicher Handhabe erweist sich die Feder wegen ihrer spitzen Form als sehr leicht verletzbar. Dies wirkt sich nachteilig auf Verlegefreundlichkeit, die Lebensdauer und Gebrauchstauglichkeit des Produkts aus.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verriegelungssystem für eine gelenkige Paneelverbindung zu schaffen, das einfacher handzuhaben ist, eine bessere Festigkeit gegen Auseinander ziehen aufweist und haltbarer ist als das bekannte Verriegelungssystem.
  • Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die obere Nutwand innenseitig eine Freifläche aufweist, die sich zum freien Ende der Nutwand öffnet.
  • Durch das Vorsehen einer Freifläche an der oberen Nutwand entsteht auf der Nutprofilseite eines Paneels eine weite Nutöffnung, in der sich das Federprofil eines Nachbarpaneels besser einfügen lässt, als das bekannte spitze Federprofil in die engere Nutöffnung des bekannten Verriegelungssystems.
  • Vorzugsweise ist an der Freifläche eine zum Nutgrund hin verlaufende Nivellierfläche angeschlossen, über die eine exakte Höhenausrichtung ohne Höhenversatz zwischen verriegelten Paneelen herbeigeführt wird. Mit anderen Worten bildet das von der Freifläche zum Nutgrund verlaufende Stück der Innenseite der oberen Nutwand die Nivellierfläche, deren Abstandsmaß zur Oberfläche des Paneels mit dem Abstandsmaß der Federoberseite zur Oberfläche des Paneels exakt übereinstimmt, damit zwischen verriegelten Paneelen kein Höhenversatz auftritt.
  • Die Freifläche kann einen gebogenen oder einen ebenen Verlaufaufweisen, wobei ein gerader Verlauf fertigungstechnisch günstig ist und ein gebogener Verlauf noch etwas schonender für den Fügevorgang der Paneele ist. Beim in Kontakt kommen des Federprofils mit der gebogenen Freifläche des Nutprofils ist die Flächenpressung etwas geringer, als bei einem Kontakt des Federprofils mit der Kante am Ende der ebenen Freifläche.
  • Auch auf der Federoberseite ist eine Nivellierfläche vorgesehen, die im gefügten Zustand der Paneele mit der Nivellierfläche der oberen Nutwand zusammenwirkt. Da die obere Nutwand am vorderen freien Ende eine Freifläche aufweist, steht die Nivellierfläche der Feder nur teilweise mit der Nivellierfläche der oberen Nutwand in Kontakt, nämlich im Bereich des freien Endes der Feder. Würde die Nivellierfläche der Feder auf der ganzen Länge der Federoberfläche mit der oberen Nutwand in Kontakt stehen, ergäbe sich eine steife Verbindung. Durch die Freifläche erhält die Verbindung eine Nachgiebigkeit, welche die Gelenkfunktion der Verbindung begünstigt und die Spannungen im Material der Kantenprofile reduziert.
  • Insbesondere für eine Auslenkung der Verbindung zum Verlegeuntergrund hin wird durch die Freifläche ein Bewegungsfreiraum geschaffen, so dass die Federoberseite zur Freifläche hin bewegt werden kann ohne frühzeitig an dieser anzustoßen. Die so geschaffene Nachgiebigkeit der Verbindung ermöglicht die Gelenkbewegung ohne einen Bruch in der Feder zu verursachen oder die Nutwände wegen zu hoher Spannungen zu beschädigen.
  • Die Handhabung sowie die Haltbarkeit des Verriegelungssystems wird verbessert, wenn das Federmaß, um dass die Feder über den oberen Rand des Paneels hervorsteht kleiner oder gleich der Dicke der oberen Nutwand des Nutprofils ausgebildet ist. Bei einer Feder mit diesen Abmessungen handelt es sich um eine im Vergleich zum Stand der Technik kurze Feder. Die kurze Feder hat den Vorteil, dass beim schrägen Einsetzen in ein Nutprofil ein relativ kurzer Einfädelweg der Feder zurückgelegt werden muss. Das vorgeschlagene Verriegelungssytem ist deshalb besonders verlegefreundlich handhabbar und lässt sich erheblich schneller verlegen als das bekannte Verriegelungssystem.
  • Die Feder weist an ihrem freien Ende eine stumpfe Fläche auf, die gegenüber der spitzen Form der Feder des bekannten Verriegelungssystems robuster und haltbarer ausgebildet ist.
  • Günstigerweise ist die Nuttiefe des Nutprofils, um welche die Nut hinter den oberen Rand des Paneels zurücksteht etwa um die Hälfte tiefer ausgebildet als das oben beschriebene Federmaß. Mit anderen Worten: Wenn ausgehend vom oberen Rand des Paneels die Nuttiefe 3/3 beträgt, ragt die Feder im zusammengefügten Zustand zweier Paneele um ein Federmaß von 2/3 in die Nut hinein, so dass zwischen dem freien Ende der Feder und dem Nutgrund ein Freiraum besteht, der etwa eine Resttiefe von 1/3 der Nuttiefe aufweist. Zur bloßen Aufnahme der Feder in der Nut wäre eine derart große Nuttiefe nicht erforderlich. Die große Nuttiefe beeinflusst jedoch die federnde Länge der frei vom Rand des einen Paneels hervorstehenden unteren Nutwand. Dies macht die Verbindung nachgiebig reduziert die Spannungen im Material und steigert deswegen die Haltbarkeit der Verbindung.
  • Vorzugsweise entspricht die federnde Länge der unteren Nutwand nahezu der Dicke des Paneels. Dies, weil dann der an dem freien Ende der unteren Nutwand erforderliche Federweg bezogen auf die Länge der Feder nur relativ gering ist und die elastische Aufweitung beim Fügen der Paneele nur geringe Spannungen im Material verursacht, die problemlos ertragen werden.
  • Günstigerweise beträgt die Tiefe der Rastausnehmung in der unteren Nutwand etwa ein Drittel der Dicke der Feder. Damit ist ein Maß an Hinterschneidung im zusammengefügten Zustand erreicht, das ein Auseinanderziehen der Paneele im verlegten Zustand unter üblichen Einsatzbedingungen verhindert. Im Vergleich zu herkömmlichen mechanischen Verriegelungssystemen nach dem Stand der Technik, die sich durch planes Verschieben in der Verlegeebene verriegeln lassen, ist das Maß an Hinterschneidung des erfindungsgemäßen Verriegelungssystems etwa verdoppelt worden und damit einhergehend die Festigkeit gegen Auseinanderziehen in der Verlegeebene befindlicher Paneele drastisch erhöht.
  • Zwecks materialsparender Herstellung sind die Verschnittmaße an den Rändern der Paneele relativ gering. Sie sind vorzugsweise auf der Nutprofilseite und auf der Federprofilseite unterschiedlich.
  • Auf der Nutprofilseite eines Paneels ergibt sich günstigerweise für die dekorierte Oberseite ein Verschnittmaß, das kleiner ist als die halbe Paneeldicke.
  • Auf der Federprofilseite eines Paneels ergibt sich für die dekorierte Oberseite ein bevorzugtes Verschnittmaß, das etwa zwischen 1/3 und 1/4 der Dicke des Paneels liegt. Es entspricht im wesentlichen dem Maß, um das die Feder von dem oberen Rand des Paneels hervorsteht.
  • Günstigerweise ist ein Paneel, insbesondere Fußbodenpaneel mit einem erfindugsgemäßen Verriegelungsystem ausgestattet. Das Verriegelungsprofil wird bevorzugt für Laminatfußbodenpaneele verwendet, die aus einem Kernmaterial aus HDF, MDF oder Spanplatte bestehen, wobei die Kantenprofile des Verriegelungssystems an den Rändern der Paneele angefräst sind.
  • Nachstehend ist die Erfindung beispielhaft in einer Zeichnung dargestellt und anhand der Figuren detailliert beschrieben. Es zeigen:
  • Fig. 1 ein Verriegelungssystem anhand eines Federprofils und eines Nutprofils zweier zusammengefügter Paneele,
  • Fig. 2 das Verriegelungssystem gemäß Fig. 1 während des Fügens,
  • Fig. 3 das Verriegelungssystem gemäß Fig. 1, wobei die Gelenkverbindung vom Untergrund abgehoben und nach oben ausgelenkt ist,
  • Fig. 4 ist eine Darstellung des Verriegelungssystems gemäß Fig. 1 in einer nach unten zum Verlegeuntergrund hin ausgelenkten Verbindung.
  • Nach der Zeichnung besteht das Verriegelungssystem 1 aus zwei formschlüssigen ineinandergreifenden Kantenprofilen, die an den Rändern eines Paneels 2 beziehungsweise 3 angeordnet sind. Die Kantenprofile sind weitgehend komplementär zueinander als Nutprofil 4 und Federprofil 5 ausgebildet. Dem Nutprofil 4 an einem Rand eines Paneels 2 beziehungsweise 3 steht immer ein Federprofil 5 an dem gegenüberliegenden Rand desselben Paneels 2 oder 3 gegenüber. Auf diese Weise lassen sich gleichartig profilierte Paneele 2 beziehungsweise 3 miteinander verbinden. Günstigerweise ist das Verriegelungssystem 1 an allen sich gegenüberliegenden Seiten eines Paneels 2 oder 3 vorgesehen.
  • Die beschriebene Ausführungsform betrifft Fußbodenpaneele, die mit dem erfindungsgemäßen Verriegelungssystems versehen sind. Das Verriegelungssystem lässt sich selbstverständlich beispielsweise auch für Wand- und Deckenverkleidungspaneele oder für Paneele für den Zaun oder Hausbau einsetzen, bei denen das Problem der Auslenkung in geringerem Maße auftaucht.
  • In Fig. 1 ist erkennbar, dass es sich bei dem erfindungsgemäßen Verriegelungssystem um ein modifiziertes Nut und Federprofil handelt. Die Nutwände 6 und 7 des Nutprofils 4 stehen unterschiedlich weit von dem Rand des Paneels 3 hervor. Für die Bereiche 8 und 9 neben der Feder 10 des Federprofils 5 gilt, dass diese unterschiedlich weit von dem Rand des Paneels 2 zurückstehen. Federprofil 5 und Nutprofil 4 sind mit ihren vorgenannten hervorstehenden Nutwänden 6 und 7 beziehungsweise den zurückstehenden Bereichen 8 und 9 so aneinander angepasst, dass ein Zusammenfügen möglich ist. Um die Verriegelung gegen planes Auseinanderziehen der Paneele 2 und 3 in der Verlegeebene zu sichern, ist in der Innenseite der unteren Nutwand 7 eine konkave Rastausnehmung 11 eingearbeitet, die im zusammengefügten Zustand gemäß Fig. 1 von einem konvexen Rastvorsprung 12 hintergriffen wird. Der konvexe Rastvorsprung 12 ist an der dem Verlegeuntergrund U zugewandten Unterseite der Feder 10 angeordnet. An dem frei hervorstehenden Ende der unteren Nutwand 7 bildet eine Randleiste 13 einen Widerstand gegen das plane Herausziehen der Feder 10 des Paneels 2 aus dem Nutprofil 4 des Nachbarpaneels 3.
  • In Fig. 1 ist weiterhin erkennbar, dass die Ränder der Kantenprofile lediglich an drei Bereichen miteinander in Berührung stehen. Als erstes zu nennen ist die dem Verlegeuntergrund U abgewandte Oberkante der beiden Paneele 2 und 3, an der sich eine geschlossene spaltfreie Fuge befindet. Hier stehen Stoßflächen 14 und 15 in Berührung Die zweite Berührungsstelle ist die Berührungsstelle zwischen der Federoberseite und der Innenseite der oberen Nutwand. Hier stehen Nivellierflächen 16 und 17 der beiden Kantenprofile miteinander in Berührung, wobei sowohl die Nivellierfläche 16 der Feder 10 als auch die Nivellierfläche 17 der oberen Nutwand 6 exakt das gleiche Abstandsmaß zur Oberseite des jeweiligen Paneels 2 beziehungsweise 3 aufweisen. Auf diese Weise wird ein Höhenversatz zwischen den gefügten Paneelen 2 und 3 vermieden. Die dritte Berührungsstelle ist die Berührung zwischen der konkaven Rastausnehmung 11 der unteren Nutwand 7 und dem konvexen Rastvorsprung 12 der Feder 10. Diese Berührungsstelle befindet sich auf der dem freien Ende der unteren Nutwand 7 zugewandten Teil der Rastausnehmung 11. Zwischen diesen Berührungsstellen sind großzügige Freiräume 18, 19 und 20 vorgesehen, so dass ein Kontakt tatsächlich immer nur an den gewünschten Berührungsstellen erfolgt und eine spaltfreie geschlossene Fuge an der Oberseite eines Fußbodenbelags sichergestellt ist und kein Höhenversatz zustande kommt.
  • Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist an der Innenseite der oberen Nutwand 6 eine ebene Freifläche 21 vorgesehen, wodurch die Federoberseite nur im Bereich ihres freien Endes als Nivellierfläche 16 dient, welche mit der Nivellierfläche 17 der oberen Nutwand 6 in Berührung steht. Gemäß Fig. 1 ist ein Federmaß f eingezeichnet, um das die Feder 10 über den oberen Rand des Paneels 2 hervorsteht. Dieses Federmaß f ist kleiner oder gleich der Dicke n der oberen Nutwand 6. Es handelt sich hierbei um eine relativ gering auskragende Feder 10. Durch die schräge Freifläche 21 an der oberen Nutwand 6 wird eine weite maulartige Öffnung 22 gebildet, in die sich die kurze Feder 10 sehr leicht einfügen lässt. Wegen der kürze der Feder 10 ergibt sich außerdem ein sehr kurzer Einfädelweg bis die Feder 10 vollends in die Nut eingefügt ist. Das Fügen von Paneelen, die mit diesem Verriegelungssystems ausgestattet sind, ist handwerklich sehr einfach und wesentlich schneller durchführbar als mit Paneelen, die das bekannte Verriegelungssystem aufweisen.
  • Die Nuttiefe t, um welche die Nut hinter den oberen Rand des Paneels 3 zurücksteht, ist etwa um die Hälfte tiefer ausgebildet als das Federmaß f. Eine derartige Nuttiefe t wäre für die Aufnahme der Feder 10 nicht erforderlich. Sie begünstigt jedoch die Nachgiebigkeit der Nutwände 6 und 7, insbesondere der unteren Nutwand 7, die zum Fügen der Paneele 2 und 3 um ein geringes Maß federelastisch aufgeweitet werden muss. Durch die Federelastizität des Materials ergibt sich eine Rückstellwirkung. Die Paneele 2 und 3 federn bis in die gemäß Fig. 1 dargestellte Nullstellung zurück, in der sich beide Paneele in einer gemeinsamen Ebene befinden. Der sich ergebende Freiraum 19 dient ferner zur Aufnahme von Schmutzpartikeln, die während der Verlegung der Paneele 2 und 3 in die Verbindung geraten können. Außerdem kann die Verbindung durch Zusatz von Kleber in den Freiraum 19 verbessert werden, wobei jedoch je nach Wahl des Klebemittels eine Veränderung der Gelenkeigenschaften der Verbindung eintritt.
  • Fig. 2 zeigt das Ansetzen eines Paneels 2 mit dem Federprofil 5 an das Nutprofil 4 eines bereits auf dem Verlegeuntergrund U befindliches Paneels 3.
  • In das Nutprofil 4 des liegenden Paneel 3 mit der durch die Freifläche gebildeten weiten maulartigen Öffnung 22, lässt sich das stumpfe freie Ende 23 der Feder 10 sehr leicht auf kurzem Einfädelweg schräg einfügen. In der gemäß Fig. 2 dargestellten Position zu Beginn der Fügebewegung ergeben sich drei Berührstellen. Eine erste Kantenberührung 24 ergibt sich an dem oberen Rand der Paneele 2 und 3. Eine zweite Kantenberührung 25 ergibt sich an der Federoberseite mit der oberen Nutwand 6 sowie eine dritte Berührung 26 an dem konvexen Rastvosprung 12 der Feder 10 und der konkaven Rastausnehmung 11 der unteren Nutwand 7. Ab der in Fig. 2 dargestellten Position wird durch Fortsetzung des Fügevorgangs eine minimale Aufweitung, im wesentlichen durch Wegfedern der unteren Nutwand 7 zum Verlegeuntergrund U hin bewirkt. Auf diese Weise wird der konvexe Rastvorsprung 12 der Feder 10 in die Rastausnehmung 11 der unteren Nutwand 7 bewegt und die endgültige Position der Paneele 2 und 3 erreicht, wie sie in Fig. 1 dargestellt ist. In dieser Position hintergreift der Rastvorsprung 12 der Feder 10 die Randleiste der unteren Nutwand 7 und gewährleistet einen festen Halt gegen planes Auseinanderziehen.
  • In den Fig. 3 und 4 ist das Verriegelungssystem 1 so dargestellt, dass die Gelenkfunktion der Verbindung erkennbar wird.
  • Das Verriegelungssystem 1 wird für Fußbodenbeläge verwendet, die beispielsweise auf unebenen Verlegentergründen U aufliegen. Bei solch unebenen Verlegeuntergründen U kann es vorkommen das die Paneele 2 und 3 im Bereich einer Verbindungsstelle keine Berührung mit dem Boden haben sondern Luft vorhanden ist. Bei Auflast im Bereich der Verbindung verkrümmt sich diese. Deshalb muss im Verbindungsbereich eine Auslenkung der Kantenprofile ertragen werden können. Eine Verkrümmung der Verbindung kann auch auf ebenem Verlegeuntergrund U auftreten. Dies dann, wenn die Paneele 2 und 3 auf einer weichen Unterlage, beispielsweise einer Trittschalldämmung, verlegt werden.
  • Um solchen Belastungen standzuhalten, sind konstruktive Maßnahmen vorgesehen, die der Verbindung die nötige gelenkige Nachgiebigkeit verleihen. Die Nachgiebigkeit verhindert, dass eine Auslenkung der Verbindung derart hohe Beanspruchungen im Bereich des Nutprofils 4 und des Federprofils 5 verursacht, dass das Material der Paneele 2 und 3 unter den hohen Spannungen versagt. Die in den Fig. 3 und 4 gezeichneten Positionen sind beliebige Positionen für die Bewegung. Es handelt sich nicht um Endstellungen für die Gelenkbewegung.
  • Fig. 3 zeigt die Verbindung, in einem nach oben, d. h. vom Verlegeuntergrund U weg bewegten Auslenkungszustand. In dieser Position ist wiederum eine geringe federelastische Auslenkung im wesentlichen an der unteren Nutwand 7 vorhanden. Durch ihre Federelastizität übt die untere Nutwand 7 eine Rückstellwirkung auf die Paneele 2 und 3 aus, sobald die Auflast zurückgenommen wird. Durch die Gelenkbewegung hat sich der Freiraum 20 zwischen der Wurzel der Feder 10 und der Randleiste 13 der unteren Nutwand 7 verkleinert. Der vorhandene Freiraum 20 gestattet auf diese Weise die gelenkige Nachgiebigkeit der Verbindung. Der Freiraum 18 hingegen vergrößert sich.
  • Fig. 4 zeigt eine Auslenkung des Verriegelungssystems in die entgegengesetzte Richtung, zum Verlegeuntergrund U hin. Auch hierbei ist eine federelastische Aufweitung im wesentlichen der unteren Nutwand 7 zu bemerken, die gleichermaßen bei Zurücknahme der Auflast eine Rückstellwirkung auf die Paneele 2 und 3 ausübt. Durch die Gelenkbewegung hat sich nun der Freiraum 18 zwischen der Feder 10 und der Freifläche 21 der oberen Nutwand 6 verkleinert. In diesem Fall gestattet der Freiraum 18 die gelenkige Nachgiebigkeit der Verbindung. Der Freiraum 20 hingegen vergrößert sich. Bezugszeichenliste 1 Verriegelungssystem
    2 Paneel
    3 Paneel
    4 Nutprofil
    5 Federprofil
    6 obere Nutwand
    7 untere Nutwand
    8 Bereich
    9 Bereich
    10 Feder
    11 konkave Rastausnehmung
    12 konvexer Rastvorsprung
    13 Randleiste
    14 Stoßfläche
    15 Stoßfläche
    16 Nivellierfläche
    17 Nivellierfläche
    18 Freiraum
    19 Freiraum
    20 Freiraum
    21 Freifläche
    22 Maulartige Öffnung
    23 stumpfes Ende
    24 Kantenberührung
    25 Kantenberührung
    26 Berührung
    f Federmaß
    n dicke obere Nutwand
    p Nuttiefe
    U Verlegeuntergrund

Claims (12)

1. Verriegelungssystem (1) für Paneele (2, 3) mit wenigstens an zwei sich gegenüberliegenden Rändern der Paneele (2, 3) angeordneten Kantenprofilen zur formschlüssigen Verbindung gleichartiger Paneele (2, 3), umfassend ein als Nutprofil (4) ausgebildetes Kantenprofil mit einer oberen Nutwand (6) und einer unteren Nutwand (7) sowie einem als Federprofil (5) ausgebildeten Kantenprofil mit an der Federunterseite angeordnetem Rastvorsprung (12), der im gefügten Zustand eine Rastausnehmung (11) in der unteren Nutwand (7) eines Nachbarpaneels hintergreift, wobei die sich hintergreifenden Kantenprofile ein Gelenk (G) bilden, welches sowohl im nach oben als auch im nach unten ausgelenkten Zustand der Verbindung eine Rückstellwirkung der Paneele (2, 3) in deren Verlegeebene bewirkt, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Nutwand (6) innenseitig eine Freifläche (21) aufweist, die sich zum freien Ende der Nutwand (6) öffnet.
2. Verriegelungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Freifläche (21) einen gebogenen oder einen ebenen Verlauf aufweist.
3. Verriegelungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an der Freifläche (21) eine zum Nutgrund hin verlaufende Nivellierfläche (17) angeschlossen ist.
4. Verriegelungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Federoberseite eine Nivellierfläche (16) vorgesehen ist, die im gefügten Zustand der Paneele (2, 3) mit der Nivellierfläche (17) der oberen Nutwand (6) zusammenwirkt.
5. Verriegelungssystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Nivellierfläche (16) der Feder (10) nur teilweise, nämlich im Bereich des freien Endes der Feder (10) mit der Nivellierfläche (17) der oberen Nutwand (6) in Kontakt steht.
6. Verriegelungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Federmaß (f), um das die Feder (10) über den oberen Rand des Paneels (2) hervorsteht, kleiner oder gleich der Dicke der oberen Nutwand (n) des Nutprofils (4) ausgebildet ist.
7. Verriegelungssystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Nuttiefe (t), um welche der Nutgrund () hinter den oberen Rand des Paneels (3) zurücksteht, etwa um die Hälfte tiefer ausgebildet ist als das Federmaß (f).
8. Verriegelungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die untere Nutwand (7) eine federnde Länge aufweist, die nahezu der Dicke des Paneels (3) entspricht.
9. Verriegelungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Tiefe (r) der Rastausnehmung (11) in der unteren Nutwand (7) etwa 1/3 der Dicke der Feder (10) beträgt.
10. Verriegelungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Nutprofilseite (4) eines Paneels (2, 3) das Verschnittmaß der dekorierten Oberseite kleiner ist als die halbe Paneeldicke.
11. Verriegelungssystem nach Anspruch 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Federprofilseite (5) eines Paneels (2, 3) das Verschnittmaß der dekorierten Oberseite etwa zwischen 1/3 und 1/4 der Dicke des Paneels (2, 3) liegt.
12. Paneel mit einem Verriegelungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 11.
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