Verfahren zur Herstellung einer neuen Zelluloseverbindung. Es wurde gefunden, dass ein neues Zel- lulosederivat entsteht, wenn man Anilin auf eine Zellulosexanthogensäure oder ein Salz derselben einwirken lässt.
Die nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung erhältliche neue Zelluloseverbindung ist in Wasser, Alkohol und Äther unlöslich oder wenig löslich, in wässerigen Alkalien löslich. Ihre Lösungen in Alkalien scheiden bei Zusatz alkaliabstumpfender (wie anor ganische oder organische Säuren, saure Salze, gmmoniumsalze oder dergleichen) oder was serentziehender Mittel (wie Salze, Alkohole, oder dergleichen) Niederschläge, beziehungs weise Koagulate ab, welche, wenn man die Lösungen in die geeignete Form bringt, in Gestalt von durchsichtigen, festen, biegsamen Gebilden, wie Fäden, Filme, Platten oder dergleichen gewinnbar sind.
Die Zellulosexanthogenfettsäure wird zum Beispiel nach dem Verfahren des Britischen Patentes Nr.231800 vorteilhaft so dargestellt, dass man eine Monohalogenfettsäure oder ein Salz oder ein Derivat einer solchen entweder auf eine Zellulosexanthogensäure, das heisst eine Alkaliverbindung des.
Thionthiolkohlen- säureesters der Zellulose ohne Alkaliüber- schuss (zum Beispiel eine mittelst einer schwachen Säure neutralisierte oder selbst sauer gemachte rohe oder gereinigte Viskose) oder 'auf eine Alkaliverbindung eines Thion- thiolkohlensäureesters der Zellulose mit Al kaliüberschuss (zum Beispiel eine rohe oder gereinigte Viskose von alkalischer Reaktion) oder' auf eine Verbindung der Zellulose- xanthogensäure mit einem andern Metalle (zum Beispiel Zink oder dergleichen) ein wirken lässt.
Die Zellulosexanthogensäure, beziehungs weise das Zellulosexanthogenat kann der Ein wirkung der Halogenfettsäure in verdünnter oder konzentrierter Lösung oder sogar Pastenform oder in Gestalt des Einwirkungs produktes von Schwefelkohlenstoff auf die Alkalizellulose vor dessen Auflösung dar geboten werden. Die Zellulosexanthogensäure beziehungsweise das Zellulosexantbogenat(Vis- kose)- kann im rohen Zustand oder nach irgend einem bekannten Verfahren gereinigt in die Zellulosexanthogenfettsäure übergeführt werden.
Die 11I' onohalogenfettsäure oder ihre Salze können in auf Zellulosexanthogenfettsäure berechneten Mengen oder in geringeren Men gen als die berechneten oder in einem belie big grossen Überschuss verwendet. werden.
Die Umsetzung der Zellulosexanthogen- säure, beziehungsweise des Zellulosexantho- genates mit der Halogenfettsäure einerseits und der Zellulosexanthogenfettsäure mit dem Anilin anderseits kann in zwei getrennten Vorgängen erfolgen oder zu einer Operation vereinigt werden. Das Anilin kann daher mit der isolierten Zellulosexanthogenfettsäure oder mit der in dem rohen, sich aus ihrer Bereitung ergebenden Reaktionsgemisch oder mit Zellulosexanthogenfettsäure in statu nascendi zur Wechselwirkung gebracht wer den.
Mit andern Worten: Man kann das Anilin entweder mit der isolierten Zellulose- xatithogeniettsäure, beziehungsweise ihrem Salz oder mit dem Reaktionsgemisch, das sie enthält, oder mit der Zellulosexanthogen- säure, beziehungsweise dem Zellulosexan- thogenat (Viskose) vor, während oder nach Zusatz der Halogenfettsäure oder ihres Salzes oder Derivates zusammenbringen. In jenen Fällen, wo Viskose, Halogenfettsäure und Anilin gleichzeitig zur Einwirkung aufein ander gebracht werden, bildet sich zuerst die Zellulosexantbogenfettsäure, welche dann mit Anilin reagiert.
Die Behandlung der Zellulosexanthogen- fettsäure mit dem Anilin kann in neutraler, alkalischer oder saurer Lösung vorgenommen werden. Man kann aber die Zellulosexan- thogenfettsäure auch in fester Form oder in Suspension (zum Beispiel in Alkohol) der Einwirkung des Anilins aussetzen.
Die Reaktion findet in den allermeisten Fällen schon bei gewöhnlicher Temperatur statt. Gelindere oder stärkere Erwärmung pflegt sie zu beschleunigen.
Das Anilin kann im Überschuss oder in der berechneten Menge, oder in Mengen ver- wendet werden, die geringer sind als die berechnete.
Die Entstehung der neuen Zellulosever- bindung gibt sich, sofern in Lösung gear beitet wird und das Reaktionsgemisch keine Substanz (zum Beispiel eine genügende Al kalimenge) enthält, welche das Endprodukt aufzulösen oder seine Bildung zu verhindern vermag, dadurch kund, dass das Endprodukt der Reaktion ausfällt.
Diese Ausscheidung pflegt, wenn die Lösung der Zellulosexan- thogensäure oder des Zellulosexatithogenats, beziehungsweise der Zellulosexanthogenfett- säure konzentriert ist, und wenn zu wenig oder gar nicht gerührt wird, in Gestalt von steifen oder weichen Gallerten oder, wenn die Lösung entsprechend verdünnt ist und gerührt wird, in Form feiner oder derber Niederschläge zu erfolgen.
Die Isolierung des Endproduktes der Re aktion geschieht zum Beispiel in der Weise, dass man die Niederschläge oder die Gal lerten (letztere zeigen bei längerem Stehen in der Regel Kontraktion und synäretische Flüssigkeitsabsonderung) durch Filtrieren, Kolieren, Zentrifugieren oder dergleichen von der Mutterlauge trennt und mit Wasser gründlich auswäscht. Die Mutterlauge und das Waschwasser enthalten als vornehmliches Nebenprodukt der Reaktion die entsprechende organische Thiobydroxypara$'iiimonokarbon- säure. Liegt eine Gallerte oder eine klumpige Ausscheidung vor, dann empfiehlt es sich, sie vor dem Waschprozess zu zerkleinern.
Das Waschen mit Wasser kann, um etwa gebildete wasserunlösliche oder in Wasser schwer lösliche Nebenprodukte der Reaktion zu entfernen, eine Waschung mit Alkohol oder mit Alkohol und dann Äther oder Benzol oder dergleichen folgen. Der aus gewaschene Körper wird dann entweder im nassen Zustande (gegebenenfalls nach vor heriger Befreiung von der Hauptmenge der anhaftenden Waschflüssigkeit durch Ab pressen oder Absaugen oder Abschleudern gelöst oder getrocknet.
Tritt keine oder keine vollständige, frei willige Abscheidung des Endproduktes ein, dann kann man die Isolierung zum Beispiel so bewerkstelligen, dass man das Reaktions gemisch vor oder nach Vollzug der Reaktion mit einer Säure oder einem sauren Salze bis zur Entstehung eines Niederschlages versetzt und dann in der vorstehend angegebenen Weise vorgeht.
Ihrer Bildungsweise und ihrem chemischen Verhalten gemäss ist die nach dem erfin dungsgemässen Verfahren erhältliche Zellulose- verbindung ein Phenyl-Thiourethan (Thiocar- bamidsäureester beziehungsweise Xanthogen- amid) der Zellulose.
Das neue Zellulosederivat lässt sich durch folgende Formel ausdrücken: Ce 11s . NH . C8 . 0 . (Cen H,6.-1 Ob<U>,</U>) bezw. C6 Hr, . N : C (SH) . 0 . (Con Hlon-105n-1) Die zu der Bildung der neuen Zellulose verbindung führende Reaktion kann durch folgende Gleichung veranschaulicht werden: Als Beispiel wird zellulosexanthogensaul#es Natrium und chloressigsaures Natrium gewählt.
Bildung der Zellulosexanthogenessigsäure: (CB@H10n-1 05n-1) .<B>0</B> . CS . S .<B>Na</B> Cl . CH2 . C00Na = zellulosexanthogensaures Natrium (1) (Cen H10n-1 \0n-1) '<B>0</B> . CS . S .
CH2. COONa =f- NaCI zellulosexanthogenessigsaures Natrium (zellu- losethionthiolkarbonglykolsaures Natrium).
Bildung des Zellulosexanthogenanilids C6n' \10n-1 "in-,) # <B>0</B> # CS . S # Cll2 . COONa -[- C6 . H5 NH2 = zellulosexanthogenessigsaures Natrium (2) = C6<B>H5.</B> NH. CS . 0 .
(C6n HSOn-1 v5._1) CH2 (SH). COONa Zellulosexanthogenanilid. Thioglykolsaures Natrium (Phenylthiourethan der Zellulose).
Die hier gegebenen Gleichungen sollen die Erfindung bloss veranschaulichen; die er schöpfend genaue Aufklärung des Chemismus der Reaktion ist schon in Hinblick auf unsere mangelhafte Kenntnis der Konstitu tion der Zellulose keine einfache und rasch zu lösende Aufgabe. ttics führungsbeispiele I.
a) 1000 Gewichtsteile Rohviskose (darge stellt zum Beispiel durch Tränken von 100 Gewichtsteilen Sulfitzellulose in Blättern oder Vliesen mit 1000 bis 2000 Gewichts- teilen 18 % iger Natronlauge von 15 bis 180 C, 3- bis 24stündiges Stehenlassen bei Zimmer temperatur, Abpressen auf 300 bis 350 Ge wichtsteile, Zerfasern, gegebenenfalls 6- bis 72stündiges Reifen bei Zimmertemperatur,
mehrstündige Behandlung mit 50 bis 60 Ge wichtsteilen Schwefelkohlenstoff und Lösen in so viel Wasser; dass das Gesamtgewicht der Lösung 1000 Gewichtsteile beträgt), ent sprechend 100 Gewichtsteilen Ausgangs zellulose, werden im frischen Zustande oder nach kürzerem oder längerem Stehen (zum Beispiel sechsstündigem bis dreitägigem Ste hen) mit 5000 Gewichtsteilen Wasser ver dünnt und dann mit verdünnter (zum Bei- spiel 5- bis 10 % iger)
Essigsäure unter Rühren bis zur schwach alkalischen oder neutralen Reaktion versetzt. Sobald der während der Neutralisation freiwerdende Schwefelwasser stoff ganz oder zum grossen Teil entwichen ist, wird die in der Farbe hell gewordene Viskose mit folgender Lösung von mono chloressigsaurem Natrium versetzt: 60 bis 100 Gewichtsteile 1)Ionochloressigsäure wer den in 480 bis 800 Gewichtsteilen Wasser gelöst und mit Natriumbikarbonat in Pulver form neutralisiert. Sobald die Lösung des monochloressigsauren Natriums der Viskose einverleibt ist, wird noch kurz gerührt und dann das Reaktionsgemisch bei Zimmer temperatur sich selbst überlassen.
Nach 6- bis 48stündigem Stehen (wenn das Reaktions gemisch schwach alkalisch reagiert, kann man es neutralisieren und nachdem sich die Zellulosexanthogenessigsäure gebildet hat, werden unter Rühren 60 bis 120 Gewichts teile Anilin zugesetzt. Nach einigen Stunden beginnt das Reaktionsprodukt bei gutem Rühren in fein verteilter Form auszufallen, um sich schliesslich zu Boden zu setzen.
Sobald die Abscheidung beendet ist, oder nachdem man das Reaktionsgemisch nach erfolgter Abscheidung noch mehrere Stunden bis drei Tage stehen gelassen hat, wird der Niederschlag durch Dekantieren, Filtrieren, .Absaugen, Kolieren oder Zentrifugieren von der Mutterlauge getrennt, in der sich durch Ansäuren mit verdünnter Schwefelsäure, Aus- äthern und Verjagen des Äthers reichliche Mengen Thioglykolsäure (zum Beispiel durch die Reaktion mit Eisenchlorid und Ammo niak oder durch Reindarstellung) nachweisen lassen.
Der von der Mutterlauge getrennte Niederschlag wird mit Wasser gründlich ge waschen und gegebenenfalls naeh ein- oder mehrmaliger Behandlung mit Alkohol oder Alkohol und dann Äther im Vakuum oder an der Luft getrocknet.
Der fertige Körper stellt, insbesondere nach dem Zerkleinern, eine pulverförmige Substanz vor, welche in Wasser, Alkohol und Äther unlöslich oder kaum löslich ist, sich hingegen in verdünnter Alkalilauge (zum Beispiel 1- bis 10 % ige Natronlauge) glatt löst.
Erhitzt man die Substanz 4 bis 6 Stun- den mit 2% iger Schwefelsäure bei 200 C unter Druck, dann spaltet sie Schwefel wasserstoff und Anilin ab, welches sich im Ätherauszug der alkalisch gemachten Auf schliessungsflüssigkeit durch alle bekannten Anilinreaktionen nachweisen lässt.
Bei mehr- stündigem Erhitzen mit 25 % igem Ammo- niak unter Druck auf 150 bis<B>1800</B> C zer fällt der Körper unter Freiwerden von Schwefelwasserstoff und Anilin.
Erhitzt man die Substanz mit 1 bis 2 % iger Salzsäure acht Stunden auf 150 bis<B>1700</B> C, darin lassen sich im- der Aufschliessungsmasse Schwefelwasserstoff und Anilin, aber (durch Oxydation mit Salpetersäure) keine Glykol- säure nachweisen.
Gleichzeitig unter den selben Bedingungen erhitzte Proben einer Zellulosexanthogenessigsäure und einer Zel- luloseglykolsäure spalten reichliche Mengen Glykolsäure ab.
Die Elementaranalyse ergab folgende Re sultate ;
EMI0004.0055
Berechnet <SEP> für <SEP> Gefunden
<tb> <B>06</B> <SEP> Hä. <SEP> NH. <SEP> CS. <SEP> 0 <SEP> . <SEP> (C12 <SEP> Hi0 <SEP> 00) <SEP> = <SEP> C10 <SEP> H25 <SEP> NSOio
<tb> <B>0</B> <SEP> 49.67 <SEP> 47.81 <SEP> 48.4
<tb> H <SEP> 5.44 <SEP> 5.32 <SEP> 5.13
<tb> S <SEP> 6.97 <SEP> 7.15 <SEP> 6.95
<tb> N <SEP> 3.05 <SEP> 3.25 <SEP> 3.06
<tb> Asche <SEP> 0,28 <SEP> % Obwohl die analysierte Substanz nicht besonders gereinigt war, stimmen die vor stehenden Zahlen ziemlich gut auf ein Phenyl- tbiourethan der Zellulose oder eines Körpers aus der Zellulosegruppe (Zellulosexanthogen- anilid,
Phenylthiokarbamidsäureester der Zel lulose).
Lösungen der Substanz in verdünnter (zum Beispiel 1- bis 10 % iger) Natronlauge geben, auf einer Glasplatte ausgebreitet und mit einem geeigneten Fällbad (zum Beispiel einer 20 % igen Lösung von Ammonium- chlorid oder verdünnter Schwefelsäure oder wässeriger Essigsäure) behandelt, Häute, die im nassen Zustand fest, im trockenen durch sichtig und glänzend sind.
Lösungen des Zellulosexanthogenanilids in einer 70- bis 80 % igerr Lösung von Pyri- din in Wasser trocknen zu durchsichtigen, biegsamen Filmen ein, die eine bemerkens werte Widerstandsfähigkeit gegen Wasser zeigen. Ihre guten Eigenschaften gehen auch nach mehrtägiger Erhitzung auf 600 C nicht verloren.
b) Arbeitsweise wie bei a), jedoch mit dem Unterschied, dass 150 bis 250 Gewichts teile Anilin verwendet werden. Dev grosse Anilinüberschuss ändert die Eigenschaften und Löslicbkeiten des Reaktionsproduktes, nicht, bedingt aber eine sorgfältigere Reini gung, weil in Gegenwart grosser Anilin mengen sich als Nebenprodukt greifbare Mengen Diphenylthioharnstoff - und eventuell auch Diphenylharnstoff bilden.
Durch gründ liches Waschen und Extraktion des Zellulose xanthogenanilids mit Lösungsmitteln für diese aromatischen Harnstoffe (wie Alkohol, Äther und dergleichen) kann man das Zellulose xanthogenanilid gründlich von ihnen befreien.
c) Arbeitsweise wie bei a), jedoch mit der Modifikation, dass bloss 30 bis 40 Ge wichtsteile Anilin verwendet werden.
d) Arbeitsweise wie bei a) oder b) oder c), jedoch mit der Abänderung, dass bloss 30 bis 40 Gewichtsteile Monochloressigsäure, in 320 bis 400 Gewichtsteilen Wasser gelöst verwendet werden.
e) Arbeitsweise wie bei<I>a)</I> oder<I>b)</I> oder c) oder d), jedoch mit dem Unterschiede, dass der Zusatz des Anilins sofort oder bald (zum Beispiel 10 Minuten bis 1 Stunde) nachdem das monochloressigsaure Natrium der Viskose einverleibt wurde, geschieht, und wobei sich das Anilin mit der entstehenden Zellulose xanthogenfettsäure umsetzt.
<I>f)</I> Arbeitsweise wie bei a) oder<I>b)</I> oder c) oder d) oder e), jedoch mit der Abänderung, dass die Viskose mit verdünnter Essigsäure schwach oder deutlich sauer gemacht wird.
g) Arbeitsweise wie bei a) oder b) oder c) oder<I>d)</I> oder e) oder<I>f),</I> jedoch mit dem Unterschiede, dass die Natronzellulose auf 200 Gewichtsteile gepresst und mit 20 bis 25 Gewichtsteilen Schwefelkohlenstoff sul- fidiert wird: Ir) Arbeitsweise wie bei a) bis g), jedoch mit dem Unterschiede, dass 300 bis 500 Ge wichtsteile Konochloressigsäure verwendet werden, die in Wasser gelöst und neutrali siert sind.
II. Die Arbeitsweise unterscheidet sich von derjenigen in dem vorangegangenen Beispiel dadurch, dass die Viskose vor dem Zusatz der Monochloressigsäure nicht neutralisiert wird. Dahingegen wird das Reaktionsgemisch vor dem Zusatz des Anilins mit, verdünnter Essigsäure neutralisiert oder schwach oder deutlich sauer gemacht.
Man kann auch so arbeiten, dass man die Viskose weder vor dem Zusatz der Monochloressigsäure noch, vor demjenigen des Anilins neutralisiert, in welchem Falle die Umsetzung mit dem Anilin träger erfolgt und das Endprodukt später und nicht so fein verteilt ausfällt.
III. a) 1000 Gewichtsteile Viskose wie im Ausführungsbeispiel I, entsprechend 100 Ge wichtsteilen Ausgangszellulose, werden mit 2000 Gewichtsteilen Wasser verdünnt und mit einer mit festem Natriumbikarbonat neu tralisierten Lösung von 65 bis 70 Gewichts teilen Monochloressigsäure in 260 bis 280 Gewichtsteilen Wasser versetzt. Nach 4- bis 48stündigem Stehen wird die flüssige Re aktionsmasse mit 10 0%iger Essigsäure neu tral gemacht und mit 60 bis 120 Gewichts teilen Anilin versetzt und gerührt.
Schon nach wenigen Stunden beginnt die Aus scheidung des Reaktionsproduktes, das sich zu Boden setzt und entweder bald nach stattgefundener Abscheidung oder nach I bis 3-tägigem Stehen von der Mutterlauge getrennt uud wie im Ausführungsbeispiel I fertiggestellt wird.
b) Arbeitsweise wie bei a), jedoch mit dem Unterschied, dass bloss 50 bis 60 Ge wichtsteile Monochloressigsäure in 200 Ge wichtsteilen Wasser gelöst und in festem Natriumbikarbonat neutralisiert zur Verwen dung kommen.
Die Lösungen des Körpers in Natronlauge lassen sich durch Fällen mit Säuren oder Ammoniumsalzen auf durchsichtige, gläii- zende, biegsame Filme verarbeiten.
c) Arbeitsweise wie bei a) oder b), jedoch mit der Abänderung, dass bloss 30 Gewichts teile Monochloressigsäure in 120 Gewichts teilen Wasser gelöst und neutralisiert mit. der Viskose zusammengebracht werden.
Man kann auch weniger (zum Beispiel 30 bis 40 Gewichtsteile) oder mehr Anilin als in<I>a)</I> oder<I>b)</I> oder c) verwenden. Auch in diesem Beispiel kann der Anilinzusatz sofort oder bald nach der Einverleibung des monochloressigsauren Natriums stattfinden. IV.
Arbeitsweise genau wie in III cc) oder b) oder c), jedoch mit der Abänderung, dass die Viskose vor dem Zusatz des chloressigsauren Natriums mit verdünnter Essigsäure neutra lisiert wird.
V. 1000 Gewichtsteile Viskose wie im Bei- spiel I werden unverdünnt mit 10 % iger Essigsäure neutralisiert, worauf 80 bis 90 Gewichtsteile Monochloressigsäure in 240 bis 300 Gewichtsteilen Wasser gelöst und mit pulverförmigem Natriumbikarbonat neutrali siert unter Rühren zugesetzt werden.
Sofort nachher oder 10 Minuten später werden unter Rühren 30 bis 60 Gewichtsteile Anilin zu gesetzt, worauf das Reaktionsgemisch ent weder bis zur beginnenden, beziehungsweise stattgefundenen Ausscheidung gerührt oder sich selbst überlassen wird. Im ersten Falle fällt das Reaktionsprodukt in Gestalt von Flocken oder Brocken aus, im zweiten er starrt es zu einem gelatinösen Kuchen, der sich allmählich kontrahiert und die Mutter lauge ausstösst. Der ausgeschiedene Körper (die Gallerte wird vorher zerkleinert oder zerschnitten) wird ausgewaschen und wie im Ausführungsbeispiel I fertiggestellt.
In den vorhergehenden Beispielen kann statt Monochloressigsäure auch äquivalente Mengen der Halogenderivate der Homologen der Essigsäure (zum Beispiel a-Brompropion- säure oder a-Brombuttersäure oder Bronrberrr- steinsäure oder dergleichen) verwenden. Die Endprodukte der Reaktion unterscheiden sich nicht von den mit Hilfe der Monochloressig- säure erzielten.
Die Mutterlaugen erhalten statt Thioglykolsäure die entsprechenden Thiohydroxyparaffirrmonokarborrsäuren (zum Beispiel Thiomilchsäure oder Thiooxy-a-but- tersäure oder Thioäpfelsäure oder dergleichen).
Statt der Rohviskose kann man in den vorhergehenden Beispielen auch eine nach einer beliebigen Methode, zum Beispiel durch Fällung mit gesättigter und Auswaschen mit 10 0% iger Kochsalzlösung gereinigte Vis kose verwenden, In den vorhergehenden Ausführungsbei spielen kann als Ausgangsstoff für die Her stellung der Zellulosexanthogensäure bezie hungsweise des Zellulosexanthogenates an Stelle der gebleichten oder ungebleichten Zel lulose (zum Beispiel gebleichte Baumwolle oder Linters),
oder ein zellulosehaltiges Ma terial oder ein Umwandlungsprodukt der Zellulose (zum Beispiel durch Mercerisieren mit starker Lauge und gegebenenfalls Aus waschen oder durch Mahlen in Anwesenheit von Wasser oder durch Einwirkung starker Mineralsäure oder eines Zinkhaloids oder von Kupferoxydammoniak oder nach einer andern Methode hydratisierte oder hydrolysierte Zel lulose oder Oxyzellulose) verwendet werden. VI.
100 Gewichtsteile lufttrockene Zellulose- xanthogenessigsä.ure, dargestellt gemäss Aus führungbeispiel I des Britischen Patentes Nr.<B>231800</B> werden in 4000 bis 5000 Ge wichtsteilen einer r/:,0% igerr Lüsung von Anilin in Wasser gelöst und die Lösung mit 50 bis 100 Gewiehtsteilen Anilin versetzt und gerührt.
Nach kurzer Zeit (etwa 20 Mi nuten bis 1 Stunde) wird die Lösung schlei mig und verdickt sich vorübergehend, um bald nachher wieder dünnflüssig zu werden, wobei sie sich milchig trübt, worauf dann bald die Ausscheidung und Absetzung des Zellulosexanthogenanilids beginnt. Nach 10- bis 48,tündigem Stehen wird der zu Boden gegangene, weisse Niederschlag von der Mut terlauge, deren Ätherextrakt intensive Thio- glykolsäurereaktion gibt; getrennt und wie in den vorhergehenden Beispielen fertiggestellt.
Irr der Beschreibung und Patentansprüchen soll der Ausdruck: "Zellulosexanthogenfett- säuren" bedeuten, die Produkte, die man erhält, wenn man Zellulosexanthogensäuren oder Zellulosexanthogenate (also zum Beispiel alkalische oder neutrale oder saure Viskose irr jeder Form) mit Monohalogenfettsäuren oder deren Salzen zusammenbringt.