Siebdruckmaschine
Die Erfindung bezieht sich auf eine Siebdruckmaschine, die zylindrische, dünnwandige Siebschablonen mit innerer Rakel aufweist, welche Schablonen mit ihren Endringen in Schablonenhaltern mit einer zentralen Öffnung für die Rakel gelagert sind, wobei die Schablonenhalter ein ortsfestes Haltergehäuse und eine drehbar darin gelagerte Büchse mit äusserer Verzahnung aufweisen, welche Haltergehäuse über festen Rahmenteilen der Maschine aufgestellt sind, in denen antreibende Zahnräder lagern, die mit der äusseren Verzahnung der drehbaren Büchsen der Schablonenhalter zusammenarbeiten.
Derartige Siebdruckmaschinen sind bereits bekannt.
Bei Siebdruckmaschinen, in denen die beiden Enden der Schablonen angetrieben werden, hat es sich in der Praxis gezeigt, dass schon eine sehr geringe Schwankung der Drehgeschwindigkeit des einen antreibenden Zahnrades gegenüber dem anderen eine Torsionsbelastung auf die Schablone ausübt, welche für die Lebensdauer der Schablone ungünstig ist. Eine Lösung für dieses Problem ist in der schweizerischen Patentschrift Nr. 447219 vorgeschlagen, wobei die Schablonen einseitig angetrieben werden. In einem derartigen Fall kann z. B. die äussere Verzahnung der drehbaren Büchse am nicht angetriebenen Ende der Schablone in Fortfall kommen.
Ein zweiseitiger Antrieb kann jedoch beim Drucken mit maximaler Schablonenlänge vorteilhaft sein, damit die drehbare Büchse, welche in dem Haltergehäuse am nicht angetriebenen Ende der Schablone gelagert ist, nicht nur mit Hilfe des durch die Schablone geführten Antriebsmomentes mitgeschleppt werden muss.
Aus dieser Erwägung stellt sich der Erfindung die Aufgabe, eine Siebdruckmaschine zu schaffen, bei welcher die Büchsen beider Schablonenhalter einen Zahnkranz tragen, so dass beim Drucken mit maximaler Schablonenlänge die Büchsen beider Schablonenhalter angetrieben werden können, jedoch anderseits dieser Antrieb auf einen der beiden Schablonenendringe nicht positiv übertragen wird.
Die erfindungsgemässe Siebdruckmaschine ist dadurch gekennzeichnet, dass jeder Schablonenhalter Mittel aufweist, welche eine Rotationskupplung zum wahlweisen Ein- und Ausschalten des Kraftflusses von der Büchse auf den Endring bilden, zum Zweck, den Antrieb des Endringes einzuschalten oder auszuschalten, ohne den Antrieb der Büchse zu unterbrechen.
Die Erfindung wird anhand der Zeichnung, die ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes zeigt, näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung des ausein- andergerückten Schablonenhalters ohne Endring, wobei zwei verschiedene Innenaggregate dargestellt sind,
Fig. 2 einen senkrechten Schnitt durch den Schablonenhalter nach Fig. 1 mit Endring gemäss der Linie II-II in Fig. 3,
Fig 3 eine Vorderansicht des Schablonenhalters gesehen von der linken Seite der Fig. 2,
Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV in Fig. 2 durch die drehbare Büchse des Schablonenhalters nach Fig. 2,
Fig. 5 eine Ansicht nach den Pfeilen V-V in Fig. 2 des äusseren Ringes des Schablonenhalters nach Fig. 2,
Fig. 6 einen Schnitt nach der Linie VI-VI in Fig. 2 durch den Endring nach Fig. 2,
Fig. 7 einen Schnitt nach der Linie VII-VII in Fig. 2 durch den Schablonenhalter nach Fig.
2 in montiertem Zustand und
Fig. 8 einen axialen Schnitt durch eine Einzelheit nach Fig. 2 in grösserem Massstab.
Der Schablonenhalter nach Fig. 1 besteht aus einem Haltergehäuse 1, das fest mit dem Rahmen der Siebdruckmaschine gekuppelt werden kann, und einem der Innenaggregate 2 bzw. 3, deren fester innerer Ring 4 bzw. 5 mit Hilfe von Bolzen 6 fest mit dem Haltergehäuse 1 gekuppelt werden kann. In dem festen Ring 4 bzw. 5 ist eine Büchse 7 bzw. 8 drehbar jedoch axial unverschiebbar gelagert. Auf dieser Büchse 7 bzw. 8 befindet sich ein Zahnkranz 9 bzw. 10, der mit einem in der Figur nicht dargestellten, sich in dem Rahmen der Maschine unter dem Haltergehäuse 1 befindlichen Antriebszahnrad zusammenarbeiten kann. Zu diesem Zweck weist der Boden des Haltergehäuses 1 eine Öffnung 15 auf.
Vorzugsweise sind die Befestigungsmittel
11, die mit den Bolzen 6 am Antriebsende der Schablone zusammenarbeiten, starr mit dem Haltergehäuse 1 verbunden und die entsprechenden Befestigungsmittel 30 am nicht angetriebenen Ende der Schablone federnd mit dem Haltergehäuse 1 verbunden.
Durch diese einseitig federnde Ausführung entsteht eine selbstausrichtende Wirkung der Lagerung der drehbaren Büchse 7 bzw. 8.
Wie aus Fig. 2 hervorgeht, ist der feste innere Ring 3 starr am Haltergehäuse 1 befestigt und die drehbare innere Büchse 7 mit Hilfe eines Lagers 12 drehbar im festen inneren Ring 4 gelagert. An der drehbaren Büchse 7 kann ein Endring 13 der Schablone befestigt werden. Die Schablone kann in bekannter Weise am Rand 14 des Endrings 13 befestigt werden. Aus Fig. 2 und 3 geht noch hervor, dass das nicht dargestellte Antriebszahnrad der Siebdruckmaschine über die offene Unterseite 15 in Eingriff mit dem Zahnkranz 9 gelangen kann, der fest auf der drehbaren Büchse 7 sitzt.
Aus Fig. 2 und namentlich aus den Fig. 4 bis 8 geht die Konstruktion der Kupplung zwischen der Büchse 7 und dem Endring 13 hervor. Die Fig. 2 und 4 zeigen die Form des in der Nähe des Endrings 13 der Schablone liegenden Endes der Büchse 7. Die Büchse 7 trägt einen nach aussen gerichteten Ringflansch 16, in dessen Stirnfläche eine ringförmige Nut angeordnet ist.
Halb in der ringförmigen Nut und halb im Ringflansch 16 der drehbaren Büchse 7 ist mittels einer Sicherheitsschraube 18 ein Stift 17 fixiert. Diese Konstruktion geht insbesondere aus Fig. 8 hervor.
Die Fig. 2, 6 und 8 zeigen, dass der Endring 13 an seinem in der Nähe der Büchse 7 liegenden Ende mit einem auswärts gerichteten Ringflansch 19 versehen ist.
In der äusseren Mantelfläche dieses Ringflansches 19 ist eine halbkreisförmige axiale Einkerbung 20 angebracht.
Der Ringflansch 19 ist mit auswärtsgerichteten Lippen 21 versehen, die gerade in die Ringnut in der Stirnfläche des Ringflansches 16 passen. Der Ringflansch 19 des Endrings 13 kann deshalb beim Vorhandensein des in die Einkerbung 20 passenden Stiftes 17 nicht hinsichtlich des Ringflansches 16 der drehbaren Büchse 7 verdreht werden. Wenn der Stift 17 fortgelassen ist, kann diese Verdrehung der drehbaren Büchse 17 hinsichtlich des Endrings 13 jedoch stattfinden.
Zwecks Einschlusses des Ringflansches 19 des Endrings 13 in die ringförmige Nut in der Stirnfläche des ringförmigen Flansches 16 wird ein drehbar, jedoch axial unverschiebbar, um den Ringflansch 16 angebrachter äusserer Ring 22 verwendet, dessen eines Ende mit Hilfe eines Seegerrings 23 auf der Hinterfläche des Ringflansches 16 gesichert ist, und von dem ein Kragen 24 mit der Stirnfläche des Ringflansches 16 zusammenarbeitet.
Die Zusammenarbeit zwischen den Lippen 21 des Ringflansches 19 des Endrings 13 und diesem Kragen 24 entsteht dadurch, dass der nach innen gerichtete Kragen 24 Lippen 25 aufweist, die einwärts bis über die nach aussen gerichteten Lippen 21 des Ringflansches 19 hinaus vorspringen. Um einerseits das Anbringen des Endringes 13 zu erleichtern, ohne dass es erforderlich ist, den äusseren Ring 22 zu lösen, ist dafür gesorgt, dass die Breite der Lippen 25 kleiner als die Breite der Aussparung zwischen den Lippen 21 ist. Deshalb können die Lippen 25 während der Anbringung sich durch die Aussparungen und zwischen die Lippen 21 schieben.
Die Lippen 21 können sich durch die Aussparungen zwischen die Lippen 25 schieben. Durch eine darauffolgende Verdrehung des äusseren Ringes 22 hinsichtlich des Endrings 13 gelangen die Lippen 25 vor die Lippen 21; dadurch kann sich der Endring 13 in axialer Richtung nicht mehr verschieben. Diese Lage ist in Fig. 7 dargestellt.
Damit anderseits das Anbringen des Endrings 13 vereinfacht und auch beim Vorhandensein des Stiftes 17 ermöglicht wird, ist in dem äusseren Ring 22 eine tiefere Aussparung angebracht, die in Fig. 5 in dem oberen Teil des äusseren Ringes ersichtlich ist. Wie der Stift in diese Aussparung passt, ist in Fig. 7 ersichtlich.
Der Stift 17 begrenzt nun die Verdrehung des Ringes 22.
Will man der Stift 17 anbringen bzw. demontieren, so genügt es den Seegerring 23 zu lösen und den äusseren Ring 22 nach in Fig. 8 gesehen rechts zu verschieben, so dass dieser äussere Ring sich lose auf den Endring 13 legt. Die äussere Mantelfläche des Ringflansches 16 ist nun erreichbar, so dass die Sicherungsschraube 18 eingeführt oder gelöst werden kann.
Will man eine Schablone anbringen bzw. abheben, so genügt es, den äusseren Ring 22 in die richtige Stellung zu drehen und den Endring 13 in die ringförmige Nut des Ringflansches 16 bzw. aus dieser Nut heraus zu schieben. Beim Vorhandensein des Stiftes 17 muss beachtet werden, dass der Endring 13 derart in den äusseren Ring 22 geschoben wird, dass der Stift 17 in die Einkerbung 20 des Ringflansches 19 eingreift.
Durch Drehen des äusseren Ringes 22 bei eingeschobenem Endring 13 werden die Lippen 21 des Endrings 13 mit Hilfe der Lippen 25 des äusseren Ringes 22 gesichert.
Wenn der Stift 17 nicht angebracht ist, wird der äussere Ring 22 sich hinsichtlich des Endrings 13 nicht drehen, wenn dafür gesorgt ist, dass die Reibung zwischen den Lippen 21 und 25 grösser als zwischen dem äusseren Ring 22 und dem Ringflansch 16 der drehbaren Büchse 7 ist. Zwecks der Erleichterung der Montage und Demontage kann der äussere Ring 22 an seiner äusseren Mantelfläche noch gerillt sein.
Durch die beschriebene Ausbildung ist eine sehr rasche und einfache Kupplung der Schablone mit dem Schablonenhalter möglich, wobei der Stift 17 an einem Ende der Schablone vorhanden und am anderen Ende nicht vorhanden sein kann. Auch können mehrere Stifte auf dem Umfang des Ringflansches 16 verteilt sein.
Wenn am einen Ende der Schablone kein Stift 17 vorhanden ist, wird der Endring 13 von der Büchse 7 trotzdem noch infolge Reibung zwischen den Ringflanschen 16 und 19 angetrieben. Es tritt jedoch zwischen der Büchse 7 und dem Endring 13 Schlupf ein, sobald eine Abweichung der Umfangsgeschwindigkeiten der beiden Zahnräder, welche die beiden Büchsen antreiben, auftritt.
Dadurch können die Vorteile eines einseitigen Antriebs der Schablone mit den Vorteilen eines zweiseitigen Antriebs der Schablone kombiniert werden, weil in Ermangelung einer Umfangsgeschwindigkeitsdifferenz zwischen den beiden Antriebszahnrädern durch Reibung gleichsam ein zweiseitiger Antrieb erhalten wird; und weil beim Vorhandensein eines derartigen Umfangsgeschwindigkeitsunterschiedes infolge Schlupf das Auftreten einer Torsionsbelastung der Schablone verhütet wird.
Ein weiterer Vorteil ist auch, dass ein einziger Schablonenhaltertyp genügt, da dieser eine Typ durch Einschalten oder nicht Einschalten der Kupplung zwischen der Büchse und dem Endring an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden kann.