Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Kraftwerksanlage sowie
eine Kraftwerksanlage zur Durchführung des Verfahrens. Es handelt sich
hierbei um Kraftwerksanlagen mit mindestens einer Gasturbogruppe mit
mindestens einem Verdichter, mit mindestens einer Brennkammer und
mindestens einer Gasturbine, wobei ein Teil der im Verdichter verdichteten Luft
abgezweigt, in einem Kühlluftkühler abgekühlt und als Kühlmedium für die
Gasturbogruppe verwendet wird. Die der verdichteten Luft entzogene Wärme
wird zumindest teilweise zur Erzeugung überhitzten Dampfes genutzt, der
zumindest teilweise an geeigneter Stelle in die Gasturbogruppe eingeleitet
wird.
Gasturbinenkraftwerke und Verfahren zum Betrieb solcher Kraftwerksanlagen
sind in den verschiedensten Ausführungsformen bekannt. Bei einem einfachen,
offenen Gasturbinenprozeß besteht die Anlage im wesentlichen nur aus einem
Verdichter, einer Brennkammer und einer dahintergeschalteten Gasturbine.
Zum Betrieb der Anlage wird aufbereitete, beispielsweise filtrierte, enteiste,
erhitzte oder gekühlte, Umgebungsluft in den Verdichter eingeleitet. Die
verdichtete Luft wird dann weiter in die Brennkammer geführt, wo durch die
Verbrennung die Enthalpie der komprimierten Luft erhöht wird. Die daraus
resultierenden Verbrennungsgase werden in der Gasturbine expandiert, wobei
die freiwerdende Arbeit über eine Rotorwelle wiederum dem Verdichter und
außerdem einem Generator zugeführt wird.
Die Abgase der ersten Gasturbine enthalten im Prinzip noch genügend
Sauerstoff, um als vorerhitzte Luft für eine zweite Verbrennung genutzt zu
werden. Um die Effizienz einer solchen Anlage zu erhöhen, wird daher bei der
sogenannten "sequentiellen Verbrennung" hinter die erste Gasturbine eine
zweite Brennkammer sowie eine zweite Gasturbine geschaltet. In dieser
zweiten Brennkammer wird erneut die Enthalpie des Gases erhöht und die
entstehenden Verbrennungsgase werden in der zweiten Turbine entspannt. Die
erste Turbine ist hierbei die Hochdruckturbine und die zweite Turbine eine
Niederdruckturbine. Beide Turbinen sind in der Regel auf einer gemeinsamen
Welle montiert.
Bei Kombianlagen werden die auf nahezu Atmosphärendruck entspannten
Abgase aus einer oder mehreren Gasturbinen in einem Abhitzedampferzeuger
zur Erzeugung von Dampf genutzt. Mit diesem Dampf wird in einem separaten
geschlossenen Dampfkreislauf zur Erzeugung zusätzlicher mechanischer oder
elektrischer Energie eine Dampfturbine betrieben. Des weiteren kann ein Teil
des Dampfs im Dampfkreislauf auch als Prozeßdampf oder für ein
Fernwärmesystem oder dergleichen genutzt werden.
Ein Problem beim Betrieb solcher Kraftwerksanlagen ist die Kühlung. Die
Schaufelblätter der Welle und das Gehäuse der Gasturbinen sind in ständigem
Kontakt mit den heißen Verbrennungsgasen aus den Verbrennungskammern.
Abhängig von ihrer Position und dem Material der verschiedenen Teile ist eine
Kühlung notwendig, um die mechanische Unversehrtheit während des Betriebs
zu gewährleisten. Zur Kühlung dieser Komponenten sind unterschiedliche
Systeme bekannt, bei denen Kühlmedien wie Luft, Dampf oder andere
Kühlmittel genutzt werden.
Bei einer Methode, auf die sich auch die vorliegende Erfindung bezieht, wird
aus dem Verdichter komprimierte Luft entnommen und diese den Turbinen zur
Kühlung zugeleitet. Durch die Verwendung eines Teils der komprimierten Luft
zur Turbinenkühlung wird zwangsläufig der Anteil der Luft, die am
thermodynamischen Arbeitsprozeß der Gasturbine teilnimmt, reduziert. Dies
führt zu einer geringeren Gasturbinenausgangsleistung und -effizienz.
Außerdem kann die Kühlluft zu einem Anstieg der Gasturbinenexergieverluste,
z. B. aufgrund des sogenannten Verdünnungseffekts, d. h. aufgrund der
Mischungsverluste durch die in den Turbinengasfluß eintretende Kühlluft,
führen.
Beim Bau von Hochleistungsgasturbinen ist es daher erforderlich, die
Kühlluftmenge zu minimieren. Dies kann zum einen dadurch erreicht werden,
daß für die zu kühlenden Komponenten exotischere Materialien und spezielle
Temperaturschutzbeschichtungen verwendet werden, was allerdings mit
höheren Investitionskosten verbunden ist. Eine Alternative zur Minimierung der
Kühlluftmenge besteht darin, die Temperatur der verdichteten Luft extern zu
verringern, bevor die Luft zur Turbinenkühlung verwendet wird. Dies führt zu
einem erhöhten Wärmeaustausch, da die Temperaturdifferenz zwischen dem
Kühlmedium und der Metalloberfläche der zu kühlenden Teile vergrößert wird.
Eine äquivalente Kühlung erfordert daher, eine geringere Kühlluftmenge. Die
Leistung der Gasturbine wird dadurch erhöht, da weniger Luft den
thermodynamischen Gasturbinenprozeß umgeht.
Stand der Technik
Zum externen Abkühlen der komprimierten Kühlluft kommen in der Technik
unterschiedliche Verfahren zur Anwendung.
Zum einen gibt es die sogenannten Quench-Kühler, bei denen die verdichtete
Luft durch Einspritzen von Wasser gekühlt wird. Diese Methode ist jedoch mit
einer starken thermischen Belastung der Luftkühler verbunden. Zudem besteht
die Möglichkeit, daß die Gasturbinenkühlluft durch Verunreinigungen im
Wasser kontaminiert wird und dies wiederum zu einem Verstopfen des
Kühlsystems führen kann, was katastrophale Konsequenzen nach sich ziehen
könnte. Um das zu verhindern, wird bei dieser Kühlungsmethode hochreines
Wasser in größeren Mengen benötigt. Weiterhin ist eine exakte Kontrolle der
Lufttemperatur nach dem Mischen äußerst schwierig. Eine möglichst genaue
Bestimmung der Kühltemperatur ist aber notwendig, um eine Beschädigung
der Gasturbine zu vermeiden.
Bei einer weiteren Methode zur Kühlung der verdichteten Luft werden
Kühlelemente verwendet. Dabei wird die entzogene Wärme in die Umgebung
abgegeben, indem beispielsweise das in einem Wärmetauscher verwendete
Kühlmedium wiederum durch Luftventilatoren abgekühlt wird. Bei dieser
Methode geht die entzogene Wärme dem Gasturbinenprozeß verloren.
Die DE 195 08 018 A1 zeigt eine weitere Kühlungsmethode, bei der die
entzogene Wärme weiter genutzt werden kann. Bei der dort gezeigten Anlage
handelt es sich um eine Kombianlage mit einem Gasturbinenkreislauf und
einem kompletten geschlossenen Wasserdampfkreislauf. Bei der dort
vorgeschlagenen Methode wird die Luft in Luftkühlern abgekühlt, welche in den
Wasserdampfkreislauf integriert sind. Hierbei wird ein Teil des in einem
Abhitzedampferzeuger erzeugten Dampfs als Kühlmedium für den Luftkühler
verwendet, wobei die der Kühlluft entzogene Wärme zum Überhitzen des
Dampfs genutzt wird. Der überhitzte Dampf kann dann wieder in den
Wasserdampfzyklus, beispielsweise zum Abhitzedampferzeuger, zurückgeführt
werden oder zum Einspritzen in die Gasturbine genutzt werden. Leider
erfordert diese Methode jedoch einen kombinierten Kreislauf mit einem
geschlossenen Wasserdampfsystem, was wiederum mit entsprechend hohen
Investitionskosten verbunden ist. Zudem kann die Methode nicht in den Zeiten
genutzt werden, in denen die Komponenten des Wasserdampfkreislaufes,
beispielsweise die Dampfturbine oder der Abhitzedampferzeuger nicht
verfügbar sind. Sie ist außerdem nicht für den stufenweisen Aufbau (phased
concept) einer Anlage geeignet, die erst in der letzten Ausbaustufe als
Kombianlage arbeitet.
Aus der EP 0 519 304 ist weiterhin bekannt, in einem Kühlluftkühler durch
indirekten Wärmetausch erzeugten Dampf in eine Brennkammer einer
Gasturbogruppe einzuleiten und diesen in der Turbine unter Abgabe von
Nutzleistung zu entspannen. Gerade bei Verwendung einer Gasturbogruppe,
deren Brennkammer mit zeitgemässen Vormischbrennern mit einer mageren
vorgemischten Verbrennung zur Schadstoffminimierung betrieben wird ist es
jedoch nicht unproblematisch, grosse Mengen von Dampf in die Brennkammer
einzubringen. Dies kann zu einer Destabilisierung der Flamme in Verbindung
mit einem signifikanten Anstieg der Emissionen an Teil- und Unverbranntem
und zu schädlichen Brennkammer-Druckschwankungen führen. Weiterhin wird
durch das Einbringen grosser Mengen an Wasserdampf in das Heissgas der
Wärmeübergang zu den zu kühlenden Komponenten erhöht, was insofern eine
kontraproduktive Wirkung zeitigt, als dadurch der Kühlluftbedarf wieder erhöht
wird. In der EP 0 519 304 ist explizit offenbart, den erzeugten Dampf in einem
Abhitzedampferzeuger weiter zu überhitzen; weiterhin gehört es ohne weiteres
zum allgemein zugänglichen Stand der Technik, auf diesen Verfahrensschritt
zu verzichten.
Darstellung der Erfindung
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Alternative zu diesem
Stand der Technik zu schaffen, bei der die benötigte Kühlluft effektiv abgekühlt
wird und die dabei entzogene Wärme unter Vermeidung der oben genannten
Nachteile weiter genutzt werden kann.
Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß durch ein Verfahren zum Betrieb
einer Kraftwerksanlage mit mindestens einer Gasturbogruppe, mit mindestens
einem Verdichter, mindestens einer Brennkammer und mindestens einer
Gasturbine, bei dem ein Teil der im Verdichter verdichteten Luft abgezweigt, in
einem Kühlluftkühler abgekühlt und als Kühlmedium für die Gasturbogruppe
verwendet wird, und wobei in den Kühlluftkühler unter Druck stehendes
Speisewasser eingeleitet wird und mittels der der verdichteten Luft entzogenen
Wärme das Speisewasser erhitzt, verdampft und der erzeugte gespannte
Dampf überhitzt wird, und wobei der so erzeugte Dampf zumindest teilweise in
die Gasturbogruppe eingeleitet und dort unter Abgabe von Nutzleistung
entspannt wird, welches Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, dass ein Teil
des erzeugten Dampfes vor oder nach dem Überhitzen abgezweigt und in ein
die verdichtete und abgekühlte Luft führendes Kühlluftleitungssystem
eingebracht wird.
Bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen des erfindungsgemäßen
Verfahrens sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche 2 bis 7.
Anspruch 8 nennt eine erfindungsgemäße Kraftwerksanlage zur Durchführung
des Verfahrens. Die sich daran anschließenden abhängigen Ansprüche
betreffen bevorzugte Ausgestaltungen dieser erfindungsgemäßen
Kraftwerksanlage.
Die Grundidee der Erfindung besteht darin, daß in den Kühlluftkühler, in dem
die aus dem Verdichter entnommene Luft zur Kühlung abgekühlt wird, direkt
Speisewasser eingeleitet wird und die der verdichteten Luft entzogene Wärme
dazu benutzt wird, das Speisewasser zu erhitzen, zu verdampfen und den
erzeugten Dampf zu überhitzen. Ein Teil des so erzeugten Dampfes kann
einerseits auf an sich bekannte Weise an geeigneter Stelle, bevorzugt stromauf
einer ersten Turbine, in die Gasturbogruppe eingeleitet werden. Dabei kann
dieser Teilstrom unmittelbar in das Arbeitsmedium der Gasturbogruppe
eingeleitet werden, oder mit einer Brennstoffmenge vermischt werden; auch
eine Kombination beider Varianten ist möglich. Dieser Teilstrom wird unter
Leistungsabgabe in der Turbine entspannt. Ein weiterer Teil wird der Kühlluft
im Kühlsystem zugemischt, und verdrängt dort Kühlluft, welche nunmehr der
Verbrennung zur Verfügung steht, woraus ebenfalls eine Leistungs- und
Effizienzsteigerung resultiert. Zudem wird durch den Dampfanteil im Kühlmittel
der Wärmeübergang in den Kühlkanälen der hochbelasteten Komponenten
erhöht, was den erhöhten äusseren Wärmeübergang aufgrund des
Dampfanteils im Arbeitsgas in erster Näherung kompensiert. Es ist
andererseits höchst unvorteilhaft, den gesamten in den Kühlluftkühlern
produzierten Dampfmassenstrom in das Kühlsystem einzubringen: Der
Massenstrom des im Kühlluftkühler produzierten Dampfes ist im Betrieb sehr
stark variabel. Den Dampf in die Kühlluftleitung einzubringen reduziert die
Dampfproduktion aufgrund des sinkenden Kühlluftmassenstromes wiederum.
Hier könnten sich heftige Einschwingvorgänge entwickeln. Starke
Schwankungen des Dampfanteils im Kühlmittel ziehen wiederum
Schwankungen des Wärmeübergangs in den Kühlkanälen der zu kühlenden
Komponenten nach sich. Dies kann einerseits zu Schäden führen; andererseits
muss die Kühlkonfiguration dann einen Kompromiss zwischen einer Kühlung
mit Luft und einem Kühlmedium mit hohem Dampfanteil darstellen, der weit von
einer günstigen Auslegung für entweder Dampf- oder Luftkühlung entfernt liegt.
Das erfindungsgemässe Verfahren bietet hier eben den Vorteil, eine
Dampfmenge, die im Kühlsystem unerwünscht ist, oder Transienten der
Dampfmenge, die im Kühlsystem störende Auswirkungen haben, unmittelbar in
die Gasturbine zu leiten, wo diese Dampfmenge weiterhin Nutzarbeit leistet.
Der in die Kühlkanäle einzuleitende Dampfmassenstrom ist durch
entsprechende Stellorgane einzustellen; dies trägt in besonderem Ausmasse
dazu bei, den in das Kühlsystem eingeleiteten Dampfmassenstrom von der
eigentlichen Dampfproduktion zu entkoppeln.
Da die Verdampfung des Speisewassers direkt im Kühlluftkühler erfolgt, kann
dieses Verfahren sowohl bei den einfachen offenen Gaskreisläufen, als auch
bei kombinierten Kreisläufen genutzt werden. Die Gasturbinen können somit
unabhängig von der Verfügbarkeit eines Abhitzedampferzeugers oder sonstiger
Komponenten des Wasserdampfkreislaufes genutzt werden. Dies führt
insgesamt zu einer höheren Verfügbarkeit der Gesamtanlage.
Es können im Prinzip standardisierte Verdampfer als Kühlluftkühler verwendet
werden, so daß der Aufbau einer entsprechenden Anlage mit relativ geringen
Investitionskosten verbunden ist.
Das erfindungsgemässe Verfahren bietet weiterhin die Möglichkeit, die
Kühllufttemperatur sehr exakt zu kontrollieren, was mit einer höheren
Sicherheit für die Gasturbine einhergeht. Dies ist insbesondere vorteilhaft,
wenn die Gasturbine unter Teillast betrieben wird. Außerdem kann die
Sensibilität der Gasturbine bezüglich Änderungen der Umgebungsbedingungen
besser berücksichtigt werden.
Vorzugsweise wird das Speisewasser zur Dampferzeugung und zur
Überhitzung des Dampfs in einem Durchlauf ("Once Through") im Gegenstrom
durch den Kühlluftkühler geleitet. Speziell diese Technik ermöglicht es, die
Temperatur der Kühlluft beim Austritt aus dem Kühlluftkühler auf einfache
Weise durch eine Variation der Speisewassermenge zu regeln.
Bei einem mehrstufigen Aufbau der Gasturbogruppe ist es sinnvoll, für jede
Turbine der Gasturbogruppe die Kühlluft separat aus dem Verdichter bei einem
geeigneten Druck abzuzweigen. Selbstverständlich kann es sich bei dem
Verdichter auch um mehrere hintereinander geschaltete Verdichterstufen
handeln, bei denen zwischen den Verdichterstufen entsprechend verdichtete
Luft abgezweigt wird. Die Luft mit den unterschiedlichen Drücken wird dann
vorzugsweise in separaten Kühlluftkühlern abgekühlt und der jeweils bei dem
entsprechenden Druck arbeitenden Turbine oder Turbinenstufe zugeleitet.
Durch die Verwendung von getrennten Kühlluftkühlern kann für jede Turbine
die optimale Temperatur der Kühlluft unabhängig eingestellt werden.
Der in den Kühlluftkühlern erzeugte Dampf kann weiterhin genutzt werden, um
andere Komponenten oder Medien, beispielsweise das Speisewasser oder den
Brennstoff, vorzuwärmen.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsvariante ist parallel zu den
Kühlluftkühlern ein Abhitzedampferzeuger an den Speisewasserkreislauf
angeschlossen, welcher im Abgas der Gasturbinen integriert ist. Hierdurch
kann eine zusätzliche Menge an überhitztem Dampf erzeugt werden. Eine
derartige Einrichtung ist zwar mit höheren Investitionskosten verbunden, sie hat
aber den Vorteil, daß nicht nur die Abwärme der Luftkühler sondern auch
zumindest zu einem größeren Teil die Abgaswärme zurückgewonnen wird und
daher der Gesamtprozeß mit einem Minimum an Exergieverlusten abläuft. Die
Gasturbinenausgangsleistung und -effizienz wird daher auch bei einem
einfachen offenen Zyklus erheblich gesteigert. Zu beachten ist bei diesem
Ausführungsbeispiel insbesondere, daß im Gegensatz zu den im Stand der
Technik bekannten Verfahren der Abhitzedampferzeuger und der Kühlluftkühler
nicht hintereinander geschaltet sind, wobei im Kühlluftkühler Dampf erzeugt
wird, welcher dann im Abhitzekessel überhitzt wird, oder auch umgekehrt,
sondern daß beide Einrichtungen parallel geschaltet werden und sowohl im
Abhitzedampferzeuger als auch im Kühlluftkühler selbständig überhitzter
Dampf erzeugt wird. Dadurch daß auch nur mit einer der beiden Möglichkeiten
der Dampferzeugung gearbeitet werden kann, ist mit dieser Anlage ein
erheblich flexiblerer Einsatz möglich, wodurch auch eine insgesamt höhere
Verfügbarkeit der Gesamtanlage erreicht wird.
Beschreibung der Zeichnungen
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter
Hinweis auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen in
schematischer Darstellung:
Fig. 1 ein Blockschaltbild einer Gasturbogruppe mit sequentieller
Verbrennung und mit zwei separaten Kühlern für die Kühlluft der Turbinen;
Fig. 2 ein Blockschaltbild einer erfindungsgemässen Anlage mit zusätzlichem
Abhitzedampferzeuger, und mit einer konventionellen Gasturbogruppe ohne
sequentielle Verbrennung;
Fig. 3a eine Schnittzeichnung eines "Once-Through"-Dampferzeugers mit
spiralförmigen Rohren;
Fig. 3b eine Schnittansicht eines "Once-Through"-Dampferzeugers gemäß
Fig. 3a mit einem Bypass für den Heissgasstrom,
Fig. 4a eine Schnittdarstellung eines "Once-Through"-Dampferzeugers mit
vertikal angeordneten Rippenrohren,
Fig. 4b ein Schnitt eines "Once-Through"-Dampferzeugers gemäß Fig. 4a
mit einem Bypass für den Heissgasstrom,
Fig. 5 eine Schnittansicht eines Dampferzeugers mit einer Economizer-
Verdampferstufe und einer Überhitzungsstufe,
Fig. 6a ein exemplarisches Diagramm der Gesamtausgangsleistung einer
erfindungsgemässen Gasturbogruppe in Abhängigkeit von der
Umgebungstemperatur,
Fig. 6b ein exemplarisches Diagramm der Gesamteffizienz einer
erfindungsgemässen Gasturbogruppe in Abhängigkeit von der
Umgebungstemperatur.
Wege zur Ausführung der Erfindung
Die in Fig. 1 dargestellte Gasturbogruppe 1-5 besteht im wesentlichen aus
einem Verdichter 1, einer ersten Turbine (Hochdruckturbine) 2 und einer
zweiten Turbine (Niederdruckturbine) 3, die über eine Welle 7 untereinander
und mit einem Generator 6 verbunden sind, sowie einer ersten Brennkammer 4
zwischen dem Verdichter 1 und der Hochdruckturbine 2 und einer zweiten
Brennkammer 5 zwischen der Hochdruckturbine 2 und der Niederdruckturbine
3.
Vom Verdichter 1 wird Luft angesaugt, komprimiert und in die erste
Brennkammer 4 geleitet. Dort wird der Verbrennungsluft Brennstoff über eine
Brennstoffleitung 55 zugeführt und das Brennstoff/Luft-Gemisch unter
Erhöhung der Enthalpie der komprimierten Luft verbrannt. Bei der
Brennkammer kann es sich beispielsweise um eine Ringbrennkammer mit
mehreren ringförmig um die Turbine angeordneten Brennern handeln, wie sie
beispielsweise in der DE 195 08 018 A1 beschrieben ist.
Das bei der Verbrennung entstehende Heissgas wird in der Hochdruckturbine 2
entspannt, wobei ein Teil der Energie des Heissgases in Rotationsenergie
umgewandelt wird, die über die Welle 7 zum Antrieb des Verdichters 1 und des
Generators 6 genutzt wird. Nach dieser ersten Entspannung hat das
teilentspannte Heissgas noch genügend Sauerstoff, um in einer zweiten
Brennkammer 5 erneut mit Brennstoff gemischt und unter erneutem Anstieg
der Enthalpie verbrannt zu werden. Das dabei entstehende Heissgas wird in
die Niederdruckturbine 3 geleitet, wo es sich weiter entspannt und ebenfalls
Rotationsenergie an die Welle 7 abgibt.
Zur Kühlung der thermisch hoch belasteten Komponenten der Turbinen 2, 3
wird am Verdichter 1 komprimierte Luft abgezweigt, wobei für die
Hochdruckturbine 2 hochverdichtete Luft und für die Niederdruckturbine 3 Luft
mit einer geringeren Verdichtung abgezweigt wird. Über Verdichterluftleitungen
30, 31 wird dann diese Luft durch zwei separate "Once-Through"-
Dampferzeuger 10, 11 geleitet, wobei das Kühlmedium im Gegenstrom in
einem Durchlauf durch den jeweiligen Kühlluftkühler 10, 11 geführt wird.
Als Kühlmedium wird in diese Kühlluftkühler 10, 11 über entsprechende
Speisewasserzuleitungen 34, 35, 36 aus einem Speisewasserbehälter 21
entgastes und vorgewärmtes Wasser eingeleitet, welches dann im
Kühlluftkühler 10, 11 erhitzt, verdampft und überhitzt wird, so daß am
wasserseitigen Ausgang des Kühlers 10, 11 jeweils überhitzter Dampf zur
Verfügung steht. Die Beschickung der Kühlluftkühler 10, 11 mit Speisewasser
aus dem Speisewasserbehälter 21 erfolgt über eine Hochdruckpumpe 24.
Über ein Ventil 12 kann der Speisewasserzufluß für beide Kühlluftkühler 10, 11
gemeinsam reduziert oder vollständig abgesperrt werden. Die genaue
Speisewassermenge wird für jeden Kühlluftkühler separat über ein zugehöriges
Regelventil 15, 18, welches sich jeweils in einer entsprechenden Abzweigung
35, 36 der Speisewasserzuleitung 34 befindet, geregelt. Die Regelung erfolgt
hierbei über eine Steuerung 16, 19, welche jeweils mittels einer zugehörigen
Temperaturmeßeinrichtung 17, 20 die Austrittstemperatur der Kühlluft ermittelt,
mit einem Sollwert der Kühllufttemperatur vergleicht, und in Abhängigkeit von
dieser Regelabweichung die eingeleitete Speisewassermenge verändert.
Dadurch ist eine sehr exakte Regelung der Kühllufttemperatur möglich. Durch
die separaten Regelventile kann außerdem für die Hochdruck- und die
Niederdruckturbine 2, 3 unabhängig voneinander die Kühllufttemperatur
optimal eingestellt werden.
Der am Ausgang der Kühlluftkühler 10, 11 anstehende Dampf wird über die
Leitungen 37, 38, 39 abgeleitet und für verschiedene Einsatzzwecke zur
Verfügung gestellt.
Ein erster Teil des Dampfes wird zunächst, soweit notwendig, in einem
Einspritzkühler 14 durch Einspritzen von Speisewasser auf einen
vorgegebenen Wert abgekühlt und dann der Gasturbogruppe 1-5 zugeleitet,
das heisst in die Turbinen 2, 3 bzw. die Brennkammern 4, 5 eingeblasen. Die
Injektion des Dampfes kann hierbei sowohl direkt in der Verbrennungszone, als
auch kurz vor der Verbrennungszone im Verdichterauslaß, als auch in das
heiße Gas hinter der Verbrennungszone erfolgen, je nachdem welche Wirkung
im einzelnen erzielt werden soll. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den
Dampf vorgängig mit dem Brennstoff zu vermischen und eine Mischung aus
Dampf und Brennstoff in die Brennkammer einzuleiten. Ebenso kann
selbstverständlich auch eine Kombination der unterschiedlichen Stellen zur
Dampfeinblasung zum Einsatz kommen. Durch das Einspritzen des Dampfes
kann die Leistung der Turbine erhöht werden, da der Massenstrom in der
Turbine bei gleichzeitig konstantem Verdichtermassenstrom erhöht wird. Bei
einer Injektion des Dampfes in die Primärzone der Flamme wird außerdem
aufgrund des größeren örtlichen Wärmebedarfs eine niedrige
Flammentemperatur erreicht, wodurch die NOx-Werte abgesenkt werden.
Hierzu wird verwiesen auf die DE 195 08 018 und auf F. Kreitmeir, H. U.
Frutschi und M. Vogel "Wirtschaftliche Bewertung von Methoden zur NOx-
Reduktion bei Gasturbinen und Kombikraftwerken", in ABB Review 1/1992, S.
29-37. In der Regel wird hierbei der Dampf in die erste Brennkammer 4
eingeblasen. Nach der Expansion in der Hochdruckturbine wird der mit den
Gasturbinenabgasen gemischte Dampf in der zweiten Brennkammer 5 erneut
aufgeheizt, wodurch die Ausgangsleistung und Effizienz noch weiter erhöht
werden.
Ein direktes Einblasen des Dampfs in die zweite Brennkammer 5 bietet sich an,
wenn der Dampf mit einem vergleichsweise niedrigen Druck zur Verfügung
steht, der für eine Einblasung in die erste Hochdruckbrennkammer nicht
ausreicht.
Ein zweiter Teilstrom des erzeugten Dampfes wird durch ein ein
Verbindungsleitungssystem 42, 43, 44 in die Kühlluftleitungen 32, 33, die von
den Kühlluftkühlern 10, 11 zu den zugehörigen Turbinen 2, 3 führen,
eingeleitet. Die Menge des in die Kühlleitung 32, 33 eingeleiteten Dampfs kann
über Ventile 45, 46 geregelt werden. Der in den Kühlluftkühlern erzeugte
Dampf erfüllt dabei ohne weiteres die Reinheitsanforderungen an ein im
Turbinenbereich genutztes Kühlmedium. Der eingeleitete Dampf verdrängt
Kühlluft aus den Kühlluftleitungen; diese Kühlluft steht unmittelbar für die
Verbrennung in den Brennkammern zur Verfügung, wodurch die Leistung und
der Wirkungsgrad der Gasturbogruppe ebenfalls erhöht werden.
Ein weiterer Teil des Dampfs kann über eine Leitung 40 und ein Ventil 41 in
den Speisewasserbehälter 21 zurückgeführt werden und dort zur Vorwärmung
des Speisewassers dienen. Dabei kann auch der Speisewasserbehälter 21
selbst erwärmt werden. Da der zur Vorwärmung des Speisewassers genutzte
Dampf aber seine Energie verliert, ohne am Gasturbinenprozeß teilzunehmen,
sollte dieser Anteil jedoch in der Regel minimal gehalten werden.
Der Speisewasserbehälter 21 wird über eine Speisewasseraufbereitung 60, in
der das Wasser unter anderem demineralisiert wird, und einen
Speisewasservorwärmer 61 mit frischem Speisewasser beschickt. Dieses
frische Speisewasser wird über einen Entgaserdom 22, welcher auf den
Speisewasserbehälter 21 montiert ist, in den Speisewasserbehälter 21
eingeleitet.
Bei dem Speisewasservorwärmer 61 handelt es sich vorzugsweise um einen
Wärmetauscher, der die Abwärme aus Zusatzeinrichtungen der
Gasturbogruppe 1-5 nutzt, beispielsweise die Wärme dem
Generatorkühlsystem oder dem Schmierölkühlsystem entzieht. Die Nutzung
der Abwärme aus den Zusatzeinrichtungen zur Vorwärmung des
Speisewassers führt dazu, daß weniger Dampf zur Vorwärmung des
Speisewassers benötigt wird und daher eine größere Menge Dampf zum
Einspritzen in die Turbinen 2, 3 zur Verfügung steht, wodurch die
Gesamtleistung des Systems und die Effizienz weiter gesteigert wird.
Ein Teil des erwärmten Speisewassers kann außerdem mittels einer Pumpe 53
und einer Leitung 52 durch einen Wärmetauscher 51 zur Vorwärmung des
Brennstoffs 50 gepumpt werden. Dieses Wasser wird dann im Kreislauf über
ein Ventil 54 wieder in den Entgaserdom 22 in dem Speisewasserbehälter 21
zurückgeleitet.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel handelt es sich um einen
relativ kostengünstigen, komprimierten Aufbau, welcher die zur Verfügung
stehende Wärme im Kraftwerk möglichst vollständig ausnutzt. Das gesamte
System kann im Prinzip kalt gestartet werden. Alternativ kann das
Speisewasser im Speisewasserbehälter 21 über eine Hilfsheizung 23 zunächst
vorgewärmt werden. Im Falle von Kraftwerken, welche mehrere nebeneinander
bestehende Einheiten aufweisen, kann das Speisewasser auch auf einfache
Weise durch die Abwärme von anderen Kraftwerkseinheiten warmgehalten
oder relativ schnell erwärmt werden.
Selbstverständlich ist es auch möglich, die Erfindung ohne einen derartigen
Speisewasserbehälter mit einem entsprechend optimal ausgearbeiteten
Leitungssystem zu betreiben. Es ist lediglich erforderlich, daß aus einem
beliebigen Speisewasservorrat, beispielsweise direkt aus einer
Speisewasseraufbereitungsanlage, kontinuierlich ausreichend Speisewasser
den Kühlluftkühlern zugeführt werden kann.
In Fig. 2 ist eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemässen Anlage
gezeigt, wobei hier eine konventionelle Gasturbogruppe ohne Nacherhitzung
des Arbeitsgases dargestellt ist. Weiterhin kommt die hier dargestellte Anlage
mit einem einzigen Kühlluftkühler 10 aus. Bei diesem Ausführungsbeispiel
befindet sich im Abgasstrom 80 der Turbine 2 ein integrierter
Abhitzedampferzeuger 81, welcher dem Speisewasser/Dampfkreislauf des
Kühlluftkühlers 10 parallel geschaltet ist. Dementsprechend weist die zu dem
Kühlluftkühler 10 führende Speisewasserzuleitung 34 eine Abzweigleitung 47
auf, welche in den Abhitzedampferzeuger 81 führt. Der im
Abhitzedampferzeuger 81 erzeugte Dampf wird dann über eine Leitung 48 mit
der Dampfableitung des Kühlluftkühlers 10 zusammengeführt. Auf diese Weise
wird unter Ausnutzung der Abwärme eine zusätzliche Dampfmenge erzeugt.
Um die Gesamtdampfmenge zu regeln, wird hierbei das Drosselventil 12 über
eine Meßblende 49 in der Dampfzuleitung 39 zu den Gasturbinen geregelt. Die
eingespritzte Dampfmenge wird über das Ventil 13 unter anderem in
Abhängigkeit von der Pumpgrenze des Verdichters, der Turbinenlast und der
Umgebungstemperatur geregelt.
Die Temperatur des im Abhitzedampferzeugers 81 erzeugten überhitzten
Dampfs kann außerdem über einen Bypass 82 und entsprechende
Regelklappen 83 im Abhitzedampferzeuger bestimmt werden. Diese
Regelklappen 83 werden über eine Steuerung 84 gesteuert, welche mit einer
Dampftemperaturmeßeinrichtung 85 verbunden ist, die die
Ausgangstemperatur des Dampfes mißt.
Die Gesamtdampfmenge teilt sich analog zu dem Beispiel aus der Fig. 1 auf
in einen ersten Teilstrom, der über ein Ventil 13 in die Brennkammer 4
eingeleitet wird, und in einen zweiten Teilstrom, der über eine Leitung 42 und
ein Regelorgan 45 in die Kühlluftleitung 32 eingebracht wird.
Selbstverständlich ist es auch möglich, die in Fig. 1 dargestellte Anlage mit
einer Gasturbogruppe mit sequentieller Verbrennung und zwei Kühlluftkühlern
mit einem Abhitzedampferzeuger zu versehen, wie auch eine ganze Reihe von
Kombinationen dieser Merkmale untereinander vorstellbar ist, falls die
thermodynamischen Gegebenheiten der Anlage dies sinnvoll erscheinen
lassen. Diese Ausführungsbeispiele dürfen hierbei nicht zur Eingrenzung
sondern nur als Erläuterung der Erfindung, wie sie in den Ansprüchen
gekennzeichnet ist, dienen.
Sowohl als Abhitzedampferzeuger wie auch als Kühlluftkühler werden mit
Vorteil "Once-Through"-Dampferzeuger verwendet. In den Fig. 3-5 sind
verschiedene Ausführungsbeispiele dargestellt. Die Dampferzeuger 101
weisen hierbei jeweils einen Heissgaseinlaß 120 und einen Heissgasauslaß
130 auf. Im Inneren des Dampferzeugers 101 sind entsprechend Rohrleitungen
angeordnet, durch welche das Speisewasser bzw. der Dampf hindurchgeleitet
wird.
In den Fig. 3a und 3b weist der Dampferzeuger 101 jeweils spiralförmig
dem Heissgasstrom entgegenlaufende Rohre 109 auf, die von einem oberen
Speisewassereinlaß 107 zu einem unteren Dampfauslaß 108 führen. Im
Gegensatz zu Fig. 3a weist der Dampferzeuger 101 in Fig. 3b einen Bypass
102 auf, durch den der Heissgasstrom an den Rohren 109 vorbeigeleitet
werden kann, ohne daß Dampf erzeugt wird. Dieser Bypass 102 ist durch eine
Regelklappe 103 verschließbar.
Die Fig. 4a und 4b zeigen Dampferzeuger 101 mit vertikal verlaufenden
Rippenrohren 110. Die Rippenrohre 110 sind oben mit einem gemeinsamen
Speisewassereinlaß 107 und unten mit einem gemeinsamen Dampfauslaß 108
verbunden. Bei den Rippenrohren 110 handelt es sich um einfache Rohre,
welche mehrere sternförmig radial nach außen weisende Rippen 111
aufweisen, wie im jeweils linken Bereich der Fig. 4a und 4b im Querschnitt
dargestellt. Fig. 4a zeigt einen solchermaßen aufgeführten Dampferzeuger
101 ohne Bypass und Fig. 4b einen entsprechenden Dampferzeuger 101 mit
Bypass. Natürlich können die Ausführungsformen aus den Fig. 3a und 3b
auch mit Rippen versehen sein.
In Fig. 5 wird eine optionale Ausführungsform dargestellt, welche in einem
Bereich vor dem Heissgasauslaß 130 eine sogenannte Economizer-
Verdampferstufe mit vertikalen Rippenrohren 110 aufweist. Hierbei wird das
Speisewasser über einen Speisewassereinlaß 113 unten in die Rippenrohre
110 eingeleitet, wo es dann unter Verdampfen mit dem Heissgasstrom nach
oben geführt wird und über einen Sattdampfauslaß 114 in eine
Wasserdampftrenneinrichtung 115 (Sulzerflasche) geleitet wird. Der Sattdampf
wird dann von dort in einen Dampfeinlaß 117 einer sich in
Heissgasstromrichtung vor der Economizer/Verdampferstufe 112 befindlichen
Überhitzungsstufe 116 geleitet. Diese Überhitzungsstufe 116 besteht aus
spiralförmig dem Heissgasstrom entgegenlaufenden Rohren 109, die von dem
Überhitzer-Dampfeinlaß 117 zu einem Überhitzer-Dampfauslaß 118 führen, an
dem der überhitzte Dampf entnommen wird.
Bei den erfindungsgemäßen Verfahren wird auf einfache Weise die Wärme der
Kühlluft und gegebenenfalls auch die Abgaswärme optimal ausgenutzt und in
den Gasturbinenprozeß mit einem Minimum an Exergieverlusten zurückgeführt.
Damit ist auch eine Steigerung der Ausgangsleistung und Effizienz von
Gasturbinen im offenen einfachen Kreislauf möglich.
Ein Vergleich von einfachen Anlagen mit offenem Kreislauf mit und ohne die
erfindungsgemäßen Kühlluftkühlern ist mit Hilfe der Diagramme in den Fig.
6a und 6b möglich. Fig. 6a zeigt die Gesamtausgangsleistung, Fig. 6b die
Gesamteffizienz in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur: Die Kurve I
stammt hierbei jeweils von einer Anlage ohne die erfindungsgemäßen
Kühlluftkühlern, die Kurve II von einer Anlage mit den Kühlluftkühlern und
Kurve III von einer Anlage mit Kühlluftkühlern und zusätzlichem
Abhitzedampferzeuger. Bei allen drei Anlagen bildet eine GT24 Gasturbine von
ALSTOM Power die Basis. Es zeigt sich eine unterschiedliche Abhängigkeit
von der Umgebungstemperatur, wobei mit steigender Umgebungstemperatur
das Ausgangsleistungs- und Effizienzverhältnis zugunsten eines Systems mit
erfindungsgemäßem Kühlluftkühler ansteigt. Dies führt zu einem zusätzlichen
ökonomischen Vorteil, da die Sensibilität der Gasturbine auf die
Umgebungstemperatur teilweise kompensiert werden kann.
Bezugszeichenliste
1
Verdichter
2
Erste Gasturbine (Hochdruckturbine)
3
Zweite Gasturbine (Niederdruckturbine)
4
Erste Brennkammer
5
Zweite Brennkammer
6
Generator
7
Rotorwelle
10
Erster (Hochdruck-) Kühlluftkühler
11
Zweiter (Niederdruck-) Kühlluftkühler
12
Speisewasserventil
13
Dampfdrosselventil
14
Einspritzkühler
15
Erstes Speisewasserregelventil
16
Erste Ventilsteuerung
17
Erste Temperaturmeßeinrichtung
18
Zweites Speisewasserregelventil
19
Zweite Ventilsteuerung
20
Zweite Temperaturmeßeinrichtung
21
Speisewasserbehälter
22
Entgaserdom
23
Hilfsheizeinrichtung
24
Hochdruckpumpe
30
Hochdruckverdichterluftleitung
31
Niederdruckverdichterluftleitung
32
Hochdruckkühlluftleitung
33
Niederdruckkühlluftleitung
34
,
35
,
36
Speisewasserzuleitungen zu den Kühlluftkühlern
37
,
38
,
39
Dampfableitungen von den Kühlluftkühlern
40
Dampfrückführleitung
41
Dampfdrosselventil
42
,
43
,
44
Dampfeinleitung in die Kühlluftleitung
45
,
46
Dampfventile
47
Speisewasserzuleitung zum Abhitzedampferzeuger
48
Dampfableitung vom Abhitzedampferzeuger
49
Meßblende
50
Brennstoffzufuhr
51
Brennstoffvorwärmer
52
Speisewasserleitung
53
Speisewasserpumpe
54
Speisewasserregelventil
55
Brennstoffleitung
60
Speisewasseraufbereitung
61
Speisewasservorwärmer
80
Abgasstrom
81
Abhitzedampferzeuger
82
Abgasbypass
83
Regelklappen
84
Bypassregelung
85
Dampftemperaturmessung
101
Dampferzeuger
102
Heissgasbypass
103
Regelklappen
107
Speisewassereinlaß
108
Dampfauslaß
109
Spiralrohre
110
Rippenrohre
111
Rippen
112
Economizer/Verdampferbereich
113
Speisewassereinlaß
114
Sattdampfauslaß
115
Wasser/Dampf-Trenneinrichtung
116
Überhitzerbereich
117
Überhitzer-Dampfeinlaß
118
Überhitzer-Dampfauslaß
120
Heissgaseinlaß
130
Heissgasauslaß