DE102006004032A1 - Elektromotor, insbesondere Brandgasmotor, sowie Verwendung eines solchen in einer explosionsgefährdeten Umgebung - Google Patents

Elektromotor, insbesondere Brandgasmotor, sowie Verwendung eines solchen in einer explosionsgefährdeten Umgebung Download PDF

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Abstract

Die Erfindung betrifft einen Elektromotor mit einem bis zu einer Grenztemperatur temperaturbeständigen Klemmenkasten mit einem Klemmenbrett (10) zum Anschluss von Motorleitungen. Das Klemmenbrett (10) weist Anschlusskomponenten (11-16) auf, die bezüglich ihrer elektrischen und mechanischen Eigenschaften zumindest bis zur Grenztemperatur temperaturbeständig sind und die so ausgestaltet sind, dass die jeweiligen Enden (18) der anzuschließenden Motorleitungen gegen eine Verdrehung gesichert sind. Der erfindungsgemäße Elektromotor ist sowohl in einer brandgefährdeten als auch in explosionsgefährdeter Umgebung einsetzbar. Der Klemmenkasten erlaubt in besonders vorteilhafter Weise den nachträglichen Anschluss des Motorkabels erst vor Ort. Der Motorkabelverschnitt wird minimiert. Der Klemmenkasten gewährleistet durch die Verdrehsicherung eine Einhaltung der Mindestluftstrecken bis zur Grenztemperatur. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Verwendung eines solchen Motors in einer explosionsgefährdeten Umgebung.

Description

  • Die Erfindung betrifft einen Elektromotor mit einem bis zu einer Grenztemperatur temperaturbeständigen Klemmenkasten mit einem Klemmenbrett zum Anschluss von Motorleitungen. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Verwendung eines solchen Motors in einer explosionsgefährdeten Umgebung.
  • Derartige Elektromotoren dienen beispielsweise zum Antrieb von Entrauchungsventilatoren. Im Brandfall bewirken solche Ventilatoren einen Rauch- und Wärmeabzug in besonders brandgefährdeten Umgebungen, wie z.B. in Tunneln, Tiefgaragen oder Büroräumen. Die technische Auslegung solcher Entrauchungsventilatoren ist unter anderem in nationalen sowie in internationalen Normen und Vorschriften festgelegt. In der europäischen Norm EN 12101-3 sind Entrauchungsventilatoren in verschiedene Temperatur/Zeitkategorien klassifiziert. Die Temperatur/Zeitkategorie F200 umfasst z.B. Entrauchungsventilatoren, die bei einer Grenztemperatur von 200°C einen sicheren Betrieb des Entrauchungsventilators für eine Mindestzeit von 120 Minuten gewährleisten. Die Temperatur/Zeitkategorie F400 bzw. F600 umfasst darüber hinaus auch Entrauchungsventilatoren, die für einen Zeitraum von 120 Minuten Grenztemperaturen von 400°C bzw. 600°C widerstehen können.
  • Die zum Antrieb der Ventilatoren verwendeten Brandgasmotoren weisen üblicherweise einen Klemmenkasten auf, der an der Außenseite des Motors angebracht ist. Der Klemmenkasten ist entsprechend seiner Temperatur/Zeitkategorie temperaturbeständig ausgelegt. Aus sicherheitstechnischen Gründen dürfen solche Elektromotoren aber nicht in explosionsgefährdeten Umgebungen eingesetzt werden.
  • Weiterhin sind elektrische Maschinen, wie z.B. Elektromotoren, bekannt, die für den Betrieb in explosionsgefährdeten Umgebungen ausgelegt sind. Explosionsgefährdete Umgebungen können z.B. Tankstellen, Kohleminen, chemische Anlagen oder Raffinerien sein. Wesentlich für die Zulässigkeit geeigneter elektrischer Betriebsmittel in solchen Umgebungen ist die Vermeidung der Entstehung von Funken, welche explosive Gase, Stäube oder Dämpfe zum Entzünden und zum Explodieren bringen können. Funken entstehen z.B. bei Elektromotoren, die einen Kommutator zur Stromwendung aufweisen. Funken können auch aufgrund elektrostatischer Entladungen oder aufgrund einer Unterschreitung von Mindestluftstrecken zwischen spannungsführenden Teilen entstehen. Zur Vermeidung der Entstehung möglicher Funken in solchen Betriebsmitteln wird unter anderem die Höhe der elektrischen Betriebsspannungen sowie Betriebsströme begrenzt. In der europäischen Norm EN 60079-15 ist diesbezüglich die elektrotechnische Auslegung von elektrischen Betriebsmitteln in explosionsgefährdeten Umgebungen spezifiziert. Elektrische Betriebsmittel, welche diese Norm erfüllen, weisen im Fachjargon eine sogenannte „EX-Abnahme" auf.
  • Um Elektromotoren in brand- und zugleich explosionsgefährdeten Umgebungen, wie z.B. in Raffinerien, betreiben zu können, wurden bisher Brandgasmotoren mit einem direkt aus dem Motor herausgeführten Motorkabel einsetzt. Das Motorkabel musste eine entsprechende Länge aufweisen, so dass dieses in einen nicht brandgefährdeten Raum auf ein handelsübliches Klemmenbrett mit „EX-Abnahme" angeschlossen werden konnte. Das Klemmenbrett ist vorzugsweise aus Kunststoff gefertigt. Die Länge des Motorkabels kann eine Länge von 100 Metern und mehr aufweisen, wobei auch das Motorkabel zumindest die gleiche Temperatur/Zeitkategorie wie der Brandgasmotor erfüllen muss.
  • Die benötigte Länge der Motorkabel ist je nach Montageort des Brandgasmotors unterschiedlich lang. Dies führt nachteilig entweder zu einer Anzahl von Elektromotoren mit einer jeweils unterschiedlichen Motorkabellänge oder zu einem hohen Verschnitt, wenn für die Brandgasmotoren eine einheitliche (= die maximale) Motorkabellänge vorgesehen ist.
  • Es ist eine Aufgabe der Erfindung, einen Elektromotor anzugeben, welcher die zuvor genannten Nachteile nicht mehr aufweist.
  • Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, eine geeignete Verwendung für einen solchen Elektromotor anzugeben.
  • Diese Aufgabe wird durch einen Elektromotor mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen 2 bis 8 angegeben. Im Anspruch 9 ist eine geeignete Verwendung eines solchen Elektromotors angegeben.
  • Erfindungsgemäß weist das Klemmenbrett des Elektromotors Anschlusskomponenten auf, die bezüglich ihrer elektrischen und mechanischen Eigenschaften zumindest bis zur Grenztemperatur temperaturbeständig sind und die so ausgestaltet sind, dass die jeweiligen Enden der anzuschließenden Leitungen gegen eine Verdrehung gesichert sind. Die Anschlusskomponenten können entsprechend der jeweils für eine brandgefährdete Umgebung geforderten Höchsttemperaturen z.B. für eine Maximaltemperatur von 400°C ausgelegt sein. Die materialtechnischen Anforderungen an die Anschlusskomponenten sind in diesem Fall geringer als bei 600°C. Die mechanischen Eigenschaften der Anschlusskomponenten sind im Wesentlichen die Festigkeit und die Formbeständigkeit der Komponenten. Die elektrischen Eigenschaften der Anschlusskomponenten sind insbesondere der ohmsche Widerstand bzw. die elektrische Leitfähigkeit der Anschlusskomponenten. Bezüglich ihrer Funktion sind die Anschlusskomponenten entweder besonders gut elektrisch isolierend oder in Hinblick auf die elektrischen Kontaktierung der Motorleitungsenden besonders gut elektrisch leitend. In diesem Sinne bedeutet temperaturbeständig, dass sich die elektrischen und mechanischen Eigenschaften der Anschlusskomponenten bis zu der genannten Temperatur von 600° innerhalb der betrieblich zulässigen Toleranzen bewegen.
  • Der erfindungsgemäße Elektromotor ist sowohl in einer brandgefährdeten als auch in einer explosionsgefährdeten Umgebung einsetzbar. Der erfindungsgemäße Klemmenkasten erlaubt in besonders vorteilhafter Weise den nachträglichen Anschluss des Motorkabels erst vor Ort. Der Motorkabelverschnitt wird minimiert. Der Klemmenkasten gewährleistet durch die Verdrehsicherung eine Einhaltung der Mindestluftstrecken bis zur angegebenen Temperatur von 600°C. Eine mögliche Entstehung von Funken wird vermieden. Zugleich ist eine sichere elektrische Kontaktierung des Motorkabels mit seinen Motorleitungen sichergestellt.
  • In einer Ausführungsform weist das Klemmenbrett einen Grundkörper aus einem elektrisch isolierenden Werkstoff auf. Im Grundkörper sind die metallischen elektrischen Anschlüsse als Anschlusskomponenten aufgenommen. Die metallischen Anschlüsse können z.B. aus Stahl, Kupfer, Messing oder aus einer metallischen Legierung bestehen.
  • Im Besonderen ist der Grundkörper des Klemmenbretts aus einem keramischen Werkstoff gefertigt. Keramische Werkstoffe, wie z.B. Steatit, Porzellan oder Glas, erlauben eine hohe elektrisch Isolationsfähigkeit bis zu Temperaturen von 1000°C und mehr.
  • Steatit ist ein keramischer Werkstoff auf der Basis natürlicher Rohstoffe und besteht aus der Hauptkomponente Speckstein (Mg3Si4O10(OH)2), einem natürlichen Magnesiumsilikat, und aus Zusätzen von Ton und Feldspat oder Bariumcarbonat. Üblicherweise wird Steatit dicht gesintert. Auf diese Weise erhält dieser Werkstoff seine hohe mechanische Festigkeit. Steatit ist sehr gut verarbeitbar und bleibt auch bei sehr hohen Temperaturen weitgehend frei von mechanischen Spannungen.
  • In einer Ausführungsform weist das Klemmenbrett einen Grundkörper auf, in welchem Gewindebolzen form- und/oder kraftschlüssig eingelassen, eingeschraubt oder eingegossen sind. Je ein Gewindebolzen dient als Stützpunkt zur elektrischen Kontaktierung eines Leitungsendes. Besonders vorteilhaft ist es, wenn eine herkömmliche Schraube mit einem 6-Kant-Schraubenkopf verwendet wird. Der Schraubenkopf bildet mit dem Grundkörper eine besonders gute form- und/oder kraftschlüssige Verbindung.
  • Der Gewindebolzen nimmt in einer weiteren Ausführungsform zumindest ein Klemmstück, einen Klemmbügel sowie eine Mutter zur Schraubverklemmung eines Leitungsendes zwischen dem jeweiligen Klemmstück und dem Klemmbügel auf. Anstelle des blanken Leiters bzw. der blanken Litze des Leitungsendes kann auch ein Kabelschuh oder eine Kabelhülse als Verbindungselement zur Verklemmung verwendet werden. Das Verbindungselement wird dazu auf das jeweilige Leitungsende aufgecrimpt. Unter Crimpen versteht man die Erstellung einer homogenen, nicht lösbaren Verbindung zwischen Leiter und Verbindungselement, die eine größere elektrische und mechanische Sicherheit gewährleistet als herkömmliche Verbindungen wie Löten oder Schweißen.
  • In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform weist das Klemmstück einen polygonen, insbesondere einen vierkantigen Querschnitt, auf. Der Klemmbügel ist passend zum Klemmstück ausgeformt, so dass dieser das ihm zugewandte (plane) Ende des Klemmstücks formschlüssig umgreifen kann. Im einfachsten Falle ist der Klemmbügel U-förmig ausgebildet. Das Klemmstück sowie der Klemmbügel bilden eine Verdrehsicherung für ein zur Kontaktierung dazwischen geklemmtes Leitungsende. Dadurch bleibt das Leitungsende in seiner Montageposition fixiert. Mechanische Vibrationen, welche vom Elektromotor oder z.B. vom angetriebenen Ventilator stammen, oder auch mechanische Spannungen in den Motorleitungen aufgrund von hohen Temperaturen im Brandfall bleiben ohne Auswirkungen.
  • Alternativ können die Gewindebolzen einen durch die Längsachse des Gewindebolzens axial verlaufenden Schlitz aufweisen. In diesen Schlitz kann ein Leitungsende eingelegt werden, welches anschließend zwischen dem Klemmstück und der Mutter verklemmt wird. Zwischen der Mutter und dem Leitungsende kann zusätzlich noch eine Klemmscheibe vorgesehen sein.
  • Auf dem Leitungsende kann auch ein speziell ausgestalteter Kabelschuh angebracht sein, wobei der Kabelschuh eine auf den Durchmesser des Gewindebolzens abgestimmte Öffnung mit einem die Öffnung mittig durchlaufenden Verbindungssteg aufweist. Im Kabelschuh sind folglich zwei halbkreisförmige und sich gegenüberliegende Segmente eingebracht. Zum elektrischen Anschluss wird der Kabelschuh auf den geschlitzten Kabelschuh gesteckt, wobei der Verbindungssteg des Kabelschuhs im Schlitz des Gewindebolzens verdrehsicher geführt ist. Auch in diesem Fall bleibt das Leitungsende in seiner Montageposition fixiert.
  • Vorzugsweise ist der Elektromotor ein Brandgasmotor zum Betrieb in einer brandgefährdeten Umgebung. Ein solcher Brandgasmotor kann insbesondere so ausgelegt sein, dass er die technischen Anforderungen der europäischen Norm EN 12101-3 oder anderer vergleichbarer nationaler sowie internationaler Normen oder Richtlinien erfüllt.
  • Ein Elektromotor gemäß der Erfindung ist vorteilhaft in einer explosionsgefährdeten Umgebung einsetzbar. Ein solcher Elektromotor kann insbesondere so ausgelegt sein, dass er die technischen Anforderungen der europäischen Norm EN 60079-15 oder anderer vergleichbarer nationaler sowie internationaler Normen oder Richtlinien erfüllt.
  • Weitere vorteilhafte Eigenschaften der Erfindung ergeben sich aus deren beispielhafter Erläuterung anhand der Figuren. Es zeigt
  • 1 ein Beispiel für einen Elektromotor gemäß der Erfindung mit einem außenliegenden Klemmenkasten zum Anschluss eines Motorkabel,
  • 2 eine Draufsicht auf einen beispielhaften Klemmenkasten mit einem innenliegenden Klemmenbrett gemäß der Erfindung im Aufriss,
  • 3 einen Querschnitt durch den beispielhaften Klemmenkasten gemäß 2 entlang der Schnittlinie III-III,
  • 4 ein perspektivisch dargestelltes Klemmenbrett gemäß 2 mit teilweise angeschlossenen Leitungsenden,
  • 5 eine Draufsicht auf das Klemmenbrett gemäß 2 im Detail,
  • 6 einen Querschnitt durch das Klemmenbrett gemäß 5 entlang der Schnittlinie VI-VI und
  • 7 einen Querschnitt durch das Klemmenbrett gemäß 5 entlang der Schnittlinie VII-VII.
  • 1 zeigt ein Beispiel für einen Elektromotor 1 gemäß der Erfindung mit einem außenliegenden Klemmenkasten 4 zum Anschluss eines Motorkabels 8. Mit dem Bezugszeichen 2 ist das Motorgehäuse und mit dem Bezugszeichen 3 die Antriebswelle bezeichnet. Im Beispiel der 1 ist der Klemmenkasten 4 seitlich am Motorgehäuse 2 angebracht. Der Klemmenkasten 4 setzt sich vorzugsweise aus einem motorseitigen Teil 41, einem Klemmenkastenrahmen 42 und einem Deckel 43 zum Verschließen des Klemmenkastens 4 zusammen. Der Klemmenkasten 4 weist weiterhin eine Anschlussverschraubung 7 für das im Klemmenkasten 4 anzuschließende Motorkabel 8 auf. Die Anschlussverschraubung 7 dient zum einen als Zugentlastung und zum anderen zur Abdichtung des Klemmenkastens 4.
  • 2 zeigt eine Draufsicht auf einen beispielhaften Klemmenkasten 4 mit einem innenliegenden Klemmenbrett 10 gemäß der Erfindung im Aufriss. Im unteren Teil der 2 ist die Anschlussverschraubung 7 gezeigt, durch welches das Motorkabel 8 in den Innenraum des Klemmenkastens 4 geführt werden kann. Das Motorkabel 8 mit seinen mehreren an das Klemmenbrett 10 anzuschließenden Motorleitungen selbst ist in 2 nicht dargestellt. Die Motorleitungen dienen hauptsächlich zur Energieeinspeisung für den Elektromotor 1. Ein Teil der Mo torleitungen kann auch mit Motorsensoren, wie z.B. einem Drehzahlgeber oder einem Temperatursensor, verbunden sein.
  • Im Beispiel der 2 sind beispielhaft sechs Wicklungsenden von Motorleitungen 9 dargestellt, welche an je einem elektrischen Anschluss des Klemmenbretts 10 angeschlossen sind. Die Wicklungsenden sind üblicherweise die Kupferleitungsenden eines zwei- oder mehrpoligen 3-phasigen Wicklungssystems, welches in Ständernuten des Ständers und/oder des Läufers verlegt ist. Zur elektrischen Einspeisung werden zudem die jeweiligen Enden der Motorleitungen des Motorkabels 8 mit je einem elektrischen Anschluss auf dem Klemmenbrett 10 verbunden. Die elektrischen Anschlüsse können, wie beispielhaft in 2 gezeigt, mittels metallischer Verbindungsschienen 16 untereinander verschaltet sein. Auf diese Weise können verschiedene Betriebsarten des Elektromotors 1, wie Stern- oder Dreieckschaltung, eingestellt werden.
  • 3 zeigt einen Querschnitt durch den beispielhaften Klemmenkasten 4 gemäß 2 entlang der Schnittlinie III-III. In dieser Darstellung ist insbesondere der konstruktive Aufbau des Klemmenkastens 4 mit dem motorseitigen Teil 41 des Klemmenkastens 4, dem Klemmenkastenrahmen 42 und dem Deckel 43 zu sehen. Die jeweiligen Teile 41-43 des Klemmenkastens 4 sind mittels nicht näher bezeichneter Schrauben fest und dicht miteinander verbunden.
  • 4 zeigt das perspektivisch dargestellte Klemmenbrett 10 gemäß 2 mit teilweise angeschlossenen Leitungsenden 18 der Motorleitungen und/oder der Wicklungsenden des Elektromotors 1. Das gezeigte Klemmenbrett 10 weist erfindungsgemäß die Anschlusskomponenten 11-16 auf, die bezüglich ihrer elektrischen und mechanischen Eigenschaften bis zu einer Grenztemperatur von z.B. 200, 400 oder 600°C temperaturbeständig sind. Die gezeigten Komponenten 11-16 sind so ausgestaltet, dass die jeweiligen Enden 18 der anzuschließenden Leitungen gegen eine Verdrehung gesichert sind. Im Beispiel der 4 sind die Enden 18 der Leitungen als Kabelschuhe 18 zum vereinfachten und zuverlässigeren Anschluss ausgebildet. Das Klemmenbrett 10 weist entsprechend einer Ausführungsform der Erfindung einen Grundkörper 11 aus einem elektrisch isolierenden Werkstoff als Träger der elektrischen Anschlusskomponenten 12-15 auf. Der Werkstoff ist vorzugsweise eine Keramik, wie z.B. Steatit, Porzellan oder Glas, welche für Temperaturen von 1000°C und mehr formstabil, mechanisch fest und elektrisch isolierend bleibt.
  • Im oder auf dem Grundkörper 11 sind die metallischen Komponenten 12-15 der elektrischen Anschlüsse gemäß einer weiteren Ausführungsform aufgenommen. Mit dem Bezugszeichen 12 ist ein Gewindebolzen bezeichnet, der form- und/oder kraftschlüssig im Grundkörper 11 eingelassen, eingeschraubt oder eingegossen ist. Die jeweiligen Gewindebolzen 12 zeigen von der Oberfläche des Grundkörpers 11 weg. Dadurch können diese gemäß einer weiteren Ausführungsform zumindest ein Klemmstück 13, einen Klemmbügel 14 und eine Mutter 15 zur Verklemmung eines Motorleitungsendes 18 und/oder eines Leitungsendes der Motorwicklung zwischen dem jeweiligen Klemmstück 13 und Klemmbügel 14 aufnehmen.
  • Das in der 4 gezeigte Klemmstück 13 weist entsprechend einer besonders vorteilhaften Ausführungsform einen polygonen, insbesondere einen vierkantigen, Querschnitt auf. Der Klemmbügel 14 ist derart ausgeformt, dass dieser das ihm zugewandte (plane) Ende des Klemmstücks 13 formschlüssig umgreifen kann. Im Besonderen ist der Klemmbügel 14 U-förmig ausgeformt. Dies ist im Detail in der nachfolgenden 6 dargestellt.
  • In der Mitte des Klemmenbretts 10 sind zwei Befestigungsöffnungen 19 zu sehen, welche der Aufnahme von Schrauben oder Muttern zur Befestigung des Klemmenbretts 10 im Klemmenkasten 4 dienen.
  • 5 zeigt eine Draufsicht auf das Klemmenbrett 4 gemäß 2 im Detail. Die elektrischen Anschlüsse 12-15 sind in einem Raster mit einem jeweils gleichen Abstand C angeordnet. Dadurch können in vorteilhafter Weise jeweils benachbarte elektrische Anschlüsse 12-15 mittels metallischer Verbindungsschienen 16 untereinander verschaltet werden. Mit dem Bezugszeichen B ist die Breite des gezeigten Klemmstücks 13 mit einem quadratischen Querschnitt bezeichnet. Mit dem Bezugszeichen A ist der Mindestabstand zwischen je zwei Klemmstücken 13 auf dem Grundkörper 11 bezeichnet. Dieser Abstand entspricht in etwa der Luftstrecke zwischen jeweils angeschlossenen benachbarten Leitungsenden. Eine Unterschreitung des Abstands A wird durch die erfindungsgemäße Verdrehsicherung aus Gewindebolzen 12, Klemmstück 13 und Mutter 15 zuverlässig verhindert. Typischerweise ist der Abstand A so bemessen, dass unter Berücksichtigung von Sicherheitszuschlägen eine Mindestluftstrecke eingehalten wird. Die Einhaltung dieser Mindestluftstrecke verhindert eine mögliche elektrische Funkenbildung zwischen elektrischen Anschlüssen.
  • 6 zeigt einen Querschnitt durch das Klemmenbrett gemäß 5 entlang der Schnittlinie VI-VI. Im Beispiel der 6 ist zusätzlich der mechanische Aufbau der erfindungsgemäßen Verdrehsicherung gezeigt. Zwischen Klemmstück 13 und Klemmbügel 14 ist der eingeklemmte Kabelschuh 18 im Schnitt dargestellt. Wie die 6 deutlich zeigt, wird auf Grund des Klemmbügels 14, der das Klemmstück 13 formschlüssig umgreift, der Kabelschuh 18 verdrehsicher gehalten.
  • 7 zeigt einen Querschnitt durch das Klemmenbrett 10 gemäß 5 entlang der Schnittlinie VII-VII. In dieser Darstellung befindet sich eine Mutter 17 in einer Vertiefung des Grundkörpers 11. In der Mutter 17 ist ein Ende des Gewindebolzens 12 im Grundkörper 11 zur Befestigung verschraubt. Nach der Verschraubung wird die Vertiefung im Grundkörper 11 mit der Mutter 17 mit einer temperaturbeständigen Vergussmasse vergossen. Nach Aushärtung ist der Gewindebolzen 12 fest mit dem Grundkörper 11 verbunden. Die Vertiefung kann zudem auf die geometrische Form der Mutter 17 abgestimmt sein. Handelt es sich z.B. bei der Mutter 17 um eine Sechskant-Mutter, so weist die Vertiefung gleichfalls einen sechskantförmigen Querschnitt auf, in welche die Mutter 17 formschlüssig eingesetzt werden kann.
  • Anstelle des Gewindebolzens 12 mit Mutter 17 kann auch eine Schraube mit Schraubenkopf verwendet werden, welche durch die Vertiefung geschoben wird.
  • Der erfindungsgemäße Elektromotor 1 ist insbesondere ein Brandgasmotor zum Betrieb in einer brandgefährdeten Umgebung gemäß der europäischen Norm EN 12101-3 oder gemäß national oder international vergleichbarer Normen und Richtlinien.
  • Der erfindungsgemäße Elektromotor kann in einer explosionsgefährdeten Umgebung gemäß der europäischen Norm EN 60079-15 oder gemäß national oder international vergleichbarer Normen und Richtlinien verwendet werden.

Claims (9)

  1. Elektromotor mit einem bis zu einer Grenztemperatur temperaturbeständigen Klemmenkasten (4) mit einem Klemmenbrett (10) zum Anschluss von Motorleitungen (9), dadurch gekennzeichnet, dass das Klemmenbrett (10) Anschlusskomponenten (11-16) aufweist, die bezüglich ihrer elektrischen und mechanischen Eigenschaften zumindest bis zur Grenztemperatur temperaturbeständig sind und die so ausgestaltet sind, dass die jeweiligen Enden (18) der anzuschließenden Motorleitungen (9) gegen eine Verdrehung gesichert sind.
  2. Elektromotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Klemmenbrett (10) einen Grundkörper (11) aus einem elektrisch isolierenden Werkstoff und im Grundkörper (11) aufgenommene metallische elektrische Anschlüsse (12-15) als Anschlusskomponenten aufweist.
  3. Elektromotor nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (11) des Klemmenbretts (10) aus einem keramischen Werkstoff gefertigt ist.
  4. Elektromotor nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der keramische Werkstoff ein Steatit ist.
  5. Elektromotor nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Klemmenbrett (10) einen Grundkörper (11) aufweist, in welchem Gewindebolzen (12) form- und/oder kraftschlüssig eingelassen, eingeschraubt oder eingegossen sind.
  6. Elektromotor nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindebolzen (12) zumindest ein Klemmstück (13), einen Klemmbügel (14) und eine Mutter (15) zur Schraubverklemmung eines Leitungsendes (18) zwischen dem jeweiligen Klemmstück (13) und Klemmbügel (14) aufnehmen.
  7. Elektromotor nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, – dass das Klemmstück (13) einen polygonen, insbesondere einen vierkantigen Querschnitt, aufweist und – dass der Klemmbügel (14) derart ausgeformt ist, dass dieser das ihm zugewandte Ende des Klemmstücks (13) vom Klemmbügel (14) formschlüssig umgreifbar ist.
  8. Elektromotor nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromotor ein Brandgasmotor zum Betrieb in einer brandgefährdeten Umgebung gemäß der europäischen Norm EN 12101-3 ist.
  9. Verwendung eines Elektromotors (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche in einer explosionsgefährdeten Umgebung gemäß der europäischen Norm EN 60079-15.
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