DE102006014657B4 - Verfahren zur Farbregelung einer Druckmaschine - Google Patents

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Abstract

Verfahren zur Farbregelung einer Druckmaschine, bei dem in einer Einrichtephase der Druckmaschine mit einer ersten Messeinrichtung (22) mindestens ein erster Istwert hinsichtlich eines an einem Farbwerk (16) der Druckmaschine eingestellten, auf mindestens einem Bedruckstoff (21) aufgetragenen Farbauftrags ermittelt wird, bei dem anhand dieses ersten Istwertes das den Farbauftrag auf dem Bedruckstoff (21) auftragende Farbwerk (16) hinsichtlich einer von der Druckmaschine zu produzierenden Druckqualität eingestellt wird, bei dem bei einem Fortdruck der Druckmaschine mit einer von der ersten Messeinrichtung (22) verschiedenen zweiten Messeinrichtung (23) mehrere zweite Istwerte hinsichtlich eines auf dem Bedruckstoff (21) aufgedruckten Druckbildes erfasst und einer an einer Regelung des Farbwerks (16) beteiligten Regeleinrichtung (26) zugeführt werden, bei dem zumindest einer der mit der zweiten Messeinrichtung (23) erfassten zweiten Istwerte, der mit der in der Einrichtephase hinsichtlich der von der Druckmaschine zu produzierenden Druckqualität getroffenen Einstellung des Farbauftrags auf dem Bedruckstoff (21) korrespondiert, in der Regeleinrichtung (26) als deren...

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Farbregelung einer Druckmaschine.
  • Durch die DE 43 21 177 A1 ist eine Vorrichtung zur Bildinspektion und Farbmessung an mindestens einem in einer Druckmaschine erstellten Druckprodukt bekannt, wobei die Vorrichtung aus mindestens einer Bilddaten vom Druckprodukt liefernden Bilderfassungseinrichtung und aus einer Recheneinrichtung besteht, wobei die Recheneinrichtung einerseits alle Bilddaten des Druckproduktes zwecks einer Bildinspektion ermittelt und andererseits aus den Bilddaten zumindest eines Messpunktes (Pixel) des Druckproduktes eine Messgröße für eine Farbbeurteilung ermittelt.
  • Durch die DE 30 40 455 A1 ist eine Einrichtung zur Farbdosierung in einer Druckmaschine, insbesondere einer Offset-Bogenmaschine, mit einem oder mehreren, je ein Farbwerk und mehrere Zylinder enthaltenden Druckwerkeinheiten bekannt, wobei an mindestens einem Zylinder, an welchem das Druckprodukt mit nach außen weisender, mindestens teilweise bedruckter Fläche anliegt, eine densitometrische Messvorrichtung zur Messung der Farbdichte von Farbtestbereichen des Druckproduktes angeordnet ist, wobei an die densitometrische Messvorrichtung eine Regeleinrichtung mit Sollwertvorgabe angeschlossen ist und wobei eine Stellgröße der Regeleinrichtung einem Stellglied des Farbwerks bzw. der Farbwerke zugeführt ist. Vorzugsweise wird ein Andruck ohne Druckvorgang durch die Druckmaschine geführt, wobei die von der densitometrischen Messvorrichtung gemessene Farbdichte der Farbtestbereiche des Andrucks als Sollwert in die Regeleinrichtung eingegeben wird.
  • Durch die DE 38 12 099 A1 ist ein Verfahren zur Farbsteuerung einer Druckmaschine bekannt, wobei auf den von der Druckmaschine gedruckten Druckbogen Messfelder optisch abgetastet werden, wobei der jeweils für ein Messfeld mit Hilfe der Abtastung gewonnene Ist-Farbort mit einem vorgegebenen Soll-Farbort verglichen wird und wobei ferner Farbführungsorgane der Druckmaschine im Sinne einer Verringerung der Farbabweichungen gesteuert werden.
  • Durch die DE 40 04 056 A1 ist ein Verfahren zur Farbsteuerung und zonenweisen Voreinstellung von Farbdosierelementen in Farbwerken von Rotationsdruckmaschinen, insbesondere Offset-Rotationsdruckmaschinen, bekannt, wobei von der Druckmaschine hergestellte Druckbilder abgetastet werden, beispielsweise densitometrisch oder farbmetrisch, und wobei die daraus gewonnenen Werte unter Einschaltung einer Druckträgerabtastlogik mit einem selbstlernenden System oder mit einem sogenannten Expertensystem einem Farbbedarfermittlungsrechner zuführbar sind, sodass während einer Andruck- und auch während einer Fortdruckphase die Voreinstellwerte laufend weiter präzisiert werden können.
  • Durch die DE 10 2004 021 601 A1 ist ein Inline-Farbmesssystem einer Druckmaschine bekannt, das auf bogenförmigen Bedruckstoffen während des Fortdrucks spektrale, densitometrische oder farbliche Messwerte z. B. unter Verwendung eines CCD-Bildsensors erfasst, wobei diese Messwerte als Steuerungsparameter zur Steuerung des Druckprozesses verwendet werden, wobei das Inline-Farbmesssystem dadurch kalibriert wird, dass z. B. mit einem Handdensitometer offline ermittelte Messwerte direkt an die Messelektronik des Inline-Farbmesssystems geleitet werden.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Farbregelung einer Druckmaschine zu schaffen, bei dem eine von der Druckmaschine zu produzierende Druckqualität durch einen Regeleingriff am Farbwerk der Druckmaschine trotz einer Verwendung unterschiedlicher Messverfahren in einer Einrichtephase der Druckmaschine und in deren Fortdruck ohne eine rechenintensive Überführung der Messwerte des in der Einrichtephase verwendeten Messverfahrens in das im Fortdruck verwendete Messverfahren geregelt werden kann.
  • Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
  • Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass eine in einer Einrichtephase der Druckmaschine mithilfe einer insbesondere außerhalb der Druckmaschine angeordneten ersten Messeinrichtung vorgenommene Einstellung eines mit mindestens einem Farbwerk der Druckmaschine auf einem Bedruckstoff aufzutragenden Farbauftrags eine von der Druckmaschine zu produzierende Druckqualität festlegt, wobei die derart festgelegte Druckqualität zur Festlegung eines Sollwertes für eine zumindest das eine Farbwerk regelnde Regeleinrichtung einer von der ersten Messeinrichtung verschiedenen, insbesondere innerhalb der Druckmaschine angeordneten zweiten Messeinrichtung dient, z. B. eines vorzugsweise mit einer Kamera Bilder von einem Druckbild auf dem Bedruckstoff aufnehmenden Inline-Inspektionssystems. Ein mit der zu produzierenden Druckqualität korrespondierender, mit der zweiten Messeinrichtung erfasster Istwert wird in einer frühen Phase des Fortdrucks der Druckmaschine, vorzugsweise zu dessen Beginn, als Sollwert der Regeleinrichtung festgelegt, sodass in dem weiteren, dieser Sollwertfestlegung nachfolgenden Fortdruck der Druckmaschine mit der zweiten Messeinrichtung erfasste Istwerte keiner besonderen Verarbeitung im Sinne einer Überführung oder Transformation bedürfen, um für die Regelung des Farbwerks geeignet zu sein, wobei eine Eignung der Messwerte ja deren unmittelbare Vergleichbarkeit voraussetzt, so auch der mit der zweiten Messeinrichtung im Fortdruck erfassten Istwerte mit dem in der Regeleinrichtung festgelegten Sollwert.
  • Zur Vermeidung einer rechenintensiven und damit Zeit erfordernden Messwertanpassung werden mit der zweiten Messeinrichtung später, d. h. nach der hinsichtlich des zweiten Messverfahrens erfolgten Sollwertfestlegung erfasste Istwerte vielmehr allein mit einem früheren Istwert dieser zweiten Messeinrichtung verglichen, sodass nur gleichartige Messwerte einem Vergleich unterzogen werden. Da die Festlegung des Sollwertes der Regeleinrichtung auf der Grundlage der zu produzierenden Druckqualität und nicht unmittelbar durch die Messwerte der ersten Messeinrichtung erfolgt, können die in der Einrichtephase verwendete erste Messeinrichtung und die im Fortdruck verwendete zweite Messeinrichtung ohne weiteres völlig unterschiedliche Messverfahren verwenden, was der Realität in einem Druckereibetrieb entspricht, und trotz einer Inkompatibilität der Messwerte dieser jeweiligen Messverfahren sind diese aufgrund des vorgeschlagenen Verfahrens dennoch zur Sicherung einer gleichbleibend hohen Druckqualität geeignet. So kann die erste Messeinrichtung z. B. ein densitometrisches Messverfahren verwenden, wohingegen die zweite Messeinrichtung z. B. als ein fotografisches System, insbesondere als ein Kamerasystem ausgebildet ist, wobei die dem Farbwerk der Druckmaschine zugeordnete und mit der zweiten Messeinrichtung in Verbindung stehende Regeleinrichtung Abweichungen in den von der zweiten Messeinrichtung aufgenommenen Bildern insbesondere durch einen Bildvergleich ermittelt, wobei in dem Bildvergleich festgestellte Abweichungen von jeweils als Istwert aufgenommenen Bildern von einem als Sollwert festgelegten Bild als eine Veränderung in der produzierten Druckqualität interpretiert und im Sinne einer Minimierung dieser Abweichungen ausgeregelt werden. Mit der ersten Messeinrichtung z. B. durch ein densitometrisches Messverfahren ermittelte Farbdichtewerte vom Farbauftrag auf dem Bedruckstoff sind aufgrund des vorgeschlagenen Verfahrens nicht erst in Bilddaten zu überführen, um von der im Fortdruck verwendeten zweiten Messeinrichtung verwertbar zu sein.
  • Mit dem vorgeschlagenen Verfahren erfolgt mit dem in der Einrichtephase verwendeten ersten Messverfahren eine Grundeinstellung der Druckmaschine. Die Sollwertfestsetzung des zweiten, im Fortdruck aktiven Messverfahrens baut dann auf einer optimalen Einstellung der Druckmaschine durch das erste Messverfahren auf, wobei keine Überführung der Messwerte des ersten Messverfahrens in vom zweiten Messverfahren verarbeitbare Messwerte erfolgt. Kennzeichnend ist somit insbesondere die Herkunft der Vorgabe für die Festsetzung des Sollwertes im zweiten Messverfahren, wobei das in der Einrichtephase verwendete erste Messverfahren zur Bildung einer Referenz für das zweite, im Fortdruck aktive Messverfahren genutzt wird.
  • Das vorgeschlagene Verfahren führt somit ergebnismässig zu einer schnell reagierenden Farbregelung einer Druckmaschine, wobei bei der Verwendung der Messmittel eine hohe Flexibilität besteht.
  • Das vorgeschlagene Verfahren zur Farbregelung einer Druckmaschine arbeitet im Wesentlichen sequentiell folgende Verfahrensschritte ab:
    In einer Einrichtephase der Druckmaschine wird mit einer insbesondere außerhalb der Druckmaschine angeordneten ersten Messeinrichtung zunächst ein erster Istwert hinsichtlich eines an mindestens einem Farbwerk der Druckmaschine eingestellten, auf einem Bedruckstoff aufgetragenen Farbauftrags ermittelt.
  • Sodann wird anhand dieses ersten Istwertes das mindestens eine den Farbauftrag auf dem Bedruckstoff auftragende Farbwerk für eine von der Druckmaschine zu produzierende Druckqualität eingestellt, was insbesondere dann geschieht, falls der ermittelte erste Istwert hinsichtlich der von der Druckmaschine zu produzierenden Druckqualität einen Korrekturbedarf anzeigt. Ein Vorliegen des Korrekturbedarfs kann vom Bedienpersonal der Druckmaschine oder durch eine maschinelle Einrichtung z. B. mittels eines Vergleichs des ermittelten ersten Istwertes mit z. B. aus einer Druckvorstufe bekannten Daten hinsichtlich der zu produzierenden Druckqualität beurteilt werden.
  • Bei einem der Einrichtephase nachfolgenden Fortdruck der Druckmaschine werden dann mit einer von der ersten Messeinrichtung verschiedenen, insbesondere innerhalb der Druckmaschine angeordneten zweiten Messeinrichtung mehrere zweite Istwerte hinsichtlich des auf dem Bedruckstoff aufgetragenen Farbauftrags erfasst und einer an einer Regelung des mindestens einen Farbwerks der Druckmaschine beteiligten Regeleinrichtung zugeführt.
  • Vorzugsweise in einer frühen Phase des Fortdrucks wird zumindest einer der mit der zweiten Messeinrichtung erfassten zweiten Istwerte, der mit der in der Einrichtephase hinsichtlich der von der Druckmaschine zu produzierenden Druckqualität zuletzt getroffenen Einstellung des Farbauftrags auf dem Bedruckstoff korrespondiert, in der das mindestens eine Farbwerk der Druckmaschine regelnden Regeleinrichtung als deren Sollwert gesetzt.
  • Danach regelt vorzugsweise die Regeleinrichtung eine Abweichung anderer im Fortdruck der Druckmaschine ermittelter zweiter Istwerte von dem gesetzten Sollwert durch eine neue Einstellung des mindestens einen den Farbauftrag auf dem Bedruckstoff auftragenden Farbwerks der Druckmaschine im Sinne einer Minimierung dieser von der Regeleinrichtung erkannten Abweichung aus. Alternativ erfolgt die Neueinstellung des den Farbauftrag auf dem Bedruckstoff auftragenden Farbwerks dadurch, dass wie zuvor in der Einrichtephase der Druckmaschine mit der ersten Messeinrichtung ein weiterer erster Istwert hinsichtlich des von dem Farbwerk der Druckmaschine aktuell auf dem Bedruckstoff aufgetragenen Farbauftrags ermittelt wird, wobei anhand dieses weiteren ersten Istwertes das den Farbauftrag auf dem Bedruckstoff auftragende Farbwerk hinsichtlich der von der Druckmaschine zu produzierenden Druckqualität im Sinne einer Minimierung der im Fortdruck der Druckmaschine von der Regeleinrichtung ermittelten Abweichung eingestellt wird.
  • In diesem Verfahren wird der in der Einrichtephase der Druckmaschine mit der ersten Messeinrichtung ermittelte erste Istwert z. B. densitometrisch und/oder farbmetrisch erfasst. Die Erfassung des zweiten Istwertes insbesondere innerhalb der Druckmaschine bei deren Fortdruck erfolgt z. B. mit einer als eine Kamera, vorzugsweise als eine Farbkamera ausgebildeten zweiten Messeinrichtung, wobei von der Kamera z. B. ein auf den Bedruckstoff gedrucktes Druckbild oder ein aufgedruckter Messbalken erfasst wird. Der beim Fortdruck der Druckmaschine erfasste zweite Istwert wird z. B. mit einer als ein Inline-Inspektionssystem ausgebildeten zweiten Messeinrichtung erfasst.
  • In der Einrichtephase der Druckmaschine kann z. B. auch an mehreren Exemplaren des mit dem Farbauftrag versehenen Bedruckstoffes der mit der ersten Messeinrichtung ermittelte erste Istwert erfasst und ein Mittelwert dieser Istwerte ermittelt werden, wobei anhand dieses ermittelten Mittelwertes der Farbauftrag auf dem Bedruckstoff hinsichtlich der von der Druckmaschine zu produzierenden Druckqualität eingestellt wird.
  • Auch mit der im Fortdruck der Druckmaschine aktiven zweiten Messeinrichtung kann eine begrenzte Menge zweiter Istwerte, die jeweils mit der in der Einrichtephase hinsichtlich der von der Druckmaschine zu produzierenden Druckqualität getroffenen Einstellung des Farbauftrags auf dem Bedruckstoff korrespondieren, erfasst werden, wobei aus dieser Menge zweiter Istwerte ein Mittelwert ermittelt wird, wobei dann vorzugsweise dieser Mittelwert in der Regeleinrichtung als deren Sollwert gesetzt wird.
  • Vorzugsweise wird der mit der hinsichtlich der von der Druckmaschine zu produzierenden Druckqualität getroffenen Einstellung des Farbauftrags auf dem Bedruckstoff korrespondierende, in der Einrichtephase der Druckmaschine mit der ersten Messeinrichtung ermittelte erste Istwert datentechnisch an einen zentralen Steuerstand der Druckmaschine und/oder an die zweite Messeinrichtung und/oder an die Regeleinrichtung übermittelt.
  • Es kann vorgesehen sein, dass die Regeleinrichtung die ermittelte Abweichung des im Fortdruck der Druckmaschine ermittelten zweiten Istwertes von dem gesetzten Sollwert auf einer z. B. zu dem zentralen Steuerstand der Druckmaschine gehörenden Anzeigeeinrichtung anzeigt und/oder mit einer Meldeeinrichtung meldet.
  • Auch kann vorgesehen sein, dass die Regeleinrichtung die ermittelte Abweichung des im Fortdruck der Druckmaschine ermittelten zweiten Istwertes von dem gesetzten Sollwert automatisch oder erst nach einer manuellen Freigabe ausregelt.
  • Eine weitere Option besteht darin, dass die Regeleinrichtung die ermittelte Abweichung des im Fortdruck der Druckmaschine ermittelten zweiten Istwertes von dem gesetzten Sollwert erst beim Erreichen oder beim Überschreiten einer für das Maß der Abweichung zuvor festgesetzten Toleranzgrenze ausregelt.
  • Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird nun im Folgenden näher beschrieben.
  • Es zeigen:
  • 1 eine Druckmaschine;
  • 2 eine perspektivische Darstellung eines Inline-Inspektionssystems in der Druckmaschine.
  • In der 1 ist als Druckmaschine beispielhaft eine Bogendruckmaschine dargestellt, wobei diese Bogendruckmaschine z. B. als eine Fünffarbendruckmaschine ausgebildet ist. Ausgehend von einem Bogenanleger 08 folgen in diesem Beispiel in Produktionsrichtung fünf nacheinander angeordnete Druckwerke 01; 02; 03; 04; 06 und ein Lackturm 07 sowie eine Auslageverlängerung 09, wobei in einem aufsteigenden Ast eines Kettenlaufs der Auslageverlängerung 09 eine Kettenführung einen zum Ausleger 11 zu transportierenden Bogen 21 in seinem Transport stabilisiert. Der als Bogen 21 ausgebildete Bedruckstoff 21 ist sowohl im Bogenanleger 08 als auch im Ausleger 11 gestapelt. Im Bereich der Auslageverlängerung 09 sind vorzugsweise mehrere Trockner 12 angeordnet, die von mindestens einem der Druckwerke 01; 02; 03; 04; 06 frisch bedruckte Bogen 21 während ihres Transports in der Auslageverlängerung 09 z. B. mittels Infrarotstrahlung, Heißluft oder UV-Strahlung trocknen.
  • Die Bogendruckmaschine druckt z. B. in einem Offsetdruckverfahren, wobei in jedem Druckwerk 01; 02; 03; 04; 06 je ein Formzylinder 13 und ein Übertragungszylinder 14 zusammenwirken. An jedem Formzylinder 13 ist ein mehrere Walzen aufweisendes Farbwerk 16 und vorzugsweise auch ein Feuchtwerk 17 angeordnet. Das Farbwerk 16 weist in Axialrichtung des Formzylinders 13 mehrere, z. B. dreißig und mehr aneinandergereihte Farbzonen mit einer Breite von jeweils z. B. 30 mm auf, die hinsichtlich der mit dem Farbwerk 16 auf dem Bedruckstoff 21 aufzutragenden Schichtdicke der Druckfarbe jeweils mit einem Stellelement, z. B. einer Zonenrakel, vorzugsweise durch eine von einem zur Druckmaschine gehörenden zentralen Steuerstand 27, z. B. Leitstand 27, betätigbare Fernverstellung einstellbar sind.
  • Ein vom Bogenanleger 08 über eine Zuführtrommel 18 dem in Produktionsrichtung ersten Druckwerk 01 zugeführter Bogen 21 wird im Druckspalt zwischen dem Übertragungszylinder 14 und einem mit diesem Übertragungszylinder 14 zusammenwirkenden Druckzylinder 19 bedruckt und mittels einer Übergabetrommel 25 an das in Produktionsrichtung nachfolgende Druckwerk 02 übergeben, wo der Bogen 21 mit einer weiteren Druckfarbe bedruckt wird. Die Druckmaschine kann auch eine Wendetrommel (nicht dargestellt) zur Ausführung eines Schön- und Widerdrucks, d. h. eines beidseitigen Bedrucks des Bogens 21 aufweisen, wobei dann in der Druckmaschine in deren Produktionsrichtung z. B. zehn Druckwerke 01; 02; 03; 04; 06 aneinandergereiht sind.
  • In einer Einrichtephase der Druckmaschine wird z. B. einer von den ersten in der Druckmaschine bedruckten Bogen 21 vorzugsweise am Ausleger 11 entnommen und mit einer vorzugsweise außerhalb der Druckmaschine angeordneten ersten Messeinrichtung 22 hinsichtlich der von der Druckmaschine produzierten Qualität geprüft. Diese Bogenentnahme ist in der 1 durch eine gestrichelte Linie angedeutet. In der Einrichtephase der Druckmaschine wird z. B. ein einzelner Bogen 21 oder eine geringe Anzahl von Bogen 21 vorzugsweise mit einer gegenüber der im Fortdruck geltenden Produktionsgeschwindigkeit deutlich verringerten Geschwindigkeit durch die Druckmaschine transportiert.
  • Die erste Messeinrichtung 22 ist z. B. als ein Densitometer, z. B. als ein Handdensitometer, oder als ein Farbspektrometer oder als ein Kombinationsmessinstrument für eine densitometrische und farbmetrische Messung ausgebildet und ist z. B. an oder räumlich nahe dem zur Druckmaschine gehörenden zentralen Steuerstand 27 verfügbar. Anhand mindestens eines mit der ersten Messeinrichtung 22 ermittelten Messwertes, d. h. eines erfassten Istwertes für eine bestimmte Messgröße, z. B. für die auf dem Bedruckstoff 21 aufgetragene Schichtdicke einer bestimmten Druckfarbe oder für deren Farbton, wird im Abgleich mit einem Sollwert für diese Messgröße die von der Druckmaschine produzierte Qualität beurteilt. Die Prüfung des zu beurteilenden Bogens 21 kann sich auf das auf ihm aufgedruckte Druckbild oder zumindest auf einen zu dem Druckbild gehörenden Messbalken beziehen, wobei der Messbalken z. B. am Rand des Bogens 21 außerhalb des Druckbildes angeordnet ist. Falls der mit der ersten Messeinrichtung 22 ermittelte Istwert weiter vom gewünschten Sollwert abweicht, als es ein für diese Messgröße zuvor festgelegter Toleranzbereich zulässt, wird eine Einstellung an dem Farbwerk 16 von mindestens einem der Druckwerke 01; 02; 03; 04; 06 der Druckmaschine derart verändert, dass ein Istwert, der an einem nach der Änderung der Einstellung am Farbwerk 16 bedruckten Bogen 21 ermittelt wird, besser mit dem für diese Messgröße vorgegebenen Sollwert übereinstimmt, als es bei der vorangegangenen Messung war. Die aufgrund eines Soll-/Istwertvergleichs erforderliche Einstellung an einem Farbwerk 16 von mindestens einem der Druckwerke 01; 02; 03; 04; 06 betrifft insbesondere eine Verstellung der den jeweiligen Farbzonen zugeordneten Stellelemente hinsichtlich der dort jeweils bereitgestellten Schichtdicke der Druckfarbe. Es kann vorgesehen sein, dass die erste Messeinrichtung 22 ihre Messwerte z. B. über eine elektrische Datenverbindung an den zentralen Steuerstand 27 leitet, wobei dem zentralen Steuerstand 27 z. B. durch einen Rechner der Druckvorstufe 28 der Sollwert hinsichtlich der mit der ersten Messeinrichtung 22 erfassten Messgröße bereitgestellt wird, sodass der zentrale Steuerstand 27 den erforderlichen Soll-/Istwertvergleich z. B. auch automatisiert ausführen kann.
  • Bei einer ausreichenden Übereinstimmung von einem mit der ersten Messeinrichtung 22 ermittelten Messwert mit dem für diese Messgröße vorgegebenen Sollwert gilt die Einrichtephase der Druckmaschine als erfolgreich abgeschlossen, weil mit der aktuell vorliegenden Einstellung des jeweiligen Farbwerks 16 von mindestens einem der Druckwerke 01; 02; 03; 04; 06 die gewünschte Qualität für das mit der Druckmaschine zu produzierende Druckerzeugnis erzielbar ist, und die Druckmaschine kann für den Fortdruck, d. h. für den Transport des Bedruckstoffes 21 in voller Produktionsgeschwindigkeit, freigegeben werden. Der für die erste Messeinrichtung 22 geltende Sollwert kann z. B. durch einen Musterbogen oder elektronisch durch Daten von dem Rechner der Druckvorstufe 28 bereitgestellt werden. Die von der ersten Messeinrichtung 22 ermittelten Messwerte werden als erste Istwerte bezeichnet.
  • In der Druckmaschine ist vorzugsweise am in Produktionsrichtung letzten Druckwerk 06 oder an dem den Druckwerken 01; 02; 03; 04; 06 nachgeordneten Lackturm 07 eine zweite Messeinrichtung 23 vorgesehen, wobei die zweite Messeinrichtung 23 z. B. als ein Inline-Inspektionssystem ausgebildet ist und z. B. mindestens ein Kamerasystem und mindestens eine Beleuchtungseinheit aufweist. Die Kamera ist z. B. als eine Farbkamera ausgebildet und z. B. als eine Zeilenkamera oder als eine Flächenkamera konfiguriert. Sie kann als Bildsensor z. B. einen CCD-Chip oder einen CMOS-Chip aufweisen. Die Beleuchtungseinheit erstreckt sich in Axialrichtung des Formzylinders 13 vorzugsweise über dessen gesamte Länge. Die Beleuchtungseinheit weist als Leuchtmittel z. B. Leuchtdioden oder Laserdioden auf, vorzugsweise mehrere zueinander parallele Reihen von Leuchtdioden oder Laserdioden, wobei die Leuchtdioden oder Laserdioden selektiv und entweder gepulst oder im Dauerlicht betrieben werden.
  • Die zweite Messeinrichtung 23 nimmt von mindestens einem, vorzugsweise von allen im Fortdruck durch die Druckmaschine transportierten Bogen 21 jeweils mindestens ein Bild auf, wobei die zweite Messeinrichtung 23 insbesondere das auf dem Bogen 21 aufgedruckte Druckbild erfasst, wobei die zweite Messeinrichtung 23 das aufgenommene Bild in vorzugsweise digitale Bilddaten wandelt und z. B. einem Bildverarbeitungssystem 24 zuführt. Die von der zweiten Messeinrichtung 23 erfassten Messwerte, z. B. die mit dem aufgenommenen Druckbild korrelierenden elektrischen Bilddaten, werden als zweite Istwerte bezeichnet. Die von der zweiten Messeinrichtung 23 vorgenommene Bildaufnahme ist in der 1 durch eine gestrichelte Pfeillinie angedeutet.
  • Zumindest einer der zu Beginn oder in einer frühen Phase des Fortdruckes von der zweiten Messeinrichtung 23 erfassten zweiten Istwerte wird in einer das Farbwerk 16 von mindestens einem der Druckwerke 01; 02; 03; 04; 06 regelnden Regeleinrichtung 26 als deren Sollwert gesetzt, wobei in einer bevorzugten Ausführung die Regeleinrichtung 26 z. B. die den jeweiligen Farbzonen zugeordneten Zonenrakel einstellt. Damit wird die in der Einrichtephase der Druckmaschine als gut befundene Qualität des mit der Druckmaschine produzierten Druckerzeugnisses in die Regeleinrichtung 26 eingelernt. Die frühe Phase des Fortdruckes bildet somit für die Regeleinrichtung 26 eine Einlernphase, in der die Regeleinrichtung 26 für den weiteren Fortdruck der Druckmaschine konfiguriert wird. Die Konfiguration der Regeleinrichtung 26 und des mindestens einen von ihr geregelten Farbwerks 16 kann durch eine selbsttätige Durchführung der Einlernphase oder in Verbindung mit einer Betätigung z. B. am zentralen Steuerstand 27 erfolgen. Nach Abschluss der Einlernphase werden alle weiteren im Fortdruck produzierten Druckerzeugnisse auf der Grundlage des in der Einlernphase festgelegten Sollwertes beurteilt. Wenn z. B. das Bildverarbeitungssystem 24 eine Abweichung der nach Abschluss der Einlernphase von der zweiten Messeinrichtung 23 erfassten zweiten Istwerte von dem in der Einlernphase festgelegten Sollwert ermittelt, und zwar eine Abweichung, die über einen für die Messgröße der zweiten Messeinrichtung 23 zuvor festgelegten Toleranzbereich hinausgeht, dann beginnt vorzugsweise die das Farbwerk 16 von mindestens einem der Druckwerke 01; 02; 03; 04; 06 regelnde Regeleinrichtung 26 die Einstellung für dieses mindestens eine Farbwerk 16 derart zu verändern, dass die von der zweiten Messeinrichtung 23 im Fortdruck vorzugsweise fortlaufend erfassten zweiten Istwerte wieder näher an den für die entsprechende Messgröße festgelegten Sollwert herangeführt werden.
  • Die anhand der von der zweiten Messeinrichtung 23 erfassten Messwerte geführte Regeleinrichtung 26 führt somit bei bestehendem Korrekturbedarf vorzugsweise automatisch eine Neueinstellung des Farbwerks 16 von mindestens einem der Druckwerke 01; 02; 03; 04; 06 durch und ist damit in seinem Regeleingriff der in der Einrichtephase der Druckmaschine z. B. durch den zentralen Steuerstand 27 getroffenen Einstellung des Farbwerks 16 überlagert, wobei jedoch der in Verbindung mit der ersten Messeinrichtung 22 durchgeführte Einstellprozess und der in Verbindung mit der zweiten Messeinrichtung 23 durchgeführte Einstellprozess jeweils autark erfolgen. Eine rechnerische Überführung von Messwerten der ersten Messeinrichtung 22 in z. B. von dem Bildverarbeitungssystem 24 verarbeitbare Bilddaten erfolgt nicht. Vielmehr wird die mithilfe der ersten Messeinrichtung 22 eingestellte Qualität des mit der Druckmaschine zu produzierenden Druckerzeugnisses zur Festsetzung des Sollwertes für die mit der zweiten Messeinrichtung 23 in Verbindung stehende Regeleinrichtung 26 verwendet, wobei das mit der in der Einrichtephase getroffenen Einstellung des Farbwerks 16 korrespondierende jeweilige Druckbild auf den Bogen 21 zur Führungsgröße für die im Fortdruck aktive Regeleinrichtung 26 wird. Die bei einem erkannten Korrekturbedarf vorzunehmende Neueinstellung des Farbwerks 16 von mindestens einem der Druckwerke 01; 02; 03; 04; 06 kann auch derart erfolgen, dass die Regeleinrichtung 26 z. B. an einer Anzeigeeinrichtung 32 des Leitstandes 27 einen Korrekturvorschlag für die Einstellung der Farbzonen des Farbwerks 16 anzeigt, woraufhin dieser Korrekturvorschlag vom Bedienpersonal der Druckmaschine durch eine Quittierung akzeptiert oder durch eine andere Eingabe abgelehnt werden kann. Durch eine nicht zwangsläufige Neueinstellung des Farbwerks 16 können insbesondere kurzzeitige Störungen, die z. B. nach einem Nachfüllen von Druckfarbe an einem Farbwerk 16 oder durch eine Fehlmenge an Feuchtmittel auftreten können, ignoriert werden. Eine Meldeeinrichtung kann auf den an der Anzeigeeinrichtung 32 angezeigten Korrekturvorschlag hinweisen. Auch kann vorgesehen sein, dass die Regeleinrichtung 26 die ermittelte Abweichung des im Fortdruck der Druckmaschine ermittelten zweiten Istwertes von dem gesetzten Sollwert erst beim Erreichen oder beim Überschreiten einer für das Maß der Abweichung zuvor festgesetzten Toleranzgrenze anzeigt und/oder meldet und/oder ausregelt.
  • Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass die Neueinstellung des den Farbauftrag auf dem Bedruckstoff 21 auftragenden Farbwerks 16 dadurch erfolgt, dass wie zuvor in der Einrichtephase der Druckmaschine mit der ersten Messeinrichtung 22 ein weiterer erster Istwert hinsichtlich des von dem Farbwerk 16 der Druckmaschine aktuell auf dem Bedruckstoff 21 aufgetragenen Farbauftrags ermittelt wird, wobei anhand dieses weiteren ersten Istwertes das den Farbauftrag auf dem Bedruckstoff 21 auftragende Farbwerk 16 hinsichtlich der von der Druckmaschine zu produzierenden Druckqualität im Sinne einer Minimierung der im Fortdruck der Druckmaschine von der Regeleinrichtung 26 ermittelten Abweichung eingestellt wird. Bei dieser alternativen Ausführung ist die Regeleinrichtung 26 zwar an der Regelung der hinsichtlich der von der Druckmaschine zu produzierenden Druckqualität beteiligt, jedoch nur als eine die Produktion beobachtende Einrichtung, welche vorzugsweise fortlaufend und durch eine Erfassung aller produzierten Exemplare des herzustellenden Druckerzeugnisses die Abweichung ermittelt, die sich im Fortdruck der Druckmaschine von dem in der zweiten Messeinrichtung 23 eingestellten Sollwert z. B. durch eine insbesondere anhaltende Störung im Farbtransport und/oder durch eine Störung in der erforderlichen Balance von Druckfarbe und Feuchtmittel ergibt. Im Fall einer ermittelten, insbesondere eine zuvor festgesetzte Toleranzgrenze überschreitenden Abweichung setzt die Regeleinrichtung 26 einen entsprechenden Hinweis ab, welcher z. B. an der zum Leitstand 27 gehörenden Anzeigeeinrichtung 32 angezeigt wird. Daraufhin kann das Bedienpersonal am Ausleger 11 der Druckmaschine einen Bogen 21 entnehmen, diesen wie zuvor in der Einrichtephase der Druckmaschine mithilfe der ersten Messeinrichtung 22 erneut vermessen und das den Farbauftrag auf dem Bogen 21 auftragende Farbwerk 16 z. B. am Leitstand 27 hinsichtlich der von der Druckmaschine zu produzierenden Druckqualität im Sinne einer Minimierung der im Fortdruck der Druckmaschine von der Regeleinrichtung 26 ermittelten Abweichung neu einstellen. Es ist zumeist nicht erforderlich, für eine Durchführung dieser Neueinstellung die Produktion der Druckmaschine anzuhalten. Die Neueinstellung des den Farbauftrag auf dem Bogen 21 auftragenden Farbwerks 16 anhand eines von der Regeleinrichtung 26 gegebenen Hinweises vorzunehmen, hat den Vorteil, dass vor allem eine sich im Fortdruck allmählich entwickelnde Abweichung in der von der Druckmaschine zu produzierenden Qualität des Druckerzeugnisses aufgrund der mit der zweiten Messeinrichtung 23 ermittelten Messwerte je nach der dafür zuvor festgesetzten Toleranzgrenze bedeutend früher und zuverlässiger erkannt werden kann, als es allein aufgrund einer Beobachtung der Produktion durch das Bedienpersonal möglich ist, sodass auch frühzeitiger eine Korrektur der Einstellung des den Farbauftrag auf dem Bogen 21 auftragenden Farbwerks 16 erfolgen kann und damit die Produktion von Makulatur vermindert wird.
  • Es ist von Vorteil, in der Einlernphase mit der zweiten Messeinrichtung 23 eine begrenzte Menge zweiter Istwerte, die jeweils mit der in der Einrichtephase hinsichtlich der von der Druckmaschine zu produzierenden Druckqualität getroffenen Einstellung des Farbauftrags auf dem Bedruckstoff 21 korrespondieren, zu erfassen und aus dieser Menge zweiter Istwerte z. B. in dem Bildverarbeitungssystem 24 einen Mittelwert zu ermitteln, wobei dann dieser Mittelwert in der Regeleinrichtung 26 als deren Sollwert gesetzt wird.
  • Es kann z. B. auch vorgesehen sein, dass die Messwerte der ersten Messeinrichtung 22 z. B. von dem Bildverarbeitungssystem 24 oder in einer anderen Speichereinrichtung archiviert werden, sodass die erste Messeinrichtung 22 ihr Messverfahren nicht zwangsläufig bei jedem Andruck neu ausführen muss, sondern dass bei Abarbeitung eines zum früheren Druckauftrag gleichartigen Folgeauftrages von der Regeleinrichtung 26 auf die archivierten Messwerte zurückgegriffen werden kann.
  • 2 zeigt in einem Ausschnitt aus der in der 1 gezeigten Druckmaschine eine Anordnung der als eine Kamera ausgebildeten zweiten Messeinrichtung 23, wobei die Kamera durch eine sich in Axialrichtung des Druckzylinders 19 erstreckende vorzugsweise schlitzförmige Öffnung 29 z. B. in einem Fußtritt 31 an einem der Druckwerke 01; 02; 03; 04; 06 oder an dem Lackturm 07 Messwerte von einem entlang des Druckzylinders 19 transportierten Bogens 21 erfasst. Die Kamera weist dabei einen sich entlang der Axialrichtung des Druckzylinders 19 öffnenden Erfassungswinkel α auf. Dazu ist die Kamera der zweiten Messeinrichtung 23 z. B. mit einem Weitwinkelobjektiv ausgestattet. Der Druckzylinder 19 weist in seiner Axialrichtung eine Länge L im Bereich z. B. von 300 mm bis 2.100 mm auf, vorzugsweise 700 mm bis 1.100 mm. In Axialrichtung des Druckzylinders 19 können nebeneinander auch mehrere Kameras der zweiten Messeinrichtung 23 angeordnet sein, deren jeweiliger Erfassungswinkel α dann jeweils nur einen Teil der Länge L des Druckzylinders 19 erfasst, sodass der Erfassungswinkel α einer jeden Kamera in seiner jeweiligen Öffnungsweite jeweils geringer bemessen sein kann, wodurch verzerrungsfreiere Aufnahmen vom Druckbild auf den Bogen 21 möglich sind.
  • 01
    Druckwerk
    02
    Druckwerk
    03
    Druckwerk
    04
    Druckwerk
    05
    06
    Druckwerk
    07
    Lackturm
    08
    Bogenanleger
    09
    Auslageverlängerung
    10
    11
    Ausleger
    12
    Trockner
    13
    Formzylinder
    14
    Übertragungszylinder
    15
    16
    Farbwerk
    17
    Feuchtwerk
    18
    Zuführtrommel
    19
    Druckzylinder
    20
    21
    Bedruckstoff, Bogen
    22
    erste Messeinrichtung
    23
    zweite Messeinrichtung
    24
    Bildverarbeitungssystem
    25
    Übergabetrommel
    26
    Regeleinrichtung
    27
    Steuerstand, Leitstand
    28
    Druckvorstufe
    29
    Öffnung
    30
    31
    Fußtritt
    32
    Anzeigeeinrichtung
    α
    Erfassungswinkel
    L
    Länge

Claims (15)

  1. Verfahren zur Farbregelung einer Druckmaschine, bei dem in einer Einrichtephase der Druckmaschine mit einer ersten Messeinrichtung (22) mindestens ein erster Istwert hinsichtlich eines an einem Farbwerk (16) der Druckmaschine eingestellten, auf mindestens einem Bedruckstoff (21) aufgetragenen Farbauftrags ermittelt wird, bei dem anhand dieses ersten Istwertes das den Farbauftrag auf dem Bedruckstoff (21) auftragende Farbwerk (16) hinsichtlich einer von der Druckmaschine zu produzierenden Druckqualität eingestellt wird, bei dem bei einem Fortdruck der Druckmaschine mit einer von der ersten Messeinrichtung (22) verschiedenen zweiten Messeinrichtung (23) mehrere zweite Istwerte hinsichtlich eines auf dem Bedruckstoff (21) aufgedruckten Druckbildes erfasst und einer an einer Regelung des Farbwerks (16) beteiligten Regeleinrichtung (26) zugeführt werden, bei dem zumindest einer der mit der zweiten Messeinrichtung (23) erfassten zweiten Istwerte, der mit der in der Einrichtephase hinsichtlich der von der Druckmaschine zu produzierenden Druckqualität getroffenen Einstellung des Farbauftrags auf dem Bedruckstoff (21) korrespondiert, in der Regeleinrichtung (26) als deren Sollwert gesetzt wird, bei dem die Regeleinrichtung (26) auf eine Abweichung anderer im Fortdruck der Druckmaschine ermittelter zweiter Istwerte von dem gesetzten Sollwert zumindest hinweist und eine Neueinstellung des den Farbauftrag auf dem Bedruckstoff (21) auftragenden Farbwerks (16) im Sinne einer Minimierung dieser Abweichung veranlasst.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der in der Einrichtephase der Druckmaschine mit der ersten Messeinrichtung (22) ermittelte erste Istwert außerhalb der Druckmaschine erfasst wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der in der Einrichtephase der Druckmaschine mit der ersten Messeinrichtung (22) ermittelte erste Istwert densitometrisch und/oder farbmetrisch erfasst wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beim Fortdruck der Druckmaschine mit der zweiten Messeinrichtung (23) erfassten zweiten Istwerte innerhalb der Druckmaschine erfasst werden.
  5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beim Fortdruck der Druckmaschine erfassten zweiten Istwerte mit einer als eine Kamera ausgebildeten zweiten Messeinrichtung (23) erfasst werden.
  6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beim Fortdruck der Druckmaschine erfassten zweiten Istwerte mit einer als ein Inline-Inspektionssystem ausgebildeten zweiten Messeinrichtung (23) erfasst werden.
  7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein auf den Bedruckstoff (21) gedrucktes Druckbild erfasst wird.
  8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der Einrichtephase der Druckmaschine an mehreren Exemplaren des mit dem Farbauftrag versehenen Bedruckstoffes (21) mit der ersten Messeinrichtung (22) jeweils der erste Istwert erfasst und ein Mittelwert dieser Istwerte ermittelt wird, wobei anhand dieses ermittelten Mittelwertes der Farbauftrag auf dem Bedruckstoff (21) hinsichtlich der von der Druckmaschine zu produzierenden Druckqualität eingestellt wird.
  9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mit der zweiten Messeinrichtung (23) eine begrenzte Menge zweiter Istwerte, die jeweils mit der in der Einrichtephase hinsichtlich der von der Druckmaschine zu produzierenden Druckqualität getroffenen Einstellung des Farbauftrags auf dem Bedruckstoff (21) korrespondieren, erfasst wird, wobei aus dieser Menge zweiter Istwerte ein Mittelwert ermittelt wird, wobei dieser Mittelwert in der Regeleinrichtung (26) als deren Sollwert gesetzt wird.
  10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine in der Einrichtephase der Druckmaschine mit der ersten Messeinrichtung (22) ermittelte erste Istwert datentechnisch an einen zentralen Steuerstand (27) der Druckmaschine übermittelt wird.
  11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Regeleinrichtung (26) die ermittelte Abweichung der im Fortdruck der Druckmaschine ermittelten zweiten Istwerte von dem gesetzten Sollwert auf einer Anzeigeeinrichtung (32) anzeigt und/oder mit einer Meldeeinrichtung meldet.
  12. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Regeleinrichtung (26) die ermittelte Abweichung der im Fortdruck der Druckmaschine ermittelten zweiten Istwerte von dem gesetzten Sollwert ausregelt.
  13. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Regeleinrichtung (26) die ermittelte Abweichung der im Fortdruck der Druckmaschine ermittelten zweiten Istwerte von dem gesetzten Sollwert automatisch oder erst nach einer manuellen Freigabe ausregelt.
  14. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Regeleinrichtung (26) die ermittelte Abweichung der im Fortdruck der Druckmaschine ermittelten zweiten Istwerte von dem gesetzten Sollwert erst beim Erreichen oder beim Überschreiten einer für das Maß der Abweichung zuvor festgesetzten Toleranzgrenze anzeigt und/oder meldet und/oder ausregelt.
  15. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Neueinstellung des den Farbauftrag auf dem Bedruckstoff (21) auftragenden Farbwerks (16) dadurch erfolgt, dass wie zuvor in der Einrichtephase der Druckmaschine mit der ersten Messeinrichtung (22) ein weiterer erster Istwert hinsichtlich des von dem Farbwerk (16) der Druckmaschine aktuell auf dem Bedruckstoff (21) aufgetragenen Farbauftrags ermittelt wird, wobei anhand dieses weiteren ersten Istwertes das den Farbauftrag auf dem Bedruckstoff (21) auftragende Farbwerk (16) hinsichtlich der von der Druckmaschine zu produzierenden Druckqualität im Sinne einer Minimierung der im Fortdruck der Druckmaschine von der Regeleinrichtung (26) ermittelten Abweichung eingestellt wird.
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