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Die Erfindung betrifft einen Brennraumbaustein aus feuerfestem, gebranntem oder chemisch gebundenem Werkstoff, für einen Brennraumboden aufweisende Holzbrandöfen, wie Kachelöfen, wobei der Baustein von einer Innenfläche, einer Aussenfläche und zumindest vier Stirnflächen begrenzt ist, wobei ein Verbrennungsluftkanal vorgesehen ist, der im Baustein in dessen Längs- richtung verlaufend angeordnet ist
Ein derartiger Brennraumbaustein ist aus der DE 87 05 532 U1 bekannt.
Brennraumbausteine werden für das Herstellen von Brennräumen für das Verbrennen von Holz, insbesondere in Kachelöfen, verwendet.
Es ist bekannt, dass beim Verbrennen von Holz, ganz gleich ob es sich um gewachsenes Holz oder um Holzbriketts handelt, das beste Ergebnis der Verbrennung erzielt wird, wenn die oxidier- baren Bestandteile des Holzes vollständig genutzt werden. Dies gelingt, wenn der Brennraum ohne Rost ausgebildet ist. Ein Rost hat den Nachteil, dass durch ihn dem Brennstoff die für das Verbren- nen erforderliche Verbrennungsluft mit zu niedriger Temperatur zugeführt wird und dadurch das angestrebte, möglichst vollständige Verbrennen gestört wird.
Aus der US 4,416,250 A ist ein Brennraum für Öfen bekannt, bei dem Verbrennungsluft seitlich in den Brennraum zugeführt wird. Zusätzlich ist der Brennraum der US 4,416,250 A mit einem Rost versehen, sodass die oben erwähnten Nachteile von mit Rost versehenen Brennräumen gegeben sind.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Brennraumbaustein vorzustellen, mit dem insbesondere beim Verbrennen von Holz eine günstige Zufuhr von Verbrennungsluft möglich ist.
Erfindungsgemäss wird dies mit einem Brennraumbaustein erreicht, der sich dadurch auszeich- net, dass die Eintrittsöffnung in den Verbrennungsluftkanal auf der dem Brennraum zugekehrten Innenfläche des Bausteins in dessen unterem Randbereich angeordnet ist, dass auf der Innenflä- che des Bausteins oberhalb der Eintrittsöffnung des Verbrennungsluftkanals eine vorspringende, den Brennraumboden abstützende Auflagenase vorgesehen ist, dass der Verbrennungsluftkanal im Bereich seiner Eintrittsöffnung einteilig und im Bereich der Austrittsöffnungen mit zwei Teilkanä- len ausgeführt ist und dass alle Innenflächen des Verbrennungsluftkanals glasiert sind.
Bevorzugte und vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemässen Brennraumbausteines sind Gegenstand der Unteransprüche.
Bei dem erfindungsgemässen Brennraumbaustein wird die Verbrennungsluft dem Holz nur seit- lich zugeführt, und überdies vorgewärmt, sodass das im Brennraum befindliche Holz von oben nach unten verbrennt und gute Verbrennungsergebnisse erzielt werden. Dabei bewirkt die Thermik der Flammen unterstützt durch die Unterdruckwirkung aus dem Fang vorteilhaft das Ansaugen von Verbrennungsluft. Verbrennungsluft wird durch den erfindungsgemässen Brennraumbaustein so zugeführt, dass im Glutbereich ein gutes Ausgasen des Brennstoffes mit dem dafür benötigten Primärluftanteil stattfindet, und im darüberliegenden Flammbereich mit erhöhter Sekundärluftmen- ge ein optimales vollständiges Verbrennen der Ausgasungs-Produkte erreicht wird.
Dadurch dass bei dem erfindungsgemässen Brennraumbaustein die Innenflächen des Verbren- nungsluftkanals glasiert sind, werden Reibungsverluste der durch den Verbrennungsluftkanal strömenden Verbrennungsluft verringert.
Da bei der Erfindung vorgesehen ist, dass auf der Innenfläche des Bausteins oberhalb der Ein- trittsöffnung des Verbrennungsluftkanals eine vorspringender Auflagenase als Stütze für den Brennraumboden vorgesehen ist, kann der Brennraumboden auf den Brennraumbaustein abge- stützt werden, und der unter dem Brennraum liegende Luftbereich kann ohne Strömungshindemis- se gefertigt werden.
In einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die Austrittsöffnung der Teilkanä- le des Verbrennungsluftkanals in muldenartigen Vertiefungen in der Innenfläche des Bausteines münden. Durch diese muldenförmigen Ausnehmungen, in welchen die Austrittsöffnungen des Verbrennungsluftkanals liegen, ist ein einwandfreier Luftzutritt in den Verbrennungsraum gegeben, und auch dann sichergestellt, wenn im Verbrennungsraum befindliches Holz an Brennraumbau- steinen anliegen sollte. So ist die Gefahr, dass die Verbrennungsluftzufuhr unterbrochen wird, praktisch nicht gegeben.
Gemäss einer Ausführungsform der Erfindung kann vorgesehen sein, dass wenigstens zwei Austrittsöffnungen der Teilkanäle des Verbrennungsluftkanals in der Innenfläche des Bausteines horizontal nebeneinanderliegend angeordnet sind. Diese Anordnung von Verbrennungsluftzufuhr-
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öffnungen hat sich als vorteilhaft erwiesen, da so Verbrennungsluft dem abbrennenden Holz an der richtigen Stelle zugeführt werden kann.
Bei Kachelöfen können im Brennraum Bereiche mit unvollständiger Verbrennung entstehen.
Dies sind Bereiche, in welchen es zu keinem oder nur zu einem unzureichenden Flammbrand kommt. Ursache hiefür ist der sogenannte Ausbrand, worunter man den Übergang von grossem Brennraumquerschnitt zum wesentlich kleineren Querschnitt des anschliessenden Zuges versteht.
Weicht der Ausbrand von der Ideallage in der Mitte der Brennraumdecke ab, indem er seitlich oder gar an einer der Brennraumwände erfolgt, so bildet sich eine nachteilige, unsymmetrische Flamme aus. Dort wo diese Flamme kürzer ist, und daher die Ausbrandstrecke ebenfalls kürzer ist, besteht die Gefahr, dass das Verbrennen unvollständig stattfindet, da einerseits für das Zumischen der Verbrennungsluft zu wenig Zeit zur Verfügung steht, und anderseits die Flamme eine zu kurze Strecke zur Verfügung hat, um ohne Berührung mit den Brennraumwänden ungestört ausbrennen zu können. Um dieses Problem zu beseitigen ist in einer Ausführungsform der Erfindung vorge- schlagen, dass wenigstens einer der Teilkanäle des Verbrennungsluftkanals zu zwei übereinander liegenden Austrittsöffnungen führt.
Um das Herstellen des erfindungsgemässen Brennraumbausteines zu vereinfachen kann vor- gesehen sein, dass der Baustein zweiteilig ausgeführt ist, und dass der Verbrennungsluftkanal zwischen den grossflächig aneinander gefügten Teilbausteinen liegt.
Dabei ist es bevorzugt, wenn die Teilbausteine durch auf ihre aneinandergefügten Flächen auf- gebrachte Glasurmasse miteinander verbunden sind.
Bei dieser Ausführungsform der Erfindung ist sichergestellt, dass nur die Innenflächen der Ka- näle der Brennraumbausteine mit Glasur überzogen sind. Dies ist vorteilhaft, da auf den anderen Oberflächen des Brennraumbausteines eine Glasur unerwünscht ist, da diese Glasur die Verbin- dung durch Setzmasse zu Nachbarsteinen im Brennraum beeinträchtigt und die Haltbarkeit im direkten Kontakt mit Feuer oder Glut nicht gewährleistet ist.
Weitere Einzelheiten und Vorteile des erfindungsgemässen Brennraumbausteines ergeben sich aus der nachstehenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispieles anhand der Zeichnungen.
Es zeigt : 1 schematisch und teilweise weggebrochen in Schrägansicht einen aus Brenn- raumbausteinen hergestellten Brennraum, Fig. 2 einen Brennraumbaustein in Ansicht, Fig. 3 eine Seitenansicht eines Brennraumbausteines, Fig. 4 eine Draufsicht auf den Brennraumbaustein, Fig. 5 einen Schnitt längs der Linie V-V in Fig. 4, Fig. 6 einen Schnitt längs der Linie VI-VI in Fig. 10, Fig. 7 einen Schnitt längs der Linie VII-VII in Fig. 10, Fig. 8 einen Schnitt längs der Linie VIII-VIII in Fig. 6, Fig. 9 einen Schnitt längs der Linie IX-IX in Fig. 2 und Fig. 10 einen Schnitt längs der Linie X-X in Fig. 2.
Ein in Fig. 1 gezeigter Brennraum 14 ist aus mehreren Brennraumbausteinen 1 zusammenge- setzt, wobei ein Brennraumboden 2 vorgesehen ist, und der Brennraum 14 wie beispielsweise bei Kachelöfen üblich, oben abgeschlossen ist.
Die Brennraumbausteine 1 besitzen innen einen Kanal für die Zufuhr von Verbrennungsluft.
Dieser Kanal ist im unteren Bereich ein von einer auf der Vorderfläche 4 des Steines 1 liegenden Eintrittsöffnung 12 ausgehender Verbrennungsluftkanal 10, der sich dann etwa in halber Höhe des Brennraumbausteines 1 in zwei Teilkanäle 18 für Verbrennungsluft teilt. Die Teilkanäle 18 münden an der Vorderseite des Steines 1 in kreisrunden Öffnungen 16, die im Bereich von muldenartigen Vertiefungen 20 an der Vorderfläche 4 des Brennraumbausteines 1 angeordnet sind.
An der Vorderfläche 4 des Brennraumbausteines 1 ist knapp oberhalb der Eintrittsöffnung 12 in den Verbrennungsluftkanal 10 eine Auflagenase 22 vorgesehen, die als Stütze für den Brenn- raumboden 2 (siehe Fig. 1) dient.
In den muldenartigen Vertiefungen 20 können oberhalb der beiden horizontal nebeneinander- liegenden Luftaustrittsöffnungen 16 der Teilkanäle 18 weitere Luftaustrittsöffnungen 24 vorgesehen sein, wie dies in Fig. 1 für im Brennraum 14 beispielsweise weiter hinten angeordnete Brennraum- bausteine 1 gezeigt ist.
Die Innenflächen aller Kanäle 10 und 18 sind glasiert. Dies kann in einfacher Weise bei verein- fachter Herstellung des erfindungsgemässen Brennraumbausteines 1 dadurch erreicht werden, dass der Brennraumbaustein 1 zweiteilig ausgeführt ist, wobei der Verbrennungsluftkanal 10 und die Teilkanäle 18 zwischen den aneinanderliegenden Teilbausteinen liegen. Auf die Teilbausteine
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wird an ihren aneinander zufügenden Flächen und den Teilflächen der Verbrennungsluftkanäle 10 und der Teilkanäle 18 Glasurmasse aufgebracht, um die Teilbausteine miteinander zu verbinden.
So wird nicht nur in einem Arbeitsgang ein fertiger Brennraumbaustein 1 erreicht, sondern auch erreicht, dass der Verbrennungsluftkanal 10 und die Teilkanäle 18 im Brennraumbaustein 1 glasiert sind, ohne dass die übrigen Flächen des Brennraumbausteines 1 mit Glasurmasse bedeckt sind.
Vorteilhaft ist es bei dem erfindungsgemässen Brennraumbaustein, wenn alle Verbrennungs- luftkanäle 10 und 18 ohne scharfe Kanten und Ecken ausgebildet sind.
Bei dem erfindungsgemässen Brennraumbaustein 1 hat man es in der Hand die Lage der Verbrennungsluftaustrittsöffnungen, also der Öffnungen 16 und 24 optimal anzuordnen. Dabei haben sich kreisförmige Austrittsöffnungen 16 und 24 aus Festigkeitsgründen als vorteilhaft erwie- sen. Eine einreihige Anordnung der Öffnungen 16, aus welchen Verbrennungsluft aus den Brenn- raumbausteinen 1 in den Brennraum 14 eintritt, hat sich in vielen Fällen als geeignet erwiesen, da bei richtiger Wahl der Lage dieser Öffnungen 16 Verbrennungsluft dem abbrennenden Holz optimal zugeführt wird.
Die Gestaltung des erfindungsgemässen Brennraumbausteines 1 nimmt auch darauf Bedacht, dass Ausbausteine für Kachelofenbrennräume üblicherweise eine Breite vom 150 mm haben.
Wenn in dem erfindungsgemässen Brennraumbaustein zwei Reihen von übereinanderliegenden Austrittsöffnungen 16 und 24 vorgesehen sind wird zusätzlich Verbrennungsluft zugeführt und der Ausbrand kann mit genügend Verbrennungsluft vollständig erfolgen.
Bei dem erfindungsgemässen Brennraumbaustein hat man es auch in der Hand die Verbren- nungsluftkanäle 10 und der Teilkanäle 18 so zu gestalten, dass eine Verstopfungsgefahr weitge- hend unterbunden ist. Ein Verlegen der Verbrennungsluftkanäle 10 und der Teilkanäle 18 durch beim Herstellen des Brennraumes 14 verwendete Bindemasse ist ausgeschlossen, da der erfin- dungsgemässe Brennraumbaustein 1 in den Anschlussbereichen an Nachbarsteine geschlossen ist.
In die Verbrennungsluftkanäle 10 und die Teilkanäle 18 allenfalls eintretende Verbrennungs- rückstände können nicht zu deren Verlegen führen, da Verbrennungsrückstände in den glasierten Kanälen nicht hängen bleiben.
Wenn wie beim erfindungsgemässen Brennraumbaustein 1 ohne weiteres möglich, das untere Ende des Verbrennungsluftkanals 10 im Bereich der Eintrittsöffnung 12 bogenförmig ausgebildet ist, können solche Ablagerungen aus dem Verbrennungsluftkanal 10 ohne weiters herausrutschen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Brennraumbaustein aus feuerfestem, gebranntem oder chemisch gebundenem Werkstoff, für einen Brennraumboden (2) aufweisende Holzbrandöfen, wie Kachelöfen, wobei der
Baustein (1 ) von einer Innenfläche (4), einer Aussenfläche (6) und zumindest vier Stimflä- chen begrenzt ist, wobei ein Verbrennungsluftkanal (10) vorgesehen ist, der im Baustein (1 ) in dessen Längsrichtung verlaufend angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die
Eintrittsöffnung (12) in den Verbrennungsluftkanal (10) auf der dem Brennraum (14) zuge- kehrten Innenfläche (4) des Bausteins (1) in dessen unterem Randbereich angeordnet ist, dass auf der Innenfläche (4) des Bausteins (1) oberhalb der Eintrittsöffnung (12) des
Verbrennungsluftkanals (10) eine vorspringende, den Brennraumboden (2) abstützende
Auflagenase (22) vorgesehen ist,
dass der Verbrennungsluftkanal (10) im Bereich seiner
Eintrittsöffnung (12) einteilig und im Bereich der Austrittsöffnungen (16) mit zwei Teilkanä- len (18) ausgeführt ist und dass alle Innenflächen des Verbrennungsluftkanals (10) glasiert sind.