DE10114140A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Entfernen von Implantaten aus Gewebe - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Entfernen von Implantaten aus GewebeInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Entfernen eines nadel- oder zylinderförmigen Implantats aus lebendem Gewebe. DOLLAR A Die Vorrichtung besteht aus einem rohrförmigen Körper 1 mit dünner Manteldicke, dessen Innendurchmesser größer als der größte Implantatdurchmesser ist und dessen Mantel an einem Ende eine scharfe Kante 2 aufweist. Die scharfe Kante 2 wird durch eine von außen nach innen und in Richtung Ende verlaufende Abschrägung gebildet. DOLLAR A Die scharfe Kante 2 wird auf das Gewebe aufgesetzt und durchdringt unter Druck eine erste Gewebeschicht und stanzt dann das Implantat mit dem es seitlich umgebenden Gewebe säulenförmig aus. Bei einem Implantat mit einer Spitze beginnt das Ausstanzen bevorzugt im Implantatsbereich auf dem der Spitze gegenüberliegenden Ende.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Entfernen von insbeson
dere nadelförmigen und zylinderförmigen dünnen Implantaten aus Gewebe, vorrangig
aus lebendem Gewebe.
Derartige Implantate werden bei der Akupunktur, als Codeträger zur Tieridentifizierung
oder auch zu Ortungszwecken in lebendes Gewebe eingebracht und wachsen hier ein.
Besteht der Wunsch oder auch die Notwendigkeit z. B. bei allergischen Reaktionen, das
Implantat zu entfernen, muss das Gewebe aufgeschnitten werden, um das Implantat mit
einem Instrument herauszunehmen. Das hat sich als nicht zweckmäßig erwiesen.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine schonendere Entfernung von im lebenden Gewebe
befindlichen Implantaten zu erreichen.
Gelöst wird diese Aufgabe mit den kennzeichnenden Merkmalen des Verfahrensanspru
ches 1 und es Vorrichtungsanspruches 10. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand
der Unteransprüche. Anspruch 9 benennt eine Verwendung
Das erfindungsgemäße Verfahren zum Entfernen insbesondere eines nadel- oder zylin
derförmigen Implantats aus Gewebe sieht vor, dass eine erste Gewebeschicht und dann
das Implantat mit dem es seitlich umgebenden Gewebe säulenförmig ausgestanzt und das
so seitlich ausgestanzte Segment unter Trennung vom Gewebe des Körpers im unteren
Segmentbereich aus dem Gewebe des Körpers herausgezogen wird.
Wenn in der weiteren Beschreibung und den Ansprlichen nadel- und zylinderförmige
Implantate genannt werden, dann schließt das auch kleine kugelförmige, kegelförmige,
pyramidenförmige, pfeilförmige und entsprechende Kombinationen als Implantatformen
ein.
Damit das seitlich ausgestanzte Segment sich im unteren Bereich auch vom Gewebe des
Körpers abtrennen läßt, sieht das Verfahren vor, dass die Press- und/oder Reibwirkung
zwischen dem Innenmantel des zum Ausstanzen benutzten rohrförmigen Körpers und
dem ausgestanzten Gewebe mit Implantat ausreichend ist, um das ausgestanzte Segment
durch Herausziehen und/oder Drehen und Herausziehen des rohrförmigen Körpers vom
Gewebe des Körpers im unteren Segmentbereich abzutrennen.
Alternativ besteht auch die Möglichkeit, dass das seitlich ausgestanzte Segment in den
zum Ausstanzen benutzten rohrförmigen Körper hinein oder durch diesen hindurch abge
saugt wird.
Die Ausstanztiefe kann in Abhänigkeit vom Implantat noch im Bereich des Implantats
enden oder bis zum Ende des Implantats reichen oder über das Implantat hinaus in das
Gewebe des Körpers gehen.
Insbesondere bei dünnem lappenartigen Gewebe z. B. bei einem Ohr hat es sich bewährt,
dass das Gewebe auf der dem Ausstanzbereich gegenüberliegende Seite durch einen Ge
genhalter fixiert wird, um ein Verschieben und möglicherweise Austreten des Implantats
beim Ausstanzen zu verhindern.
Verwendet wird das Verfahren vorrangig zum Entfernen von Implantaten, die im leben
den Gewebe zur Stimulierung von Akupunkturpunkten eingesetzt und vollständig vom
Gewebe umschlossen sind. Weitere Anwendungsmöglichkeiten bestehen beim Entfernen
anderer kleiner nicht zu tief in die Haut eingedrungener oder eingesetzter und einge
wachsener Körper.
Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Entfernen von nadelförmigen und zylinderför
migen Implantaten aus insbesondere lebendem Gewebe besteht aus einem rohrförmigen
Körper mit dünner Manteldicke, dessen Innendurchmesser größer als der größte Imp
lantatdurchmesser ist und dessen Mantel an einem Ende eine scharfe Kante aufweist, so
dass er in das Gewebe gedrückt werden kann.
Dabei hat es sich bewährt, wenn die Öffnung des rohrförmigen Körpers im Bereich der
scharfen Kante ein Kreis ist. Die Erfindung ist aber nicht darauf beschränkt. Bei einer
anderen Ausführung ist die scharfe Kante schräg angeschnitten, so dass die Öffnung des
rohrförmigen Körpers im Bereich der scharfen Kante eine elliptische oder ellipsenähnli
che Form hat.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung und
Fig. 2 eine verändert ausgebildete Kante.
Die in Fig. 1 dargestellte erfindungsgemäße Vorrichtung zum Entfernen von nadelförmi
gen und zylinderförmigen Implantaten aus insbesondere lebendem Gewebe besteht aus
einem rohrförmigen Körper 1 mit dünner Manteldicke, dessen Innendurchmesser größer
als der größte Implantatdurchmesser ist und dessen Mantel an einem Ende eine scharfe
Kante 2 aufweist. Die scharfe Kante 2 wird durch eine von außen nach innen und in
Richtung Ende verlaufende Abschrägung gebildet.
Die scharfe Kante 2 wird auf das Gewebe aufgesetzt und durchdringt unter Druck eine
erste Gewebeschicht und stanzt dann das Implantat mit dem es seitlich umgebenden Ge
webe säulenförmig aus. Bei einem Implantat mit einer Spitze beginnt das Austanzen be
vorzugt im Implantatsbereich auf dem der Spitze gegenüberliegenden Ende.
Die Press- und/oder Reibwirkung zwischen dem Innenmantel des zum Ausstanzen be
nutzten rohrförmigen Körpers 1 und dem ausgestanzten Gewebe mit Implantat ist ausrei
chend, um das ausgestanzte Segment durch Herausziehen und/oder Drehen und Heraus
ziehen des rohrförmigen Körpers 1 vom Gewebe des Körpers im unteren Segmentbe
reich abzutrennen.
Der Innendurchmesser des rohrförmigen Körpers 1 liegt dafür bevorzugt zwischen 2-4 mm.
Weiterhin besitzt der rohrförmige Körper 1 an dem der scharfen Kante 2 gegenüberlie
genden Ende einen Anschluss 4 für eine Saugeinrichtung. So besteht auch die Möglich
keit, dass das seitlich ausgestanzte Segment in den zum Ausstanzen benutzten rohrförmi
gen Körper 1 hinein oder durch diesen hindurch abgesaugt wird.
Nach dem Ausstanzen und Entfernen des ausgestanzten Segmentes wird das "Loch"
durch ein an sich bekanntes wundheilendes Mittel verschlossen.
Um eine sichere Handhabung des rohrförmigen Körpers 1 zu gewährleisten, weist er
einen Haltegriff oder Haltebereich 3 auf, hier in einem von der scharfen Kante 2 entfern
ten Bereich.
Weiterhin besteht die Möglichkeit, dass der rohrförmige Körper 1 vorn an einem Zan
genschenkel angeordnet ist, wobei die scharfe Kante 2 in Richtung des anderen Zangen
schenkels weist, der in diesem Bereich flach, tellerförmig, auch konvex oder konkav ge
wölbt oder der Gewebeform angepasst ausgebildet ist und das Gewebe beim Eindrücken
des rohrförmigen Körpers 1 in das Gewebe auf der gegenüberliegenden Seite abstützt.
Fig. 2 zeigt eine Ausführung, bei der die scharfe Kante 2 durch eine von innen nach au
ßen und in Richtung Ende verlaufende Abschrägung gebildet ist.
Claims (18)
1. Verfahren zum Entfernen insbesondere eines nadel- oder zylinderförmigen Imp
lantats aus Gewebe, dadurch gekennzeichnet, dass
eine erste Gewebeschicht und dann das Implantat mit dem es seitlich umgebenden
Gewebe säulenförmig ausgestanzt und das so seitlich ausgestanzte Segment unter
Trennung vom Gewebe des Körpers im unteren Segmentbereich aus dem Gewebe
des Körpers herausgezogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die Press- und/oder Reibwirkung zwischen dem Innenmantel des zum Ausstanzen
benutzten rohrförmigen Körpers und dem ausgestanzten Gewebe mit Implantat
ausreichend ist, um das ausgestanzte Segment durch Herausziehen und/oder Dre
hen und Herausziehen des rohrförmigen Körpers vom Gewebe des Körpers im un
teren Segmentbereich abzutrennen.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
das seitlich ausgestanzte Segment in den zum Ausstanzen benutzen rohrförmigen
Körper hinein oder durch diesen hindurch abgesaugt wird.
4. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass
die Ausstanztiefe noch im Bereich des Implantats endet oder bis zum Ende des
Implantats reicht oder über das Implantat hinaus in das Gewebe des Körpers reicht.
5. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass
bei dünnem lappenartigen Gewebe das Gewebe auf der dem Ausstanzbereich gege
nüberliegende Seite durch einen Gegenhalter fixiert wird, um ein Verschieben und
möglicherweise Austreten des Implantats beim Ausstanzen zu verhindern.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass
das lappenartige Gewebe ein Ohr ist.
7. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
dass
bei einem Implantat mit einer Spitze das Ausstanzen im Implantatsbereich auf dem
der Spitze gegenüberliegenden Ende beginnt.
8. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass
nach dem Ausstanzen und Entfernen des ausgestanzten Segmentes das "Loch"
durch ein an sich bekanntes wundheilendes Mittel verschlossen wird.
9. Verwendung des Verfahrens nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8 zum
Entfernen von Implantaten, die im lebenden Gewebe zur Stimulierung von Aku
punkturpunkten eingesetzt und vollständig vom Gewebe umschlossen sind.
10. Vorrichtung zum Entfernen von nadelförmigen und zylinderförmigen Implantaten
aus insbesondere lebendem Gewebe, dadurch gekennzeichnet, dass
sie aus einem rohrförmigen Körper (1) mit dünner Manteldicke besteht, dessen In
nendurchmesser größer als der größte Implantatdurchmesser ist und dessen Mantel
an einem Ende eine scharfe Kante (2) aufweist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass
die Öffnung des rohrförmigen Körpers (1) im Bereich der scharfen Kante (2) ein
Kreis ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass
die scharfe Kante (2) durch eine von außen nach innen und in Richtung Ende ver
laufende Abschrägung gebildet ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass
die scharfe Kante (2) durch eine von innen nach außen und in Richtung Ende ver
laufende Abschrägung gebildet ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass
die scharfe Kante (2) schräg angeschnitten ist, so dass die Öffnung des rohrförmi
gen Körpers (1) im Bereich der scharfen Kante (2) eine elliptische oder ellipsen
ähnliche Form hat.
15. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekenn
zeichnet, dass
der Innendurchmesser des rohrförmigen Körpers (1) zwischen 2-4 mm beträgt.
16. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 10 bis 15, dadurch gekenn
zeichnet, dass
der rohrförmige Körper (1) einen Haltegriff oder Haltebereich (3) aufweist.
17. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 10 bis 15, dadurch gekenn
zeichnet, dass
der rohrförmige Körper (1) vorn an einem Zangenschenkel angeordnet ist, wobei
die scharfe Kante (2) in Richtung des anderen Zangenschenkels weist, der in die
sem Bereich flach, tellerförmig, auch konvex oder konkav gewölbt oder der Gewe
beform angepasst ausgebildet ist und das Gewebe beim Eindrücken des rohrförmi
gen Körpers (1) in das Gewebe auf der gegenüberliegenden Seite abstützt.
18. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 10 bis 16, dadurch gekenn
zeichnet, dass
der rohrförmige Körper (1) an dem der scharfen Kante (2) gegenüberliegenden
Ende einen Anschluss (4) für eine Saugeinrichtung aufweist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2001114140 DE10114140A1 (de) | 2001-03-16 | 2001-03-16 | Verfahren und Vorrichtung zum Entfernen von Implantaten aus Gewebe |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE2001114140 DE10114140A1 (de) | 2001-03-16 | 2001-03-16 | Verfahren und Vorrichtung zum Entfernen von Implantaten aus Gewebe |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE10114140A1 true DE10114140A1 (de) | 2002-09-19 |
Family
ID=7678632
Family Applications (1)
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| DE2001114140 Withdrawn DE10114140A1 (de) | 2001-03-16 | 2001-03-16 | Verfahren und Vorrichtung zum Entfernen von Implantaten aus Gewebe |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10114140A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2006081999A1 (de) * | 2005-02-01 | 2006-08-10 | Eberhard-Karls-Universität Tübingen | Einführtrichter für stabförmige biologische proben |
-
2001
- 2001-03-16 DE DE2001114140 patent/DE10114140A1/de not_active Withdrawn
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