DE102008020606B4 - Hygieneartikel - Google Patents

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Abstract

Hygieneartikel, der einen hütchenförmigen Grundkörper (1) mit einer Öffnung zur Aufnahme mindestens des distalen Teils des Penis (6) eines Benutzers aufweist,
wobei der Grundkörper (1) eine steil ansteigende Flanke (10) hat, die nach einem Scheitel (9) in eine flach abfallende Flanke (11) übergeht und dadurch eine schiefhegelige Form mit dem Scheitel (9) über der Grundfläche dieser schiefhegeligen Form bildet,
wobei der apsidenähnliche Teil dieser Schiefhegeligen Form im Bereich der flach abfallenden Flanke (11) des Grundkörpers (1) als Überschlag (7) über dem bei Benutzung über dem Penis (6) des Benutzers befindlichen Bereich des Grundkörpers (1) befestigbar ist.

Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft einen Hygieneartikel zur Aufnahme von zumindest einem Teil eines Körperglieds, insbesondere des vorderen Bereichs eines Penis.
  • STAND DER TECHNIK
  • Zum Auffangen von Körperflüssigkeiten, wie z. B. Urin, sind bereits Produkte in vielfältiger Form und Ausgestaltung bekannt und gebräuchlich im Markt. Zu erwähnen sind insbesondere Einlagen, Windeln oder Inkontinenzwindeln.
  • So ist bspw. aus der DE 10 2005 053 100 A1 eine Vorrichtung zur kontrollierten Urinableitung inkontinenter weiblicher Personen bekannt, wobei durch ein äusseres schlauchförmiges Katheterteil mit einem Flansch am rückwärtigen Endbereich und einen durch das Katheterteil verlaufenen, aus dem Flansch austretenden inneren Ablaufschlauch mit einer am vorderen Ende befestigten Katheterspitze zur Anlage an der zugewandten Stirnseite des Katheterteils, wobei das Katheterteil einen axialen Abschnitt aufweist, der unter Verkürzung des Katheterteils radial nach aussen ausbauchbar ist, und wobei das Katheterteil und der Ablaufschlauch Wandöffnungen zum Eintritt und Abführen von Urin aufweisen. Die Vorrichtung zeichnet sich durch einen verbesserten Tragekomfort, einfachere Handhabung und höhere Sicherheit gegen Undichtigkeit gegenüber herkömmlichen Kathetern aus und ist mit verhältnismässig geringen Kosten herstellbar.
  • Weiter ist aus der DE 695 19 298 T2 ein saugfähiger Artikel mit einem vorderen Taillenbundabschnitt, einem hinteren Taillenbundabschnitt und einem dazwischenliegenden Abschnitt, der den vorderen und den hinteren Taillenabschnitt miteinander verbindet, bekannt. Dieser besteht aus mehreren Lagen, die besonders ausgestaltet sind.
  • Zwar sind ebenso auch speziell für Männer entwickelte Hilfsmittel bekannt. Diese dienen aber anderen Zwecken, wie bspw. die DE 20 2005 000 309 U1 eine Vorrichtung zum Reinigen von Peniskopf und/oder Penishals und/oder Penisschaft darstellt, wobei sich die Vorrichtung halbschalenförmig der Eichel anpasst.
  • Ähnlich ist aus der DE 698 09 668 T2 ein Urinauffangkissen für Männer mit einer Öffnung versehenen Beutel bekannt, der aus mindestens einem Schichtstoffbogen gebildet ist, der eine flüssigkeitsdurchlässige Innenlage, eine flüssigkeitsundurchlässige Aussenlage und eine zwischen beiden Lagen vorgesehenen Absorbtionskern aufweist, wobei der Beutel an einem Penis angebracht werden kann, indem der Penis in die Öffnung eingeführt wird, wobei flache oder linear elastische Elemente paarweise entlang einer Öffnungskante angeordnet sind, so dass die elastischen Elemente in einem knickverformten Zustand den Penis mittels elastischer Rückstellkräfte einklemmen.
  • Die aus des US 6336919 B1 und WO 8900037 A1 bekannten Hygieneartikel weisen jeweils einen hütchenförmigen Grundkörper auf sowie zwei Überschläge, die sich zu beiden Seiten des Grundkörpers hinaus erstrecken. Die Fixierung des Hygieneartikels erfolgt, indem die beiden Überschläge jeweils über den Grundkörper übereinandergeschlagen und dort fixiert werden. Diese Art der Fixierung hat den Nachteil, dass durch die beiden Überschläge mindestens vier Materialschichten übereinander angeordnet sind. Diese mehrlagige Anordnung beeinträchtigt gerade bei empfindlichen Körperteilen, wie einem Penis, den Tragekomfort erheblich.
  • Nachteilig am Stand der Technik ist, dass gerade die für Männer konstruierten Hilfsmittel im Alltag nur bei tatsächlicher Inkontinenz einsetzbar sind. Aber auch bei Männern ohne Inkontinenz geht vielfach sprichwörtlich der letzte Tropfen in die Hose, was unerwünscht ist.
  • Aufgabe
  • Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Hygieneartikel zu schaffen, der bei gutem Tragekomfort leicht zu handhaben ist.
  • Lösung der Aufgabe
  • Gegenstand der Erfindung ist ein Hygieneartikel mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
  • Der Grundkörper kann grundsätzlich aus jeglichen künstlichen oder natürlichen Stoffen bestehen. Er sollte nur eine gewisse Elastizität aufweisen und wasserundurchlässig sein.
  • Im bevorzugten Ausführungsbeispiel weist der Grundkörper die Form eines Bogens mit einer steil ansteigenden Flanke und nach einem Scheitel einer flach abfallenden Flanke auf. Grundsätzlich ist diese Form nicht abschliessend. Ebenso ist denkbar, dass der Grundkörper im Ausgangszustand die Form eines Taschentuchs aufweist und anschliessend um einen Penis gewickelt und an Verbindungsmitteln am Penis festgelegt wird. Im Ergebnis ist jede Form denkbar, welche sich um einen Penis wickeln lässt. Ob es sich dabei um einen Überschlag handelt oder mehrere Überschläge durch den Grundkörper ausgebildet werden, ist weiter nicht beachtlich, solange durch den Überschlag der Grundkörper am Penis in geeigneter Weise festgelegt werden kann. Ein erfindungsgemässer Überschlag hat aber von der Handhabung her Vorteile, da er mit einer Hand gehandhabt werden kann.
  • Ebenso soll die Grösse einer Öffnung bzw. eines Überschlages davon abhängig sein, wie sie am besten den Anforderungen gerecht werden. Besonders ist darauf zu achten, dass der Hygieneartikel nicht die Auswüchse einer Inkontinenzwindel annimmt und unter der Kleidung problemlos zu tragen ist.
  • Zum Festlegen des Überschlags dienen Verbindungsmittel. Der Form, Anzahl und Ausgestaltung der Verbindungsmittel sollen keine Grenzen gesetzt sein. Als Verbindungsmittel kommen jegliche Materialien in Betracht, die wiederlösbar sind. Dies können beispielhaft aber nicht abschliessend Kleber, Klebestreifen, Haken und Ösen oder einfache Gummischnüre zum Verknoten sein. Wichtig ist neben der Wiederlösbarkeit auch der Umstand, dass sie in der Weise gestaltet sind, dass sie den Nutzer nicht verletzen oder seine Unterwäsche beschädigen können.
  • Form und Grösse der Verbindungsmittel orientieren sich nur an den Anforderungen der Nutzer. So hat es sich als vorteilhaft grossflächige längliche Verbindungsmittel einzusetzen, damit der Hygieneartikel auf grössere oder kleinere Penise passend eingestellt werden kann. Dies erfolgt dadurch, dass der jeweilige Nutzer den Hygieneartikel auf die Spitze seines Penis aufbringt und den Überschlag so umklappt, dass der Hygieneartikel fest am Penis ansitzt. Bei einer länglichen grossflächigen Gestaltung erhält der Nutzer die Möglichkeit entlang der Fläche des Verbindungsmittels den Überschlag entlang zu führen und an der passenden Stelle die korrespondierenden Verbindungsmittel miteinander zu verbinden.
  • Der Penis erigiert, bewusst und unbewusst, im wachen und Schlafzustand 15–20 Mal am Tag. Diesen Anforderungen sollte das Material des Grundkörpers und das Verbindungsmittel Rechnung tragen. Dabei sollte im erigierten Zustand kein Abklemmen von Blutbahnen stattfinden und trotzdem im nicht eregierten Zustand der Penis fest umschlossen sein.
  • Das flüssigkeitaufnehmende Material soll in erster Linie, aber nicht abschliessend ein so genannter Superabsorber sein. Dabei handelt es sich um einen Kunststoff der in der Lage ist, ein Vielfaches seines Eigengewichts – bis zum Tausendfachen – an Flüssigkeit aufzusaugen.
  • Der so genannte Superabsorber kommt als weisses, grobkörniges Pulver mit Partikelgrössen von 100 bis 1000 μ (0,1 bis 1,0 mm) zum Einsatz. Chemisch handelt es sich bei dem Superabsorber um ein Copolymer aus Acrylsäure und Natriumacrylat, wobei das Verhältnis der beiden Monomere zueinander variieren kann. Zusätzlich wird ein so genannter Kernvernetzer der Monomerlösung zugesetzt, der die gebildeten langtätigen Polymermoleküle stellenweise untereinander durch chemische Brücken verbindet. Durch diese Brücken wird das Polymerwasser unlöslich. Beim Eindringen von Wasser oder wässrigen Salzlösungen in den Polymerpartikel quillt er auf und straft auf molekularer Ebene dieses Netzwerk. Das Wasser kann ohne Hilfe nicht mehr entweichen.
  • Neben diesem Kunststoff sollen aber auch jegliche andere Wasser speichernde Materialien zum Einsatz kommen können.
  • FIGURENBESCHREIBUNG
  • Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung; diese zeigt in
  • 1 eine Draufsicht auf einen erfindungsgemässen Hygieneartikel in Ausgangslage;
  • 2 eine geschnittene Draufsicht eines Ausführungsbeispiels gemäss 1;
  • 3 eine Draufsicht auf das Ausführungsbeispiel nach 1 und eines schematischen Ausschnitts eines Körperteils in Zwischenlage;
  • 4 eine Draufsicht auf das Ausführungsbeispiel nach 1 und eines des Ausschnitts eines Körperteils nach 3 in Endlage.
  • In 1 ist ein erfindungsgemässes Ausführungsbeispiel eines Hygieneartikels R in Ausgangslage gezeigt. Dabei hat ein Grundkörper 1 die Form eines hütchenförmigen Bogens, wobei Scheitel 9 des Bogens in 1 nach links verschoben dargestellt ist. D. h., der Grundkörper 1 besitzt eine steil ansteigende Flanke 10 und geht nach dem Scheitel 9 in eine flacher verlaufende, abfallende Flanke 11 über. Im Bereich des Scheitels 9 befindet sich im Grundkörper 1 ein superabsorbierendes Material 2, wie gut in 2 zu sehen ist.
  • An einer geraden Seite 12 des Grundkörpers 1, welche die beiden Flanken 10, 11 miteinander verbindet, befindet sich eine Öffnung 3. An den Flanken 10, 11 ist der Grundkörper 1 dagegen geschlossen und bildet so beim Auseinanderziehen ein kegelförmiges Hütchen. Ausserdem sind zwei Verbindungsmittel 4, 5 gezeigt. Diese weisen eine längliche Form auf und gewährleisten bei Einsatz von z. B. korrespondierenden Klebestreifen, dass der erfindungsgemässe Hygineartikel R auf verschieden grosse Durchmesser aufweisende Körperteile 6 angebracht und festgelegt werden kann.
  • 3 zeigt das schematisch dargestellte Körperteil 6. Es befindet sich teilweise eingeführt in dem Grundkörper 1. Der im Grundkörper 1 befindliche Bereich des Körperteils 6 ist in den 3 und 4 gestrichelt dargestellt.
  • Ausserdem ist in den 3 und 4 eine schraffierte Fläche (ahnlich einer Abside) gezeigt. Bei dieser handelt es sich um einen Überschlag 7.
  • Die Funktionsweise der vorliegenden Erfindung ist folgende:
    Der Grundkörper 1 wird an der Öffnung 3 geöffnet. Anschliessend wird das Körperteil 6 durch die Öffnung 3 hin zum Material 2 geführt. Anschliessend wird der Überschlag 7 über eine gepunktet dargestellte Falzlinie 8 in der Weise gefaltet, dass das Verbindungsmittel 4 sich auf das Verbindungsmittel 5 legt. Dabei wird das Verbindungsmittel 4 entlang des Verbindungsmittels 5 geführt, bis der Grundkörper 1 das Körperteil 6 fest umschliesst und an der Stelle dann mit dem Verbindungsmittel 5 verbunden.
  • Die beiden Verbindungsmittel 4, 5 gehen dadurch eine wiederlösbare Verbindung ein. Nun kann nicht näher beschriebene Flüssigkeit, welche aus dem Körperteil 6 austritt, durch das Material 2 aufgesogen und vom Körperteil 6 weggeführt werden.
  • Möchte der Nutzer nun den Hygieneartikel R ganz oder nur zeitweise abnehmen, so löst er die beiden Verbindungsmittel 4, 5 voneinander. Dadurch wird die Öffnung 3 wieder weiter und erlaubt dem Nutzer das Körperteil 6 aus dem Grundkörper 1 zu ziehen. Bezugszeichenliste
    1 Grundkörper
    2 Material
    3 Öffnung
    4 Verbindungsmittel
    5 Verbindungsmittel
    6 Körperteil
    7 Überschlag
    8 Falzlinie
    9 Scheitel
    10 Flanke
    11 Flanke
    12 Seite
    R Hygieneartikel

Claims (7)

  1. Hygieneartikel, der einen hütchenförmigen Grundkörper (1) mit einer Öffnung zur Aufnahme mindestens des distalen Teils des Penis (6) eines Benutzers aufweist, wobei der Grundkörper (1) eine steil ansteigende Flanke (10) hat, die nach einem Scheitel (9) in eine flach abfallende Flanke (11) übergeht und dadurch eine schiefhegelige Form mit dem Scheitel (9) über der Grundfläche dieser schiefhegeligen Form bildet, wobei der apsidenähnliche Teil dieser Schiefhegeligen Form im Bereich der flach abfallenden Flanke (11) des Grundkörpers (1) als Überschlag (7) über dem bei Benutzung über dem Penis (6) des Benutzers befindlichen Bereich des Grundkörpers (1) befestigbar ist.
  2. Hygienekörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (1) zumindest zwei Verbindungsmittel (4, 5) aufweist.
  3. Hygieneartikel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsmittel (4, 5) lösbar verbindbar sind.
  4. Hygienekörper nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass durch Überschlagen des Überschlags (7) die beiden Verbindungsmittel (4, 5) den Grundkörper (1) am Penis (6) festlegen.
  5. Hygieneartikel wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass im Grundkörper (1) ein Flüssigkeit aufnehmendes Material (2) integriert ist.
  6. Hygieneartikel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Material (2) lösbar mit dem Grundkörper (1) verbunden ist.
  7. Hygieneartikel nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Material (2) ein superabsorbierendes Polymer ist.
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